Trinationale Tagung der DGSA/OGSA/SGSA – Trinational2021

Digitale Tagung

23. – 24. April 2021

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht
Sitzung
Panel 41: Idealisierung der Kindheit
Zeit:
Samstag, 24.04.2021:
12:30 - 14:00

Chair der Sitzung: Rita Braches-Chyrek, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland
Chair der Sitzung: Diana Franke-Meyer, Evangelische Hochschule RWL, Deutschland
Sitzungsthemen:
3.Europäische Perspektiven auf Kohäsionsprozesse

Präsentationen

Idealisierung der Kindheit: Historische Perspektiven auf Ausgrenzungs- und Kohäsionmechanismen

Zusammenfassung:

Kindheit wurde in vielen zeitgenössischen Darstellungen des europäischen Sprachraums und in deren Rekonstruktionen häufig sehr romantisierend als besonderer sozialer Status, Erfahrungs- und Freiraum konstruiert. Diese Ideen und Wahrnehmungen von Kindern und Kindheit wirken bis heute und haben dazu geführt, dass besondere Orte und Räume für Kinder geschaffen wurden, um ihnen optimale Möglichkeiten der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung zu bieten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Perfektibilität: Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit

Rita Braches-Chyrek
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die historische Rekonstruktion des Wissens über Kinder und Kindheit führt unmittelbar zu Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Konstruktionen um "Perfektibilität". Durch die symbolische Wirksamkeit dieser Zuschreibung und die sich daraus entwickelten kulturellen Deutungsmuster werden gesellschaftliche Hierarchisierungs- und Klassifizierungsprinzipien verborgen. Daher sollen die Verflechtungszusammenhänge, die spezifischen Deutungen von familialen und institutionellen Wert- und Normenkontexten analysiert und diskutiert werden.

 

Der gefährdete Säugling – drei diskursive Momente einer Geschichte des ‚Säuglingswohls‘

Bettina Grubenmann
FHS Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Gallen (Schweiz)

Im Kontext der sozialen Frage bildet die öffentliche Thematisierung der Säuglingssterblichkeit um 1900 einen international vergleichbaren Impuls für unterschiedliche Praxen der Säuglingsfürsorge. Gefordert und realisiert wurden Milchküchen und Aufklärung der unwissenden Proletarierinnen (sozialhygienische Massnahmen) und Säuglingsheime (invasive staatliche Eingriffe). Dabei können drei diskursive Momente herausgefiltert werden (Hospitalismusfolgen, frühe Adoptionen, vorgeburtliche Faktoren und Früherkennung), die diskutiert werden.

 

Das „optimale“ Kinderzimmer: Repräsentation idealisierter Privatheit:

Julia Gottschalk
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland

Ein Blick in die europäische Geschichte zeigt, dass das Kinderzimmer nicht nur Ausdruck des Wandels von Kindheit ist, sondern zugleich auch mit Vorstellungen pädagogischer Perfektionierung verbunden ist. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermittelten die Bilder der Kinderstube als ideales Spielzimmer den Eindruck, wie ein vorzeigwertiges Kinderzimmer aussehen sollte. Das Kinderzimmer als pädagogischer Raum blieb allerdings nur einer kleinen Schicht privilegierter Kinder vorbehalten.