Trinationale Tagung der DGSA/OGSA/SGSA – Trinational2021

Digitale Tagung

23. – 24. April 2021

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht
Sitzung
P2: Posterpräsentationen
Zeit:
Samstag, 24.04.2021:
10:00 - 12:00


Präsentationen

Partizipative Forschung im Kontext von Intergeschlechtlichkeit und Peer-Arbeit

Paul Haller1, Sonja Huber1, Julia Steiner1, Nicole Gebhart1, Tinou Ponzer2, Tobias Humer2

1FH St. Pölten, Österreich; 2Beratungsstelle VAR.GES, www.varges.at

Zusammenfassung

Die Soziale Arbeit steht vor der Aufgabe soziale Probleme im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt zu benennen und die medizinische Deutungshoheit über Variationen der Geschlechtsmerkmale (VdG) sowie Zweigeschlechtlichkeit als gesellschaftliche Norm herauszufordern. In der psychosozialen Unterstützung von intergeschlechtlichen Menschen spielt Peer-Beratung eine zentrale Rolle. In Anlehnung an das Modell der „stärkenden Partnerschaft“ setzen wir uns in einem partizipativen Forschungsprojekt mit dem Verständnis von Peer-Beratung und dem Beratungskonzept der Beratungsstelle VAR.GES auseinander.



„Es sah alles so perfekt aus!“ Die Bedeutung Sozialer Medien für die Entwicklung von Essstörungen

Eva Wunderer1, Maya Götz2

1Hochschule Landshut, Deutschland; 2Internationales Zentralinstittut für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI, München

Zusammenfassung

Die Studie prüft den Zusammenhang zwischen der Aktivität in Sozialen Medien und Essstörungssymptomen erstmals an einer deutschen Stichprobe. Dazu wurden 175 Betroffene schriftlich befragt. 69% der Befragten beschreiben einen Transfer von der virtuellen in die reale Lebenswelt, 44% einen negativen Einfluss des Postens auf die Essstörung. Dabei wird die Übernahme von Ernährungs- und Trainingsverhalten von Influencerinnen als zentraler Einflusspfad benannt. Nötig sind folglich die Förderung von Medienkompetenz und der Diversität von Körperbildern.



Soziale Unterstützung oder soziale Ansteckung? Wie sich Menschen mit Essstörungen im Gruppensetting gegenseitig beeinflussen

Eva Wunderer, Christine Moll, Theresa Kaltnhauser, Mira Groll, Theresa Reichhold

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Die Studie untersucht erstmals in Deutschland systematisch Ansteckungsprozesse in der Sozialen Gruppenarbeit mit Menschen mit Essstörungen. Dazu wurden 44 Betroffene in Interviews befragt. Sie berichten soziale Unterstützung, aber auch Abgrenzungsschwierigkeiten, Vergleiche sowie die Übernahme von Symptomverhalten, befördert durch eine zunehmende Einengung sozialer Kontakte auf andere Betroffene. Die Ergebnisse legen die offene Kommunikation und Reflexion derartiger Engels- und Teufelskreise ebenso wie systematische Netzwerkarbeit und Vermeidung von Etikettierung in der Praxis nahe.



Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen. Ein Musterrahmenkonzept

Laura Schultz1, Ina Conen2, Christian Bleck1

1Hochschule Düsseldorf, Deutschland; 2Hochschule Fresenius, Deutschland

Zusammenfassung

Mit dem Poster werden der theoretische Rahmen, das Forschungsdesign und zentrale Ergebnisse des dreijährigen Projektes „Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen“ (STAP) vorgestellt. Auf Basis einer an der Umsetzung von Teilhaberechten interessierten Forschung, übersetzt in ein sequenziell aufgebautes Mixed-Methods-Design, wurden fördernde und hemmende Faktoren – auf Ebene der Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen sowie Einrichtung – zur Entwicklung der selbstbestimmten Teilhabe in stationären Altenpflegeeinrichtungen identifiziert und für ein Musterrahmenkonzept aufgearbeitet.



100 Jahre Frauenschule

Claudia Stracke-Baumann, Juliane Sagebiel, Katharina Kubulin

Hochschule München, Deutschland

Zusammenfassung

1919 wurde die städtische Soziale Frauenschule in München gegründet, die sich im Laufe der Jahre zur Höheren Fachschule für Sozialarbeit, dann zur Fachhochschule, Fachbereich Sozialarbeit und schließlich zur heutigen Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften entwickelte. Diese Entwicklung feierte die Fakultät mit Vorträgen, Seminaren, Diskussionen und Gesprächen im Jahr 2019, die im vorliegenden Poster skizziert werden. Wir setzten uns mit Frauen auseinander, die Meilensteine für die heutige professionelle Soziale Arbeit in München setzten und setzen.



"Doing Europe" Mitwirken in der europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work

Regina Münderlein, Jana Autor

Hochschule Kempten, Deutschland

Zusammenfassung

Abstract – Prof. Dr. Regina Münderlein / Jana Autor – Hochschule Kempten

Forschungsprojekt „Doing Europe – Mitwirken in der Europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work“

Soziale Arbeit muss, wenn Sie nationalstaatliche (Sozial-)Räume überbrücken möchte, auch über informationelle Barrieren und informationelle Bedarfe der Adressatinnen nachdenken.

Noch allerdings verhindern Sprach- und Informationsbarrieren den Zugang für viele junge Menschen zu diesem offenen und partizipationsstarken Feld.

Hier setzt das Forschungsprojekt auf mehreren Ebenen an.



Borderline-Trialog

Enikö Schradi

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Der Borderline-Trialog ist ein gleichberechtigter Diskurs unter Betroffenen der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Angehörigen und Fachkräften.

Ziel der empirischen Untersuchung war es, den Nutzen eines trialogischen Austausches für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte zu erforschen.

Die Ergebnisse der Fragebogenerhebung unmittelbar nach dem Trialog (n=113) und einem Follow-Up (n=14) nach vier Monaten zeigen, dass sich der Erfahrungs- und Wissensaustausch positiv auf den Umgang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung auswirkt und ein Lernprozess auf allen Seiten in Gang gesetzt wird.



Diversity Capacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Successful Dealing with Diversity

Helga Moser

FH JOANNEUM, Österreich

Zusammenfassung

Im Fokus des Erasmus+ Projekts “DiversityCapacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Deal with Diversity” steht die Förderung von Diversität und Inklusion in Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Dafür wurden europaweit 14 Einrichtungen bzgl. ihres Umgangs mit Diversität analysiert und Empfehlungen erarbeitet. In Piloten wurden ausgewählte Maßnahmen erprobt und good practice Beispiele dokumentiert. Weiters wurde ein Diversitätsworkshop entwickelt, der zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen im Umgang mit Diversität beitragen soll.



Lernen und Bildung als Transformationsprozesse in institutionell organisierten Hilfebeziehungen im Engagementkontext

Marlene Jänsch

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

Adressiert von sozialpolitischen Programmen und institutionalisiert in Sozialer Arbeit treten hier Hilfesuchende und Hilfebietende gemeinsam in vermittelten Hilfebeziehungen auf. Damit sollen solidarische Versorgungsstrukturen besonders in ländlichen Räumen gestärkt werden. Anhand von interaktions-, lern- und bildungstheoretischen Analysen werden in einem Grounded Theory Prozess die Möglichkeitsstrukturen im Sinne von gelingendem und scheiterungswürdigem Potenzial in den Hilfebeziehungen rekonstruiert.



Partizipative Akquise vulnerabler Gruppen im ländlichen Raum – IDEAL

Alina Wolf, Christiane Alberternst, Lukas Döbereiner, Holger Hassel, Susann Hößelbarth, Matthias Scheibe

Hochschule Coburg, Deutschland

Zusammenfassung

Hintergrund
Vulnerable sind im ländlichen Raum schwer erreichbar. Im Drittmittelprojekt IDEAL wird für jüngere (<26 Jahre) und ältere (>64 Jahre) Teilnehmende (TN) eine Akquise-Strategie partizipativ generiert.

Methode
In identifizierten Regionen werden kooperative Planungsgruppen mit Multiplikator*innen installiert, vernetzt, aktive TN (Sprechende) identifiziert und die Akquise festgelegt.

Ergebnis
In 8 - 12 Fokusregionen werden mit 48 Sprechenden 24 Gruppen sowie 240 TN für IDEAL akquiriert.

Fazit
Die Strategie ermöglicht, Schwererreichbare partizipativ in die Planung einzubinden. Das Vorgehen ist übertragbar.



Refugees and Ethnic Minorities in Social Services with a Focus on Youth Welfare

Sabrina Luimpöck

FH Burgenland, Österreich

Zusammenfassung

Grenzüberschreitende Lehre ermöglicht ein Seminar an der Uni Debrecen: Eine Lektorin aus Österreich (FH Burgenland/Soziale Arbeit) und eine türkischsprachige Sozialarbeiterin der Kinder- und Jugendhilfe mit den PhD-Studierenden transnationale Zugänge im Kontext Flucht, Migration und Diversität in der Sozialen Arbeit erarbeiten. Im Zentrum stehen die Anforderungen an professionelle Reflexivität und Critical Whiteness bzgl. Mehrsprachigkeit, Exklusion, Diskriminierung und kulturalisierter Stereotype. Einbezogen werden studentische Case Studies, welche die Adressat*innenperspektive rekonstruieren.



Verfolgte Fürsorgerinnen aus Wien in den 1930er Jahren

Irene Messinger

FH Campus Wien, Soziale Arbeit Bachelor, Österreich

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt zeichnet die Lebenswege von Wiener Fürsorgerinnen nach, die im Austrofaschismus (1934-38) bzw. im Nationalsozialismus (1938-45) verfolgt waren. Dazu wurde mittels Biographieforschung über Nachkommen sowie in Archiven recherchiert und Kurzbiographien erstellt. Die Lebensgeschichten zeigen die Entrechtung und Ermordung, aber auch die Flucht und das Leben im Exil, sowie die seltene Remigration ins Nachkriegsösterreich auf. In diesem drittmittelfinanzierten Forschungsprojekt wird damit ein bislang fehlendes Stück österreichischer Professionsgeschichte mitgeschrieben.



Vielfalt der Lebenswelt junger geflüchteter Menschen als Basis fachlich fundierter Intervention

Lara Irene Wintzer, Lisa Große

ASH Berlin, Deutschland

Zusammenfassung

Im Rahmen des TraM-Projektes wurden u.a. Stressoren und Ressourcen junger geflüchteter Menschen anhand qualitativer Einzelinterviews erfasst und durch Ergebnisse von Gruppendiskussionen mit Fachkräften der Sozialen Arbeit ergänzt. Hierdurch konnte zum Ziel einer zielgruppenspezifischen Lebensweltdiagnostik das bereits in der sozialarbeiterischen Praxis bewährte Methodeninstrument „5 Säulen der Identität“ (Petzold 1992) adaptiert werden. Im Poster werden die empirischen Ergebnisse dar- und das Modell der „Lebenswelt junger geflüchteter Menschen“ vorgestellt.



Die Qualitative Ereignis-Script-Analyse (QuESA). Auswertung von Videomaterial.

Conny Martina Bredereck1,2, Joana Lanwehr1,2

1Alice-Salomon-Hochschule, Deutschland; 2Hochschule für Wirtschaft und Recht, Deutschland

Zusammenfassung

Die Qualitative Ereignis-Skript-Analyse (QuESA) ist ein Beobachtungsanalyseverfahren für Videomaterial, das im Rahmen der Evaluation des hundegestützen Interventionsprogramms „Berliner Schnauzen“ im Forschungsprojekt „Tiergestützte Interventionen in Therapeutischen Jugendwohngruppen“ entwickelt wurde. Ausgewählte Szenen der Videoaufzeichnungen werden in einzelne Sequenzen zerlegt, um in einer Mikroanalyse signifikante prozessrelevante Mikroszenen zu analysieren und bezogen auf die Programmziele der hundegestützten Intervention interpretiert.



Refugees Welcome? - Gründe für die Zustimmung oder Ablehnung von Asylbewerbern. Ergebnisse einer Mehrebenenanalyse und mögliche Anwendungen in der Sozialen Arbeit.

Kai-Michael Richartz

Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Zusammenfassung

Die Gründe für die Ablehnung von Asylbewerbern sind komplex. Insbesondere in der Sozialraumorientierung können in einer Einrichtung sowohl geflüchtete Menschen als auch die möglicherweise ablehnend eingestellten Bewohner aufeinandertreffen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse des Pretests einer experimentellen Studie mit der Methode des sogenannten faktoriellen Surveys (Befragungsexperiment) vor. Gelingt die angemessene Transformation des Instruments, dann könnte eine Einsatzmöglichkeit die Gestaltung von individuellen (Integrations-)Programmen in der sozialraumorientierten Sozialarbeit sein.