Trinationale Tagung der DGSA/OGSA/SGSA – Trinational2021

Digitale Tagung

23. – 24. April 2021

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
 
Sitzungsübersicht
Datum: Samstag, 24.04.2021
8:30 - 18:00Ankommen / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
9:00 - 9:45Keynote: Keynote
Chair der Sitzung: Florian Baier, FHNW, Schweiz
 
 

Soziale Arbeit als transnationales Projekt

Stefan Köngeter

Fachhochschule St. Gallen

Zusammenfassung

Ausgehend von den mehrfachen Krisen des Sozialen, die durch die Corona-Pandemie in aller Schärfe ins Bewusstsein gerückt wurden, entfaltet der Vortrag eine Diskussion der Bedeutung des Nationalen für die professionelle und disziplinäre Entwicklung der Sozialen Arbeit. Dabei wird die Soziale Arbeit in historisch-systematischer Form als solidarisches, als sozialpolitisches und schliesslich transnationales Projekt entfaltet und dabei gezeigt, dass das Nationale als das kaum hinterfragte Imaginäre in der Sozialen Arbeit fungierte, das bislang weder theoretisch noch praktisch hierin aufgehoben war.

 
9:45 - 10:00Pause 3 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
10:00 - 12:00P2: Posterpräsentationen
 
 

Partizipative Forschung im Kontext von Intergeschlechtlichkeit und Peer-Arbeit

Paul Haller1, Sonja Huber1, Julia Steiner1, Nicole Gebhart1, Tinou Ponzer2, Tobias Humer2

1FH St. Pölten, Österreich; 2Beratungsstelle VAR.GES, www.varges.at

Zusammenfassung

Die Soziale Arbeit steht vor der Aufgabe soziale Probleme im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt zu benennen und die medizinische Deutungshoheit über Variationen der Geschlechtsmerkmale (VdG) sowie Zweigeschlechtlichkeit als gesellschaftliche Norm herauszufordern. In der psychosozialen Unterstützung von intergeschlechtlichen Menschen spielt Peer-Beratung eine zentrale Rolle. In Anlehnung an das Modell der „stärkenden Partnerschaft“ setzen wir uns in einem partizipativen Forschungsprojekt mit dem Verständnis von Peer-Beratung und dem Beratungskonzept der Beratungsstelle VAR.GES auseinander.



„Es sah alles so perfekt aus!“ Die Bedeutung Sozialer Medien für die Entwicklung von Essstörungen

Eva Wunderer1, Maya Götz2

1Hochschule Landshut, Deutschland; 2Internationales Zentralinstittut für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI, München

Zusammenfassung

Die Studie prüft den Zusammenhang zwischen der Aktivität in Sozialen Medien und Essstörungssymptomen erstmals an einer deutschen Stichprobe. Dazu wurden 175 Betroffene schriftlich befragt. 69% der Befragten beschreiben einen Transfer von der virtuellen in die reale Lebenswelt, 44% einen negativen Einfluss des Postens auf die Essstörung. Dabei wird die Übernahme von Ernährungs- und Trainingsverhalten von Influencerinnen als zentraler Einflusspfad benannt. Nötig sind folglich die Förderung von Medienkompetenz und der Diversität von Körperbildern.



Soziale Unterstützung oder soziale Ansteckung? Wie sich Menschen mit Essstörungen im Gruppensetting gegenseitig beeinflussen

Eva Wunderer, Christine Moll, Theresa Kaltnhauser, Mira Groll, Theresa Reichhold

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Die Studie untersucht erstmals in Deutschland systematisch Ansteckungsprozesse in der Sozialen Gruppenarbeit mit Menschen mit Essstörungen. Dazu wurden 44 Betroffene in Interviews befragt. Sie berichten soziale Unterstützung, aber auch Abgrenzungsschwierigkeiten, Vergleiche sowie die Übernahme von Symptomverhalten, befördert durch eine zunehmende Einengung sozialer Kontakte auf andere Betroffene. Die Ergebnisse legen die offene Kommunikation und Reflexion derartiger Engels- und Teufelskreise ebenso wie systematische Netzwerkarbeit und Vermeidung von Etikettierung in der Praxis nahe.



Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen. Ein Musterrahmenkonzept

Laura Schultz1, Ina Conen2, Christian Bleck1

1Hochschule Düsseldorf, Deutschland; 2Hochschule Fresenius, Deutschland

Zusammenfassung

Mit dem Poster werden der theoretische Rahmen, das Forschungsdesign und zentrale Ergebnisse des dreijährigen Projektes „Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen“ (STAP) vorgestellt. Auf Basis einer an der Umsetzung von Teilhaberechten interessierten Forschung, übersetzt in ein sequenziell aufgebautes Mixed-Methods-Design, wurden fördernde und hemmende Faktoren – auf Ebene der Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen sowie Einrichtung – zur Entwicklung der selbstbestimmten Teilhabe in stationären Altenpflegeeinrichtungen identifiziert und für ein Musterrahmenkonzept aufgearbeitet.



100 Jahre Frauenschule

Claudia Stracke-Baumann, Juliane Sagebiel, Katharina Kubulin

Hochschule München, Deutschland

Zusammenfassung

1919 wurde die städtische Soziale Frauenschule in München gegründet, die sich im Laufe der Jahre zur Höheren Fachschule für Sozialarbeit, dann zur Fachhochschule, Fachbereich Sozialarbeit und schließlich zur heutigen Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften entwickelte. Diese Entwicklung feierte die Fakultät mit Vorträgen, Seminaren, Diskussionen und Gesprächen im Jahr 2019, die im vorliegenden Poster skizziert werden. Wir setzten uns mit Frauen auseinander, die Meilensteine für die heutige professionelle Soziale Arbeit in München setzten und setzen.



"Doing Europe" Mitwirken in der europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work

Regina Münderlein, Jana Autor

Hochschule Kempten, Deutschland

Zusammenfassung

Abstract – Prof. Dr. Regina Münderlein / Jana Autor – Hochschule Kempten

Forschungsprojekt „Doing Europe – Mitwirken in der Europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work“

Soziale Arbeit muss, wenn Sie nationalstaatliche (Sozial-)Räume überbrücken möchte, auch über informationelle Barrieren und informationelle Bedarfe der Adressatinnen nachdenken.

Noch allerdings verhindern Sprach- und Informationsbarrieren den Zugang für viele junge Menschen zu diesem offenen und partizipationsstarken Feld.

Hier setzt das Forschungsprojekt auf mehreren Ebenen an.



Borderline-Trialog

Enikö Schradi

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Der Borderline-Trialog ist ein gleichberechtigter Diskurs unter Betroffenen der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Angehörigen und Fachkräften.

Ziel der empirischen Untersuchung war es, den Nutzen eines trialogischen Austausches für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte zu erforschen.

Die Ergebnisse der Fragebogenerhebung unmittelbar nach dem Trialog (n=113) und einem Follow-Up (n=14) nach vier Monaten zeigen, dass sich der Erfahrungs- und Wissensaustausch positiv auf den Umgang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung auswirkt und ein Lernprozess auf allen Seiten in Gang gesetzt wird.



Diversity Capacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Successful Dealing with Diversity

Helga Moser

FH JOANNEUM, Österreich

Zusammenfassung

Im Fokus des Erasmus+ Projekts “DiversityCapacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Deal with Diversity” steht die Förderung von Diversität und Inklusion in Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Dafür wurden europaweit 14 Einrichtungen bzgl. ihres Umgangs mit Diversität analysiert und Empfehlungen erarbeitet. In Piloten wurden ausgewählte Maßnahmen erprobt und good practice Beispiele dokumentiert. Weiters wurde ein Diversitätsworkshop entwickelt, der zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen im Umgang mit Diversität beitragen soll.



Lernen und Bildung als Transformationsprozesse in institutionell organisierten Hilfebeziehungen im Engagementkontext

Marlene Jänsch

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

Adressiert von sozialpolitischen Programmen und institutionalisiert in Sozialer Arbeit treten hier Hilfesuchende und Hilfebietende gemeinsam in vermittelten Hilfebeziehungen auf. Damit sollen solidarische Versorgungsstrukturen besonders in ländlichen Räumen gestärkt werden. Anhand von interaktions-, lern- und bildungstheoretischen Analysen werden in einem Grounded Theory Prozess die Möglichkeitsstrukturen im Sinne von gelingendem und scheiterungswürdigem Potenzial in den Hilfebeziehungen rekonstruiert.



Partizipative Akquise vulnerabler Gruppen im ländlichen Raum – IDEAL

Alina Wolf, Christiane Alberternst, Lukas Döbereiner, Holger Hassel, Susann Hößelbarth, Matthias Scheibe

Hochschule Coburg, Deutschland

Zusammenfassung

Hintergrund
Vulnerable sind im ländlichen Raum schwer erreichbar. Im Drittmittelprojekt IDEAL wird für jüngere (<26 Jahre) und ältere (>64 Jahre) Teilnehmende (TN) eine Akquise-Strategie partizipativ generiert.

Methode
In identifizierten Regionen werden kooperative Planungsgruppen mit Multiplikator*innen installiert, vernetzt, aktive TN (Sprechende) identifiziert und die Akquise festgelegt.

Ergebnis
In 8 - 12 Fokusregionen werden mit 48 Sprechenden 24 Gruppen sowie 240 TN für IDEAL akquiriert.

Fazit
Die Strategie ermöglicht, Schwererreichbare partizipativ in die Planung einzubinden. Das Vorgehen ist übertragbar.



Refugees and Ethnic Minorities in Social Services with a Focus on Youth Welfare

Sabrina Luimpöck

FH Burgenland, Österreich

Zusammenfassung

Grenzüberschreitende Lehre ermöglicht ein Seminar an der Uni Debrecen: Eine Lektorin aus Österreich (FH Burgenland/Soziale Arbeit) und eine türkischsprachige Sozialarbeiterin der Kinder- und Jugendhilfe mit den PhD-Studierenden transnationale Zugänge im Kontext Flucht, Migration und Diversität in der Sozialen Arbeit erarbeiten. Im Zentrum stehen die Anforderungen an professionelle Reflexivität und Critical Whiteness bzgl. Mehrsprachigkeit, Exklusion, Diskriminierung und kulturalisierter Stereotype. Einbezogen werden studentische Case Studies, welche die Adressat*innenperspektive rekonstruieren.



Verfolgte Fürsorgerinnen aus Wien in den 1930er Jahren

Irene Messinger

FH Campus Wien, Soziale Arbeit Bachelor, Österreich

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt zeichnet die Lebenswege von Wiener Fürsorgerinnen nach, die im Austrofaschismus (1934-38) bzw. im Nationalsozialismus (1938-45) verfolgt waren. Dazu wurde mittels Biographieforschung über Nachkommen sowie in Archiven recherchiert und Kurzbiographien erstellt. Die Lebensgeschichten zeigen die Entrechtung und Ermordung, aber auch die Flucht und das Leben im Exil, sowie die seltene Remigration ins Nachkriegsösterreich auf. In diesem drittmittelfinanzierten Forschungsprojekt wird damit ein bislang fehlendes Stück österreichischer Professionsgeschichte mitgeschrieben.



Vielfalt der Lebenswelt junger geflüchteter Menschen als Basis fachlich fundierter Intervention

Lara Irene Wintzer, Lisa Große

ASH Berlin, Deutschland

Zusammenfassung

Im Rahmen des TraM-Projektes wurden u.a. Stressoren und Ressourcen junger geflüchteter Menschen anhand qualitativer Einzelinterviews erfasst und durch Ergebnisse von Gruppendiskussionen mit Fachkräften der Sozialen Arbeit ergänzt. Hierdurch konnte zum Ziel einer zielgruppenspezifischen Lebensweltdiagnostik das bereits in der sozialarbeiterischen Praxis bewährte Methodeninstrument „5 Säulen der Identität“ (Petzold 1992) adaptiert werden. Im Poster werden die empirischen Ergebnisse dar- und das Modell der „Lebenswelt junger geflüchteter Menschen“ vorgestellt.



Die Qualitative Ereignis-Script-Analyse (QuESA). Auswertung von Videomaterial.

Conny Martina Bredereck1,2, Joana Lanwehr1,2

1Alice-Salomon-Hochschule, Deutschland; 2Hochschule für Wirtschaft und Recht, Deutschland

Zusammenfassung

Die Qualitative Ereignis-Skript-Analyse (QuESA) ist ein Beobachtungsanalyseverfahren für Videomaterial, das im Rahmen der Evaluation des hundegestützen Interventionsprogramms „Berliner Schnauzen“ im Forschungsprojekt „Tiergestützte Interventionen in Therapeutischen Jugendwohngruppen“ entwickelt wurde. Ausgewählte Szenen der Videoaufzeichnungen werden in einzelne Sequenzen zerlegt, um in einer Mikroanalyse signifikante prozessrelevante Mikroszenen zu analysieren und bezogen auf die Programmziele der hundegestützten Intervention interpretiert.



Refugees Welcome? - Gründe für die Zustimmung oder Ablehnung von Asylbewerbern. Ergebnisse einer Mehrebenenanalyse und mögliche Anwendungen in der Sozialen Arbeit.

Kai-Michael Richartz

Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Zusammenfassung

Die Gründe für die Ablehnung von Asylbewerbern sind komplex. Insbesondere in der Sozialraumorientierung können in einer Einrichtung sowohl geflüchtete Menschen als auch die möglicherweise ablehnend eingestellten Bewohner aufeinandertreffen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse des Pretests einer experimentellen Studie mit der Methode des sogenannten faktoriellen Surveys (Befragungsexperiment) vor. Gelingt die angemessene Transformation des Instruments, dann könnte eine Einsatzmöglichkeit die Gestaltung von individuellen (Integrations-)Programmen in der sozialraumorientierten Sozialarbeit sein.

 
10:00 - 12:00Panel 26: Promotionen in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Sebastian Schröer-Werner, Evangelische Hochschule Berlin, Deutschland
Chair der Sitzung: Stefanie Sauer, BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland
 
 

Promotionen in der Sozialen Arbeit – Ein internationaler Vergleich

Zusammenfassung:

Im Panel werden unterschiedliche Rahmenbedingungen und Perspektiven für Doktoran*innen in der Sozialen Arbeit vorgestellt und diskutiert. Nachdem in den vergangenen Jahren unterschiedlichen Facetten des lokalen Engagements in der Promotionsförderung entfaltet wurden, soll nun ein internationaler Austausch angeregt werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Promovieren im Ausland

Vera Taube
HAW Würzburg-Schweinfurt/ University of Eastern Finland

Eine Promotion in der Sozialen Arbeit nach FH-Abschluss aufgrund des fehlenden Promotionsrechts und fehlender Repräsentanz an Universitäten mit hohem Aufwand verbunden.

Die Option, den Blick ins Ausland zu richten, in denen Soziale Arbeit als universitäres Fach etabliert ist bietet neben fachlicher Anbindung bieten auch neue Perspektiven und die Möglichkeit des wissenschaftlichen Austausches über Grenzen hinweg. Die Chancen und Hindernisse einer internationalen Promotion sollen im Rahmen der Präsentation kritisch diskutiert werden.

 

Doktorat in Sozialer Arbeit in der Schweiz: Weder bloße Zukunftsmusik, noch voller Wohlklang

Daniel Gredig
Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz

Die Bildungspolitik der Schweiz behält das Promotionsrecht den Universitäten vor, unterstützt aber Kooperationen von Universitäten mit Hochschulen im 3. Zyklus. Inzwischen sind vier Programme entstanden, die Absolvent*innen von Master-Studien in Sozialer Arbeit zu einem Doktorat führen sollen. Dieser Beitrag beschreibt die Ausgangslage, die bildungspolitischen Entscheidungen von 2014 bis 2019 und die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dritte Studienstufe heute. Er skizziert die vier kooperativen Programme und benennt die darin systematisch angelegten Probleme und bleibenden Ungewissheiten.

 

Promotionen in der Sozialen Arbeit – Ein Plädoyer für einen transdisziplinären Forschungsverbund

Manuela Brandstetter
Bertha von Suttner Privatuniversität, Österreich

Anhand eines konkreten Beispiels (in diesem Fall aus der Technikfolgenabschätzung) wird die Expertise Sozialer Arbeit im Promotionsverbund geprüft und deren Chancen sowie Grenzen in transdisziplinärer Zusammenarbeit erörtert. Nicht nur weil die Förderrichtlinien hier interessante Summen bereitstellen, sondern gerade weil Soziale Arbeit eine Disziplin an den Funktionssystemgrenzen seit ihrem Entstehen darstellt, könnte dieses Einsatzgebiet gerade für Promovend*innen ein aufstrebendes darstellen, wie anhand eines konkreten Beispiels (aus Österreich) gezeigt werden wird.

 
10:00 - 12:00Panel 27: Machtprozesse in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Mechthild Wolff, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Machtprozesse in der Sozialen Arbeit

Zusammenfassung:

Im letzten Jahrzehnt sind Machtprozesse in der Sozialen Arbeit erstmalig in die Diskussion gekommen, weil Betroffene Missstände aufgezeigt und Machtmissbrauch skandalisiert haben. In vielen Ländern werden Fälle historisch, rechtlich und sozialwissenschaftlich aufgearbeitet und in Einrichtungen werden Schutzkonzepte implementiert. Im Panel geht es um die Fragen: Welche Lehren kann man aus der 10jähgirgen Befassung mit Machtstrukturen und Machtprozessen ziehen? Welche Unterschiede gibt es zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland? Was heißt dies für die Entwicklung von Schutzkonzepten?

 

Beiträge des Symposiums

 

Gewalt und Machtprozesse in Heimerziehung und anderen Formen stationärer Unterbringung. Historische Analysen und aktuelle Debatten.

Flavia Guerrini
Universität Innsbruck

Seit 2010 findet auch in Österreich eine mediale, politische wie wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gewalt in der Geschichte der Heimerziehung und der Ju-gendfürsorge statt. Der Beitrag stellt Erkenntnisse zu Ausmaß, Arten und Gelegen-heitsstrukturen von Gewalt und Machtprozessen in der Heimerziehung vor und stellt Überlegungen zur „historischen Aufarbeitung“ im mittlerweile vergangenen Jahrzehnt an. Im Fazit werden Parallelen zu den Debatten über Gewalt in Internaten, im Sport wie in Einrichtungen der Behindertenhilfe gezogen sowie Fragen an die gegenwärtige Praxis formuliert.

 

Schutzdimensionen abgeleitet aus Biografien von Menschen mit Heimerfahrung in der Schweiz

Samuel Keller
Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Schweiz

Dieser Beitrag wird eine Auswahl zentraler, aber wenig sichtbarer Dimensionen, die Kinder und Jugendlichen in stationären Einrichtungen vor Machtgefällen und -missbrauch schützen können, herleiten. Als Erkenntnisgrundlage dienen Ergebnisse und Fallbeispiele aus biografischen Studien in der Schweiz – gepaart mit exemplarischen Einblicken in aktuelle Praxis. Ziel ist es dadurch bestehende Konzepte zu hinterfragen oder zu bestätigen, vor allem aber auch Risiken in stationären Einrichtungen, die sich trotz Fortschritte seit Jahrzehnten hartnäckig zu halten scheinen, zu entlarven.

 

Schutzkonzepte in Organisationen zur Sicherstellung von Adressat* innenrechten

Meike Kampert, Mechthild Wolff
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, Deutschland

Vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen der Forschungsgruppe Kinder-schutz in Institutionen an der HAW Landshut wird aufgezeigt, welche Perspektiven die Kinder und Jugendlichen selbst auf Schutzkonzepte in Einrichtungen der Erzie-hung und Bildung haben und was sie damit verbinden. Eingegangen wird auf den Stand der Implementation von Schutzkonzepten in Deutschland und auf Umset-zungshürden. Gefragt wird letztlich danach, was Schutzkonzepte eigentlich sind und wie man sie besser verorten kann, um ihre weitere Verbreitung zu fördern.

 
10:00 - 12:00Panel 28: Sozialräumliche Herausforderungen für die Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Martin Lu Kolbinger, FH Salzburg, Österreich
 
 

Kohäsion durch Verdrängung/Verdrängung durch Kohäsion? Soziale Arbeit im „benachteiligten Stadtteil“

Moritz Rinn, Lena Wiese

Universität Duisburg-Essen

Zusammenfassung

Soziale Arbeit in „benachteiligten Stadtteilen“ ist auf die Herstellung „sozialer Kohäsion“ bezogen und dabei in Aneignungskonflikte um städtische Ressourcen involviert. Die stadtpolitische „Verbesserung der sozialen Mischung“ geht dabei vielfach mit der Verdrängung problematisierter Bewohner*innen einher. Anhand empirischer Ergebnisse unseres Forschungsprojekts zu Aneignungskonflikten in mischungsorientierten Stadtentwicklungsprozessen zeigen wir, wie Sozialarbeitsakteur*innen im Interesse von „friedlichem Zusammenleben“ Ausschließungs- und Verdrängungsprozesse stützen.



„Das würde ich jetzt nicht gleich rechts nennen“ - Ein- und Ausschlüsse der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen

Kevin Stützel1, Stefanie Lindner2

1Friedrich-Schiller Universität Jena, Deutschland; 2Brandenburgische-Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Zusammenfassung

Der Beitrag setzt sich anhand empirischer Analysen mit den Erklärungsansätzen auseinander, die innerhalb der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen ersichtlich sind. Analysiert werden die Situationsanalysen von Jugendarbeiter*innen in Sozialräumen mit extrem rechter Präsenz, sowie die Konstruktion der Adressat*innen innerhalb der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen. Anhand der empirischen Befunde wird herausgearbeitet mit welchen Handlungsmustern, die Situationsanalysen und Beobachtungshaltungen einhergehen und welche Ein- und Ausschlüsse sie produzieren.



Soziale Arbeit zwischen Mobiler Jugendarbeit und gemeinwesenorientierter Konfliktarbeit. Evaluierungsergebnisse der Wiener Fair Play Teams

Manuela Hofer, Marc Diebaecker, Andrea Rabeder

FH Campus Wien, Österreich

Zusammenfassung

"Fair Play Teams" sind ein gemeinwesenorientiertes Angebot der Stadt Wien. In einem Evaluationsprojekt wird analysiert, wie die konzeptionellen Ziele, die Verbesserung der sozialen Qualitäten des öffentlichen Raums sowie die Stärkung der Teilhabe, die Mitarbeitenden im Spannungsfeld von Allzuständigkeit, Partizipation und Ordnungspolitik vor fachliche Herausforderungen stellt.

Gemeinsam soll darauf aufbauend diskutiert werden wie Soziale Arbeit im öffentlichen Raum sozialen Zusammenhalt und Kohäsion fördern kann, und wie Prozesse von Zuschreibungen und Ausschlüssen dabei reflektiert werden.

 
10:00 - 12:00Panel 29: Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Jens Wurtzbacher, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Deutschland
Chair der Sitzung: Andrea Dischler, KSH München, Deutschland
 
 

Abschied vom Sozialen? Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Soziale Arbeit

Zusammenfassung:

Die Soziale Arbeit möchte soziale Wandlungsprozesse aktiv mitgestalten. Was aber, wenn sich die sozialen Wandlungsprozesse gegen die Grundlagen des sozialen Wohlfahrtsstaates selbst richten? Populistische
Strömungen sind keineswegs neu, aktuell ist aber ein befremdlicher
Bedeutungsgewinn rechtspopulistischer Strömungen festzustellen, der sich nicht
zuletzt auf die Sozialpolitik und die sozialen Dienste auswirkt, Das Panel dient einer Verständigung darüber, inwiefern sich die Soziale Arbeit durch gesellschaftliche Tendenzen herausgefordert
sieht, die ihre normativen Grundlagen untergraben.

 

Beiträge des Symposiums

 

Impuls Österreich: Spaltung der Sozialen Arbeit? Spaltung durch Sozialpolitik?

Alban Knecht1, Eva Grigori2
1Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, 2FH St. Pölten, Department Soziales

Der Beitrag skizziert zum einen handlungspraktische Dilemmata und Herausforderungen Sozialer Arbeit im Umgang mit rechtsextremen Agenden und AkteurInnen. Dabei soll der Blick nicht allein auf Jugendarbeit gerichtet werden, sondern auf den Auftrag der Einbindung in das Soziale für alle BewohnerInnen eines Sozialraums. Zum zweiten werden die Befunde in ein größeres Bild österreichischer Sozialpolitik eingebunden, deren Konsequenzen soziale Spaltung, zugespitzte Deprivation und Exklusion sind.

 

Impuls Schweiz: Mit politischer Sozialer Arbeit gegen exkludierende Solidarität

Andreas Laib, Tobias Kindler
FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit

In der Schweiz treibt die Schweizerische Volkspartei den Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme voran. Dafür konstruiert sie nicht nur den vertikalen Antagonismus zwischen Volk und Elite, sondern unterscheidet auf der horizontalen Achse z.B. zwischen würdigen und unwürdigen Sozialhilfebeziehenden. Die skizzierte Tendenz widerspricht einer Sozialen Arbeit, die sich in ihrer Berufsethik explizit für Solidarität positioniert. Wir plädieren deshalb dafür, dass sich Sozialarbeitende angesichts erstarkender rechtspopulistischer Kräfte aktiv in gesellschaftliche Aushandlungsprozesse einbringen.

 

Umgang mit einer bedrohlichen Normalität - Exemplarische Analysen zu Erscheinungen und Strategien der extremen Rechten in der Sozialen Arbeit.

Kristine Krüger
HS Neubrandenburg

-

 
10:00 - 12:00Panel 30: Migration und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Mihri Özdogan, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

„Die Spanier dürfen uns auch nicht vergessen.“ – Grenzen überspannende Migrant*innenorganisationen und ihr Ringen um Anerkennung.

Nils Klevermann

Universität Tübingen, Deutschland

Zusammenfassung

Migrant*innenorganisationen werden in der Integrationspolitik als Brückenbauer und Akteure der Integrationsarbeit vor Ort adressiert. In ihnen soll das migrantisch adressierte Subjekt in die sog. Aufnahmegesellschaft integriert werden. Eine Orientierung der Organisationen am Herkunftsland wird dabei jedoch als integrationshemmend gewertet. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung gegenwärtiger Adressierungen durch die bundesdeutsche Verwaltung, wird der Vortrag den Fokus auf den Kampf von Migrant*innenorganisationen um Anerkennung zwischen „Herkunfts- und Ankunftsland“ legen.



Grenzen der Ungleichheit. Befunde und Perspektiven von Kohäsion und Spaltung – eine Interviewstudie zu Teilhabe und Ausgrenzung sog. „Gastarbeiter_innen“ in Deutschland

Anselm Böhmer

PH Ludwigsburg, Deutschland

Zusammenfassung

Europäische Gesellschaften sind seit geraumer Zeit von Heterogenität bestimmt. Dies macht u.a. ihre Struktur als Migrationsgesellschaften deutlich. In einer Studie zu sog. „Gastarbeiter_innen“ (n = 28) rekonstruiert der Beitrag deren Erfahrungen von Kohäsion und Spaltung, um die Befunde mit einer Theorie semiotischer Kritik zu interpretieren, Soziale Arbeit als Grenzbearbeitung zu konzeptualisieren und die Erträge der Studie für einen emanzipativen Einsatz Sozialer Arbeit vorzuschlagen.



Zwischen mehrsprachiger Realität und monolingualem Habitus: Perspektiven auf migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in Erziehungsratgebern für Eltern in Deutschland

Marc Schmid

Universität Hamburg, Deutschland

Zusammenfassung

In Deutschland stehen sich eine einsprachig-deutschsprachige Tradition des Bildungssystems und eine v.a. migrationsbedingt zunehmende gesellschaftliche Mehrsprachigkeit gegenüber. Im Projekt DIWAN werden Erziehungsratgeber zur mehrsprachigen Erziehung systematisch ausgewertet, die seit 1980 in Deutschland für Eltern publiziert wurden. Auf dieser Basis soll skizziert werden, wie sich unterschiedliche wissenschaftliche und politische Konzepte und Leitbilder zu Migration und Mehrsprachigkeit in den Ratgebern wiederfinden.

 
10:00 - 12:00Panel 31: Stärkung von Information und Dialog in peripheren ländlichen Räumen
Chair der Sitzung: Alexandra Engel, HAWK, Deutschland
 
 

Stärkung von Information und Dialog in peripheren ländlichen Räumen

Chair(s): Alexandra Engel (HAWK ZZHH)

DiskutantIn(nen): Jan Schametat (HAWK ZZHH), David Rüger (HAWK, ZZHH), Malina Hasselbusch (HAWK, ZZHH), Claudia Busch (HAWK, ZZHH)

Zusammenfassung:

Das Panel diskutiert anhand von Ergebnissen aus drei Forschungs- und Transferprojekten des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter, inwiefern Soziale Arbeit ein unverzichtbarer Akteur der regionalen Entwicklung ist. Am Beispiel peripherer ländlicher Räume und drei Handlungsfeldern werden die Potenziale systematischer Information und verbesserter Teilhabechancen durch strategische Moderation Sozialer Arbeit beleuchtet. Dabei lädt die Frage der Kohäsion in ländlichen Räumen mit stärker werdenden regionalen Disparitäten zu einem kritischen Dialog ein.

 

Beiträge des Symposiums

 

Freiwilligenorientierte Engagementförderung in ländlichen Räumen

Alexandra Engel, David Rüger, Malina Hasselbusch
HAWK ZZHH

Für das Handlungsfeld „Engagementförderung“ wird am Beispiel einer freiwilligenorientierten Förderstrategie die Notwendigkeit von Steuerungsfreiheit einerseits und Dialog, Information und Qualifizierung andererseits kritisch reflektiert und diskutiert. Des Weiteren werden das Konzept einer kreisweiten Informationsplattform für Engagierte sowie eine Methode zum systematischen Verstehen der Eigensinne von engagierten Menschen skizziert und zur Diskussion gestellt.

 

Jugendliche in ländlichen Räumen zwischen Ressourcenfokussierung und Partizipationsbemühungen

Jan Schametat
HAWK ZZHH

Für das Handlungsfeld Jugend in ländlichen Räumen wird am Beispiel der Berufsorientierung die Bedeutung von Information und Partizipation für die sozialräumlichen Bindefaktoren beleuchtet. Jugendliche im ländlichen Raum sind zeitgleich von einer Berufswahl- aber auch Migrationsentscheidung betroffen. Dabei treffen von negativen Außenzuschreibungen und vermuteter ländlicher Exklusion geprägte Selbstbilder auf den gemeinschaftsorientierten, regionalen Zusammenhalt. Soziale Arbeit kann hier mit proaktiver Partizipation einen Gestaltungsrahmen zur Orientierung für Jugendliche schaffen.

 

Angebote für Seniorinnen und Senioren auf Bauernhöfen

Claudia Busch
HAWK ZZHH

Am Beispiel der Angebote für ältere Menschen auf Bauernhöfen werden – ohne die medial derzeit stark rosarot eingefärbte Sicht auf die Dinge – Gelingensfaktoren benannt, die im Sinne der Stärkung von Teilhabe und als Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge vor Ort solche alternativen Modelle der Angebote für Seniorinnen und Senioren ermöglichen. Dabei werden die Bedeutung von Information und Dialog sowohl aus Perspektive der Klientel als auch der Anbietenden verdeutlicht und der Einfluss struktureller Rahmenbedingungen im Ländervergleich dargestellt.

 
10:00 - 12:00Panel 32: Zum Gelingen und Scheitern von zivilgesellschaftlichen und professionellen Arbeitsformen und Diskursen in der Migrationsgesellschaft
Chair der Sitzung: Manuela Westphal, Manuela, Universiät Kassel, Deutschland
 
 

Zwischenräume des Miteinanders – Zum Gelingen und Scheitern von zivilgesellschaftlichen und professionellen Arbeitsformen und Diskursen in der Migrationsgesellschaft

Zusammenfassung:

Mit der Fluchtmigration seit 2015 zeigt sich, dass professionelle Soziale Arbeit mit und für Migrant*innen in Koproduktion mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und freiwilligem Engagement umgesetzt wird. Das Panel hat zum Ziel, das Spannungsverhältnis von Interessen der Akteure sowie die Möglichkeiten und Grenzen „gelingender Diversität“ aus drei verschiedenen Perspektiven zu diskutieren. Erstens wird die Ausgestaltung von diskursiven Orten, zweitens die Entstehung von Arbeitsbündnissen und drittens der Umgang der Zivilgesellschaft mit ausgrenzenden lokalen Kontexten betrachtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Versammlungsorte der Migrationsgesellschaft – Spannungsfelder, Differenzerfahrungen und das Potenzial des Gemeinsamen

Monika Alisch, Martina Ritter, Catharina Hille, Jonas Hufeisen, Tatevik Mamajanyan
Hochschule Fulda

In hoch differenzierten und individualisierten spätmodernen Gesellschaften generieren sich Kohäsion und Zusammenhalt in Krisensituationen nicht von selbst, sondern es müssen Moderationsprozesse als Unterstützung zur Bewältigung von Herausforderungen der Vielfalt, Differenz und Fremdheit angeboten werden. Durch Migrations- und Fluchtbewegungen treffen vielfältige Konzepte von Alltagsregeln und -interpretationen aufeinander. Dieser zeigt sich in den ersten Auswertungen von Zukunftswerkstätten mit „Einheimischen“ und Neuzugewanderten mit der Fragestellung „Wie kann das Zusammenleben gelingen?“

 

Arbeitsbeziehungen in migrationsbezogenen Tätigkeitsfeldern Sozialer Arbeit

Jens Vogler
Hochschule Fulda

Die Zusammenarbeit von sozial arbeitenden mit kürzlich migrierten Personen ist überwiegend durch ungleiche Verhältnisse gekennzeichnet. Die kaum untersuchten Ursachen dieser Asymmetrie und wie sie sich in den Begegnungen der Akteur*innen zeigen, bilden den Ausgangspunkt des Beitrags. Dieser zeigt erste Auswertungsergebnisse von Interviews sowie Audioaufzeichnungen von Interaktionen zivilgesellschaftlicher und professioneller Sozialer Arbeit mit ihren Adressat*innen. Geleitet von der Fragestellung, wie sich Auftragsklärung gestaltet sowie ob und welche Formen von Arbeitsbeziehungen sich zeigen.

 

Möglichkeiten und Grenzen der Zivilgesellschaft in lokalen ausgrenzenden Sozialräumen

Ina Schäfer
Universität Kassel, BTU Cottbus

Im Zusammenhang mit der Fluchtmigration zeigte sich einerseits das hohe Potenzial einer engagierten und schnell reagierenden Zivilgesellschaft (Karakayali & Kleist 2016), andererseits zeichnet sich durch den neu etablierten Rechtspopulismus und kontroverse Migrationsdebatten gesamtgesellschaftlich eine zunehmende Präsenz-, Mobilisierungs- und Diskursbereitschaft menschenfeindlicher Einstellungen und Handlungen ab (Zick et al. 2019). Der Beitrag zeigt auf Basis einer fünfwöchigen Feldforschung in Bautzen die Potenziale und Grenzen des lokalen zivilgesellschaftlichen Umgangs hiermit auf.

 
10:00 - 12:00Panel 33: Experienced Involvement (Exin)
Chair der Sitzung: Susanne Bauer, HS Fulda, Deutschland
 
 

Experienced Involvement (ExIn)– ein europäisches Projekt in der praktischen Umsetzung

Zusammenfassung:

Noch sind die seit Entwicklung der Weiterbildung aus dem Da Vinci Pilotprojekt „Experienced Involvement (ExIn) 2005-2007“ in der sozialpsychiatrischen Versorgung tätigen Ex In – Genesungsbegleitungen und ihre Kolleg*innen Pioniere im System: Mit Erfahrungsexpertise wirken sie als neue Gruppe von Mitarbeiter*innen in den Diensten. In drei Beiträgen aus der Praxis in BRD und deutschsprachiger Schweiz wird gezeigt, welche Maßnahmen vorbereitend wie begleitend zur Anwendung kommen damit Integration und Implementierung gelingen kann, so dass Teams, ExIn-Kolleg*innen und Nutzer*innen profitieren.

 

Beiträge des Symposiums

 

ExIn in der sozialpsychiatrischen Versorgung der BRD – Pionierleistungen

Susanne Iris Bauer
HS Fulda

Die vorgestellten Ergebnisse einer bundesweiten standardisierten Erhebung zur Verankerung von ExIn-Genesungsbegleitung in der sozialpsychiatrischen Versorgung bieten einen Einblick in die Beschäftigungssituation und ergänzen dies um Erkenntnisse zur Bereitschaft weiterer Dienste ExIn zu etablieren. Ergebnisausschnitte aus dem qualitativen Teil der Studie fokussieren auf die Frage, wie weit gemeinsames professionelles Handeln von Genesungsbegleiter*innen und Teamkolleg*innen als Spannungsfeld oder als gelingende Kooperation von beiden Seiten erlebt werden

 

Der Prozess der Integration von Genesungsbegleiter*innen in sozialpsychiatrische Einrichtungen aus Sicht der Institutionen - eine empirische Studie

Christoph Walther
TH Nürnberg

Im Projekt Trialog in der Praxis (TriP) wurden von 2016 bis 2018 in der Region Würzburg sozialpsychiatrische Einrichtungen systematisch dabei unterstützt, Genesungsbegleiter*innen in ihre Teams zu integrieren. Die Integrationsprozesse wurden dabei begleitet und evaluiert. In enger Kooperation und in regelmäßigen Treffen mit den Einrichtungen standen die Ergebnisse zur Diskussion, um die nächsten Schritte gemeinsam zu entscheiden. Über diesen Prozess und über die Ergebnisse, welche Maßnahmen förderlich bei der Integration von Genesungsbegleiter*innen in Teams sind, soll berichtet werden.

 
10:00 - 12:00Panel 34: Europäische Perspektiven auf Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Martin Stummbaum, Hochschule Augsburg, Deutschland
 
 

Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit – gemeinsam eine europäische Perspektive verwirklichen

Zusammenfassung:

Soziale Arbeit hat in den zurückliegenden Jahren eine erhebliche Professionalisierung vollzogen. Diese Professionalisierung bildet sich in den Arbeitsbedingungen der Sozialen Arbeit noch nicht entsprechend ab wie der erste Beitrag zeigt. Um den Weg einer Sozialen Arbeit in Europa zukunftsweisend zu beschreiten, bedarf es einer Sozialen Arbeit, die nationalstaatliche Grenzen als Disziplin und Profession überwindet und grenzüberschreitend gemeinsam eine europäische Perspektive realisiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Praxis der Sozialen Arbeit – keine Zeit für Wissenschaft

Jutta Harrer-Amersdorffer
Hochschule Augsburg

Der erste Vortrag analysiert die Berufspraxis in der Sozialen Arbeit und zeigt auf, dass für wissenschaftliche Arbeitsbezüge keine Zeit vorgesehen ist. Damit wird Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen eine Perspektive genommen, ihre Erfahrungen und ihr Praxiswissen wissenschaftlich auszuwerten und zu kommunizieren. In den Diskursen um eine europäische Perspektive der Kohäsion und der Sozialen Arbeit sind damit die Bedingungen eines Voranschreitens im dialogischen Miteinander von Disziplin und Profession erschwert.

 

Disziplin und Profession in grenzüberschreitender Kommunikation

Kirsten Rusert
Universität Vechta

Der zweite Vortrag veranschaulicht die transformatorischen Potenziale einer wissenschaftsaktiven Profession und erörtert, wie ein gemeinsamer Dialog von Disziplin und Profession Soziale Arbeit befördert werden kann, auf den dann im Diskurs um eine europäische Perspektive der Kohäsion und der Sozialen Arbeit rekurriert werden kann. Anhand ausgewählter Ansätze werden methodische Settings diskutiert, die den zugrundeliegenden Dialog nationalstaatlich verfasster Sozialen Arbeit befördern und europäisch erschließen.

 

Europäische Perspektiven Sozialer Arbeit transnational entwickeln

Martin Stummbaum
Hochschule Augsburg

Der dritte Beitrag diskutiert ausgehend von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts "Horisontti" ausgewählte Ansätze, eine europäische Perspektive Sozialer Arbeit transnational zu entwickeln. Grundlegend für diese Ansätze ist das Verständnis einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Entwicklungsaufgabe von Disziplin und Profession.

 

Europäische Perspektiven für Sozialpädagog*innen

Wolfgang Krell
Freiwilligenzentrum Augsburg

Im vierten Beitrag wird aufgezeigt, wie sich aus persönlichen Motivationslagen eine sozialpädagogische Professionalität entwickeln lässt, die sich in einer lokalen Sozialen Arbeit in Deutschland verortet, in Europa grenzüberschreitend vernetzt und europäisch institutionalisiert. Der Beitrag veranschaulicht anhand dieser über Jahrzehnte entwickelten sozialpädagogischen Professionalität konkrete Notwendigkeiten, Herausforderungen und Potenziale einer Europäisierung Sozialer Arbeit.

 
10:00 - 12:00Panel 35: Care und Soziale Arbeit: Kooperationen - Konkurrenzen – Krisen
Chair der Sitzung: Barbara Thiessen, DGSA, Deutschland
 
 

Care und Soziale Arbeit: Kooperationen - Konkurrenzen - Krisen

Zusammenfassung:

In den aktuellen Debatten um Care-Krise und Aufwertung sozialer Dienstleistungen stehen Erziehungs- und Pflegeberufe häufig im Mittelpunkt. Von Sozialer Arbeit ist dagegen wenig zu hören: Weder positioniert diese sich bei den Kämpfen um Aufwertung von Sorgearbeit offensiv als Teil der SAHGE-Berufe, noch wird sie in den Neukonzipierungen von Care-Angeboten als wesentliche Akteurin adressiert. Im Panel sollen Erfahrungen aus Deutschland und Österreich ausgetauscht werden. Zudem wird ein kritischer Blick auf die Profession Soziale Arbeit in der Pandemie-Krise geworfen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit – die unterschätzte Profession in Netzwerken der Care-Arbeit

Eva Fleischer
MCI Innsbruck

Derzeit spielt Soziale Arbeit in der Arbeit mit älteren / pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen in Österreich nur eine marginale Rolle. Demgegenüber steht ein großes Potential, das Soziale Arbeit bei entsprechender Ausgestaltung sozialpolitischer und rechtlicher Rahmenbedingungen einbringen könnte.

In diesem Beitrag wird ausgehend vom Positionspapier der Arbeitsgruppe "Altern und Soziale Arbeit" der OGSA und anhand von Best Practice Beispielen dargestellt, wie Soziale Arbeit in Zukunft zu einem guten Leben für ältere Menschen und ihre An- und Zugehörigen beitragen kann.

 

Professionsbezogene Auseinandersetzungen der Sozialen Arbeit in multipro-fessionellen Teams und Netzwerken im Feld Frühe Hilfen und Kinderschutz

Elisabeth Sommer
HAW Landshut/Universität Bamberg

Die Netzwerke Frühe Hilfen, sowie an Kliniken angesiedelte Teams zum Kinderschutz in der Medizin, stellen ein Untersuchungsfeld dar, das die Kooperation Soz. Arbeit mit weiteren Professionen und Berufen inner- und außerhalb der SAHGE-Berufe vorsieht. Umgesetzt wird darin eine auf Bundesebene gewollte Kooperation der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Gesundheitswesen. Offen ist bisher, wie die Soziale Arbeit damit umgeht, dass sich ihr Zuständigkeitsbereich Kinderschutz für weitere Profession und Berufe öffnet, resp. wie es sich mit der professionsbezogenen Positionierung Sozialer Arbeit verhält.

 

Soziale Arbeit in Zeiten von Covid 19 – eine qualitative und quantitative Untersuchung

Simon Fleissner, Laura Weber, Nadine Woitzik
Frankfurt University of Applied Sciences

Fachkräfte der Sozialen Arbeit stehen durch die Corona-Pandemie mehr denn je vor besonderen Herausforderungen. Im Rahmen einer Lehrforschung des MA Forschung in der Sozialen Arbeit der UAS Frankfurt wurde mit Hilfe qualitativer Gruppendiskussionen und einer quantitativen Online-Befragung die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die professionelle Praxis untersucht. Im Rahmen des Vortrags werden die Forschungsansätze und die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

 
10:00 - 12:00Panel 36: Widerständigkeit gegen Extremismus fördern
Chair der Sitzung: Michaela Köttig, Sektion Forschung/Fachgruppe Ethik, Deutschland
 
 

Widerständigkeit gegen Extremismus fördern: Biographische Perspektiven in Forschung und Sozialer Arbeit

Zusammenfassung:

Soziale Disparitäten und Polarisierungen können, im Zusammenspiel mit biographischen Erfahrungen, Affinitäten zu extremistischen – auf Ab- und Ausgrenzung basierenden – Identitätsangeboten befördern. Zu den Aufgaben Sozialer Arbeit gehört es, der Hinwendung zu solchen Ideologien und Gruppen vorzubeugen bzw. Distanzierungen von diesen zu unterstützen. Praxisorientierte Forschung kann hier einen Beitrag leisten, indem sie Zusammenhänge beleuchtet und Ansatzpunkte aufzeigt. Im binationalen Panel werden Forschungen vorgestellt, die dabei besonders auf biographische Perspektiven setzen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Frühe Distanzierungen erforschen: ein Feldbericht

Michaela Glaser, Susanne Johansson
Frankfurt UAS

Im Beitrag wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, das frühe Distanzierungen junger Menschen von radikalen und extremistischen Islaminterpretationen mittels biographischer Interviews erforscht. Darauf aufbauend werden, zusammen mit Praxisakteuren, Empfehlungen für die Soziale Arbeit entwickelt. Der Beitrag gibt Einblicke in Ausgangsüberlegungen, Vorgehensweisen und Erfahrungen eines anwendungsorientierten Forschungsvorhabens in einem sensiblen Forschungsfeld. Er diskutiert, wie Zugänge erfolgreich realisiert werden können und benennt Bedingungen gelingender Wissenschafts-Praxiskooperation.

 

Von biografischer Resilienzforschung und resilienzfördernder Biografiearbeit: Verschränkung von Forschung und sozialpädagogischer Methodenentwicklung

Hemma Mayrhofer, Florian Neuburg
IRKS Wien

Die Studie „BI:JU – Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit als resilienzstärkende Maßnahme zur Radikalisierungsprävention“ verknüpft biografisch orientierte Resilienzforschung mit der Entwicklung von niedrigschwelligen Methoden der Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit. Im Input sollen das Forschung und Praxis verschränkende Studiendesign zunächst kurz vorgestellt und anschließend die forschungsmethodischen Erfahrungen sowie wichtige inhaltliche Erkenntnisse der ersten Projektphase präsentiert und mit den Panel-TeilnehmerInnen diskutiert werden.

 
10:00 - 12:00Panel 37: Grenzübergreifende Forschung und Lehre in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Sigrid A. Bathke, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Erfahrungen eines Kooperationsmodells in Studiengängen der Sozialen Arbeit für die Internationalisierung innerhalb der Sozialen Arbeit

Patricia Renner1, Christine Schmid1, Alex Klein2, Lukas Adler2

1Fachhochschule St. Pölten, Österreich; 2Saxion Hogeschool Enschede

Zusammenfassung

Eine Kooperation der Saxion Hogeschool mit der FH St. Pölten vernetzt das niederländische Social Work Studium mit einer akademischen Ausbildung von Sozialpädagog*innen in Österreich. Die Partner*innen beschreiben Aspekte der Kooperation als Beispiel im Kontext der Internationalisierung der Sozialen Arbeit. Wichtige Anteile, Chancen und Herausforderungen werden beschrieben, wobei nationale Qualifikationsrahmen im europäischen Kontext, gesellschaftliche, hochschul- und professionspolitische Entwicklungen und die Anforderungen an die Studierenden und Lehrenden thematisiert werden.



Social Work in der Euregio – Grenzübergreifende Forschung und Lehre Niederlande/Deutschland

Ines Schell-Kiehl, Alexander Klein

Saxion, Niederlande

Zusammenfassung

Der Fachbereich Social Work der Saxion University of Applied Sciences / Niederlande, ist in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenzen angesiedelt. Die grenzübergreifende Perspektive und Zusammenarbeit ist ein grundlegendes strategisches Ziel der Hochschule. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Profession und Disziplin im internationalen Vergleich NL/D spielen im Alltag des Fachbereichs eine wesentliche Rolle. Dies gilt sowohl für die Lehre als auch die Forschung.

Im Beitrag sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Sozialen Arbeit im Grenzgebiet NL/D dargestellt werden.



Das grenzüberschreitende Studienprogramm RECOS als Beitrag zum internationalen Austausch in der Sozialen Arbeit

Jutta Guhl1, Béatrice Schmitt2, Sibylle Fischer3

1Fachhochschule Nordwestschweiz, Schweiz; 2Ecole Supérieure de Praxis Sociale (Praxis), Mulhouse, Frankreich; 3Evangelische Hochschule Freiburg i.Brsg., Deutschland

Zusammenfassung

RECOS ist ein Zusammenschluss von derzeit sechs Hochschulen für Soziale Arbeit aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die gemeinsam ein grenzüberschreitendes Studienprogramm anbieten.

Das Programm fördert durch gemeinsame Seminare und grenzüberschreitende Praktika die Kompetenzen für einen grenzüberschreitenden professionellen Austausch und das berufliche Tätigwerden über die Grenzen des Nationalstaates hinweg,

Der Vortrag erläutert das Programm, den damit verbundenen Gewinn sowie die Herausforderung einer trinationalen Kooperation von sechs Hochschulen.

 
10:00 - 12:00Panel der Partner*innen 3: Verlag Kohlhammer - Das Lehrbuch in der Sozialen Arbeit – Impulsvortrag und Q&A
Chair der Sitzung: Elisabeth Häge, Kohlhammer Verlag Stuttgart, Deutschland
Chair der Sitzung: Alexa Strittmatter, Verlag W. Kohlhammer, Deutschland
Lehrbücher haben in der Sozialen Arbeit einen hohen Stellenwert und eine große Bedeutung. Lehrende nutzen gute Lehrbücher zur Vorbereitung ihrer Seminare und Vorlesungen; Studierende nutzen sie zur Vertiefung und zur Prüfungsvorbereitung. Doch was macht ein gutes Lehrbuch in der Sozialen Arbeit aus – und wie entsteht es? Nach einem Impulsvortrag der Lektorinnen Elisabeth Häge und Alexa Strittmatter zu diesen Fragen lädt der Kohlhammer Verlag zu einer offenen Diskussionsrunde ein, in der Studierende und Lehrende ihre Vorstellungen über und Erwartungen an Lehrbücher einbringen und Fragen stellen können. Kohlhammer gehört zu den führenden wissenschaftlichen Verlagshäusern im deutschsprachigen Raum – und das schon seit 1866. Neben den traditionsreichen Verlagen umfasst die Unternehmensgruppe zudem moderne Druckerei- und Dienstleistungsbetriebe. Die Gemeinsamkeit aller Bereiche? Seit jeher überzeugen sie durch Kompetenz und verlässliche Qualität.
 
12:00 - 12:30Pause 4 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
12:30 - 14:00Panel 38: Perspektiven junger Menschen auf Partizipation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
Chair der Sitzung: Stefan Eberitzsch, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW Soziale Arbeit, Schweiz
 
 

Perspektiven junger Menschen auf Partizipation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Zusammenfassung:

Im Fokus der im Panel vorgestellten Forschungs- und Entwicklungsprojekte stehen Sichtweisen und Einschätzungen von jungen Menschen, die heute in der stationären Kinder- und Jugendhilfe leben. Es wird darüber diskutiert, welche Partizipationserfahrungen Kinder und Jugendliche machen, welche sozialen Positionierungen sichtbar sowie wirksam werden und welche Konsequenzens sich für die Fachpraxis ergeben. Weiterhin wird international vergleichend erörtert, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der (Selbst-)Verständnisse von Disziplin und Profession hier möglicherweise erkennbar sind.

 

Beiträge des Symposiums

 

«Wie wir das sehen» Die Sichtweise fremdplatzierter Kinder als Ausgangspunkt für Qualitätsentwicklung in der Praxis. Eine Studie zur Partizipation im stationären Setting.

Stefan Eberitzsch, Samuel Keller
ZHAW Soziale Arbeit, Schweiz

Es werden zum einen Zwischenergebnisse aus Gruppendiskussionen mit jungen Menschen vorgestellt in denen sie über ihre Partizipationsmöglichkeiten im stationären Setting diskutieren. Zum anderen stehen Erkenntnisse aus Entwicklungsprojekten in drei Institutionen im Blickpunkt.

 

Partizipation und soziale Exklusion in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Claudia Equit, Antonia Finckh
TU Dortmund

Im Fokus stehen Potenziale, die Partizipationsprozesse für Jugendliche in Heimen bieten sowie hegemoniale Ordnungen, die jugendliche Beteiligungsmöglichkeiten begrenzen. Auf der Grundlage des DFG Projekts zu „Partizipation in Organisationskulturen der Heimerziehung“ werden Erwartungen von Jugendlichen zum Jugendleben und zur Alltagsgestaltung vorgestellt und in Bezug gesetzt zu den Ansichten der Fachkräfte. Der Vortrag diskutiert, inwieweit Partizipation die individuelle Gestaltung des Jugendlebens in den Einrichtungen fördert und in welchen Aspekten sie selbst exkludierend wirkt.

 
12:30 - 14:00Panel 39: Politische Partizipation
Chair der Sitzung: Barbara Thiessen, DGSA, Deutschland
 
 

Politische Einstellungen und Partizipation von Professionellen und Studierenden der Sozialen Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Dieter Kulke1, Tobias Kindler2, Iris Kohlfürst3

1FHWS, Deutschland; 2FH St.Gallen, Schweiz; 3FH Oberösterreich, Österreich

Zusammenfassung

Während im Fachdiskurs der Sozialen Arbeit mehrheitlich geklärt scheint, dass Soziale Arbeit einen politischen Auftrag hat, ist bislang wenig bekannt darüber, inwiefern Angehörige der Profession einem solchen Auftrag tatsächlich nachkommen. Der Vortrag nimmt diese Lücke zum Anlass, vier quantitative Untersuchungen zur politischen Partizipation von Professionellen und Studierenden der Sozialen Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorzustellen. Die Haupterkenntnisse werden nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den drei Ländern untersucht und mit den Teilnehmenden diskutiert.



Die politische Selbstwirksamkeit junger Frauen im ländlichen Raum Bayerns

Mina Mittertrainer

HAW Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Warum sind nur so wenige Frauen in der Kommunalpolitik aktiv? Mit Fokus auf die geringe politische Selbstwirksamkeit vor allem bei jungen Frauen soll dieser Frage hier nachgegangen werden. Die Unterrepräsentanz junger Frauen in politischen Gremien ist jedoch ein Thema, das nicht nur geschlechtliche Ungerechtigkeiten sichtbar macht, sondern sich auch nachteilig auf soziale Kohäsion auswirkt: denn gerade in ländlichen Räumen beteiligen sich nur wenige Frauen auf politischer Ebene, was hinderlich für eine positive und nachhaltige regionale Entwicklung ländlicher Räume ist.

 
12:30 - 14:00Panel 40: Kinderarmut überwinden
Chair der Sitzung: Judith Ranftler, Volkshilfe Österreich, Österreich
 
 

Kinderarmut überwinden – Transnationale Perspektiven

Zusammenfassung:

Kinderarmut überwinden - Transnationale Perspektiven

Die Überwindung von Kinderarmut stellt aus Sicht von Volkshilfe Österreich, Zukunftsforum Familie und Arbeiterwohlfahrt einen zentralen Aspekt Sozialer Arbeit dar.

Echte Chancengleichheit in der Kindheit trägt zu gesellschaftlichem Zusammenhalt bei - die Grundlage dafür ist eine Reform der Familienförderung in Form einer Kindergrundsicherung.

Das Panel beleuchtet das Thema Kinderarmut aus konzeptiver und wissenschaftlicher Perspektive und ermöglicht einen Blick in die Implementierung der Kindergrundsicherung im Rahmen eines Forschungsprojektes.

 

Beiträge des Symposiums

 

Kindergrundsicherung: Erkenntnisse aus einem Modellprojekts in Österreich

Judith Ranftler, Erich Fenninger
Volkshilfe Österreich, Österreich

Erich Fenninger und Judith Ranftler (beide Volkshilfe Österreich) stellen das politische Konzept einer Kindergrundsicherung der Volkshilfe vor und präsentieren das Forschungsprojekt, in dem die Volkshilfe dieses Konzept in der Praxis umsetzt. Das Projekt Kindergrundsicherung wird sozialwissenschaftlich begleitet und zeigt die Auswirkungen der Kindergrundsicherung in allen Lebensbereichen aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus wird die Simulation der Umsetzung des politischen Modells in Österreich aus volkswirtschaftlicher Sicht präsentiert.

 

Die Arbeit des Bündnis Kindergrundsicherung

Alexander Noehring, Nikola Schopp
Zukunftsform Familie e.V.

Seit vielen Jahren fordern zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Österreich und Deutschland die Einführung einer Kindergrundsicherung: In Deutschland ist das v.a. ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ziel einer Kindergrundsicherung ist es, Kinderarmut nachhaltig zu beseitigen. Normativ wird davon ausgegangen, dass Familien Expert*innen für ihre Kinder sind und die Soziale Arbeit begleitend zur Seite stehen muss. Im Raum stehen Forderungen nach eine Kindergrundsicherung in beiden Ländern in der Höhe von knapp über 600 Euro pro Monat/Kind.

 

Erkenntnisse zu Kinderarmut in Deutschland aus der AWO ISS Studie

Valentin Persau
Arbeiterwohlfahrt, Deutschland

Mit der AWO-ISS-Langzeitstudie liegen heute Lebensverläufe von armen und nicht armen jungen Menschen vor, die Ende der 1990er Jahre Kindertageseinrichtungen der AWO besucht haben. Über mehr als 20 Jahre hinweg wurden sie wiederholt quantitativ und qualitativ zu ihren Lebenslagen befragt. Mit der aktuellen Fortführung der Studie werden unter anderem die langfristigen Folgen von Kinderarmut untersucht.

 
12:30 - 14:00Panel 41: Idealisierung der Kindheit
Chair der Sitzung: Rita Braches-Chyrek, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland
Chair der Sitzung: Diana Franke-Meyer, Evangelische Hochschule RWL, Deutschland
 
 

Idealisierung der Kindheit: Historische Perspektiven auf Ausgrenzungs- und Kohäsionmechanismen

Zusammenfassung:

Kindheit wurde in vielen zeitgenössischen Darstellungen des europäischen Sprachraums und in deren Rekonstruktionen häufig sehr romantisierend als besonderer sozialer Status, Erfahrungs- und Freiraum konstruiert. Diese Ideen und Wahrnehmungen von Kindern und Kindheit wirken bis heute und haben dazu geführt, dass besondere Orte und Räume für Kinder geschaffen wurden, um ihnen optimale Möglichkeiten der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung zu bieten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Perfektibilität: Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit

Rita Braches-Chyrek
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die historische Rekonstruktion des Wissens über Kinder und Kindheit führt unmittelbar zu Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Konstruktionen um "Perfektibilität". Durch die symbolische Wirksamkeit dieser Zuschreibung und die sich daraus entwickelten kulturellen Deutungsmuster werden gesellschaftliche Hierarchisierungs- und Klassifizierungsprinzipien verborgen. Daher sollen die Verflechtungszusammenhänge, die spezifischen Deutungen von familialen und institutionellen Wert- und Normenkontexten analysiert und diskutiert werden.

 

Der gefährdete Säugling – drei diskursive Momente einer Geschichte des ‚Säuglingswohls‘

Bettina Grubenmann
FHS Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Gallen (Schweiz)

Im Kontext der sozialen Frage bildet die öffentliche Thematisierung der Säuglingssterblichkeit um 1900 einen international vergleichbaren Impuls für unterschiedliche Praxen der Säuglingsfürsorge. Gefordert und realisiert wurden Milchküchen und Aufklärung der unwissenden Proletarierinnen (sozialhygienische Massnahmen) und Säuglingsheime (invasive staatliche Eingriffe). Dabei können drei diskursive Momente herausgefiltert werden (Hospitalismusfolgen, frühe Adoptionen, vorgeburtliche Faktoren und Früherkennung), die diskutiert werden.

 

Das „optimale“ Kinderzimmer: Repräsentation idealisierter Privatheit:

Julia Gottschalk
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland

Ein Blick in die europäische Geschichte zeigt, dass das Kinderzimmer nicht nur Ausdruck des Wandels von Kindheit ist, sondern zugleich auch mit Vorstellungen pädagogischer Perfektionierung verbunden ist. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermittelten die Bilder der Kinderstube als ideales Spielzimmer den Eindruck, wie ein vorzeigwertiges Kinderzimmer aussehen sollte. Das Kinderzimmer als pädagogischer Raum blieb allerdings nur einer kleinen Schicht privilegierter Kinder vorbehalten.

 
12:30 - 14:00Panel 42: Kohäsion und Partizipation in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Gregor Husi, Hochschule Luzern, Schweiz
 
 

Kohäsion und Partizipation in der Sozialen Arbeit

Zusammenfassung:

Soziale Arbeit ist nicht nur dafür zuständig, Prozesse individueller Inklusion und Sozialisation zu unterstützen, sondern sie hat auch soziale Kohäsion zu fördern. Besonders die Gemeinwesenarbeit bzw. die Soziokulturelle Animation (Schweiz) nimmt sich dieser Aufgabe an. Doch was ist sozialer Zusammenhalt überhaupt, wie kommt er zustande oder geht er verloren? Wie hängt dessen Förderung mit Partizipation zusammen? Wie ist Soziale Arbeit an entsprechenden Projekten beteiligt? Und wie zeigt sich dieser Zusammenhang bei partizipativen Planungsprozessen in der Stadt- und Quartierentwicklung?

 

Beiträge des Symposiums

 

Kohäsionsstufen – eine sozialtheoretische Skizze

Gregor Husi
Hochschule Luzern, Schweiz

Will Soziale Arbeit gesellschaftlichen Zusammenhalt gezielt fördern, ist sie auf eine differenzierte sozialtheoretische Konzeption angewiesen. Andere Begriffe, wie »Integration« oder »Sozialkapital«, konkurrieren mit »sozialer Kohäsion«. Je nach Begriff geben sich bestimmte Dimensionen und Ebenen der Erscheinung zu erkennen. Und Zusammenhalt kann schwächer oder stärker sein. Strukturierungstheoretische Grundlagen (Giddens, Bourdieu u.a.) helfen, Kohäsion und ihre Stufen theoretisch zu fundieren.

 

Ein soziales und inklusives Quartier für alle? Formen der Partizipation und Kohäsion in Planungsprozessen

Stephanie Weiss
Hochschule Luzern, Schweiz

Der Beitrag skizziert die Bedeutung von Partizipation und Kohäsion in sozialräumlichen Planungsprozessen. Ausgehend von der Quartiersebene wird das Planungsideal eines sozialen und inklusiven Quartiers für alle vorgestellt und für Handlungsfelder der Sozialen Arbeit anwendbar gemacht: Welche Formen und welche Stufen der Partizipation umfassen Planungsprozesse, die für sich in Anspruch nehmen, soziale Inklusion und Teilhabe zu fördern? Welches Verständnis von Kohäsion stellt sich in partizipativen Planungsprozessen? Und: Welche Rolle kann die (planungsbezogene) Soziale Arbeit dabei annehmen?

 

Gemeinwesenarbeit als zukunftsorientierte, demokratiefördernde Brückenbauerin

Milena Riede
Hochschule für angewandte Pädagogik Berlin

Gemeinwesenarbeit als Handlungsfeld und konzeptioneller Ansatz der Sozialen
Arbeit kann auf eine langjährige Erfahrung in der Verbesserung und
partizipativen Weiterentwicklung von Nachbarschaften im Sinne der dort
lebenden Menschen zurückblicken. Der konzeptionelle Ansatz von
Gemeinwesenarbeit als Brückenbauerin fokussiert auf den Bau sozialer und
kommunikativer Brücken zwischen Menschen, Gruppen und Milieus. Gleichzeitig
wird auch an Brücken zwischen Gegenwart und Zukunft gebaut, um durch
demokratische Prozesse zu einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung im
Stadtteil beizutragen.

 
12:30 - 14:00Panel 43: Klinische Sozialarbeit als Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft
Chair der Sitzung: Anna Lena Rademaker, FH Bielefeld, University of Applied Sciences, Deutschland
 
 

Die Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit lädt zum offenen Dialog ein: Publikationen Klinischer Sozialarbeit als Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft zwischen Kohäsion und Spaltung

DiskutantIn(nen): Ute Antonia Lammel (Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen), Katarina Prchal (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin), Ingo Müller-Baron (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland), Gerhard Klug (Jugendamt der Stadt Augsburg)

Zusammenfassung:

In der Zeitschrift der Klinischen Sozialarbeit werden theoretische, empirische, konzeptionelle und praxeologische Beiträge veröffentlicht, die einen direkten Bezug zur Klinischen Sozialarbeit aufweisen. In dem Panel lädt die Redaktion zum offenen Dialog ein. Ziel ist es, Transparenz in der Redaktionsarbeit herzustellen und Interessierten, Möglichkeiten zur Einreichung von Beiträgen sowie dem Engagement in der Zeitschrift aufzuzeigen.

Wir freuen uns besonders über Teilnehmende aus den Reihen des Wissenschaftlichen Nachwuchses.

 

Beiträge des Symposiums

 

15 Jahre Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit: Beiträge zur Stärkung der Gesellschaft zwischen Kohäsion und Spaltung

Anna Lena Rademaker1, Katarina Prchal2
1Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Im ersten Teil des Panels geben Anna Lena Rademaker und Katarina Prchal exemplarisch einen einführenden Überblick über die inhaltliche Entwicklung der Zeitschrift.

 

Potenziale der Sozialtherapie zur Stärkung der Kohäsionskräfte in der Gesellschaft

Ute Antonia Lammel
Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen

In dem skizzierten Rahmen bewegt sich der zweite Teil des Panels, dem Ute Antonia Lammel der Frage der Schaffung von Zusammenhalt widmet.

 

Das Redaktionsteam lädt ein zur offenen Diskussion!

Ute Antonia Lammel1, Katarina Prchal2, Ingo Müller-Baron3, Gerhard Klug4, Anna Lena Rademaker3
1Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, 3Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland, 4Jugendamt der Stadt Augsburg

In dem letzten Beitrag lädt die Redaktion der Zeitschrift „Klinische Sozialarbeit - Zeitschrift für psychosoziale Praxis und Forschung“ zum offenen Dialog ein.

 
12:30 - 14:00Panel 44: Forschungsethische Herausforderungen in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Michaela Köttig, Sektion Forschung/Fachgruppe Ethik, Deutschland
 
 

Forschungsethische Herausforderungen in der Sozialen Arbeit

Chair(s): Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences/DGSA)

DiskutantIn(nen): Christian Ghanem (Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg), Davina Höblich (Hochschule Rhein-Main), Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences/DGSA)

Zusammenfassung:

In den vielfältigen Ausrichtungen aktueller Sozialarbeitsforschung stellen sich forschungsethische Fragen nach Nutzen, Risiken, Machtverhältnissen und Beteiligung u.a.m. Im Einführungsbeitrag des Panels wird gefragt, aus welchen Gründen ein Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit notwendig ist. Anschließend werden an einem konstruierten Forschungsprojekt forschungsethische Herausforderungen diskutiert, die sich in diesem Forschungsbereich stellen. Dieser Fall wird aus verschiedenen Perspektiven kommentiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Zur Notwendigkeit eines Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit

Julia Franz1, Andreas Lob-Hüdepohl2
1Hochschule Hannover, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Im Einführungsbeitrag des Panels wird gefragt, aus welchen Gründen ein Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit notwendig ist. Anschließend werden an einem konstruierten Forschungsprojekt forschungsethische Herausforderungen diskutiert, die sich in diesem Forschungsbereich stellen. Dieser Fall wird aus verschiedenen Perspektiven kommentiert.

 
12:30 - 14:00Panel 45: Forschendes Lernen in Studiengängen Sozialer Arbeit
Chair der Sitzung: André Zdunek, Berner Fachhochschule, Schweiz
Chair der Sitzung: Johannes Kloha, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Deutschland
 
 

Forschendes Lernen zur Entwicklung von professioneller und disziplinärer Identität in Studiengängen der Sozialen Arbeit. Potentiale im internationalen Austausch

Zusammenfassung:

Forschendes Lernen ist ein hochschuldidaktisches Konzept mit dem Potential, unterschiedliche hochschuldidaktische Ziele sowie allgemeinere Bildungsziele zu fördern. In Studiengängen der Sozialen Arbeit stehen in jüngerer Zeit vor allem die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Förderung von professioneller und disziplinärer Identität im Mittelpunkt des Interesses. Im Panel sollen Entwicklungen und Innovationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Der fremde Blick auf die eigene Praxis – Forschendes Lernen von Studierenden als Element von Professionalisierungsprozessen

Johannes Kloha
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Ansätze Forschenden Lernens eröffnen zum einen die Chance, dass Studierende Handlungsfelder der Sozialen Arbeit mit einem „fremden Blick“ betrachten und darin liegende Herausforderungen entdecken. Zum zweiten können vielfältige Beziehungen zwischen Biographie und Profession in konkreter Weise sichtbar gemacht und einer systematischen Reflexion zugänglich gemacht werden. Der Beitrag stützt sich auf Datenmaterialien aus einem studentischen Forschungsprojekt zu Professionellen mit einer eigenen Migrationsgeschichte und schließt mit Anregungen für die curriculare Verankerung solcher Ansätze.

 

Forschendes Lernen als didaktisches Konzept zur Förderung von disziplinärer und professioneller Identität in Studiengängen der Sozialen Arbeit

André Zdunek
Berner Fachhochschule, Schweiz

Auf Grundlage des am Departement Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule entwickelten Konzepts wird die Förderung von disziplinärer und professioneller Identität sowie von Persönlichkeitsentwicklung durch Forschendes Lernen theoretisch begründet. Es wird argumentiert, dass Studierende in Lernsettings des Forschenden Lernens (i) Gegenstand und disziplinäre Ressourcen der Sozialen Arbeit aktiv reflektieren, (ii) in den Dimensionen von Offenheit und Umgang mit krisenhaften Verläufen herausgefordert werden und (iii) dass sie sich in die nicht-standardisierbare Praxis der Sozialen Arbeit einüben.

 

Der Beitrag von „Forschungswerkstätten“ zur Entwicklung einer professionellen Identität im Studium der Sozialen Arbeit

Cosimo Mangione
Technische Hochschule Nürnberg

In dem Beitrag wird die These vertreten, dass sich mit Blick auf die Soziale Arbeit vor allem Projekte und didaktische Settings des Forschenden Lernens, die sich der Methoden und Analysekonzepte aus der Rekonstruktiven Sozialforschung bedienen, sehr gut eignen, um eine verstehensorientierte und ethnographische Haltung bei den Studierenden anzuregen. Am Beispiel der „Forschungswerkstätten“ wird versucht, deren Professionalisierungspotenzial zu diskutieren und anhand empirischer narrativer Sprachmaterialien zu illustrieren.

 
12:30 - 14:00Panel 46: Ausschliessungsprozesse aus Nutzer*innenperspektive
Chair der Sitzung: Kathrin Aghamiri, Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland
Chair der Sitzung: Rebekka Streck, Evangelische Hochschule Berlin, Deutschland
 
 

Im Schatten der Krise. Der Alltag von Adressat*innen Sozialer Arbeit in der Corona-Pandemie

Zusammenfassung:

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Reglementierungen bedeuten für viele Menschen Einschränkungen und Veränderungen ihres bisherigen Alltags. Verfolgt man allerdings die öffentliche Auseinandersetzung um Erleben und Folgen der Krise, finden gerade die Themen und Erfahrungen der Menschen, die mit Sozialer Arbeit in Kontakt kamen und kommen, kaum Gehör. Auf der Grundlage verschiedener Praxisforschungsprojekte möchten wir die Perspektive von Adressat*innen und Nutzer*innen Sozialer Arbeit auf die Corona-Pandemie sichtbar machen und Amivalenzen und Bewältigungsstrategien aufzeigen.

 

Beiträge des Symposiums

 

„Corona-Krise ist hammerhart.“ Alltägliche Einschränkungen, Chancen und Verluste für Menschen mit Beeinträchtigungen

Anne van Rießen
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Auf der Grundlage von halbstandardisierten Expert*inneninterviews mit Menschen mit Beeinträchtigungen, die in stationären Einrichtungen oder mit ambulanter Unterstützung in eigenen Wohnformen leben, wird herausgearbeitet, welche Einschränkungen, aber auch welche Chancen mit den "Corona-Maßnahmen" einhergehen. Die Ergebnisse machen zum einen deutlich, dass für Menschen in stationären Einrichtungen, die Einschränkungen weit über denen der „normalen“ Bevölkerung liegen, und zum anderen dass im Wegfall der Alltagsstrukturierung und den Terminierungen auch Chancen für die Menschen liegen.

 

Über die Schwelle kommen - Jugendliche als Adressat*innen der Schulsozialarbeit im Lockdown

Kathrin Aghamiri
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Der Beitrag thematisiert auf der Grundlage von Interviews und Praxisprotokollen der Schulsozialarbeit, wie Jugendliche aus einer Sekundarschule mit Ganztag, die vor der Corona-Pandemie bereits intensiv mit der Schulsozialarbeit zusammen gearbeitet haben, ihren veränderten Alltag beschreiben. Wie erleben sie den zweiten Lockdown? Welche Erfahrungen haben sie im ersten gemacht? Was vermissen sie und (wo) erleben sie aber auch Freiräume und Entlastung? Wie haben sie die veränderten Angebote der Schulsozialarbeit genutzt? Wie aber auch nicht?

 

Gestalten, Ringen, Distanzieren. Sich die Pandemie begreifbar machen

Rebekka Streck
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Der Beitrag basiert auf einem Lehr-Lern-Forschungsprojekt. Gemeinsam mit Studierenden wurde untersucht, wie Adressat*innen Sozialer Arbeit den Lockdown im März 2020 bezogen auf ihr alltägliches Leben wahrnehmen. Die "zweite Welle", die die Interviews begleitete, spielt ebenfalls mit in die Erhebung hinein. Die Befragten wurden also aufgefordert über etwas zu erzählen, was noch im vollen Gange war. So sind die Interviewtexte erstens als Versuch zu verstehen, die Krise zu begreifen und zweitens zeigen sich aber auch starke Differenzen in der Art des begreifbar Machens der Krise.

 
12:30 - 14:00Panel 47: Soziale Arbeit in Europa weiterdenken
Chair der Sitzung: Martin Stummbaum, Hochschule Augsburg, Deutschland
 
 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken – Soziale Kohäsion in Vielfalt stärken

Zusammenfassung:

Die Soziale Kohäsion in Vielfalt im europäischen Kontext zu stärken, das haben sich die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ zur Aufgabe gemacht. Anhand der Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung werden methodisch-konzeptionelle Perspektiven einer Europäisierung der Sozialen Arbeit referiert und zentrale Heraus­forderungen lösungsorientiert diskutiert sowie die europarechtlich-strukturellen Be­dingungen einer Europäisierung der Sozialen Arbeit beleuchtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken am Beispiel der Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“

Martin Stummbaum
Hochschule Augsburg, Deutschland

Die Soziale Kohäsion in Vielfalt im europäischen Kontext zu stärken, das haben sich die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ zur Aufgabe gemacht. Als Best Practice erschließen die beiden Modellprojekte nicht nur für Menschen in benachteiligten und schwierigen Lebenskontexten transnational-europäische Hilfe- und Unterstützungspotenziale, sondern beschreiten den zukunftsweisenden Weg von einer nationalstaatlich verfassten zu einer europäischen Sozialen Arbeit.

 

Soziale Kohäsion in Europa in Vielfalt stärken – Soziale Arbeit weiterdenken

Kirsten Rusert
Universität Vechta

Die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ überschreiten die nationalstaatlichen Grenzen einer Sozialen Arbeit in Deutschland und erschließen für Jugendliche und junge Erwachsene in benachteiligten und schwierigen Lebenskontexten transnationale-europäische Hilfe- und Unterstützungssettings.
Um diesen Weg erfolgreich gehen zu können, ist auch die Soziale Arbeit (heraus)gefordert, tradierte Wissens- und Kompetenzbestände sowie Organisations- und Handlungsformen weiterzuentwickeln.

 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken und Soziale Kohäsion in Vielfalt stärken im Kontext europarechtlich-struktureller Bedingungen

Regina Völk
Europabüro / Europe Direct Informationszentrum Augsburg

Der Vortrag diskutiert europarechtlich-strukturelle Bedingungen, unter denen eine nationalstaatliche Entgrenzung und Europäisierung der (deutschen) Sozialen Arbeit erfolgen kann. Wie gestaltet sich der europarechtlich-strukturelle Kontext, um die beiden Modellprojekte als Blaupause für eine europäische Soziale Arbeit nutzen zu können? Dabei spielen strategische Prozesse zur Willensbildung und Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene eine wesentliche Rolle.

 
12:30 - 14:00Panel 48: Familie, Bildung und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Christina Engel-Unterberger, FH St. Pölten, Österreich
 
 

Transnationales Familienleben und die Rolle der Sozialen Arbeit - Stand der Forschung

Franziska Anna Seidel

Universität Kassel, Deutschland

Zusammenfassung

Ziel der Präsentation ist es, den Stand der Forschung in Bezug auf "transnationales Familienleben und Soziale Arbeit" systematisch darzustellen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf Familienleben geflüchteter Minderjähriger, die getrennt von Ihren Eltern leben. Ausgewählte wissenschaftliche Datenbanken und Publikationen mehrerer (I)NGOs wurden nach einschlägigen Schlüsselbegriffen durchsucht und mehr als 400 Volltexte analysiert. Es zeigt sich eine Forschungslücke in Bezug auf individuelle Erfahrungen von Mitgliedern transnationaler Familien und Perspektiven der Sozialen Arbeit diesbezüglich.



Drinnen oder Draußen? Soziale Arbeit entscheidet im Bildungssystem!

Johannes Lang

PH Ludwigsburg, Deutschland

Zusammenfassung

Differenzierungen gehören zum täglichen Handeln von Sozialpädagoginnen und –pädagogen. Im Spannungsfeld der angebotsbezogenen Vorgaben und des professionsgeleiteten Handelns treffen Sozialpädagoginnen und –pädagogen diese Differenzierungen. Zum Teil haben diese weitreichende Auswirkungen für das Individuum. Der Beitrag analysiert diese Diskrepanz anhand einer Fallskizze sowie den Befunden aus der Transitionsforschung. Abschließend werden Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit Zuschreibungen aufgezeigt.

 
12:30 - 14:00Panel 49: Sozialer Wandel und Kontinuität
Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
 
 

Sozialer Wandel und Kontinuität

Zusammenfassung:

Es gibt keine Soziale Arbeit ohne Widerspruch, dies zeigt sich in vielen Facetten, z.B. in den Herausforderungen durch die digitale Transformation. Sie widerspricht und widersteht dem Status Quo des Verhaltens und der Verhältnisse. Beim Widerspruch gegen Verhalten und Verhältnisse verstrickt sich die Soziale Arbeit und wird selbst widersprüchlich, was in modernen Zeiten und bei komplexen Problemlagen Schwäche und Stärke zugleich ist. Widerspruch und Widerstehen bilden seit jeher eine Kontinuität in der Sozialen Arbeit. Wie kann Profession und Disziplin dem digitalen Wandel begegnen?

 

Beiträge des Symposiums

 

Sozialer Wandel durch digitale Transformationsprozesse – Herausforderungen an Disziplin und Profession

Stefanie Neumaier, Juliane Beate Sagebiel
Hochschule München

Umgeben von digitalen Strukturen ist es für die wissenschaftliche Disziplin Soziale Arbeit notwendig, Chancen und Risiken der digitalen Transformation einschätzen und gestalten zu können, anstatt lediglich zu versuchen, sich den in regelmäßigem Turnus präsentierten Innovationen aus der Technikwelt kritiklos anzupassen.

Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach Veränderungen (Chancen und Risiken) in der Sozialen Arbeit gestellt und wie diese Entwicklungen theoretisch beschrieben und erklärt werden können, aber auch, welche Diskussionsbedarfe sich für die Disziplin und die Profession eröffnen.

 

Der Widerspruch als Motor für den Prozess der Sozialen Arbeit

Werner Schöning
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Keine Soziale Arbeit ohne Widerspruch, dies zeigt sich in vielen Facetten. Sie widerspricht und widersteht dem Status Quo des Verhaltens und der Verhältnisse und sie ist selbst widersprüchlich in ihrem Bemühen, unterschiedlichen Mandaten zu genügen. Die Soziale Arbeit ist in Widerspruch und Widersprüchlichkeit eine Profession sui generis. Ihre eigene Art liegt darin, dass sie so, wie sie ist, nicht nur nach außen Verhalten und Verhältnissen widerspricht, sondern auch nach innen keine Orthodoxie entwickelt.

 
12:30 - 14:00Panel 50: Gewaltschutzarbeit – ein Beitrag zur Kohäsion?
Chair der Sitzung: Gaby Lenz, FH Kiel, Deutschland
 
 

Gewaltschutzarbeit – ein Beitrag zur Kohäsion?

Zusammenfassung:

Mit der Ratifizierung der Istanbuler Konvention des Europarates haben sich u.a. Deutschland, Österreich und die Schweiz zum gesellschaftlichen Auftrag gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis verpflichtet. Im Panel wird der Frage nachgegangen, wie die Rahmenbedingungen für nachhaltige Gewaltschutzarbeit aussehen müssen, damit diese über Krisenintervention und Notfallhilfe hinaus nachhaltig Wirkung entfalten können.

 

Beiträge des Symposiums

 

Politische Dimension von Gewalt gegen Frauen

Hannah Wachter
Koordinatorin StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt

Laut UN Bericht wurden 2017 weltweit 87.000 Frauen ermordet. Gewalt gegen Frauen ist ein globales gesellschaftspolitisches Problem. Diese Dimension wird von Entscheidungsträgern oft bagatellisiert oder ignoriert. Besonders wenn es nicht um körperliche Gewalt geht, mit oft dramatischen Folgen für Frauen und Kinder. Darum ist es wichtig, die anderen Formen der Gewalt gegen Frauen näher zu beleuchten. Eine Studie des Vereins Wiener Frauenhäuser zeigt welche Folgen Cybergewalt durch den Partner für Frauen hat.

 

Nachhaltige Problemlösungen oder Krisenintervention? Forschungsbasierte Überlegungen zur Sozialen Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen

Lea Hollenstein
ZHAW Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften

Forschungsergebnisse aus der Schweiz zur Beratung von gewaltbetroffenen Frauen lassen eine hohe Komplexität der (bio-)psychosozialen Falldynamik erkennen, verbunden mit vielfältigen Bewältigungsaufgaben. Von Professionellen muss dies adäquat verstanden und bearbeitet werden können, um nachhaltige Problemlösungen zu unterstützen. Dies erfordert neben Know-how v.a. ein breites, politisch mitgetragenes Verständnis des Beratungsauftrags sowie finanzielle Ressourcen. Die Ratifizierung der Istanbul-Konvention bietet eine Chance der Einengung auf rechtliche Krisenintervention Einhalt zu gebieten.

 

Differenzsensible (Primär-)Prävention zur Bekämpfung von Gewalt in der Paarbeziehung

Regina-Maria Dackweiler, Reinhild Schäfer
Hochschule RheinMain

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit der Ratifizierung der „Istanbul Konvention“ Verpflichtungen zum Kampf gegen alle Formen von Gewalt in Paarbeziehungen eingegangen. Methodisches Vorgehen und Befunde von zwei Praxisforschungsprojekten zum Thema Gewalt in Paarbeziehungen älterer Frauen und Männer im ländlichen Raum werden vorgestellt. Verfolgt wurde die Fragestellung, wie es im Sinne primärer Prävention gelingen kann, für die Problematik zu sensibilisieren und Hilfe- und Unterstützungsbereitschaft für die Betroffenen sowohl im sozialen Umfeld als auch bei Fachkräften zu aktivieren.

x

 
12:30 - 14:00Panel 51: Bildet Banden: Lebens- und Arbeitsbedingungen „junger“ Wissenschaftler_innen Sozialer Arbeit und dessen (möglicher) Protest.
Chair der Sitzung: Fabian Fritz, HAW Hamburg, Deutschland
Chair der Sitzung: Julia Hille, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
 
 

Bildet Banden: Lebens- und Arbeitsbedingungen „junger“ Wissenschaftler_innen Sozialer Arbeit und dessen (möglicher) Protest.

DiskutantIn(nen): Sylvia Bühler (ver.di Bundesvorstand), Wolfgang Ruge (Bildungsgrund. Agentur für Kultur- und Medienpädagogik KG, Österreich, Universität Wien, UFG Linz, TU Darmstadt), Lisa Janotta (TU Dresden, Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft/NGAWiss), Nora Sellner (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Vertreterin der NetzwerkAGSozialeArbeit)

Zusammenfassung:

Im akademischen Mittelbau ist Prekarität eher die Regel als die Ausnahme. Grund ist, dass die Hochschulsysteme in Österreich und Deutschland nur einer Minderheit der Wissenschaftler*innen eine existenzsichernde, verlässliche und planbare Perspektive bieten können. Inzwischen regen sich kontinuierlich Kritik und Widerstand gegen die aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das Panel schafft eine Übersicht und regt zur Diskussion an.

 

Beiträge des Symposiums

 

Lebens- und Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland

Fabian Fritz1, Julia Hille2
1Universität Hamburg / HAW Hamburg), 2Hochschule Nordhausen / Eberhard Karls Universität Tübingen

Anfang 2019 wurde eine Umfrage zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Wissenschaftler_innen in der Qualifizierungsphase in der Sozialen Arbeit durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass es u.a. kaum unbefristete Verträge gibt und nicht einmal der Hälfte in ihren Anstellungsverhältnissen Zeit zur Arbeit am eigenen Qualifikationsprojekt zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass nur 1/4 über eine volle Stelle verfügt und über die Hälfte mehreren Arbeitsverträgen gleichzeitig nachkommt. Die Bedingungen spiegeln sich in einer ambivalenten Zufriedenheit der „Nachwuchs“-Wissenschaftler_innen wider.

 

Die Situation (sozial-) pädagogischen Nachwuchses in Österreich

Wolfgang Ruge
(Bildungsgrund. Agentur für Kultur- und Medienpädagogik KG, Österreich, Universität Wien, UFG Linz, TU Darmstadt

Der Beitrag schildert die aktuelle Situation des pädagogischen und wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich. Unterschiede zu Deutschland beginnen schon bei der Ausbildung: Während die Studiengänge der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik in Deutschland überwiegend an öffentlichen Fachhochschulen verortet sind, ist in Österreich zumeist ein Studium an einer privatfinanzierten und somit kostenpflichten Fachhochschule erforderlich. Beim Eintritt in die Forschung zeigt sich eine ähnliche Situation, wie in Deutschland - wobei für die Befristungen jedoch andere Voraussetzungen gelten.

 
12:30 - 14:00Panel 52: Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Barbara Schramkowski, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Deutschland
 
 

Klimagerechtigkeit, sozialökologische Transformationen und Soziale Arbeit

Zusammenfassung:

Die Klimakrise ist ein ‚Brennglas‘ sozialer Ungleichheit: So sind Menschen, die über wenig Ressourcen verfügen, um sich und ihr sozial-ökologisches Umfeld zu schützen, stärker durch Folgen von Umwelt-/Klimazerstörung betroffen, auch in Europa. Soziale Arbeit muss die Verschlechterung ökologischer Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf psychosoziales Befinden von Menschen mehr fokussieren und sich in die Gestaltung sozialökologischer Transformation einbringen. Hierzu gibt es 4 kurze Impulsvorträge. Ein Antrag auf Gründung einer Fachgruppe zum Thema ist beim DGSA-Vorstand eingereicht.

 

Beiträge des Symposiums

 

Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit

Yannick Liedholz
ASH Berlin

Klimaschutz und Klimaneutralität dominieren als Konzepte die gegenwärtigen Klimadiskurse und Klimapolitiken. Ausgehend von einer kritischen Reflexion beider Konzepte wird Klimagerechtigkeit als alternativer Ansatz vorgestellt und für die Soziale Arbeit kontextualisiert. Dabei wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Klimagerechtigkeit Potentiale für die Soziale Arbeit und den SAGE-Bereich bietet.

 

Soziale Arbeit und sozial-ökologische Sozialraumentwicklung

Marcel Schmidt
Hochschule RheinMain

Der Kurzvortrag beleuchtet thesenhaft, warum Fragen gesellschaftlicher Transformation vor allem auch Fragen transformativer Sozialraum- und Stadtentwicklung sind. Es wird dabei der Bogen geschlagen von der »imperialen Lebensweise« (Brand/Wissen 2017), als Resultat einer »Urbanisierung des Kapitals« (Harvey 2014) und einer der maßgeblichen Ursachen des Klimawandels, bis hin zur »transformativen Bildung« (Mührel 2020) eines kommunalen Handlungssubjekts sozial-ökologischer Stadt- und Regionalentwicklung.

 

Ökologische Gewalt als Kindeswohlgefährdung?

Barbara Schramkowski
Duale Hochschule Baden-Württemberg

Junge Menschen sind vulnerabler hinsichtlich der sozial-ökologischen Folgen von Klimakrise und Umweltzerstörung. Es stellt sich die Frage, inwiefern durch ökologischer Gewalt als Folge der massiven Zerstörung von Ökosystemen durch menschliches Handeln davon ausgegangen werden kann, dass gesamtgesellschaftlich mittelfristig das ‚Kindeswohl‘ nicht mehr gesichert werden kann. Die Frage ist, wer die Verantwortung für den Schutz vor dieser Gewaltform trägt und was dies für die den Staat vertretende Politiker*innen und für Sozialarbeitende insb. in der Kinder- und Jugendhilfe bedeuten könnte.

 

Regenerative Soziale Arbeit

Yari Or
Frankfurt UAS

Regenerative Praxis in der Sozialen Arbeit ist eine praktische Theorie des sozialen Wandels, die die Verflechtung des natürlichen Ökosystems der Erde, der sozialen Beziehungen und des individuellen Wohlbefindens theoretisiert. Der Ansatz verbindet innere und äußere Transformation in einem Modell, und Design-Prinzipien konkretisieren die praktische Umsetzung regenerativer Praxis in sozialpädagogischen Interventionen.

 
12:30 - 14:00Panel der Partner*innen 4: Verlag Nomos
Chair der Sitzung: Friederike Wursthorn, Nomos Verlag, Deutschland
Chair der Sitzung: Alexander Hutzel, Nomos Verlag, Deutschland
Der soziale Sektor spielt im sozialwissenschaftlichen Verlagsprogramm von Nomos eine zentrale Rolle. Neben dem "Fachlexikon der Sozialen Arbeit", das 2022 in der 9. Auflage erscheinen wird, entsteht mit dem Lehrbuchprogramm eine weitere Säule für die Soziale Arbeit. Die Studienkurse „Soziale Arbeit“ und „Sozialwirtschaft“ richten sich vorrangig an Studierende, die „Kompendien der Sozialen Arbeit“ adressieren PraktikerInnen. Mit den Fachzeitschriften „Blätter der Wohlfahrtspflege“ und "Sozialwirtschaft" sowie unseren Monografien und Sammelbänden greifen wir stets aktuelle Entwicklungen auf.
 
14:00 - 14:45Pause 5 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
14:45 - 16:00Tagungsabschluss: Podiumsdiskussion
Chair der Sitzung: Johanna Hefel, Fachhochschule Vorarlberg, Österreich
Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
 
 

Alles bleibt anders? Profession und Disziplin Sozialer Arbeit im Kontext der Covid-19-Pandemie

DiskutantIn(nen): Maria Bitzan (Hochschule Esslingen), Johanna Muckenhuber (FH-Johanneum Graz), Peter Sommerfeld (Fachhochschule Nordwestschweiz)

Zusammenfassung:

Im Abschlusspodium wird die Situation und Verfasstheit der Profession und Disziplin Sozialer Arbeit aus trinationaler Sicht im Kontext der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf soziale Kohäsions- und Spaltungsphänomene betrachtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Abschlusspodium der Trinationalen Tagung 2021 der DGSA, OGSA und SGSA: „Europäische Gesellschaft(en) zwischen Kohäsion und Spaltung“

Maria Bitzan1, Johanna Muckenhuber2, Peter Sommerfeld3
1Hochschule Esslingen, 2FH-Johanneum Graz, 3Fachhochschule Nordwestschweiz

Bei der Betrachtung der Pandmie entwickeln sowohl sozial-, ungleichheits-, geschlechterpolitische als auch wissenschaftlich-disziplinäre Fragestellungen eine neue Relevanz, die aufgrund bestehender Verblendungszusammenhänge jedoch oft erst als solche noch identifiziert und benannt werden müssen. Vor diesem Hintergrund muss die Pandemie weitaus umfassender als eine soziale und eine begriffliche Krise betrachtet werden. Sie erfordert neue konzeptionelle Zugänge in unbekannte Terrains, neue Formen gesellschaftlicher Solidarität und innovative fachliche Positionierungen.



Verabschiedung und Danksagungen

Michaela Köttig1, Johanna Hefel2, Florian Baier3

1Vorsitzende, Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA); 2Präsidentin, Österreichische Gesellschaft für Soziale Arbeit (OGSA); 3Präsident, Schweizerische Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA)

Zusammenfassung

-