Trinationale Tagung der DGSA/OGSA/SGSA – Trinational2021

Digitale Tagung

23. – 24. April 2021

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht
Datum: Freitag, 23.04.2021
12:30 - 23:30Ankommen / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
13:00 - 14:45Tagungseröffnung: Tagungseröffnung
 
 

Eröffnung

Barbara Thiessen1, Florian Baier2, Johanna Hefel3

1Vorsitzende DGSA, Deutschland; 2Präsident SGSA, Schweiz; 3Präsidentin OGSA, Österreich

Zusammenfassung

-



Europäische Gesellschaft(en) zwischen Kohäsion und Spaltung

Anton Pelinka

Universität Innsbruck

Zusammenfassung

Die traditionellen Bruchlinien ("cleavages") sind verblasst und überlagert (nicht ersetzt) von anderen Konfliktlinien. Ethno-nationale Gegensätze innereuropäischer Natur haben an Definitionsmacht eingebüßt. Zunehmend an Bedeutung gewonnen haben die Spannungen zwischen den Geschlechtern und den Generationen. Die traditionellen nationalen Konflikte sind zurückgetreten gegenüber der Bruchlinie "national" vs. "transnational" - erkennbar in der (umstrittenen, umkämpften) Tendenz einer Vertiefung (Ermächtigung) der Europäischen Union und einer fehlenden gesamteuropäischen Zuwanderungspolitik.



Kommentar

Stefan Borrmann

Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

Zusammenfassung

Was wir also als Herausforderung für die Soziale Arbeit vorfinden, ist soziale Kohäsion zum einen als intraprofessionelle Aufgabe zu begreifen und die Ziele, Strukturen und Handlungen in der Sozialen Arbeit daraufhin zu betrachten. Zum einen heißt dies, dass die Adressat*innen der Sozialen Arbeit sich im Spannungsfeld sozialer Kohäsion zwischen Exklusion und Inklusion bewegen. Zu fragen ist aber auch, inwieweit soziale Kohäsion jenseits ihrer Auswirkungen auf Adressat*innen der Sozialen Arbeit für die Profession und Disziplin selbst, also auch als ein theoretischer Bezugsrahmen, stimmig ist.

 
14:45 - 15:15Pause 1 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
15:15 - 17:15Panel 01: Migration und die Folgen für Kohäsion
Chair der Sitzung: Martina Ritter, Hochschule Fulda, Deutschland
 
 

Migration und die Folgen für Kohäsion – Möglichkeiten und Herausforderungen aus zivilgesellschaftlichen und professionellen Perspektiven

Zusammenfassung:

Die Panelbeiträge beleuchten Fragen der Kohäsion und des sozialen Zusammenhalts in der deutschen Migrationsgesellschaft. Gemeinsamer Bezugsrahmen ist das BMBF Förderprogramm „Migration und gesellschaftlicher Wandel“ und die Analyse von verschiedenen Transformationsprozessen. Ausgehend von der Bedeutung und dem Verhältnis zivilgesellschaftlicher und professioneller Akteur*innen in sozialen Handlungsfeldern, verbindet die drei Forschungsprojekte die Untersuchung des institutionellen Wandels durch Migration und Diversität sowie den Folgen für das Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

 

Beiträge des Symposiums

 

Freundschaften als solidarische Formen von Kohäsion in der Migrationsgesellschaft

Manuela Westphal1, Jens Vogler2, Anke Freuwört1, Monika Alisch2
1Universität Kassel, 2Hochschule Fulda

Der Beitrag stellt erste Ergebnis aus dem Forschungsprojekt ProZiS zum Thema Freundschaften in der Migrationsgesellschaft vor. Auf Grundlage narrativ angelegter Tandeminterviews mit befreundeten „Einheimischen“ und „Zugewanderten“, werden Beziehungskonzepte, Themen und Inhalte dieser interethnischen Freundschaften, untersucht. Neben der wechselseitigen Definition und Ausgestaltung der gemeinsamen Beziehung, wird die Bedeutung dieser Tandems in Hinblick auf den sozialen Zusammenhalt, Solidarität und gesellschaftlicher Diversität fokussiert.

 

Sozialer Zusammenhalt und die Rolle ehrenamtlichen Engagements: Mikro-Öffentlichkeiten als Räume demokratischen Lernens uns Aushandelns

Sven Messerschmidt, Katrin Großmann
Fachhochschule Erfurt

Eine qualitative Analyse des Konflikterlebens von Ehrenamtlichen durch das Projekt „Konflikte im Ehrenamt als Potenzial für demokratische Lernprozesse“ der FH Erfurt gab Aufschluss über das Ausmaß der lokalen Polarisierung in Bautzen. In Zusammenarbeit mit dem VFB Salzwedel wurde der Blick auf integrative Mikro-Öffentlichkeiten wie Quartiersinitiativen, Sportvereine und politische Bündnisse gelenkt. Aus unserer Analyse möchten wir zeigen, wie dort Aushandlung funktioniert und welche Bedingungen den Zusammenhalt von Gruppen über soziale und politische Unterschiede hinweg fördern.

 

Soziale Kohäsion in der postmigrantischen Gesellschaft - Möglichkeiten und Grenzen der Gemeinwesenarbeit am Beispiel einer Großwohnsiedlung

Diana Lölsdorf, Katja Weidtmann, Astrid Wonneberger, Sabina Stelzig-Willuttzki
HAW Hamburg

Großwohnsiedlungen bedürfen häufig aufgrund der Zusammensetzung ihrer Bewohnerschaft einer besonderen sozialen Aufmerksamkeit. Hier setzt die Gemeinwesenarbeit Impulse, die sowohl das Individuum als auch den Zusammenhalt stärken sollen.
Der Beitrag stellt am Beispiel einer Hamburger Großwohnsiedlung mit angegliedertem Bürgerverein dar, welche Möglichkeiten die Gemeinwesenarbeit zur Förderung der sozialen Kohäsion hat. Als Grundlage werden Daten genutzt, die aus Interviews mit Expert*innen und Bewohner*innen sowie teilnehmender Beobachtung resultieren.

 
15:15 - 17:15Panel 02: Gesellschaftliche Veränderungstendenzen und die Auswirkungen auf die Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Nikolaus Meyer, Hochschule Fulda, Deutschland
Chair der Sitzung: Maria-Eleonora Karsten, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland
 
 

Gesellschaftliche Veränderungstendenzen und die Auswirkungen auf die Soziale Arbeit: Beiträge zum Stand der Professionalisierung

DiskutantIn(nen): Maria-Eleonora Karsten (Leuphana-Universität Lüneburg), Peter Schäfer (Hochschule Niederrhein), Lisa Janotta (Technische Universität Dresden), Michael Opielka (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)

Zusammenfassung:

Phänomene von Kohäsion und Spaltung betreffen die jeweiligen Gesellschaften und so mittelbar auch die Soziale Arbeit. Bisher erreichte Schritte im Prozess der Professionalisierung Sozialer Arbeit werden dabei vermehrt wieder in Frage gestellt oder sind gefährdet. Im Rahmen des Panels werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Österreich, der Schweiz sowie Deutschlands im Hinblick auf den Stand der Professionalisierung herausgearbeitet und diskutiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Zum Stand der Professionalisierung Sozialer Arbeit in Deutschland

Rita Braches-Chyrek
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Soziale Berufe erscheinen in den gegenwärtigen wissenschaftlichen Perspektivierungen als ein Experimentierfeld für fluide Zugänge und untergeschichtete Beschäftigungsfelder. Diese dynamischen, äußerst komplexen sowie differenten Gemengelagen von teilweise prekären und atypischen Beschäftigungsbedingungen bei gleichzeitiger Zunahme von hohen fachlichen Anforderungen in den sozialen Berufen bedürfen einer vertieften Auseinandersetzung. Daher sollen die zentralen Debatten bezüglich möglicher professioneller Ausformung und professionspolitischer Positionierungen diskutiert werden.

 

Zum Stand der Professionalisierung Sozialer Arbeit in Österreich

Peter Pantuček-Eisenbacher
Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten

Aufbauend auf eine kurze Skizze der Entwicklung der österreichischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert werden widersprüchliche Aspekte des im Wesentlichen stagnierenden Prozesses der Professionalisierung der Sozialen Arbeit herausgearbeitet. Speziell interessieren dabei Akademisierung, Forschung, berufliche Organisiertheit, Standards der fachlichen Qualität und das Verhältnis der Sozialen Arbeit zum bürgerschaftlichen und politischen Engagement.

 

Zum Stand der Professionalisierung Sozialer Arbeit in der Schweiz

Roland Becker-Lenz,
Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Der Beitrag befasst sich mit zwei Ebenen der Professionalisierung: Institutionalisierungen der beruflichen Praxis und das Fallhandeln von Fachkräften. Diese beiden Ebenen werden aufeinander bezogen. Ausgewählte Veränderungen und Befunde werden in einen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen, sozialpolitischen Strömungen sowie professionstheoretischen und -politischen Debatten gestellt.

 
15:15 - 17:15Panel 03: Wissensgenese für die Profession Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Elke Schimpf, EH Darmstadt, Deutschland
 
 

Ambivalenzen von Typologien und Klassifikationen in Sozialer Arbeit und Sozialpolitik

Werner Schönig

Katholische Hochschule Köln, FB Sozialwesen, Deutschland

Zusammenfassung

Typologien und Klassifikationen sind sowohl in der Praxisforschung als auch in der Konzeptentwicklung weit verbreitet und dies vor allem bei der Re-Konstruktion von Kohäsions- und Spaltungsprozessen. Gerade auch der internationale Vergleich in der Sozialen Arbeit und Sozialpolitik baut auf diesen Ordnungsschemata auf. Im Vortrag werden Grundfragen des methodischen Vorgehens diskutiert und Ambivalenzen aufgezeigt. Grundlage hierfür ist u.a. eine Expertenbefragung an mehreren US-amerikanischen Hochschulen, die einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen für Profession und Disziplin ermöglicht.



Innovationen im Verhältnis von Wissenschaft und Praxis? Dialogische Formen von Wissensgenese und -anwendung in der Sozialen Arbeit

Stefan Eberitzsch, Samuel Keller

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW Soziale Arbeit, Schweiz

Zusammenfassung

Mit Blick auf einen – insbesondere von Fachhochschulen – geforderten Anwendungsbezug der Forschung zur Sozialen Arbeit werden zunehmend wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze für soziale Probleme nachgefragt. Vor diesem Hintergrund wird in dem Beitrag das Entwicklungsprojekt „Wissenslandschaft Fremdplatzierung“ (www.WiF.swiss) diskutiert. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt durch moderierte, dialogische Prozesse zwischen Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft sowie der digitalen Dissemination von Erkenntnissen, neue, beidseitig fruchtbare Wissensformen zu entwickeln.



Zur Bedeutung der Reflexion kollektiven Erfahrungswissens `anleitender Fachkräfte´ im Kontext sozialer Ausschließung und Partizipation

Alexandra Roth1, Elke Schimpf2

1Evangelische Hochschule Darmstadt, Deutschland und BAG - Bundesarbeitsgemeinschaft der Praxisämter/-referate an Hochschulen für Soziale Arbeit; 2Evangelische Hochschule Darmstadt, Deutschland

Zusammenfassung

In unserem Beitrag fragen wir danach, wie Gender(Wissen) als relevantes Professionswissen an der Schnittstelle von Hochschule und professioneller Praxis in den Blick genommen und Ungleichheitsphänomene thematisiert werden können. Anhand eines aktuellen Forschungsprojektes mit Fachkräften der Sozialen Arbeit, die Studierende während ihrer Praxisphasen `anleiten´, zeigen wir, welche Relevanz kooperative Verständigungsräume zur Artikulation von erfahrungsbezogenem (Gender)Wissen haben und wie kollektive Orientierungen in Bezug auf sozialen Ausschluss und Partizipation reflektiert werden können.

 
15:15 - 17:15Panel 04: (Selbst-)Verständnisse von Schulsozialarbeit im internationalen Vergleich
Chair der Sitzung: Johanna Coulin-Kuglitsch, FH Campus Wien, Österreich
 
 

(Selbst-)Verständnisse von Schulsozialarbeit im internationalen Vergleich

Zusammenfassung:

In diesem Panel wird die Situation der Schulsozialarbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz beschrieben und vergleichend diskutiert. Es werden sowohl normative Entwürfe als auch empirische Befunde zur Rolle, zu Strukturen sowie zu normativen Implikationen professioneller Praxis zur Diskussion gestellt. Durch drei Vorträge aus den beteiligten Ländern werden Gemeinsamkeiten und Differenzen herausgearbeitet und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Handlungsfeldes diskutiert mit Ausblick auf trinationale Vernetzungs- und Positionierungsmöglichkeiten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Vielfältige Strukturen und Aufträge als Herausforderung der (gemeinsamen) Professionalisierung- Am Beispiel Deutschland

Anja Reinecke-Terner
Hochschule Hannover, Fakultät V, Deutschland

Charakteristisch für die Schulsozialarbeit in Deutschland sind unterschiedliche Trägerschaften, wie öffentliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe, freie Träger und die Landesschulbehörden selbst. Insbesondere bei der letztgenannten Trägerschaft wird eine Subordination vermutet. Die Gefahr dessen besteht jedoch immer im System Schule, gleichwohl entsprechende Fachaufsichten hier entgegenwirken können. Welche Ansätze sind schließlich handlungsleitend für die Schulsozialarbeit in Deutschland und welche Professionalisierungsmöglichkeiten bieten vernetzte Strukturen und Arbeitskreise?

 

Berufliches Selbstverständnis der Österreichischen Schulsozialarbeit - eine quantitative Analyse für Österreich

Christine Würfl, Barbara Schörner
Department Soziales an der Fachhochschule Campus Wien. Österreich

Mit dem Ausbau der österreichischen Schulsozialarbeit werden verstärkt Professionalisierungsfragen diskutiert, ohne dass das berufliche Selbstverständnis zuvor genügend geklärt und erforscht wurde. Der Beitrag konzentriert sich auf die Analyse des Professionsverständnisses aus einer Onlinebefragung von Trägerorganisationen. Auf Grundlage von Debattensträngen der Professionsforschung und der Schulsozialarbeit wurden Selbstcharakterisierungen abgleitet, zu welchen sich Führungskräfte von Trägerorganisationen positionieren konnten. Dabei wurden zwei typische Rollenprofile herausgefiltert.

 

Schulsozialarbeit in der Schweiz- Empirische Befunde und Reflexion

Florian Baier
Institut Kinder- und Jugendhilfe der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz

In diesem Vortrag wird die Entwicklung und Gegenwart der Schulsozialarbeit in der Schweiz dargestellt. Es wird ein Überblick über die Historie des Handlungsfeldes gegeben und auf der Basis empirischer Daten werden ausgewählte Praxismerkmale, Spannungsfelder und Entwicklungsherausforderungen der Schulsozialarbeit in der Schweiz herausgearbeitet.
Zudem werden zentrale Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit erörtert. Dabei wird die Praxis der Schulsozialarbeit sowohl im Horizont aktueller bildungspolitischer Entwicklungen, als auch im Kontext des bestehenden Hilfesystems kontextualisiert.

 
15:15 - 17:15Panel 05: Gemeinwesenarbeit als Demokratiearbeit - von trinationalen Erfahrungen und Unterschieden zwischen Konsens- und Konfliktorientierung
Chair der Sitzung: Maria Bitzan Bitzan, Hochschule Esslingen, Deutschland
 
 

Gemeinwesenarbeit als Demokratiearbeit - von trinationalen Erfahrungen und Unterschieden zwischen Konsens- und Konfliktorientierung.

Chair(s): Maria Bitzan (Hochschule Esslingen)

Zusammenfassung:

Mit Blick auf einen erstarkenden Populismus, soziale Ungleichheiten und politische Rechtsentwicklungen konturiert das Panel unterschiedliche GWA-Verständnisse, demokratiepolitische, emanzipatorische Konzeptionalisierungen und konsens-/ konfliktorientierte Bezugnahmen, die anhand von Praxisbeispielen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland beleuchtet werden. Mit den Panelteilnehmer*innen wird dazu die These diskutiert: „GWA liefert Handlungsansätze zur Förderung solidarischer, demokratischer und emanzipatorischer Haltungen und Projekte auf der sozialräumlichen Ebene in den drei Ländern.“

 

Beiträge des Symposiums

 

Impuls

Sabine Stövesand
Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg

x

 

Impuls

Friedemann Bringt
BV Mobile Beratung, Dresden

x

 

Impuls

Christoph Stoik
FH Campus Wien

x

 

Impuls

Anna Fischlmayr
FH Campus Wien

x

 

Impuls

Jan Zychlinski
Berner Fachhochschule

x

 

Impuls

Brigitte Schletti
Schweizer GWA-Netz

x

 
15:15 - 17:15Panel 06: Sozialarbeiterisches Case Management in der psychosozialen Arbeit mit Hard-to-reach-Klient*innen der psychiatrischen Versorgung
Chair der Sitzung: Maria Ohling, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Sozialarbeiterisches Case Management in der psychosozialen Arbeit mit Hard-to-reach-Klient*innen der psychiatrischen Versorgung

Zusammenfassung:

Die psychiatrische Versorgung ist durch einen hohen Grad an Fragmentierung geprägt. Für psychisch erkrankte Menschen mit komplexen Problemlagen führt die Fragmentierung zu einer prekären Versorgungssituation. In der Literatur hat sich zur Bezeichnung dieser Zielgruppe der umstrittene Hard-to-reach-Begriff etabliert. Im Rahmen eines internationalen Austausches der beiden DGSA-Fachgruppen Case Management und der Sektion Klinische Sozialarbeit soll das sozialarbeiterische Case Management als ein methodischer Weg in der psychosozialen Arbeit mit Hard-to-reach-Klient*innen diskutiert werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Stärkenorientiertes Case Management in der psychosozialen Arbeit mit Hard-to-reach-Klient*innen

Matthias Müller
Hochschule Neubrandenburg

Der Vortrag macht deutlich wie das Stärkenorientierte Case Management systemisch-konzeptionell auf die Situation des Hard-to-reach-Klientels reagiert. Des Weiteren differenziert er zwischen Stärken und Ressourcen und hebt dabei die Bedeutung der Stärken für eine klient*innenzentrierte Arbeit hervor. Zur Konkretisierung der praktischen Arbeit werden die drei evidenzbasierten Instrumente für die Fallarbeit des Stärkenorientiertem Case Managements – Stärkeneinschätzung, der Persönliche Entwicklungsplan und die Stärkenorientierte Gruppenberatung – vorgestellt.

 

Hard-to-reach-Klient*innen in der psychiatrischen Versorgung und Sozialarbeiterisches Case Management

Karsten Giertz1, Lisa Große2
1Universitätsmedizin Greifswald, 2Alice Salomon Hochschule Berlin

Der Vortrag gibt einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand von „Hard-to-reach-Klient*innen“ in der psychiatrischen Versorgung. Es werden Erkenntnisse aus der Obdachlosenforschung, „Heavy-user-Forschung“ und „Systemsprenger-Forschung“ vorgestellt. Im Anschluss wird das Handlungskonzept des sozialarbeiterischen Case Management in der psychosozialen Arbeit vorgestellt, um eine personenzentrierte und sektorübergreifende Koordination von verschiedenen Hilfeleistungen zu ermöglichen. Aktuelle Entwicklungen durch das BTHG und der Integrierten Versorgung werden dabei berücksichtigt.

 

Begegnung, um Beziehung zu organisieren

Karin Goger
Fachhochschule St. Pölten

Beziehungsarbeit im sozialarbeiterischen Case Management kennt drei Fokusse: 1) Die Gestaltung von Begegnungen sowie vertrauensvollen und verlässlichen Arbeitsbeziehungen mit dem*der Klient*in. 2) Die Stärkung und (Re)Konstruktion von Beziehungen zwischen Klient*innen und Angehörigen ihres sozialen Umfelds. 3.) Die Etablierung von zielorientierten und konstruktiven Kooperationsbeziehungen mit professionellen Fachkräften. Welche Haltungen, Arbeitsprinzipien und methodischen Ansätze für gelingende Arbeitsbeziehungen im sozialarbeiterischen Case Management sind förderlich.

 
15:15 - 17:15Panel 07: Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s: Ausgrenzungs- und Kohäsionsperspektiven
Chair der Sitzung: Christian Bleck, Hochschule Düsseldorf, Deutschland
Chair der Sitzung: Erna Dosch, Universität Kassel, Deutschland
 
 

Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s: Ausgrenzungs- und Kohäsionsperspektiven

Zusammenfassung:

In Bezug auf verschiedene Berufsfelder und -gruppen in der Altenhilfe wird in dem Panel kritisch reflektiert, mit welchen Ausgrenzungs- und Kohäsionserfahrungen die im Feld tätigen Akteur_innen konfrontiert sind sowie zu welchen Ausgrenzungs- und Kohäsionsprozessen ihr Handeln beitragen kann. Aus aktuellen Promotionsprojekten werden Erfahrungen und Deutungen von 1. Fachkräften Sozialer Arbeit, 2. Pflegekräften mit Migrationshintergrund und 3. Alltagsbegleiter_innen mit Behinderung vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die Soziale Arbeit – in der multiprofessionellen Zusammenarbeit – diskutiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Kohäsions- und Ausgrenzungsprozesse durch Zuschreibungen im Feld der Sozialen Altenarbeit

Marina Vukoman
Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Sozialpolitische Altersdiskurse zielen u. a. darauf, gesellschaftliche Kohäsion herzustellen, können aber gleichzeitig Ausgrenzungsprozesse befördern. Das hier vorgestellte Promotionsprojekt stellt aus einer wissenssoziologischen Perspektive die Frage, wie sich diese Altersdiskurse in Deutungsmustern von Fachkräften der Sozialen Altenarbeit zeigen und welche Relevanz sie für die Praxis erhalten. Dazu wurden diskursive Interviews mit Fachkräften der Sozialen Altenarbeit geführt und kontrastiv analysiert.

 

Menschen mit Migrationshintergrund in der ambulanten Pflege in Ostsachsen – Soziale Arbeit als Mittel zur Kohäsion in einer gespaltenen Gesellschaft?

Monique Ritter
Hochschule Zittau/Görlitz, Deutschland

Der Beitrag präsentiert Forschungsergebnisse zu Praktiken der Exklusion und Inklusion in der beruflichen Zusammenarbeit mit Migrant_innen in der ambulanten Pflege in Ostsachsen. Diese wurden in dem Promotionsprojekt nach der Grounded-Theory-Methodologie und mittels problemzentrierter Interviews sowie teilnehmender Beobachtung erhoben. Es wird der Frage nachgegangen, wie Ein- und Ausschlüsse erlebt und gesellschaftlich hergestellt werden. Soziale Arbeit kann in diesem Prozess als Mittel der Kohäsion wirken und für die Zusammenarbeit Unterstützungsangebote konzipieren.

 

Kohäsion in Sorgebeziehungen – Erwachsene mit Behinderung in der Funktion als Alltagsbegleiter_innen in Altenpflegeheimen

Birgit Golda-Mayntz
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

Aufgrund des steigenden Bedarfes an sozialen Betreuungsmöglichkeiten für alte Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf in stationären Altenpflegeeinrichtungen sind Alltagsbegleiter_innen dort zunehmend von Relevanz. Ergebnisse des Promotionsprojekts zeigen, wie Alltagsbegleiter_innen mit Behinderung diese Tätigkeit ausführen, welche inklusiven und exklusiven Prozesse zwischen den Akteur_innen stattfinden und welchen Beitrag Soziale Arbeit zur Begleitung leisten kann.

 
15:15 - 17:15Panel 08: Anti-Feminismus – auch in der Sozialen Arbeit!?
Chair der Sitzung: Lotte Rose, Frankfurt University of Applied Sciences, Deutschland
Chair der Sitzung: Gudrun Ehlert, Hochschule Mittweida, Deutschland
 
 

Anti-Feminismus – auch in der Sozialen Arbeit!?

Zusammenfassung:

Im Kontext rechtspopulistischer und -extremistischer Argumentation und Agitation ist Anti-Feminismus ein zentrales Thema. Praxis und Hochschulen der Sozialen Arbeit sind von diesen Entwicklungen insofern nicht unberührt, als auch hier anti-genderistische Reden, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus, Rechtsextremismus und generell antidemokratische Haltungen alltäglicher werden. Diskutiert werden soll wie Fachkräfte der Herausforderung begegnen (können), demokratische Werte gegen entsprechende Positionen zu verteidigen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit und der Umgang mit rassistischer Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt – Fragen und Überlegungen aus sozial- und politikwissenschaftlicher Perspektive

Christiane Leidinger
Hochschule Düsseldorf

Völkisch-autoritäre und extrem rechte Gruppierungen und Parteien instrumentalisieren teilweise seit Jahren das soziale Problem sexualisierter Gewalt insbesondere gegen Mädchen und Frauen, laden es rassistisch auf und nutzen es strategisch zur Binnen- und Außenmobilisierung. Der Beitrag fragtaus sozial- und politikwissenschaftlicher Perspektive nach Anforderungen, die sich für die Soziale Arbeit aus der sich verschärfenden Entwicklung ergeben. Stichworte sind u.a. rassistische Kompliz*innenschaft sowie sekundäre Viktimisierung von Gewalt-Betroffenen und Leerstellen in der Infrastruktur.

 

Strategien im Umgang mit Anti-Feminismus in der Profession und an den Hochschulen

Gudrun Ehlert1, Gaby Lenz2
1Hochschule Mittweida, 2Fachhochschule Kiel

Wir knüpfen mit unserem Beitrag an die Ergebnisse einer zweitägigen Tagung an, die wir als DGSA Fachgruppen „Gender“ und „Migration, Rassismus- und Antisemitismuskritik“ zum Thema "Verunsicherungen und Herausforderungen: Strategien im Umgang mit Rechtsextremismus in Hochschule und Profession" Ende März 2019 an der BTU Cottbus durchgeführt haben. Nach einem zusammenfassenden Überblick der Ergebnisse der Tagung, möchten wir die begonnene Diskussion über Handlungsstrategien fortsetzen.

 
15:15 - 17:15Panel 09: Klinische Sozialarbeit im trinationalen Vergleich
Chair der Sitzung: Dieter Röh, HAW Hamburg, Deutschland
 
 

Klinische Sozialarbeit im trinationalen Vergleich: Entwicklungsstand und Herausforderungen in der Entwicklung und Etablierung einer Fachsozialarbeit

Zusammenfassung:

Die Klinische Sozialarbeit hat sich in Deutschland wissenschaftlich durchaus etabliert. In der Praxis der Sozialen Arbeit ist dahingegen noch keine flächendeckende Anwendung klinischer Konzepte festzustellen.

In Österreich und in der Schweiz ist die Entwicklung etwas jünger, aber ebenso dynamisch. In der Wissenschaft sich zunehmend mehr etablierend, ist die Situation in der Praxis ähnlich wie in Deutschland.

Im Panel werden die verschiedenen Entwicklungsstände in den drei Ländern verglichen und ggf. Konsequenzen für gemeinsame Anstrengungen für die zukünftige Etablierung diskutiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Klinische Sozialarbeit in Deutschland: Eine wissenschaftlich etablierte aber in der Praxis noch nicht etablierte Fachsozialarbeit

Silke Gahleitner, Rita Hansjürgens
ASH Berlin, Deutschland

Die Klinische Sozialarbeit hat sich seit den ersten Initiativen in der DGSA in Deutschland wissenschaftlich durchaus etabliert. Davon zeugen diverse Buchpublikationen, die Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit sowie die Schriftenreihe zur Klinischen Sozialarbeit, zahlreiche Forschungsprojekte und mehrere Masterstudiengänge. In der Praxis der Sozialen Arbeit ist dahingegen noch keine flächendeckende Anwendung klinischer Konzepte festzustellen. Im Vortrag werden diese Entwicklung nachgezeichnet und die nächsten Entwicklungsaufgaben benannt.

 

Klinische Soziale Arbeit in Österreich: Professionsbezogene Verortung, Perspektiven und spezifische Herausforderungen.

Saskia Ehrhardt, Elisabeth Steiner
FH Wien, Österreich

Klinische Soziale Arbeit hat in Österreich eine gesicherte professionsbezogene Verortung. Auch hinsichtlich der Etablierung in der Praxis lassen sich positive Entwicklungen verzeichnen. Perspektivisch gilt es vor allem berufspolitische Herausforderungen zu bearbeiten. Dazu gehören Einschlüsse und Abgrenzungen in Bezug auf den sozialtherapeutischen Behandlungsansatz sowie in Bezug auf nationale Gesundheitsstrategien.

 

Klinische Sozialarbeit in der Schweiz: Vom Engagement Einzelner zur Bündelung von Kräften?

Matthias Hüttemann1, Tom Friedli2
1FH Nordwestschweiz, Schweiz, 2Inselspital Universitätsspital Bern, Schweiz

Der Gesundheitsbereich stellt (auch) in der Schweiz ein großes Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit dar. Konzepte Klinischer Sozialarbeit scheinen in der Schweiz bisher aber keine durchschlagende, identitätsstiftende Wirkung erzielt zu haben. Die Weiterentwicklung der klinischen Fachsozialarbeit könnte optimaler Weise durch die Kooperation von Akteuren aus Wissenschaft, Praxis und Politik vorangebracht werden.

 
15:15 - 17:15Panel 10: Sexuelle Vielfalt und Herausforderungen in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Sigrid A. Bathke, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Das Regenbogenspektrum nicht im Auge - Soziale Arbeit als Verhinderer*in von Vielfalt

Maike Wagenaar, Rebecca Nagel

Hochschule Hannover, Deutschland

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt vorgestellt, in dem in Niedersachsen Einrichtungen der Jugendarbeit befragt wurden, inwiefern sie queere Jugendliche in ihren Einrichtungen wahrnehmen und auf deren Bedürfnisse reagieren. In der anschließenden Diskussion soll neben der Frage, ob jeweils spezielle Angebote nötig sind, auch dem Gedanken nachgegangen werden, dass, nur die bewusste Wahrnehmung von Vielfalt zu einer Würdigung von Verschiedenheit führt und zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch Soziale Arbeit beiträgt.



Die Bedeutung rechtspopulistischer und anti-gender Politiken in der Gestaltung und Umsetzung der rechtlichen Regulierung gleichgeschlechtlicher Elternschaft

Yv E. Nay

Universität Wien, Österreich

Zusammenfassung

Dieser Beitrag thematisiert am Beispiel der Schweiz, wie im Rahmen der politischen Forderungen nach rechtlicher Anerkennung queerer Familien einerseits eine Erweiterung der rechtlichen Auffassung von Familie erfolgt, während gleichzeitig andererseits die heterosexuelle Familie als die Norm bestärkt wird. Er formuliert Überlegungen, was diese von Rechtspopulismus und Anti-Gender-Positionen geprägten politischen Prozesse für die Arbeit von Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden bedeuten, die die rechtlichen Neuerungen rund um Regenbogenfamilien umsetzen müssen.



Queer und im Übgergangssystem - Eine subjektorientierte Perspektive zur Situation von jungen LSBT*Q-Volljährigen im Übergang Schule-Ausbildung-Beruf.

Jasmin Brück

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

Das Dissertationsvorhaben pointiert queer als Lebenssituation und richtet hierbei den Fokus auf junge LSBT*Q-Volljährige im Übergangssystem. Das Übergangssystem versteht sich als ein Ort der Ermöglichung und des Gatekeepings für Menschen, die die formalen Anforderungen des Bildungssystems nicht erfüllen und somit nur schwer einen Zugang zum Ausbildung- und/oder Arbeitsmarkt erhalten. Vor diesem Hintegrund werden Macht- und Anerkennungsprozesse sowie marginalisierte Positionen analysiert, indem Diskriminierungs- und Benachteilgungserfahrungen der Zielgruppe multimethodisch erhoben werden.

 
15:15 - 17:15Panel 11: Psychische Krankheit als Artikulation sozialer Spaltung
Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
 
 

Psychische Krankheit als Artikulation sozialer Spaltung

Zusammenfassung:

Menschen mit chronisch-psychischer Erkrankung sind besonderen Risiken ausgesetzt, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Und umgekehrt werden Krankheitsverläufe durch soziale Ausgrenzung negativ beeinflusst. Medizinisch-psychiatrische Ansätze stoßen diesbezüglich an Paradigmengrenzen. Theoriediskurse Sozialer Arbeit geben Impulse für ein verändertes, transdisziplinäres Krankheitsparadigma, um verschiedenes Wirklichkeitserleben kommunikativ aufzuschließen, gesellschaftliche Teilhabe zu befördern und soziale Faktoren von Genesungsprozessen förderlich zu gestalten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Praxisphiolosophisch inspirierte Perspektiven Sozialer Arbeit im Spannungsfeld zwischen psychiatrischer Krankheitszuschreibung und personenorientierter Recovery

Michael May
Hochschule Rhein Main

Die Gegenstandsbestimmung Sozialer Arbeit als Entfremdung wird als Alternative zu psychiatrischen Krankheitszuschreibungen praxisphilosophisch und in kritischer Auseinandersetzung mit dem Capability Approach präzisiert.Personenorientierte Recovery wird vor diesem Hintergrund als Verwirklichung menschlicher Individualität gefasst, die immer zugleich auch eine Verwirklichung menschlichen Gemeinwesens voraussetzt. Die diesbezüglichen Implikationen für eine professionelle Praxis Sozialer Arbeit und ihre Arbeitsbündnisse werden in ihren Grundzügen herausgearbeitet.

 

Pragmatistisch-relationale Perspektiven Klinischer Sozialarbeit

Heiko Löwenstein
Katholische Hochschule NRW. Abt. Köln

Psychiatrische und psychotherapeutische Bezugnahmen, auch wenn sie relationale Ansprüche formulieren, können durch die Klinische Sozialarbeit nicht ohne weiteres zur Grundlage für ein komplexeres, nicht-reduktionistisches Verständnis von Gesundheit und Krankheit gemacht werden. Ausgehend vom US-amerikanischen Pragmatismus soll eine Rekonstruktion der in den Bezügen enthaltenen relationalen Denkfiguren geleistet werden und eine Brücke zu Theorietradition der Sozialen Arbeit, der Pädagogik und der Sozialwissenschaften geschlagen werden.

 

Recovery-Praxis ohne Theorie?! Kritische Skizzen zu (neoliberalen) Vereinnahmungen und Verkürzungen

Michael Domes
Technische Hochschule Nürnberg

Der Vortrag problematisiert die scheinbare Erfolgsgeschichte des Recovery-Ansatzes.

Aus mikro-/mesosystemischer Perspektive: Recovery wird, wie auch das Empowermentkonzept, zur Leerformel auf Leitbild- und Konzeptionsebene, ohne dass dies zu strukturellen Veränderungen in den Institutionen führen würde.

Aus makrosystemischer Perspektive: Durch eine neoliberale Kolonialisierung wird Recovery zum persönlichen Projekt und verschleiert wirtschaftliche Interessen des Hilfesystems oder gesellschaftliche und (sozial-)politische Ursachen psychischer Erkrankung als Artikulation sozialer Spaltung.

 
15:15 - 17:15Panel 12: Wohnen, Obdachlosigkeit und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Thomas Valina, FH Campus Wien, Österreich
 
 

Momente von Inklusion und Exklusion in der Obdachlosenhilfe und die Rolle der Sozialen Arbeit

Gosalya Iyadurai, Esther Mühlethaler, Matthias Drilling

Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit

Zusammenfassung

Obdachlosigkeit als extreme Form von Armut und Exklusion nimmt in nahezu allen Ländern Europas zu und stellt ein zunehmend vielschichtiges Phänomen dar. Im Vortrag wird am Beispiel der Städte Basel und Bern aufgezeigt, dass Angebote der Obdachlosenhilfe soziale Inklusion nur beschränkt fördern und teilweise selbst zur Reproduktion exklusiver Strukturen beitragen. Es wird vorgeschlagen, eine enge und bestärkende Begleitung zu fördern, welche individualisierte und systemische Ansätze verfolgt, statt auf reine Nothilfe zu fokussieren und an die Eigeninitiative Obdachloser zu appellieren.



Soziale Kohäsion und Exklusion im luxemburgischen Wohnungswesen

Céline Dujardin

Universität Luxemburg, Luxemburg

Zusammenfassung

Der Wohnungsmarkt im Großherzogtum Luxemburg weist viele Hürden für einen Großteil der Bevölkerung auf und stellt auch somit die Soziale Arbeit vor immer neuen Herausforderungen, um der Wohnproblematik Abhilfe zu verschaffen.

Der folgende Beitrag durchleuchtet den luxemburgischen Kontext in seiner Wohnungsproblematik und geht sowohl auf angewandte Methoden als auch auf Herausforderungen der Sozialen Arbeit ein. Im Anschluss werden wesentliche Fragen, wie zum Beispiel ob und wie soziale Kohäsion eine Antwort auf die Wohnungsproblematik sein kann, diskutiert.



«Die Wohnung ist stark vernachlässigt». Wahrnehmungen von Wohnungen und Personen in Hausbesuchen durch Sozialarbeitende (1960-1980; 2000-2020)

Martina Koch, Markus Steffen, Rahel Bühler

Fachhochschule Nordwestschweiz, Schweiz

Zusammenfassung

Dieser Einzelbeitrag präsentiert Zwischenergebnisse eines Forschungsprojektes zu sozialarbeiterischen Hausbesuchen im Kindes- und Erwachsenenschutz. Hausbesuche werden in der Sozialen Arbeit seit über hundert Jahren genutzt und dienen unterschiedlichen Zwecken.Sowohl in historischen als auch in gegenwärtigen Berichten von Hausbesuchen finden sich Beschreibungen von Wohnungen sowie von Personen. Welche (potentiell stigmatisierenden) Zuschreibungen von Räumen und Personen finden sich in den untersuchten Texten und inwiefern verweisen diese jeweils aufeinander?

 
15:15 - 17:15Panel der Partner*innen 1: Triff den Verlag Beltz Juventa
Chair der Sitzung: Konrad Bronberger, Organisationsteam, Deutschland
Chair der Sitzung: Magdalena Herzog, Beltz Juventa, Deutschland
Beltz Juventa ist ein sozialwissenschaftlicher Fachverlag mit einem anspruchsvollen und umfangreichen Programm zur Sozialen Arbeit, Erziehungswissenschaft und Soziologie. Ob klassische Einführungen, umfassende Lehrbücher, themenzentrierte Zeitschriften, unmittelbar anwendbare Kartensets oder lexikalische Nachschlagewerke – hier finden Sie Orientierung im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Reflexion und berufsorientiertem Praxiswissen.
 
17:15 - 17:45Pause 2 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
17:45 - 19:45P1: Posterpräsentationen
 
 

Diversität in der Sozialen Arbeit - Eine qualitative Studie zu diskursiven Verhandlungen kommunaler Diversitätskonzepte in der Verwaltung und im Arbeitsfeld der offenen Jugendarbeit am Beispiel Frankfurt am Main

Kira Margarete Barut

Frankfurt University of Applied Sciences, Deutschland

Zusammenfassung

Das Poster stellt Zwischenergebnisse einer diskursanalytischen Studie kommunaler Diversitätskonzepte vor. Mittels Dokumentenanalysen, Expert*inneninterviews und Gruppendiskussionen wird untersucht, wie Diversität auf den Ebenen der kommunalen Verwaltung und der sozialarbeiterischen Praxis verhandelt wird. Als exemplarisches Praxisfeld wird die offene Jugendarbeit herangezogen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Diversität als Worthülse benutzt wird und sich inhaltlich auf das Konzept der Integration beschränkt. Diversität wird als Status quo konstruiert und legitimiert einen Antidiskriminierungsauftrag.



Lokale Governanceprozesse im Kontext der Fluchtmigration – Eine Analyse lokaler Netzwerke und Integrationsstrategien einer ländlichen Kleinstadt

Jonas Hufeisen

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

In dem Dissertationsprojekt werden lokale Netzwerke und Integrationsstrategien von Governanceakteur*innen einer ländlichen Kleinstadt mittels Expert*inneninterviews, Zukunftswerkstätten und Netzwerkkarten untersucht. Der Fokus liegt auf Interaktionen zwischen Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Sozialer Arbeit, Politik und Verwaltung im Kontext lokaler Integrationspolitik. Es ließ sich rekonstruieren, dass geflüchtete Menschen nicht als eigenständige Governanceakteur*innen wahrgenommen werden, sondern ihre Interessen bei Entscheidungsprozessen lediglich stellvertretend einbezogen werden.



Qualifikationsprofile Sozialer Arbeit in internationaler Perspektive

Matthias Moch

Duale Hochschule Baden-Württemberg, Deutschland

Zusammenfassung

In der Debatte um den Erwerb beruflicher Kompetenzen im Studium der Sozialen Arbeit (Campanini 2020) rücken neben wissensbasiertem Verstehen (knowledge) und beruflichem Können (skills) die individuelle Verantwortung sowie die professionelle Autonomie in den Mittelpunkt. Die Studie untersucht ausgewählte Studiengänge Sozialer Arbeit in Spanien, GB und D. sowie die „Global Standards“ der IFSW (2020) und zieht dabei die jeweilige Gewichtung kognitiver (Wissen), aktionaler (Fertigkeiten) und affektiv-normativer (Autonomie und Verantwortung) Qualifikationen als Vergleichsmaßstäbe heran.



Die Rückgewinnung der kommenden Welt - Fridays for Future zwischen Entfremdung und radikaler Demokratie?

Christina Cazzini

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

Das Promotionsvorhaben untersucht, inwieweit gesellschaftliche Mitgestaltung als demokratische Praxis aus der Perspektive von jugendlichen Aktivist*innen der FFF-Bewegung in Deutschland ermöglicht oder versagt wird und welche Sinnkonstruktionen sie in Bezug auf Demokratie haben. Kreativ problematisiert diese Graswurzelbewegung die Zusammenhänge von Klimakrise und sozialökonomischen Verhältnissen. Da Soziale Arbeit eng mit Fragen nach Demokratie verknüpft ist, sollen Erkenntnisse für eine politische Theorie der Sozialen Arbeit empirisch im Stil der Grounded Theory Methodologie gewonnen werden.



Biografie und Bilder. Zur biografischen Genese von Kindheits- und Jugendbildern bei Fachkräften der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA)

Sebastian Rahn1,2

1Duale Hochschule Baden-Württemberg, Deutschland; 2Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Zusammenfassung

Vorstellungen darüber, was Kindheit und Jugend sind und wodurch sich ein ‚gutes‘ Aufwachsen auszeichnet, sind für die OKJA als Arbeitsfeld konstitutiv. Zwar existieren bereits Studien zu diesen Kindheits- und Jugendbildern auf gesellschaftlicher Ebene, jedoch ist nicht davon auszugehen, dass Fachkräfte diese Leitbilder bruchlos übernehmen. Das Promotionsvorhaben untersucht daher, wie Kindheits- und Jugendbilder bei Fachkräften der OKJA biografisch entstanden sind und wie hierbei eigene Erfahrungen im Aufwachsen, Professionalisierungsprozesse und gesellschaftliche Leitbilder zusammenwirken.



Arbeitsbezogene Belastungen von Beschäftigten in privaten Haushalten

Laura Geiger

Hochschule für Gesundheit, Deutschland

Zusammenfassung

Beschäftigte in haushaltsnahen Dienstleistungen gehören oftmals sozial benachteiligten und vulnerablen Bevölkerungsgruppen an. Über ihre Arbeitsbedingungen in Privathaushalten und die damit einhergehenden Belastungen und Ressourcen ist wenig bekannt. Im geplanten Dissertationsvorhaben sollen diese identifiziert werden. Zur Problemidentifikation wurden im ersten Schritt leitfadengestützte Interviews mit Beschäftigten in haushaltsnahen Dienstleistungen geführt und mithilfe der Framework Analysis nach Ritchie und Spencer ausgewertet. Im Beitrag werden die Ergebnisse der Interviews vorgestellt.



Die quantitative Vignettenanalyse in der Sozialen Arbeit. Wann bewerten Befragte eine mögliche Abschiebung von Asylbewerbern als gerechtfertigt? Methodendiskussion.

Kai-Michael Richartz

Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Zusammenfassung

Aktuelle quantitative Forschungsmethoden, wie sie in benachbarten Disziplinen der Sozialen Arbeiten, etwa der Soziologie, verwendet werden, können vielleicht einen größeren Beitrag zur Lösung aktueller Probleme beitragen als bisher. Dazu müssen aber wichtige Methodenfragen diskutiert und geklärt werden, die einem Transfer in die Sozialarbeitsforschung und in die Praxis der Sozialen Arbeit entgegenstehen könnten. Dieser Beitrag erörtert am Beispiel der quantitativen Vignettenanalyse verschiedene Vor- und Nachteile dieses aktuellen Verfahrens der quantitativen Sozialforschung.



Doing Gender in der Erlebnispädagogik

Ramona Schneider

Frankfurt University of Applied Sciences, Deutschland

Zusammenfassung

Das Poster möchte einen Einblick in das Promotionsprojekt mit dem Arbeitstitel ‚Doing Gender in der Erlebnispädagogik‘ bieten. Untersucht werden erlebnispädagogische Interventionen mit den Medien Bouldern und Klettern im Kontext der ambulanten und stationären Jugendhilfe im Hinblick auf Praxen des (Un-)Doing Gender (vgl. West & Zimmermann 1987, Hirschauer 2001). Methodisch wurde hierfür ein ethnographisches Vorgehen aus teilnehmenden Beobachtungen und ethnographischen Interviews gewählt. Zudem werden methodologische Herausforderungen im Forschungsprozess sowie erste Ergebnisse präsentiert.



Ein- und Ausschlussprozesse von Familien mit multipler Elternschaft durch Professionelle der Sozialen Arbeit

Stefanie Sauer, Frauke Risse

BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Zusammenfassung

Das Poster präsentiert Ergebnisse des Forschungsprojektes „Familien(leit)bilder in Institutionen der Sozialen Arbeit“. Dargestellt wird, wie Sozialarbeiter*innen in Abgrenzung zu ihren eigenen Normalitätsvorstellungen Familienbilder entwerfen, um familiale Lebenswirklichkeiten von Klient*innen zu erklären. Diese Familienbilder sind potenziell stigmatisierend, pathologisierend und begründen den Ein- und Ausschluss von Familien(mitgliedern) in Unterstützungsprozesse der Kinder- und Jugendhilfe. Aufgezeigt werden Reflexions- und Relationierungsprobleme, die diese Prozesse fördern und erhalten.



Lokale Unterstützungsketten für junge Geflüchtete

Nicole Pötter, Theresa Grüner, Kerstin Jost, Iris Loncarek

Hochschule München, Deutschland

Zusammenfassung

Im öffentlichen Diskurs wurde im Kontext des sog. langen Sommers der Migration der Beitrag der Zivilgesellschaft zur Integration von Geflüchteten besonders geachtet und auf seine Bedeutung verwiesen. Trotz zunehmender Forschungsaktivitäten seit 2015 zum freiwilligen Engagement für Geflüchtete, sind nach wie vor viele Aspekte unerforscht. Das Forschungsprojekt „LokU – Lokale Unterstützungsketten für junge Geflüchtete“ nimmt ausbildungs- und arbeitsmarktbezogene Unterstützungsformen freiwillig Engagierter in den Blick und untersucht, wie das professionelle Netzwerk mit diesen zusammenarbeitet.



Rechtspopulismus in der Praxis der Sozialen Arbeit: Eine qualitative Untersuchung zu Herausforderungen und Bewältigungsstrategien am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe

Michael Görtler

OTH Regensburg, Deutschland

Zusammenfassung

Im Rahmen des vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (BMFSFJ) geförderten Projekts
„Ideenwerkstatt zum Umgang mit Rechtspopulismus in der Sozialen Arbeit“ in Kooperation mit iSo e.V.
wurden Herausforderungen und Bewältigungsstrategien am Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe
qualitativ untersucht. In diesem Kontext wurden 35 Fachkräfte zu drei verschiedenen Zeitpunkten zu
ihren Erfahrungen im Umgang mit Rechtspopulismus in der Praxis befragt. Die Basis der
inhaltsanalytischen Auswertung bildeten offene Fragebögen sowie Gruppendiskussionen und
Erfahrungsberichte in zwei Workshops



Risikoorientierung und deren Umwandlung in strategisches Vertrauen in der Praxis der Bewährungshilfe

Carla Schmidt1, Michael Lindenberg2

1LMU München, Deutschland; 2Evangelische Hochschule Hamburg

Zusammenfassung

Diese Forschungsarbeit deckt über eine genuin soziologische Betrachtungsweise latente, bisweilen unsichtbare Muster des Organisationssystems der Bewährungshilfe sowie Zielkonflikte auf, die sich in der Kommunikation der Begriffe „Risiko“ und „Vertrauen“ aufzeigen lassen. Deutlich wird, dass mittels bestimmter Strategien ein Kapital des Vertrauens angelegt wird. Die darüber beschaffenen Informationen werden in die Semantik „Rückfallrisiko“ umgewandelt und an die Auftraggeber – die Gerichte – übermittelt. Auf diese strategische Weise gelingt die Stabilität der Organisationsstruktur.



Was ist Qualität in der pädagogischen Arbeit mit Kindern?

Kerstin Eschwege1,2, Sarita Sowka2

1Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam, Deutschland; 2Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

Zusammenfassung

Analoge und aktuell verstärkt digitale Welten beeinflussen die pädagogische Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Kindertagesbetreuung. Dieser digitale Wandel bedingt neue Sichtweisen in der Entwicklung eines professionellen Habitus. Bestehende Arbeitsanforderungen und -qualitäten in der Kinder- und Jugendhilfe werden in unserem Projekt zeitgemäß definiert und in die Entwicklung eines interaktiven IT- Assistenzsystems überführt. Dabei soll die Qualität der pädagogischen Arbeit durch die aktive Beteiligung der KlientInnen gestärkt und IT-basiert dokumentiert und evaluiert werden.



„Qualifizierung von Mitarbeiter*innen in Notunterkünften in Townsville/Palm Island“

Malgorzata Michling

Privat, Australien

Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Fundierung der Qualifikationen der Mitarbeiter*innen in der Wohnungslosenhilfe mit dem Schwerpunkt: Notunterkünfte im dt. und im engl. Raum ist nur teilweise erbracht. Ziel des Studienaufenthaltes der Forscherin in Townsville/Palm Island an der James Cook University (Australien) von 10.2019-3.2020 war, die Erfahrungen der Teilnehmer*innen ihrer Befragung (n=19) bezgl. der Qualifikationen zu untersuchen, die für eine qualitativ hochwertige Betreuung von Klient*innen in Wohnungslosennotunterkünften erforderlich sind.



Politische Praktiken Sozialer Arbeit in kommunalen Politikarenen

Janine Birwer

TH KÖLN, Deutschland

Zusammenfassung

Das interdisziplinär angelegte Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit dem Thema: Soziale Arbeit und Sozialpolitik und geht der Fragestellung nach: wie und wo Soziale Arbeit (ihre) Themen in der kommunalen Sozialpolitik verhandelt. Anhand eines ethnographischen Forschungsvorhaben, dass drei methodischen Zugänge zusammenbringt: teilnehmende Beobachtungen, Shadowing Prozesse und ethnographische Gespräche, untersucht und diskutiert das Vorhaben (sozialpolitische) Praktiken von Akteuren Sozialer Arbeit in kommunalen Politikarenen und erörtert die Ergebnisse anhand von theoretischen Implikationen.



Freiwilligenorientierte Engagementförderung

Alexandra Engel, David Rüger, Jessica Schneider, Malina Haßelbusch

HAWK Holzminden, Deutschland

Zusammenfassung

Zivilgesellschaftliches Engagement kann demokratiestärkend wirken und im Erfolgsfall Freiwillige in soziale Netzwerke einbinden, die bei der Bewältigung des Alltags unterstützen und sozialen Problemlagen entgegen wirken. Auf dem Poster wird ein Konzept zur strategischen Förderung von ebensolchem Engagement präsentiert. Der Grundgedanke des Konzepts ist, Freiwillige nicht zu funktionalisieren und zu steuern, sondern an ihren biografisch verankerten Beweggründen anzuknüpfen und sie zu unterstützen, diese zu verwirklichen. Außerdem werden erste Erfahrungen seiner Anwendung reflektiert.

 
17:45 - 19:45Panel 13: Ein trinationaler Blick auf Soziale Arbeit mit alten Menschen
Chair der Sitzung: Eva Maria Löffler, Universität Kassel, Deutschland
Chair der Sitzung: Kai Brauer, HS Neubrandenburg, Deutschland
 
 

„Immer mehr Alte“ – Und jetzt? – Ein trinationaler Blick auf die Soziale Arbeit mit alten Menschen.

Zusammenfassung:

In Deutschland, Österreich und der Schweiz steigt der Anteil der ab 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung. Die gleichzeitige Unterversorgung in diversen Lebenslagen-Dimensionen stellt insbesondere die Daseinsvorsorge vor Herausforderungen. In diesem trinationalen Panel der AG ‚Altern und Soziale Arbeit‘ (OGSA) und FG ‚Soziale Arbeit in Kontexten des Alter(n)s‘ (DGSA) wird gefragt, welche Rolle die Soziale Arbeit in der Arbeit mit alten Menschen spielt und spielen kann. Dafür wird ein Blick auf die Spezifika der Länder gerichtet und Möglichkeiten gegenseitiger Lernprozesse diskutiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit mit betreuungs- und pflegebedürftigen älteren Menschen in der Schweiz

Riccardo Pardini
Fachhochschule Nordwestschweiz

Die Unterstützung betreuungs- und pflegebedürftiger älteren Menschen ist neben der gesicherten Finanzierung der Altersvorsorge das zentrale Thema der Alterspolitik in der Schweiz. Die Pflege ist seit geraumer Zeit im Fokus der gesundheits- und sozialpolitischen Diskussion. Die Betreuung hingegen wird oft nur mitgedacht, obwohl beide für die Förderung eines selbstbestimmten, gesunden und partizipativen Älterwerdens unabdingbar sind. Der Vortrag fragt nach der Rolle der Sozialen Altersarbeit bei der Betreuung älterer Menschen und stellt deren Herausforderungen anhand zwei aktueller Studien vor.

 

Zur gegenwärtigen Situation Sozialer Arbeit für ältere Menschen in Österreich

Johannes Pflegerl1, Angelika Neuer2
1Fachhochschule St. Pölten GmbH, 2Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

In diesem Vortrag werden nach einem kurzen Abriss über zentrale demografische und sozialstrukturelle Entwicklungstrends gegenwärtig bestehende Angebote und Aufgaben Sozialer Altenarbeit in Ö. näher beschrieben. In der Folge wird auf Aktivitäten der 2013 im Rahmen der OGSA gegründeten Arbeitsgemeinschaft Altern und Soziale Arbeit eingegangen, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Profil der Profession im Bereich der Sozialen Arbeit mit älteren Menschen in Ö. zu schärfen und Wissenschaft und Praxis zu vernetzen.Wohin geht die Reise der Sozialen (Alten-)Arbeit in Deutschland

 

Wohin geht die Reise der Sozialen (Alten-)Arbeit in Deutschland

Eva Maria Löffler
Universität Kassel, Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland wird die soziale Altenhilfe als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge erbracht und ist rechtlich im SGB XII verankert. Die Soziale (Alten-)Arbeit, als Praxis der Arbeit mit alten und hochaltrigen Menschen ist gekennzeichnet von einer schwachen, rechtlichen Regulierung. Der vorliegende Beitrag skizziert zwar zunächst die Wurzeln der Altenhilfe in der Armenfür-sorge, legt den Schwerpunkt dann aber auf die kritische Auseinandersetzung mit dem Ist-Zustand Sozialer (Alten-)Arbeit in Deutschland, also der tatsächlichen Praxis mit und für alte und alternde Menschen.

 
17:45 - 19:45Panel 14: Theoretische Perspektiven auf Kohäsion und Differenz
Chair der Sitzung: Helga Moser, FH JOANNEUM, Österreich
 
 

Soziale Arbeit: allparteilich-neutral oder aber parteilich-solidarisch? Die Frage sozialer Kohäsion bzw. Spaltung im Konkreten

Schmid Thomas, Tobias Kindler

Ostschweizer Fachhochschule

Zusammenfassung

Während des schweizerischen Landesstreiks standen sich 1918 in Zürich streikende Arbeiter*innen und gegen sie aufgebotene militärische Truppen gegenüber. Und mittendrin: Angehörige von Frauenorganisationen, die ihre Angebote sowohl an Arbeiter*innen als auch an Soldaten richteten. Diese ersten Schweizer Sozialarbeiterinnen wurden von den Streikenden als verlängerter Arm der Armee kritisiert und so stellte sich schon damals die auch heute noch kontrovers diskutierte Frage: Soll Soziale Arbeit allparteilich-neutral oder aber parteilich-solidarisch handeln? Oder weiter: gibt es alternative Wege?



Konstruktion und Dekonstruktion von Differenz in der Sozialen Arbeit

Anna Riegler1, Brigitte Kukovetz2, Helga Moser1

1FH JOANNEUM, Institut für Soziale Arbeit, Österreich; 2Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Arbeitsbereich Erwachsenen- und Weiterbildung

Zusammenfassung

In dem Beitrag gehen die Autorinnen der Frage nach, welche Rolle Soziale Arbeit in Bezug auf Inklusion und Exklusion von Menschen aufgrund von kategorialen und differenzsetzenden Zuschreibungen spielt. Insbesondere wird dabei analysiert, wie Soziale Arbeit auf organisationaler und interaktionaler Ebene mit Diversität umgeht und wie Sozialarbeiter*innen in Bezug auf Diversität handeln. Die Autorinnen verorten sich dabei standpunktsensibel in einer anerkennungstheoretischen, postmigrantischen und intersektionalen Persepktive auf gesellschaftliche Verhältnisse am Beispiel der Sozialen Arbeit.

 
17:45 - 19:45Panel 15: Kinderschutz mit internationaler Perspektive
Chair der Sitzung: Bettina Kühbeck, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

EUR@QUA ein Interreg-Projekt der Großregion zur Entwicklung eines grenzüberschreitenden Raums zum internationalen Kinderschutz

Christian Schroeder, Ulrike Zöller

Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Deutschland

Zusammenfassung

Das Interreg-Projekt EUR&QUA (2015-2020) arbeitet an der Erforschung grenzüberüberschreitender Hilfeverläufe von Kindern in der Großregion (Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland). Unsere Einsichten weisen darauf hin, dass sprach-, kultur- und professionsübergreifende Praktiken im Bereich des Kinderschutzes noch eine Ausnahme sind. Kinderrechte werden zwar im nationalen Kinderschutzsystem umgesetzt, wie diese aber grenzüberschreitend berücksichtigt werden können und sich in einer Berufsethik widerspiegeln, ist bisher noch kaum beachtet worden.



Child protection in Germany and Russia

Michael Herschelmann1, Natalya Komarova2, Tatiana Suslova2, Albina Nesterova2

1Hochschule Emden/Leer, Deutschland; 2Staatliche Landesuniversität Moskau, Russland

Zusammenfassung

The presentation will show preliminary findings from a research project of the University of Applied Sciences Emden/Leer and the Moscow Region State University which uses the methodology of the „Centre for Comparative Social Work Studies (CCSWS)“ at Brunel University London. In both countries groups of social workers and other relevant professionals discussed the same case example and decided what would be most likely to happen and why. Later they heard about the discussion and decisions made by the group in the other country and identified similarities and differences.



Kindesschutz und Frühe Förderung in Familien, die Sozialhilfe beziehen: Modelle der Kooperation und Koordination

Stefan Eberitzsch

ZHAW - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Dept. Soziale Arbeit, Schweiz

Zusammenfassung

In vielen europäischen Staaten, so auch in Österreich, Deutschland und der Schweiz, wird die frühe Kindheit vermehrt als Investitionsfeld zur gesamtgesellschaftlichen Wohlstandssicherung und insbesondere zur Dämpfung von Auswirkungen von Armut und den damit verbundenen langfristigen sozialen Folgekosten adressiert. In dem Beitrag werden Ergebnisse eines int. Literaturreviews sowie einer explorativen Studie vorgestellt, die die Schnittstelle zwischen Leistungen der Sozialhilfe und Leistungen und Massnahmen im Bereich von early childhood interventions in der Schweiz untersucht.

 
17:45 - 19:45Panel 16: Psychosoziale Belastungen in der frühen Kindheit. Kinder in Deutschland - KID 0-3
Chair der Sitzung: Christoph Liel, Deutsches Jugendinstitut e.V., Deutschland
 
 

Psychosoziale Belastungen in der frühen Kindheit: Die Studie "Kinder in Deutschland – KiD 0-3"

Zusammenfassung:

Spaltungen in der Gesellschaft und die Ausbildung sozialer Disparitäten sind frühzeitig einsetzende Prozesse. Insbesondere wenn Kinder unter psychosozial belasteten Bedingungen aufwachsen, steigt das Risiko multipler Benachteiligungen im Lebensverlauf. Eine Aufgabe der Sozialen Arbeit ist es, Disparitäten entgegenzuwirken und Benachteiligungen zu vermindern. Hierfür müssen Unterstützungsangebote über Problemlagen von Familien informiert sein.

Das Panel stellt Ergebnisse der Studie „KiD 0-3" vor und diskutiert die Relevanz von Prävalenz- und Versorgungsstudien für die Sozialarbeitswissenschaft.

 

Beiträge des Symposiums

 

Inanspruchnahme Früher Hilfen bei Familien in unterschiedlichen Belastungslagen

Susanne Ulrich, Simon Lorenz, Ulrike Lux, Heinz Kindler, Christoph Liel
Deutsches Jugendinstitut e.V.

In der repräsentativen KiD 0-3 Hauptstudie wurden 8.063 Familien mit Kindern von 0-3 Jahren zu psychosozialen Belastungen und der Kenntnis und in Inanspruchnahme früher Präventionsangebote befragt. Für die bestmögliche inhaltliche Differenzierung der Belastungslagen wurde die Latente Klassenanalyse genutzt, die neben einer weitgehend unbelasteten und einer sehr hochbelasteten Gruppe von Familien im mittleren Belastungsbereich zwei unterschiedliche Gruppen ausweist. Die Gruppen unterscheiden sich in der Kenntnis und Nutzung von Angeboten. Daraus ergeben sich Implikationen für die Präventionspraxis.

 

Familiäre Gewalt und Frühe Hilfen: Welche Risikokonstellation werden mit dem Auftreten von Misshandlung, Vernachlässigung und Partnergewalt assoziiert?

Christoph Liel1, Susanne Ulrich1, Simon Lorenz1, Andreas Eickhorst2, John Fluke3, Sabine Walper1
1Deutsches Jugendinstitut e.V., 2Hochschule Hannover, 3University of Colorado

In der Studie KiD 0-3 wurde neben psychosozialen Risikofaktoren und der Nutzung von Angeboten erstmals auch das Gewaltvorkommen in der frühen Kindheit untersucht. In der deutschlandweiten Hauptstudie (n=7.620) berichteten 1,9% der Eltern von Kindesmisshandlung, 0,8% von Vernachlässigung, 3,0% von Partnergewalt seit der Geburt des Kindes. Der Beitrag präsentiert für die Gewaltformen spezifische Erklärungsmodelle sowie die Ergebnisse einer differenziellen Analyse von Müttern und Vätern im Rahmen einer Vertiefungsstudie (n=197).

 

Mütterliches und väterliches Erziehungsverhalten im Vergleich: Zur Bedeutung psychosozialer Belastungen und Merkmale des Kindes

Ulrike Lux, Carolin Seilbeck, Simon Lorenz, Susanne Ulrich, Christoph Liel
Deutsches Jugendinstitut e.V.

Im Rahmen einer Folgebefragung der Studie KiD 0-3 wurden nach zwei Jahren n=945 Familien zu Belastungsmerkmalen und der Entwicklung des Kindes schriftlich befragt. Bei n=554 liegen Angaben von beiden Elternteilen vor. Der Beitrag präsentiert Unterschiede im selbstberichteten Erziehungsverhalten zwischen Müttern und Vätern und zeigt, dass dieses nicht nur vom Temperament des Kindes und von eigenen Belastungsmerkmalen, sondern auch vom anderen Elternteil beeinflusst wird. Für die Entwicklung von Hilfen legen die Befunde eine systemische Sichtweise unter Einbeziehung beider Elternteile nahe.

 
17:45 - 19:45Panel 17: Grenzüberschreitende Praxis Sozialer Arbeit
Chair der Sitzung: Bettina Kühbeck, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Jugendhilfe im Strafverfahren – Grenzgängerin zwischen unterschiedlichen Systemen

Brigitta Goldberg1, Matthias Vollhase2

1Ev. Hochschule Bochum; 2TU Dortmund

Zusammenfassung

Zwischen den Stühlen sitzt man doch ganz bequem, oder nicht?! Die Kooperationszusammenhänge, in denen sich Soziale Arbeit in Bezug auf ihre Vielgestaltigkeit befindet, kristallisieren sich für das Arbeitsfeld der Jugendhilfe im Strafverfahren (JuHiS) in besonderem Maße heraus. Im Vortrag wird die intermediäre Positionierung der JuHiS zwischen dem System der Justiz und dem der Sozialen Arbeit auf theoretischer und empirischer Basis in den Blick genommen. Konkretisiert werden die Ausführungen an den Beispielen der Novellierung des Jugendgerichtsgesetzes und der Häuser des Jugendrechts.



Grenzüberschreitende Erfahrungen von Sozialarbeiter_innen bei Verbesserung des öffentlichen Raums

Peter Gramberg

Saxion University of Applied Sciences, Niederlande

Zusammenfassung

In einem von der Europäischen Union geförderten Projekt in einer Region an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland experimentieren Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, andere Organisationen und Einwohner beider Länder mit einem neuen Ansatz für den öffentlichen Raum. Die in diesen Organisationen tätigen Sozialarbeiter_innen entwickeln gemeinsam mit den Bewohnern Pilotprojekte. Ein wichtiger Teil des Projekts besteht darin, dass die Sozialarbeiter_innen grenzüberschreitende Praktika absolvieren und so Erfahrungen aus einem anderen politischen Kontext sammeln.



Die Zukunft der Sozialen Arbeit mit jungen Menschen. Eine empirische Untersuchung zu Herausforderungen und Lösungsstrategien von Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit

Maik-Carsten Begemann

Hochschule Düsseldorf, Deutschland

Zusammenfassung

Auf Basis einer quantitativen Studie geht es darum, wie Organisationen der Kinder– und Jugendarbeit ihre eigene Zukunft sichern und somit zur Infrastruktur ihrer Adressatinnen beitragen können. Dazu werden Herausforderungen, denen sich Organisationen gegenübergestellt sehen, als auch Lösungsstrategien, mit denen sie den Herausforderungen begegnen können, vorgestellt. Abschließend wird gezeigt, was eigentlich – auch mit Relevanz für andere Träger der Sozialen Arbeit mit jungen Menschen – in diesem Sinne erfolgreiche, zur gesellschaftlichen Kohäsion beitragende Organisationen ausmacht.

 
17:45 - 19:45Panel 18: Sozialarbeiterisches Case Management
Chair der Sitzung: Matthias Müller, Hochschule Neubrandenburg, Deutschland
 
 

Sozialarbeiterisches Case Management: Theorieentwicklung und Forschungsergebnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Zusammenfassung:

Die Soziale Arbeit steht in der Verantwortung soziale Kohäsion herzustellen (IFSW 2014). Die Nutzer*innen sind mit einer hochgradigen Fragmentierung der Hilfelandschaft konfrontiert. Case Management (CM) versucht Ausschluss durch Fragmentierung zu überwinden und Kohäsion herzustellen. Die Diskussion zum Sozialarbeiterischen CM (A, CH, D) bettet das CM explizit in die Wissenschaft der Sozialen Arbeit ein. Das Panel entfaltet das Sozialarbeiterische CM entlang seiner sozialarbeitswissenschaftlichen Begründungen und vor dem Hintergrund relevanter Praxiserfahrungen und Forschungsergebnisse.

 

Beiträge des Symposiums

 

Die Rahmung des Sozialarbeiterisches Case Management

Corinna Ehlers1, Matthias Müller2, Annerose Siebert3
1Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen, 2Hochschule Neubrandenburg, 3Hochschule Ravensburg Weingarten

Der Vortrag begründet den Rahmen des Sozialarbeiterisches Case Management (CM). Dafür dargestellt, dass ein CM in der Sozialen Arbeit sozialarbeitstheoretisch verortet sein muss. Es bedarf des Weiteren habhafter Beschreibungen der heterogenen Arbeitsfelder. Die Synthese der zuvor beschriebenen beiden Punkte, ergibt erst dann ein spezifisches arbeitsfeldbezogenes Sozialarbeiterisches CM. Gerade weil es im CM Diskurs einen Machbarkeitsglauben gibt, gilt es auch die Widersprüchlichkeiten und Schwierigkeiten der Praxis systematisch zu erfassen.

 

Standards für Social Work Case Management

Karin Goger1, Claus-Clemens Lichtenthäler2, Christian Tordy3
1Fachhochschule St. Pölten, 2Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), 3Sozialmaß OG

Der Vortrag stellt von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Case Management (CM) der ogsa formulierte Standards eines konsequent klient*innen-, beteiligungs-, stärken- und ressourcenorientierten sowie anwaltschaftlichen CMs auf Ebene des Einzelfalls, der CM-Organisation, der CM-Netzwerke sowie der Politik und Verwaltung vor. Neben den inhaltlichen Essenzen soll auch der Entwicklungsprozess dieser Standards skizziert und einer kritischen Würdigung unterzogen werden. Im Ausblick wird die aktuell in Entwicklung befindliche Publikation der AG vorgestellt.

 

Forschungsergebnisse zum Sozialarbeiterischen Case Management

Ines Arendt1, Karsten Gierz2, Martin Schmid3
1Freie Universität Bozen, 2Universitätsmedizin Greifswald, 3Hochschule Koblenz

Zum Sozialarbeiterischen Case Management liegen inzwischen umfangreiche Erfahrungen und Forschungsergebnisse vor. Dabei unterscheiden sich sowohl die einzelnen Case Management-Modelle als auch die jeweiligen Forschungsdesigns deutlich voneinander. Im Vortrag wollen wir vorliegende Erfahrungen und quantitative und qualitative Forschungsergebnisse zum Case Management systematisieren und analysieren. Dabei werden sowohl der immer wieder unterstellte Effektivitätsvorsprung des Case Managements als auch konkrete Umsetzungsprobleme eines Sozialarbeiterischen Case Managements diskutiert.

 
17:45 - 19:45Panel 19: Ein- und Ausschlussprozesse Sozialer Arbeit in multiprofessionellen Kooperationen an Tagesschulen
Chair der Sitzung: Emanuela Chiapparini, Bern University of Applied Sciences, Schweiz
Chair der Sitzung: Nina Thieme, Universität Bielefeld, Deutschland
 
 

Ein- und Ausschlussprozesse Sozialer Arbeit in multiprofessionellen Kooperationen an Tagesschulen

Zusammenfassung:

Multiprofessionelle Kooperationen spielen eine relevante Rolle in der Bildungs- und Erziehungspraxis von und im wissenschaftlichen Diskurs zu Tagesschulen.

Vor dem Hintergrund, dass solche Kooperationen durch Ein- und Ausschlussprozesse der auch konkurrierenden Kooperationsakteur*innen geprägt sind, deren Zuständigkeiten aushandlungsbedürftig erscheinen und abgesprochen werden können, geht das Symposium der Frage nach, inwiefern Soziale Arbeit an Tagesschulen von solchen Prozessen betroffen ist.

 

Beiträge des Symposiums

 

„Wie profilieren wir uns, ohne uns da das Wasser abzugraben?“ Zum Umgang mit Konkurrenz durch sonder- und sozialpädagogische Professionelle im multiprofessionellen Setting «Inklusive Ganztagsschule»

Nina Thieme, Eva Marr
Universität Kassel, Deutschland

Im Beitrag wird der Frage nach Ein- und Ausschlussprozessen Sozialer Arbeit in der multiprofessionellen, inklusiven Ganztagsschule nachgegangen. Basierend auf einem Auszug aus einem Teamgespräch zwischen sozial- und sonderpädagogischen Professionellen aus der FallKo Studie (vgl. Silkenbeumer & Thieme 2019) wird rekonstruiert, wie sich die beteiligten Akteur*innen gegenüber den Regelschullehrkräften und zueinander positionieren, welche (Nicht )Zuständigkeiten sie reklamieren und wie sie mit der für multiprofessionelle Kooperationen konstitutiven Konkurrenz(gefahr) umgehen.

 

Zuständigkeitsprozesse aus der Sicht von sozialpädagogischen Fachpersonen und Lehrpersonen: Befunde aus der Schweiz

Scholian Andrea1, Emanuela Chiapparini2
1Andrea.Scholian@zhaw.ch, 2Bern University of Applied Sciences, Schweiz

Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sozialpädagogische Fachpersonen professionsspezifische Aufgaben im Rahmen der Ganztagsschule übernehmen. In den Interviews mit sozialpädagogischen Fachpersonen und Lehrpersonen zeichnen sich vor dem Hintergrund des Integrations- beziehungsweise Differenzansatzes nach Kunze (2018) unterschiedliche Selbstverständnisse ab: einerseits grenzen sich die Fachpersonen in den Interviews stark vom Betrieb Schule ab. Andererseits übernehmen sozialpädagogische Fachpersonen klassische Lehr-Tätigkeiten.

 
17:45 - 19:45Panel 20: Gesundheit und sozialer Ausschluss
Chair der Sitzung: Eva Wunderer, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Ausschließungsmechanismen am Beispiel reproduktiver Gesundheit asylsuchender Frauen

Jennifer Wägerle

Evangelische Hochschule Freiburg, Deutschland

Zusammenfassung

Im Rahmen des Beitrags wird die (subtile) Ausschließung bzw. Abgrenzung asylsuchender Frauen, durch different konstruierte Normalitäten rekonstruiert. Augenmerk liegt dabei exemplarisch auf dem über die Soziale Arbeit hergestellten Zugang zum reproduktiven Gesundheitssystem. Vorangestellt wird ein Einblick in den rechtlichen Handlungsrahmen des Feldes und die subjektive Bedeutung für die biografische Entwicklung generativer Konzepte. Rekonstruiert und illustriert wird an zwei empirischen Beispielen. Abschließend werden die Ergebnisse proefessionstheoretisch diskutiert.



Diskriminierung von Dickleibigkeit. Was hat Soziale Arbeit damit zu tun?

Lotte Rose

Frankfurt University of Aplied Sciences, Deutschland

Zusammenfassung

In der modernen Gesellschaft ist Schlankheit zu einer mächtigen normativen Leitfigur geworden, in deren Folge Menschen mit hohem Körpergewicht diskriminiert werden. In der Sozialen Arbeit gibt es noch wenig kritische Auseinandersetzung dazu, dabei sind Menschen in prekären Lebenslagen empirisch nachweisbar in besonderer Weise von hohem Körpergewicht betroffen. Der Beitrag will einen Einblick geben zur Problemstellung von Hochgewichtigkeit in der Sozialen Arbeit und Entwicklungsnotwendigkeiten einer fatismuskritischen Sozialen Arbeit zur Diskussion stellen.

 
17:45 - 19:45Panel 21: Rechtsverschiebungen im diskursiven und politischen Raum und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Barbara Schäuble, ASH Berlin, Deutschland
 
 

Rechtsverschiebungen im diskursiven und politischen Raum und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit

Zusammenfassung:

In vielen europäischen Ländern lassen sich Verschiebungen beobachten, die rassistische völkisch-autoritäre, antidemokratische, extrem rechte und antifeministische Positionen diskursiv und politisch stärken. Diese Verschiebungen betreffen die Soziale Arbeit in vielfältiger Weise. In diesem Panel der Fachgruppe Flucht, Migration, Rassismus- und Antisemitismuskritik (Migraas) soll die Bedeutung dieser Verschiebungen die praxis Sozialer Arbeit in verschiedenen Konstellationen konkretisiert werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Quo vadis Wohlfahrtsstaat und Demokratie? Der Blick nach Ungarn, 30 Jahre nach der Transformation 1989/90

Júlia Wéber
Hochschule Neubrandenburg

Sechs Jahre nach dem EU-Beitritt hat Ungarn mit der Verabschiedung der Verfassung 2010 das politische Verständnis als (völkisch definierte) Nation markiert. Der Beitrag fokussiert einerseits auf ausgewählte Änderungen in der ungarischen Gesetzgebung im letzten Jahrzehnt, die die Legitimationsgrundlage von wohlfahrtsstaatlichen Interventionen liefern, andererseits setzt er sich mit aktuellen Diskriminierungs- und Segregationsprozessen beim öffentlichen Umgang mit Bedürftigkeit und sozialen Problemen wie Armut, Obdach- oder Arbeitslosigkeit und Antiziganismus in Ungarn auseinander.

 

Folgen rechtspopulistischer und antifeministischer Diskurse für die Praxis Sozialer Arbeit

Gesa Köbberling, Nina Wehner
Ev. Hochschule Freiburg

Rassistische, völkisch-autoritäre, extrem rechte, antidemokratische und antifeministische Artikulationen haben Aufwind. Im Beitrag werden zunächst allgemeine Überlegungen zur Bedeutung von diskursiv-politischen Verschiebungen für die Praxis Sozialer Arbeit angestellt. Diese werden exemplarisch an ausgewählten Praxisfeldern konkretisiert. Dafür werden erste empirische Ergebnisse eines laufenden Lehrforschungsprojektes vorgestellt.

 

Herausforderungen für die Praxis durch rechtsextremes Engagement

Heike Radvan
BTU Cottbus

Völkisch autoritäre und extrem rechte Strategien stellen die Soziale Arbeit vor Herausforderungen. Dies betrifft Hochschulen, wenn Studierende sich in extrem rechten Organisationen engagieren und dort ein Weltbild vertreten, das eine Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen impliziert. Und es betrifft die Praxis, wenn Sozialarbeitende neben dem (privaten) Engagement in entsprechenden Gruppierungen in Einrichtungen Sozialer Arbeit tätig sind, z.B. in Praxisstellen, in denen autoritär geprägte Erziehungsstile im Umgang mit benachteiligten Adressat_innengruppen angewendet werden.

 
17:45 - 19:45Panel 22: Forschungsbedingungen in der Sozialen Arbeit unter der Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Chair der Sitzung: Julia Hille, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
Chair der Sitzung: Martina Koch, Fachhochschule Nordwestschweiz, Schweiz
 
 

Forschungsbedingungen in der Sozialen Arbeit unter der Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Zusammenfassung:

Im gemeinsamen Panel der Sektion Forschung der DGSA, der Arbeitsgemeinschaft Forschung der OGSA und der Fachkommission der SGSA werfen wir kritische Blicke auf Forschungsbedingungen der Sozialen Arbeit in den Zeiten aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. In Anbetracht der aktuellen Ereignisse und der Bildung neuer Solidaritäten in verschiedenen europäischen Ländern lautet die Leitfrage des als Workshop angelegtes Panels: Wohin könnte und sollte sich Forschung Sozialer Arbeit entwickeln?

 

Beiträge des Symposiums

 

Forschungsbedingungen in der Sozialen Arbeit unter der Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in Deutschland

Ursula Unterkofler
Katholische Stiftungshochschule München, Deutschland

-

 

Forschungsbedingungen in der Sozialen Arbeit unter der Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in Österreich

Manuela Brandstetter
Bertha von Suttner Privatuniversität, Österreich

-

 

Forschungsbedingungen in der Sozialen Arbeit unter der Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen in der Schweiz

Samuel Keller
ZHAW, Schweiz

-

 
17:45 - 19:45Panel 23: Implizite Mechanismen sozialer Ausschließung
Chair der Sitzung: Stephanie Pigorsch, Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, Deutschland
 
 

Implizite Mechanismen sozialer Ausschließung trotz Anspruch an Partizipation und Teilhabe sowie Ansätze zu ihrer Überwindung

Zusammenfassung:

Sozialstaatliche Arrangements Sozialer Arbeit reproduzieren trotz gegenteiliger Ansprüche häufig soziale Ausschließungen. Im Panel werden solche Mechanismen auf deren verschiedenen Ebenen exemplarisch untersucht - angefangen von der juristischen, über bestimmte Organisations- und Institutionalisierungsformen Sozialer Arbeit, bis hin zu methodischen Praxen der Moderation von Partizipationsprozessen. Alternativ werden in einer sozialgenossenschaftlichen Perspektive Teilhabe und Partizipation begrifflich wie strukturell vom Kopf auf die Füße zu stellen versucht.

 

Beiträge des Symposiums

 

Ausschließungsmechanismen des deutschen juristisch-administrativ-therapeutischen Staatsapparates (JAT)“

Michael May
Hochschule RheinMain

Frasers Begriff des JAT soll fruchtbar gemacht werden, um implizite Mechanismen sozialer Ausschließung in der Sozialen Arbeit am Beispiel des Bundesteilhabegesetzes zu untersuchen. Des Weiteren sollen Forschungsergebnisse zur Nicht-Nutzung Sozialer Arbeit darauf hin analysiert werden, inwiefern sich dahinter nicht auch Mechanismen sozialer Ausschließung verbergen. Schließlich soll im Hinblick auf deren therapeutische Ausrichtung gezeigt werden, wie die Förderung von Teilhabe den Charakter von Normalisierungsarbeit annimmt, wodurch Stigmatisierung nicht aufhebbar ist.

 

Ausschließung durch Verschlagworten und Systematisieren in moderierten Beteiligungsprozessen – oder: Wie Erfahrungswissen unsichtbar gemacht wird

Stephanie Pigorsch
Universität Frankfurt am Main | Fachhochschule Potsdam

Der Vortrag zeigt anhand eines partizipativen Settings, das in der Praxis Sozialer Arbeit ganz geläufig ist, wie durch Moderationspraktiken Machtbeziehungen organisiert und geformt werden. Im Fokus stehen Praktiken, bei denen die Themen der Teilnehmenden gesammelt, diskutiert und systematisiert werden. Dabei tritt zu Tage, wie alltägliches Wissen from below über Praktiken der Verschlagwortung einerseits enteignet wird und andererseits passungsfähig gemacht wird zu institutionellen Arrangements. So kommt es trotz der Intention, Teilhabe zu stärken, zur (Re-)Produktion von Ausschlüssen.

 

Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Sozialgenossenschaften zur Überwindung struktureller und konkreter Ausschließungspraktiken

Marcel Schmidt
Hochschule RheinMain

Wenn strukturelle und konkret agierte Ausschließungen verändert werden sollen, müssen die Beteiligten nicht nur strukturell anders zusammenkommen, sondern dabei eine politische Produktivität entfalten können, mit denen die vermeintlich dialogischen Monologstrukturen des JAT als reflexive Institutionen (Ritsert 2005) hervorgebracht werden. Entlang des Vorschlags von Kunstreich (2005, 2018) sollen Möglichkeiten und Grenzen kommunaler Sozialgenossenschaften als soziale Infrastruktur (Hirsch et.al 2013) zur „wahren ‚öffentlichen‘ Erziehung des Staates“ (Marx 1981, 95) from below ausgelotet werden.

 
17:45 - 19:45Panel 24: Streiflichter auf die Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Hubert Höllmüller, FH Kärnten, Österreich
 
 

Streiflichter auf die Soziale Arbeit – Unterschiede in Österreich und Deutschland im Rahmen eines gemeinsamen Studienprogramms

Zusammenfassung:

Im Panel geht es um die „Lagerung“ sozialer Probleme, die Wahrnehmung der Zielgruppen und die Antworten der Sozialen Arbeit als Profession und Disziplin im deutsch-österreichischen Abgleich. Hierzu werden zwei zentrale Handlungsfelder beleuchtet und diskutiert: die Jugendhilfe als traditionell leistungsstarkes Kernfeld und die arbeitsweltbezogene Sozialen Arbeit als aktuell wachsender und zugleich umstrittener Berufsmarkt. Das Ganze wird von einem gemeinsamen Double Degree Program gerahmt, das im Wintersemester 2019/2020 gestartet hat.

 

Beiträge des Symposiums

 

Hilfeplanung: rechtliche Rahmung Deutschland und Österreich

Bernd Suppan, Hubert Höllmüller
FH Kärnten, Österreich

Verglichen werden die rechtlichen Grundlagen in der Hilfeplanung. Dabei soll darauf eingegangen werden, welches Datenmaterial und welche Fachexpertisen von welchen beteiligten Akteuren in die Hilfeplanung einfließen. Es wird die Ausführung dieser Planungsarbeit beleuchtet, insbesondere wie auf unvorhersehbare Umstände Rücksicht genommen werden bzw. wie „unplanbare Einzelfälle“ in einer allgemeinen Planung berücksichtigt werden und in der Ausführung flexibel gehandhabt werden können. Es wird geklärt, ob die Erfahrungen dieser Einzelfälle in eine zukünftigen Planung eingearbeitet werden können.

 

Streiflichter auf die arbeitsweltbezogene Soziale Arbeit – Unterschiede in Österreich und Deutschland und verbindende Perspektiven

Helmut Arnold
FH Kärnten, Österreich

Zeitalter der Digitalisierung, disruptive Formierung neuer Gewinner-Eliten und immer schon Abgehängter – wo steht in diesen unruhigen Zeiten die Soziale Arbeit?
Im Panel gilt es, für die arbeitsweltbezogene Soziale Arbeit ein Grundverständnis Sozialer Arbeit zu entwickeln, das anschlussfähig ist für professions-adäquate Konzeptionen – gerade auch im Umgang mit herausfordernden Klient/innen, für die sich die Soziale Arbeit immer schon zuständig erklärte.

 

Aufbau eines Double Degree Program: wie eine gut funktionierende Kooperation von der Bürokratie herausgefordert wird

Gerd Sadowski1, Hubert Höllmüller2
1TH Köln, Deutschland, 2FH Kärnten, Österreich

Es wird dargestellt, wie zwei unterschiedliche Bürokratiekulturen das erarbeitete gegenseitige Verständnis herausfordern und wie schnell sich Formen auf Inhalte auswirken, wenn nicht aufgepasst wird.

 
17:45 - 19:45Panel 25: Education and human rights in international contexts
Chair der Sitzung: Andrea Frieda Schmelz, Hochschule Coburg, Deutschland
 
 

Education and human rights in international contexts

Chair(s): Monika Pfaller-Rott (Universität Eichstätt), Tanja Kleibl (Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt)

Zusammenfassung:

This panel deals with the intersection of education and human rights in the field of international social work. Education is a human right that plays an important role in key human rights documents. It is a multiplier for all other human rights, promoting their realization when guaranteed. How do education and human rights come together under conditions of the pandemic and global post-colonial inequalities? The contributions to this panel will reflect on current, crisis-ridden developments, and discuss educational approaches and challenges for social work.

 

Beiträge des Symposiums

 

Education and Covid-19 in marginalised communities – the South African Case

Annaline Keet
Nelson Mandela University, Port Elizabeth, South Africa

Covid-19 caught the world off-guard. South Africa is struggling with over-extended health systems and social welfare needs. S.A. is known as one of the most unequal societies in the world. The pandemic placed the spotlight on these inequalities. The critical question is how the social work profession responds to this. As many students in South Africa come from marginalised communities, they are both recipients of an unequal system while also responding to the needs of people. How can we engage around inequalities affecting the health and wellbeing of vulnerable groups during times of crisis?

 

The human right to education in a state of permanent crisis

Claudia Lohrenscheit
Hochschule Coburg

Education is often seen as a panacea and the strongest driver of development and prosperity. This lecture reflects on the global educational situation, especially with regard to school education, on the basis of human rights-based criteria. From this perspective, education is not just an instrument or an investment in human capital, but first and foremost a human right, for which - even crisis-resistant - well-founded standards exist. The Corona crisis seems like a "burning glass", because it clearly shows the problems that already exist, and also reinforces them.

 
17:45 - 19:45Panel der Partner*innen 2: Verlag Barbara Budrich - Frag den Verlag!
Chair der Sitzung: Sarah Rögl, Verlag Barbara Budrich, Deutschland
„Fragen Sie den Verlag“ Nach einem kompakten Impulsvortrag zu den Grundlagen des Fach-Publizierens aus Verlagssicht haben Sie die Gelegenheit, alle Fragen zu stellen, die Ihnen zu Ihrer eigenen Publikation oder dem Publizieren im Allgemeinen unter den Nägeln brennen.
 
19:45 - 23:30Abendveranstaltung: get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
Datum: Samstag, 24.04.2021
8:30 - 18:00Ankommen / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
9:00 - 9:45Keynote: Keynote
Chair der Sitzung: Florian Baier, FHNW, Schweiz
 
 

Soziale Arbeit als transnationales Projekt

Stefan Köngeter

Fachhochschule St. Gallen

Zusammenfassung

Ausgehend von den mehrfachen Krisen des Sozialen, die durch die Corona-Pandemie in aller Schärfe ins Bewusstsein gerückt wurden, entfaltet der Vortrag eine Diskussion der Bedeutung des Nationalen für die professionelle und disziplinäre Entwicklung der Sozialen Arbeit. Dabei wird die Soziale Arbeit in historisch-systematischer Form als solidarisches, als sozialpolitisches und schliesslich transnationales Projekt entfaltet und dabei gezeigt, dass das Nationale als das kaum hinterfragte Imaginäre in der Sozialen Arbeit fungierte, das bislang weder theoretisch noch praktisch hierin aufgehoben war.

 
9:45 - 10:00Pause 3 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
10:00 - 12:00P2: Posterpräsentationen
 
 

Partizipative Forschung im Kontext von Intergeschlechtlichkeit und Peer-Arbeit

Paul Haller1, Sonja Huber1, Julia Steiner1, Nicole Gebhart1, Tinou Ponzer2, Tobias Humer2

1FH St. Pölten, Österreich; 2Beratungsstelle VAR.GES, www.varges.at

Zusammenfassung

Die Soziale Arbeit steht vor der Aufgabe soziale Probleme im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt zu benennen und die medizinische Deutungshoheit über Variationen der Geschlechtsmerkmale (VdG) sowie Zweigeschlechtlichkeit als gesellschaftliche Norm herauszufordern. In der psychosozialen Unterstützung von intergeschlechtlichen Menschen spielt Peer-Beratung eine zentrale Rolle. In Anlehnung an das Modell der „stärkenden Partnerschaft“ setzen wir uns in einem partizipativen Forschungsprojekt mit dem Verständnis von Peer-Beratung und dem Beratungskonzept der Beratungsstelle VAR.GES auseinander.



„Es sah alles so perfekt aus!“ Die Bedeutung Sozialer Medien für die Entwicklung von Essstörungen

Eva Wunderer1, Maya Götz2

1Hochschule Landshut, Deutschland; 2Internationales Zentralinstittut für das Jugend- und Bildungsfernsehen IZI, München

Zusammenfassung

Die Studie prüft den Zusammenhang zwischen der Aktivität in Sozialen Medien und Essstörungssymptomen erstmals an einer deutschen Stichprobe. Dazu wurden 175 Betroffene schriftlich befragt. 69% der Befragten beschreiben einen Transfer von der virtuellen in die reale Lebenswelt, 44% einen negativen Einfluss des Postens auf die Essstörung. Dabei wird die Übernahme von Ernährungs- und Trainingsverhalten von Influencerinnen als zentraler Einflusspfad benannt. Nötig sind folglich die Förderung von Medienkompetenz und der Diversität von Körperbildern.



Soziale Unterstützung oder soziale Ansteckung? Wie sich Menschen mit Essstörungen im Gruppensetting gegenseitig beeinflussen

Eva Wunderer, Christine Moll, Theresa Kaltnhauser, Mira Groll, Theresa Reichhold

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Die Studie untersucht erstmals in Deutschland systematisch Ansteckungsprozesse in der Sozialen Gruppenarbeit mit Menschen mit Essstörungen. Dazu wurden 44 Betroffene in Interviews befragt. Sie berichten soziale Unterstützung, aber auch Abgrenzungsschwierigkeiten, Vergleiche sowie die Übernahme von Symptomverhalten, befördert durch eine zunehmende Einengung sozialer Kontakte auf andere Betroffene. Die Ergebnisse legen die offene Kommunikation und Reflexion derartiger Engels- und Teufelskreise ebenso wie systematische Netzwerkarbeit und Vermeidung von Etikettierung in der Praxis nahe.



Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen. Ein Musterrahmenkonzept

Laura Schultz1, Ina Conen2, Christian Bleck1

1Hochschule Düsseldorf, Deutschland; 2Hochschule Fresenius, Deutschland

Zusammenfassung

Mit dem Poster werden der theoretische Rahmen, das Forschungsdesign und zentrale Ergebnisse des dreijährigen Projektes „Selbstbestimmt teilhaben in Altenpflegeeinrichtungen“ (STAP) vorgestellt. Auf Basis einer an der Umsetzung von Teilhaberechten interessierten Forschung, übersetzt in ein sequenziell aufgebautes Mixed-Methods-Design, wurden fördernde und hemmende Faktoren – auf Ebene der Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen sowie Einrichtung – zur Entwicklung der selbstbestimmten Teilhabe in stationären Altenpflegeeinrichtungen identifiziert und für ein Musterrahmenkonzept aufgearbeitet.



100 Jahre Frauenschule

Claudia Stracke-Baumann, Juliane Sagebiel, Katharina Kubulin

Hochschule München, Deutschland

Zusammenfassung

1919 wurde die städtische Soziale Frauenschule in München gegründet, die sich im Laufe der Jahre zur Höheren Fachschule für Sozialarbeit, dann zur Fachhochschule, Fachbereich Sozialarbeit und schließlich zur heutigen Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften entwickelte. Diese Entwicklung feierte die Fakultät mit Vorträgen, Seminaren, Diskussionen und Gesprächen im Jahr 2019, die im vorliegenden Poster skizziert werden. Wir setzten uns mit Frauen auseinander, die Meilensteine für die heutige professionelle Soziale Arbeit in München setzten und setzen.



"Doing Europe" Mitwirken in der europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work

Regina Münderlein, Jana Autor

Hochschule Kempten, Deutschland

Zusammenfassung

Abstract – Prof. Dr. Regina Münderlein / Jana Autor – Hochschule Kempten

Forschungsprojekt „Doing Europe – Mitwirken in der Europäischen Jugendarbeit / Participation in European Youth Work“

Soziale Arbeit muss, wenn Sie nationalstaatliche (Sozial-)Räume überbrücken möchte, auch über informationelle Barrieren und informationelle Bedarfe der Adressatinnen nachdenken.

Noch allerdings verhindern Sprach- und Informationsbarrieren den Zugang für viele junge Menschen zu diesem offenen und partizipationsstarken Feld.

Hier setzt das Forschungsprojekt auf mehreren Ebenen an.



Borderline-Trialog

Enikö Schradi

Hochschule Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Der Borderline-Trialog ist ein gleichberechtigter Diskurs unter Betroffenen der Borderline-Persönlichkeitsstörung, Angehörigen und Fachkräften.

Ziel der empirischen Untersuchung war es, den Nutzen eines trialogischen Austausches für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte zu erforschen.

Die Ergebnisse der Fragebogenerhebung unmittelbar nach dem Trialog (n=113) und einem Follow-Up (n=14) nach vier Monaten zeigen, dass sich der Erfahrungs- und Wissensaustausch positiv auf den Umgang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung auswirkt und ein Lernprozess auf allen Seiten in Gang gesetzt wird.



Diversity Capacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Successful Dealing with Diversity

Helga Moser

FH JOANNEUM, Österreich

Zusammenfassung

Im Fokus des Erasmus+ Projekts “DiversityCapacities - Improving the Capacities of Adult Education Institutions to Deal with Diversity” steht die Förderung von Diversität und Inklusion in Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Dafür wurden europaweit 14 Einrichtungen bzgl. ihres Umgangs mit Diversität analysiert und Empfehlungen erarbeitet. In Piloten wurden ausgewählte Maßnahmen erprobt und good practice Beispiele dokumentiert. Weiters wurde ein Diversitätsworkshop entwickelt, der zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen im Umgang mit Diversität beitragen soll.



Lernen und Bildung als Transformationsprozesse in institutionell organisierten Hilfebeziehungen im Engagementkontext

Marlene Jänsch

Hochschule Fulda, Deutschland

Zusammenfassung

Adressiert von sozialpolitischen Programmen und institutionalisiert in Sozialer Arbeit treten hier Hilfesuchende und Hilfebietende gemeinsam in vermittelten Hilfebeziehungen auf. Damit sollen solidarische Versorgungsstrukturen besonders in ländlichen Räumen gestärkt werden. Anhand von interaktions-, lern- und bildungstheoretischen Analysen werden in einem Grounded Theory Prozess die Möglichkeitsstrukturen im Sinne von gelingendem und scheiterungswürdigem Potenzial in den Hilfebeziehungen rekonstruiert.



Partizipative Akquise vulnerabler Gruppen im ländlichen Raum – IDEAL

Alina Wolf, Christiane Alberternst, Lukas Döbereiner, Holger Hassel, Susann Hößelbarth, Matthias Scheibe

Hochschule Coburg, Deutschland

Zusammenfassung

Hintergrund
Vulnerable sind im ländlichen Raum schwer erreichbar. Im Drittmittelprojekt IDEAL wird für jüngere (<26 Jahre) und ältere (>64 Jahre) Teilnehmende (TN) eine Akquise-Strategie partizipativ generiert.

Methode
In identifizierten Regionen werden kooperative Planungsgruppen mit Multiplikator*innen installiert, vernetzt, aktive TN (Sprechende) identifiziert und die Akquise festgelegt.

Ergebnis
In 8 - 12 Fokusregionen werden mit 48 Sprechenden 24 Gruppen sowie 240 TN für IDEAL akquiriert.

Fazit
Die Strategie ermöglicht, Schwererreichbare partizipativ in die Planung einzubinden. Das Vorgehen ist übertragbar.



Refugees and Ethnic Minorities in Social Services with a Focus on Youth Welfare

Sabrina Luimpöck

FH Burgenland, Österreich

Zusammenfassung

Grenzüberschreitende Lehre ermöglicht ein Seminar an der Uni Debrecen: Eine Lektorin aus Österreich (FH Burgenland/Soziale Arbeit) und eine türkischsprachige Sozialarbeiterin der Kinder- und Jugendhilfe mit den PhD-Studierenden transnationale Zugänge im Kontext Flucht, Migration und Diversität in der Sozialen Arbeit erarbeiten. Im Zentrum stehen die Anforderungen an professionelle Reflexivität und Critical Whiteness bzgl. Mehrsprachigkeit, Exklusion, Diskriminierung und kulturalisierter Stereotype. Einbezogen werden studentische Case Studies, welche die Adressat*innenperspektive rekonstruieren.



Verfolgte Fürsorgerinnen aus Wien in den 1930er Jahren

Irene Messinger

FH Campus Wien, Soziale Arbeit Bachelor, Österreich

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt zeichnet die Lebenswege von Wiener Fürsorgerinnen nach, die im Austrofaschismus (1934-38) bzw. im Nationalsozialismus (1938-45) verfolgt waren. Dazu wurde mittels Biographieforschung über Nachkommen sowie in Archiven recherchiert und Kurzbiographien erstellt. Die Lebensgeschichten zeigen die Entrechtung und Ermordung, aber auch die Flucht und das Leben im Exil, sowie die seltene Remigration ins Nachkriegsösterreich auf. In diesem drittmittelfinanzierten Forschungsprojekt wird damit ein bislang fehlendes Stück österreichischer Professionsgeschichte mitgeschrieben.



Vielfalt der Lebenswelt junger geflüchteter Menschen als Basis fachlich fundierter Intervention

Lara Irene Wintzer, Lisa Große

ASH Berlin, Deutschland

Zusammenfassung

Im Rahmen des TraM-Projektes wurden u.a. Stressoren und Ressourcen junger geflüchteter Menschen anhand qualitativer Einzelinterviews erfasst und durch Ergebnisse von Gruppendiskussionen mit Fachkräften der Sozialen Arbeit ergänzt. Hierdurch konnte zum Ziel einer zielgruppenspezifischen Lebensweltdiagnostik das bereits in der sozialarbeiterischen Praxis bewährte Methodeninstrument „5 Säulen der Identität“ (Petzold 1992) adaptiert werden. Im Poster werden die empirischen Ergebnisse dar- und das Modell der „Lebenswelt junger geflüchteter Menschen“ vorgestellt.



Die Qualitative Ereignis-Script-Analyse (QuESA). Auswertung von Videomaterial.

Conny Martina Bredereck1,2, Joana Lanwehr1,2

1Alice-Salomon-Hochschule, Deutschland; 2Hochschule für Wirtschaft und Recht, Deutschland

Zusammenfassung

Die Qualitative Ereignis-Skript-Analyse (QuESA) ist ein Beobachtungsanalyseverfahren für Videomaterial, das im Rahmen der Evaluation des hundegestützen Interventionsprogramms „Berliner Schnauzen“ im Forschungsprojekt „Tiergestützte Interventionen in Therapeutischen Jugendwohngruppen“ entwickelt wurde. Ausgewählte Szenen der Videoaufzeichnungen werden in einzelne Sequenzen zerlegt, um in einer Mikroanalyse signifikante prozessrelevante Mikroszenen zu analysieren und bezogen auf die Programmziele der hundegestützten Intervention interpretiert.



Refugees Welcome? - Gründe für die Zustimmung oder Ablehnung von Asylbewerbern. Ergebnisse einer Mehrebenenanalyse und mögliche Anwendungen in der Sozialen Arbeit.

Kai-Michael Richartz

Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Zusammenfassung

Die Gründe für die Ablehnung von Asylbewerbern sind komplex. Insbesondere in der Sozialraumorientierung können in einer Einrichtung sowohl geflüchtete Menschen als auch die möglicherweise ablehnend eingestellten Bewohner aufeinandertreffen. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse des Pretests einer experimentellen Studie mit der Methode des sogenannten faktoriellen Surveys (Befragungsexperiment) vor. Gelingt die angemessene Transformation des Instruments, dann könnte eine Einsatzmöglichkeit die Gestaltung von individuellen (Integrations-)Programmen in der sozialraumorientierten Sozialarbeit sein.

 
10:00 - 12:00Panel 26: Promotionen in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Sebastian Schröer-Werner, Evangelische Hochschule Berlin, Deutschland
Chair der Sitzung: Stefanie Sauer, BTU Cottbus-Senftenberg, Deutschland
 
 

Promotionen in der Sozialen Arbeit – Ein internationaler Vergleich

Zusammenfassung:

Im Panel werden unterschiedliche Rahmenbedingungen und Perspektiven für Doktoran*innen in der Sozialen Arbeit vorgestellt und diskutiert. Nachdem in den vergangenen Jahren unterschiedlichen Facetten des lokalen Engagements in der Promotionsförderung entfaltet wurden, soll nun ein internationaler Austausch angeregt werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Promovieren im Ausland

Vera Taube
HAW Würzburg-Schweinfurt/ University of Eastern Finland

Eine Promotion in der Sozialen Arbeit nach FH-Abschluss aufgrund des fehlenden Promotionsrechts und fehlender Repräsentanz an Universitäten mit hohem Aufwand verbunden.

Die Option, den Blick ins Ausland zu richten, in denen Soziale Arbeit als universitäres Fach etabliert ist bietet neben fachlicher Anbindung bieten auch neue Perspektiven und die Möglichkeit des wissenschaftlichen Austausches über Grenzen hinweg. Die Chancen und Hindernisse einer internationalen Promotion sollen im Rahmen der Präsentation kritisch diskutiert werden.

 

Doktorat in Sozialer Arbeit in der Schweiz: Weder bloße Zukunftsmusik, noch voller Wohlklang

Daniel Gredig
Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz

Die Bildungspolitik der Schweiz behält das Promotionsrecht den Universitäten vor, unterstützt aber Kooperationen von Universitäten mit Hochschulen im 3. Zyklus. Inzwischen sind vier Programme entstanden, die Absolvent*innen von Master-Studien in Sozialer Arbeit zu einem Doktorat führen sollen. Dieser Beitrag beschreibt die Ausgangslage, die bildungspolitischen Entscheidungen von 2014 bis 2019 und die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dritte Studienstufe heute. Er skizziert die vier kooperativen Programme und benennt die darin systematisch angelegten Probleme und bleibenden Ungewissheiten.

 

Promotionen in der Sozialen Arbeit – Ein Plädoyer für einen transdisziplinären Forschungsverbund

Manuela Brandstetter
Bertha von Suttner Privatuniversität, Österreich

Anhand eines konkreten Beispiels (in diesem Fall aus der Technikfolgenabschätzung) wird die Expertise Sozialer Arbeit im Promotionsverbund geprüft und deren Chancen sowie Grenzen in transdisziplinärer Zusammenarbeit erörtert. Nicht nur weil die Förderrichtlinien hier interessante Summen bereitstellen, sondern gerade weil Soziale Arbeit eine Disziplin an den Funktionssystemgrenzen seit ihrem Entstehen darstellt, könnte dieses Einsatzgebiet gerade für Promovend*innen ein aufstrebendes darstellen, wie anhand eines konkreten Beispiels (aus Österreich) gezeigt werden wird.

 
10:00 - 12:00Panel 27: Machtprozesse in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Mechthild Wolff, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Machtprozesse in der Sozialen Arbeit

Zusammenfassung:

Im letzten Jahrzehnt sind Machtprozesse in der Sozialen Arbeit erstmalig in die Diskussion gekommen, weil Betroffene Missstände aufgezeigt und Machtmissbrauch skandalisiert haben. In vielen Ländern werden Fälle historisch, rechtlich und sozialwissenschaftlich aufgearbeitet und in Einrichtungen werden Schutzkonzepte implementiert. Im Panel geht es um die Fragen: Welche Lehren kann man aus der 10jähgirgen Befassung mit Machtstrukturen und Machtprozessen ziehen? Welche Unterschiede gibt es zwischen der Schweiz, Österreich und Deutschland? Was heißt dies für die Entwicklung von Schutzkonzepten?

 

Beiträge des Symposiums

 

Gewalt und Machtprozesse in Heimerziehung und anderen Formen stationärer Unterbringung. Historische Analysen und aktuelle Debatten.

Flavia Guerrini
Universität Innsbruck

Seit 2010 findet auch in Österreich eine mediale, politische wie wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gewalt in der Geschichte der Heimerziehung und der Ju-gendfürsorge statt. Der Beitrag stellt Erkenntnisse zu Ausmaß, Arten und Gelegen-heitsstrukturen von Gewalt und Machtprozessen in der Heimerziehung vor und stellt Überlegungen zur „historischen Aufarbeitung“ im mittlerweile vergangenen Jahrzehnt an. Im Fazit werden Parallelen zu den Debatten über Gewalt in Internaten, im Sport wie in Einrichtungen der Behindertenhilfe gezogen sowie Fragen an die gegenwärtige Praxis formuliert.

 

Schutzdimensionen abgeleitet aus Biografien von Menschen mit Heimerfahrung in der Schweiz

Samuel Keller
Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Schweiz

Dieser Beitrag wird eine Auswahl zentraler, aber wenig sichtbarer Dimensionen, die Kinder und Jugendlichen in stationären Einrichtungen vor Machtgefällen und -missbrauch schützen können, herleiten. Als Erkenntnisgrundlage dienen Ergebnisse und Fallbeispiele aus biografischen Studien in der Schweiz – gepaart mit exemplarischen Einblicken in aktuelle Praxis. Ziel ist es dadurch bestehende Konzepte zu hinterfragen oder zu bestätigen, vor allem aber auch Risiken in stationären Einrichtungen, die sich trotz Fortschritte seit Jahrzehnten hartnäckig zu halten scheinen, zu entlarven.

 

Schutzkonzepte in Organisationen zur Sicherstellung von Adressat* innenrechten

Meike Kampert, Mechthild Wolff
Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, Deutschland

Vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen der Forschungsgruppe Kinder-schutz in Institutionen an der HAW Landshut wird aufgezeigt, welche Perspektiven die Kinder und Jugendlichen selbst auf Schutzkonzepte in Einrichtungen der Erzie-hung und Bildung haben und was sie damit verbinden. Eingegangen wird auf den Stand der Implementation von Schutzkonzepten in Deutschland und auf Umset-zungshürden. Gefragt wird letztlich danach, was Schutzkonzepte eigentlich sind und wie man sie besser verorten kann, um ihre weitere Verbreitung zu fördern.

 
10:00 - 12:00Panel 28: Sozialräumliche Herausforderungen für die Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Martin Lu Kolbinger, FH Salzburg, Österreich
 
 

Kohäsion durch Verdrängung/Verdrängung durch Kohäsion? Soziale Arbeit im „benachteiligten Stadtteil“

Moritz Rinn, Lena Wiese

Universität Duisburg-Essen

Zusammenfassung

Soziale Arbeit in „benachteiligten Stadtteilen“ ist auf die Herstellung „sozialer Kohäsion“ bezogen und dabei in Aneignungskonflikte um städtische Ressourcen involviert. Die stadtpolitische „Verbesserung der sozialen Mischung“ geht dabei vielfach mit der Verdrängung problematisierter Bewohner*innen einher. Anhand empirischer Ergebnisse unseres Forschungsprojekts zu Aneignungskonflikten in mischungsorientierten Stadtentwicklungsprozessen zeigen wir, wie Sozialarbeitsakteur*innen im Interesse von „friedlichem Zusammenleben“ Ausschließungs- und Verdrängungsprozesse stützen.



„Das würde ich jetzt nicht gleich rechts nennen“ - Ein- und Ausschlüsse der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen

Kevin Stützel1, Stefanie Lindner2

1Friedrich-Schiller Universität Jena, Deutschland; 2Brandenburgische-Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Zusammenfassung

Der Beitrag setzt sich anhand empirischer Analysen mit den Erklärungsansätzen auseinander, die innerhalb der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen ersichtlich sind. Analysiert werden die Situationsanalysen von Jugendarbeiter*innen in Sozialräumen mit extrem rechter Präsenz, sowie die Konstruktion der Adressat*innen innerhalb der Jugendarbeit mit Jugendlichen mit rechten Orientierungen. Anhand der empirischen Befunde wird herausgearbeitet mit welchen Handlungsmustern, die Situationsanalysen und Beobachtungshaltungen einhergehen und welche Ein- und Ausschlüsse sie produzieren.



Soziale Arbeit zwischen Mobiler Jugendarbeit und gemeinwesenorientierter Konfliktarbeit. Evaluierungsergebnisse der Wiener Fair Play Teams

Manuela Hofer, Marc Diebaecker, Andrea Rabeder

FH Campus Wien, Österreich

Zusammenfassung

"Fair Play Teams" sind ein gemeinwesenorientiertes Angebot der Stadt Wien. In einem Evaluationsprojekt wird analysiert, wie die konzeptionellen Ziele, die Verbesserung der sozialen Qualitäten des öffentlichen Raums sowie die Stärkung der Teilhabe, die Mitarbeitenden im Spannungsfeld von Allzuständigkeit, Partizipation und Ordnungspolitik vor fachliche Herausforderungen stellt.

Gemeinsam soll darauf aufbauend diskutiert werden wie Soziale Arbeit im öffentlichen Raum sozialen Zusammenhalt und Kohäsion fördern kann, und wie Prozesse von Zuschreibungen und Ausschlüssen dabei reflektiert werden.

 
10:00 - 12:00Panel 29: Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Jens Wurtzbacher, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, Deutschland
Chair der Sitzung: Andrea Dischler, KSH München, Deutschland
 
 

Abschied vom Sozialen? Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Soziale Arbeit

Zusammenfassung:

Die Soziale Arbeit möchte soziale Wandlungsprozesse aktiv mitgestalten. Was aber, wenn sich die sozialen Wandlungsprozesse gegen die Grundlagen des sozialen Wohlfahrtsstaates selbst richten? Populistische
Strömungen sind keineswegs neu, aktuell ist aber ein befremdlicher
Bedeutungsgewinn rechtspopulistischer Strömungen festzustellen, der sich nicht
zuletzt auf die Sozialpolitik und die sozialen Dienste auswirkt, Das Panel dient einer Verständigung darüber, inwiefern sich die Soziale Arbeit durch gesellschaftliche Tendenzen herausgefordert
sieht, die ihre normativen Grundlagen untergraben.

 

Beiträge des Symposiums

 

Impuls Österreich: Spaltung der Sozialen Arbeit? Spaltung durch Sozialpolitik?

Alban Knecht1, Eva Grigori2
1Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, 2FH St. Pölten, Department Soziales

Der Beitrag skizziert zum einen handlungspraktische Dilemmata und Herausforderungen Sozialer Arbeit im Umgang mit rechtsextremen Agenden und AkteurInnen. Dabei soll der Blick nicht allein auf Jugendarbeit gerichtet werden, sondern auf den Auftrag der Einbindung in das Soziale für alle BewohnerInnen eines Sozialraums. Zum zweiten werden die Befunde in ein größeres Bild österreichischer Sozialpolitik eingebunden, deren Konsequenzen soziale Spaltung, zugespitzte Deprivation und Exklusion sind.

 

Impuls Schweiz: Mit politischer Sozialer Arbeit gegen exkludierende Solidarität

Andreas Laib, Tobias Kindler
FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit

In der Schweiz treibt die Schweizerische Volkspartei den Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme voran. Dafür konstruiert sie nicht nur den vertikalen Antagonismus zwischen Volk und Elite, sondern unterscheidet auf der horizontalen Achse z.B. zwischen würdigen und unwürdigen Sozialhilfebeziehenden. Die skizzierte Tendenz widerspricht einer Sozialen Arbeit, die sich in ihrer Berufsethik explizit für Solidarität positioniert. Wir plädieren deshalb dafür, dass sich Sozialarbeitende angesichts erstarkender rechtspopulistischer Kräfte aktiv in gesellschaftliche Aushandlungsprozesse einbringen.

 

Umgang mit einer bedrohlichen Normalität - Exemplarische Analysen zu Erscheinungen und Strategien der extremen Rechten in der Sozialen Arbeit.

Kristine Krüger
HS Neubrandenburg

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10:00 - 12:00Panel 30: Migration und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Mihri Özdogan, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

„Die Spanier dürfen uns auch nicht vergessen.“ – Grenzen überspannende Migrant*innenorganisationen und ihr Ringen um Anerkennung.

Nils Klevermann

Universität Tübingen, Deutschland

Zusammenfassung

Migrant*innenorganisationen werden in der Integrationspolitik als Brückenbauer und Akteure der Integrationsarbeit vor Ort adressiert. In ihnen soll das migrantisch adressierte Subjekt in die sog. Aufnahmegesellschaft integriert werden. Eine Orientierung der Organisationen am Herkunftsland wird dabei jedoch als integrationshemmend gewertet. Ausgehend von einer kritischen Auseinandersetzung gegenwärtiger Adressierungen durch die bundesdeutsche Verwaltung, wird der Vortrag den Fokus auf den Kampf von Migrant*innenorganisationen um Anerkennung zwischen „Herkunfts- und Ankunftsland“ legen.



Grenzen der Ungleichheit. Befunde und Perspektiven von Kohäsion und Spaltung – eine Interviewstudie zu Teilhabe und Ausgrenzung sog. „Gastarbeiter_innen“ in Deutschland

Anselm Böhmer

PH Ludwigsburg, Deutschland

Zusammenfassung

Europäische Gesellschaften sind seit geraumer Zeit von Heterogenität bestimmt. Dies macht u.a. ihre Struktur als Migrationsgesellschaften deutlich. In einer Studie zu sog. „Gastarbeiter_innen“ (n = 28) rekonstruiert der Beitrag deren Erfahrungen von Kohäsion und Spaltung, um die Befunde mit einer Theorie semiotischer Kritik zu interpretieren, Soziale Arbeit als Grenzbearbeitung zu konzeptualisieren und die Erträge der Studie für einen emanzipativen Einsatz Sozialer Arbeit vorzuschlagen.



Zwischen mehrsprachiger Realität und monolingualem Habitus: Perspektiven auf migrationsbedingte Mehrsprachigkeit in Erziehungsratgebern für Eltern in Deutschland

Marc Schmid

Universität Hamburg, Deutschland

Zusammenfassung

In Deutschland stehen sich eine einsprachig-deutschsprachige Tradition des Bildungssystems und eine v.a. migrationsbedingt zunehmende gesellschaftliche Mehrsprachigkeit gegenüber. Im Projekt DIWAN werden Erziehungsratgeber zur mehrsprachigen Erziehung systematisch ausgewertet, die seit 1980 in Deutschland für Eltern publiziert wurden. Auf dieser Basis soll skizziert werden, wie sich unterschiedliche wissenschaftliche und politische Konzepte und Leitbilder zu Migration und Mehrsprachigkeit in den Ratgebern wiederfinden.

 
10:00 - 12:00Panel 31: Stärkung von Information und Dialog in peripheren ländlichen Räumen
Chair der Sitzung: Alexandra Engel, HAWK, Deutschland
 
 

Stärkung von Information und Dialog in peripheren ländlichen Räumen

Chair(s): Alexandra Engel (HAWK ZZHH)

DiskutantIn(nen): Jan Schametat (HAWK ZZHH), David Rüger (HAWK, ZZHH), Malina Hasselbusch (HAWK, ZZHH), Claudia Busch (HAWK, ZZHH)

Zusammenfassung:

Das Panel diskutiert anhand von Ergebnissen aus drei Forschungs- und Transferprojekten des Zukunftszentrums Holzminden-Höxter, inwiefern Soziale Arbeit ein unverzichtbarer Akteur der regionalen Entwicklung ist. Am Beispiel peripherer ländlicher Räume und drei Handlungsfeldern werden die Potenziale systematischer Information und verbesserter Teilhabechancen durch strategische Moderation Sozialer Arbeit beleuchtet. Dabei lädt die Frage der Kohäsion in ländlichen Räumen mit stärker werdenden regionalen Disparitäten zu einem kritischen Dialog ein.

 

Beiträge des Symposiums

 

Freiwilligenorientierte Engagementförderung in ländlichen Räumen

Alexandra Engel, David Rüger, Malina Hasselbusch
HAWK ZZHH

Für das Handlungsfeld „Engagementförderung“ wird am Beispiel einer freiwilligenorientierten Förderstrategie die Notwendigkeit von Steuerungsfreiheit einerseits und Dialog, Information und Qualifizierung andererseits kritisch reflektiert und diskutiert. Des Weiteren werden das Konzept einer kreisweiten Informationsplattform für Engagierte sowie eine Methode zum systematischen Verstehen der Eigensinne von engagierten Menschen skizziert und zur Diskussion gestellt.

 

Jugendliche in ländlichen Räumen zwischen Ressourcenfokussierung und Partizipationsbemühungen

Jan Schametat
HAWK ZZHH

Für das Handlungsfeld Jugend in ländlichen Räumen wird am Beispiel der Berufsorientierung die Bedeutung von Information und Partizipation für die sozialräumlichen Bindefaktoren beleuchtet. Jugendliche im ländlichen Raum sind zeitgleich von einer Berufswahl- aber auch Migrationsentscheidung betroffen. Dabei treffen von negativen Außenzuschreibungen und vermuteter ländlicher Exklusion geprägte Selbstbilder auf den gemeinschaftsorientierten, regionalen Zusammenhalt. Soziale Arbeit kann hier mit proaktiver Partizipation einen Gestaltungsrahmen zur Orientierung für Jugendliche schaffen.

 

Angebote für Seniorinnen und Senioren auf Bauernhöfen

Claudia Busch
HAWK ZZHH

Am Beispiel der Angebote für ältere Menschen auf Bauernhöfen werden – ohne die medial derzeit stark rosarot eingefärbte Sicht auf die Dinge – Gelingensfaktoren benannt, die im Sinne der Stärkung von Teilhabe und als Beitrag zur Sicherung der Daseinsvorsorge vor Ort solche alternativen Modelle der Angebote für Seniorinnen und Senioren ermöglichen. Dabei werden die Bedeutung von Information und Dialog sowohl aus Perspektive der Klientel als auch der Anbietenden verdeutlicht und der Einfluss struktureller Rahmenbedingungen im Ländervergleich dargestellt.

 
10:00 - 12:00Panel 32: Zum Gelingen und Scheitern von zivilgesellschaftlichen und professionellen Arbeitsformen und Diskursen in der Migrationsgesellschaft
Chair der Sitzung: Manuela Westphal, Manuela, Universiät Kassel, Deutschland
 
 

Zwischenräume des Miteinanders – Zum Gelingen und Scheitern von zivilgesellschaftlichen und professionellen Arbeitsformen und Diskursen in der Migrationsgesellschaft

Zusammenfassung:

Mit der Fluchtmigration seit 2015 zeigt sich, dass professionelle Soziale Arbeit mit und für Migrant*innen in Koproduktion mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und freiwilligem Engagement umgesetzt wird. Das Panel hat zum Ziel, das Spannungsverhältnis von Interessen der Akteure sowie die Möglichkeiten und Grenzen „gelingender Diversität“ aus drei verschiedenen Perspektiven zu diskutieren. Erstens wird die Ausgestaltung von diskursiven Orten, zweitens die Entstehung von Arbeitsbündnissen und drittens der Umgang der Zivilgesellschaft mit ausgrenzenden lokalen Kontexten betrachtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Versammlungsorte der Migrationsgesellschaft – Spannungsfelder, Differenzerfahrungen und das Potenzial des Gemeinsamen

Monika Alisch, Martina Ritter, Catharina Hille, Jonas Hufeisen, Tatevik Mamajanyan
Hochschule Fulda

In hoch differenzierten und individualisierten spätmodernen Gesellschaften generieren sich Kohäsion und Zusammenhalt in Krisensituationen nicht von selbst, sondern es müssen Moderationsprozesse als Unterstützung zur Bewältigung von Herausforderungen der Vielfalt, Differenz und Fremdheit angeboten werden. Durch Migrations- und Fluchtbewegungen treffen vielfältige Konzepte von Alltagsregeln und -interpretationen aufeinander. Dieser zeigt sich in den ersten Auswertungen von Zukunftswerkstätten mit „Einheimischen“ und Neuzugewanderten mit der Fragestellung „Wie kann das Zusammenleben gelingen?“

 

Arbeitsbeziehungen in migrationsbezogenen Tätigkeitsfeldern Sozialer Arbeit

Jens Vogler
Hochschule Fulda

Die Zusammenarbeit von sozial arbeitenden mit kürzlich migrierten Personen ist überwiegend durch ungleiche Verhältnisse gekennzeichnet. Die kaum untersuchten Ursachen dieser Asymmetrie und wie sie sich in den Begegnungen der Akteur*innen zeigen, bilden den Ausgangspunkt des Beitrags. Dieser zeigt erste Auswertungsergebnisse von Interviews sowie Audioaufzeichnungen von Interaktionen zivilgesellschaftlicher und professioneller Sozialer Arbeit mit ihren Adressat*innen. Geleitet von der Fragestellung, wie sich Auftragsklärung gestaltet sowie ob und welche Formen von Arbeitsbeziehungen sich zeigen.

 

Möglichkeiten und Grenzen der Zivilgesellschaft in lokalen ausgrenzenden Sozialräumen

Ina Schäfer
Universität Kassel, BTU Cottbus

Im Zusammenhang mit der Fluchtmigration zeigte sich einerseits das hohe Potenzial einer engagierten und schnell reagierenden Zivilgesellschaft (Karakayali & Kleist 2016), andererseits zeichnet sich durch den neu etablierten Rechtspopulismus und kontroverse Migrationsdebatten gesamtgesellschaftlich eine zunehmende Präsenz-, Mobilisierungs- und Diskursbereitschaft menschenfeindlicher Einstellungen und Handlungen ab (Zick et al. 2019). Der Beitrag zeigt auf Basis einer fünfwöchigen Feldforschung in Bautzen die Potenziale und Grenzen des lokalen zivilgesellschaftlichen Umgangs hiermit auf.

 
10:00 - 12:00Panel 33: Experienced Involvement (Exin)
Chair der Sitzung: Susanne Bauer, HS Fulda, Deutschland
 
 

Experienced Involvement (ExIn)– ein europäisches Projekt in der praktischen Umsetzung

Zusammenfassung:

Noch sind die seit Entwicklung der Weiterbildung aus dem Da Vinci Pilotprojekt „Experienced Involvement (ExIn) 2005-2007“ in der sozialpsychiatrischen Versorgung tätigen Ex In – Genesungsbegleitungen und ihre Kolleg*innen Pioniere im System: Mit Erfahrungsexpertise wirken sie als neue Gruppe von Mitarbeiter*innen in den Diensten. In drei Beiträgen aus der Praxis in BRD und deutschsprachiger Schweiz wird gezeigt, welche Maßnahmen vorbereitend wie begleitend zur Anwendung kommen damit Integration und Implementierung gelingen kann, so dass Teams, ExIn-Kolleg*innen und Nutzer*innen profitieren.

 

Beiträge des Symposiums

 

ExIn in der sozialpsychiatrischen Versorgung der BRD – Pionierleistungen

Susanne Iris Bauer
HS Fulda

Die vorgestellten Ergebnisse einer bundesweiten standardisierten Erhebung zur Verankerung von ExIn-Genesungsbegleitung in der sozialpsychiatrischen Versorgung bieten einen Einblick in die Beschäftigungssituation und ergänzen dies um Erkenntnisse zur Bereitschaft weiterer Dienste ExIn zu etablieren. Ergebnisausschnitte aus dem qualitativen Teil der Studie fokussieren auf die Frage, wie weit gemeinsames professionelles Handeln von Genesungsbegleiter*innen und Teamkolleg*innen als Spannungsfeld oder als gelingende Kooperation von beiden Seiten erlebt werden

 

Der Prozess der Integration von Genesungsbegleiter*innen in sozialpsychiatrische Einrichtungen aus Sicht der Institutionen - eine empirische Studie

Christoph Walther
TH Nürnberg

Im Projekt Trialog in der Praxis (TriP) wurden von 2016 bis 2018 in der Region Würzburg sozialpsychiatrische Einrichtungen systematisch dabei unterstützt, Genesungsbegleiter*innen in ihre Teams zu integrieren. Die Integrationsprozesse wurden dabei begleitet und evaluiert. In enger Kooperation und in regelmäßigen Treffen mit den Einrichtungen standen die Ergebnisse zur Diskussion, um die nächsten Schritte gemeinsam zu entscheiden. Über diesen Prozess und über die Ergebnisse, welche Maßnahmen förderlich bei der Integration von Genesungsbegleiter*innen in Teams sind, soll berichtet werden.

 
10:00 - 12:00Panel 34: Europäische Perspektiven auf Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Martin Stummbaum, Hochschule Augsburg, Deutschland
 
 

Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit – gemeinsam eine europäische Perspektive verwirklichen

Zusammenfassung:

Soziale Arbeit hat in den zurückliegenden Jahren eine erhebliche Professionalisierung vollzogen. Diese Professionalisierung bildet sich in den Arbeitsbedingungen der Sozialen Arbeit noch nicht entsprechend ab wie der erste Beitrag zeigt. Um den Weg einer Sozialen Arbeit in Europa zukunftsweisend zu beschreiten, bedarf es einer Sozialen Arbeit, die nationalstaatliche Grenzen als Disziplin und Profession überwindet und grenzüberschreitend gemeinsam eine europäische Perspektive realisiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Praxis der Sozialen Arbeit – keine Zeit für Wissenschaft

Jutta Harrer-Amersdorffer
Hochschule Augsburg

Der erste Vortrag analysiert die Berufspraxis in der Sozialen Arbeit und zeigt auf, dass für wissenschaftliche Arbeitsbezüge keine Zeit vorgesehen ist. Damit wird Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen eine Perspektive genommen, ihre Erfahrungen und ihr Praxiswissen wissenschaftlich auszuwerten und zu kommunizieren. In den Diskursen um eine europäische Perspektive der Kohäsion und der Sozialen Arbeit sind damit die Bedingungen eines Voranschreitens im dialogischen Miteinander von Disziplin und Profession erschwert.

 

Disziplin und Profession in grenzüberschreitender Kommunikation

Kirsten Rusert
Universität Vechta

Der zweite Vortrag veranschaulicht die transformatorischen Potenziale einer wissenschaftsaktiven Profession und erörtert, wie ein gemeinsamer Dialog von Disziplin und Profession Soziale Arbeit befördert werden kann, auf den dann im Diskurs um eine europäische Perspektive der Kohäsion und der Sozialen Arbeit rekurriert werden kann. Anhand ausgewählter Ansätze werden methodische Settings diskutiert, die den zugrundeliegenden Dialog nationalstaatlich verfasster Sozialen Arbeit befördern und europäisch erschließen.

 

Europäische Perspektiven Sozialer Arbeit transnational entwickeln

Martin Stummbaum
Hochschule Augsburg

Der dritte Beitrag diskutiert ausgehend von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts "Horisontti" ausgewählte Ansätze, eine europäische Perspektive Sozialer Arbeit transnational zu entwickeln. Grundlegend für diese Ansätze ist das Verständnis einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Entwicklungsaufgabe von Disziplin und Profession.

 

Europäische Perspektiven für Sozialpädagog*innen

Wolfgang Krell
Freiwilligenzentrum Augsburg

Im vierten Beitrag wird aufgezeigt, wie sich aus persönlichen Motivationslagen eine sozialpädagogische Professionalität entwickeln lässt, die sich in einer lokalen Sozialen Arbeit in Deutschland verortet, in Europa grenzüberschreitend vernetzt und europäisch institutionalisiert. Der Beitrag veranschaulicht anhand dieser über Jahrzehnte entwickelten sozialpädagogischen Professionalität konkrete Notwendigkeiten, Herausforderungen und Potenziale einer Europäisierung Sozialer Arbeit.

 
10:00 - 12:00Panel 35: Care und Soziale Arbeit: Kooperationen - Konkurrenzen – Krisen
Chair der Sitzung: Barbara Thiessen, DGSA, Deutschland
 
 

Care und Soziale Arbeit: Kooperationen - Konkurrenzen - Krisen

Zusammenfassung:

In den aktuellen Debatten um Care-Krise und Aufwertung sozialer Dienstleistungen stehen Erziehungs- und Pflegeberufe häufig im Mittelpunkt. Von Sozialer Arbeit ist dagegen wenig zu hören: Weder positioniert diese sich bei den Kämpfen um Aufwertung von Sorgearbeit offensiv als Teil der SAHGE-Berufe, noch wird sie in den Neukonzipierungen von Care-Angeboten als wesentliche Akteurin adressiert. Im Panel sollen Erfahrungen aus Deutschland und Österreich ausgetauscht werden. Zudem wird ein kritischer Blick auf die Profession Soziale Arbeit in der Pandemie-Krise geworfen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit – die unterschätzte Profession in Netzwerken der Care-Arbeit

Eva Fleischer
MCI Innsbruck

Derzeit spielt Soziale Arbeit in der Arbeit mit älteren / pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen in Österreich nur eine marginale Rolle. Demgegenüber steht ein großes Potential, das Soziale Arbeit bei entsprechender Ausgestaltung sozialpolitischer und rechtlicher Rahmenbedingungen einbringen könnte.

In diesem Beitrag wird ausgehend vom Positionspapier der Arbeitsgruppe "Altern und Soziale Arbeit" der OGSA und anhand von Best Practice Beispielen dargestellt, wie Soziale Arbeit in Zukunft zu einem guten Leben für ältere Menschen und ihre An- und Zugehörigen beitragen kann.

 

Professionsbezogene Auseinandersetzungen der Sozialen Arbeit in multipro-fessionellen Teams und Netzwerken im Feld Frühe Hilfen und Kinderschutz

Elisabeth Sommer
HAW Landshut/Universität Bamberg

Die Netzwerke Frühe Hilfen, sowie an Kliniken angesiedelte Teams zum Kinderschutz in der Medizin, stellen ein Untersuchungsfeld dar, das die Kooperation Soz. Arbeit mit weiteren Professionen und Berufen inner- und außerhalb der SAHGE-Berufe vorsieht. Umgesetzt wird darin eine auf Bundesebene gewollte Kooperation der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Gesundheitswesen. Offen ist bisher, wie die Soziale Arbeit damit umgeht, dass sich ihr Zuständigkeitsbereich Kinderschutz für weitere Profession und Berufe öffnet, resp. wie es sich mit der professionsbezogenen Positionierung Sozialer Arbeit verhält.

 

Soziale Arbeit in Zeiten von Covid 19 – eine qualitative und quantitative Untersuchung

Simon Fleissner, Laura Weber, Nadine Woitzik
Frankfurt University of Applied Sciences

Fachkräfte der Sozialen Arbeit stehen durch die Corona-Pandemie mehr denn je vor besonderen Herausforderungen. Im Rahmen einer Lehrforschung des MA Forschung in der Sozialen Arbeit der UAS Frankfurt wurde mit Hilfe qualitativer Gruppendiskussionen und einer quantitativen Online-Befragung die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die professionelle Praxis untersucht. Im Rahmen des Vortrags werden die Forschungsansätze und die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

 
10:00 - 12:00Panel 36: Widerständigkeit gegen Extremismus fördern
Chair der Sitzung: Michaela Köttig, Sektion Forschung/Fachgruppe Ethik, Deutschland
 
 

Widerständigkeit gegen Extremismus fördern: Biographische Perspektiven in Forschung und Sozialer Arbeit

Zusammenfassung:

Soziale Disparitäten und Polarisierungen können, im Zusammenspiel mit biographischen Erfahrungen, Affinitäten zu extremistischen – auf Ab- und Ausgrenzung basierenden – Identitätsangeboten befördern. Zu den Aufgaben Sozialer Arbeit gehört es, der Hinwendung zu solchen Ideologien und Gruppen vorzubeugen bzw. Distanzierungen von diesen zu unterstützen. Praxisorientierte Forschung kann hier einen Beitrag leisten, indem sie Zusammenhänge beleuchtet und Ansatzpunkte aufzeigt. Im binationalen Panel werden Forschungen vorgestellt, die dabei besonders auf biographische Perspektiven setzen.

 

Beiträge des Symposiums

 

Frühe Distanzierungen erforschen: ein Feldbericht

Michaela Glaser, Susanne Johansson
Frankfurt UAS

Im Beitrag wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, das frühe Distanzierungen junger Menschen von radikalen und extremistischen Islaminterpretationen mittels biographischer Interviews erforscht. Darauf aufbauend werden, zusammen mit Praxisakteuren, Empfehlungen für die Soziale Arbeit entwickelt. Der Beitrag gibt Einblicke in Ausgangsüberlegungen, Vorgehensweisen und Erfahrungen eines anwendungsorientierten Forschungsvorhabens in einem sensiblen Forschungsfeld. Er diskutiert, wie Zugänge erfolgreich realisiert werden können und benennt Bedingungen gelingender Wissenschafts-Praxiskooperation.

 

Von biografischer Resilienzforschung und resilienzfördernder Biografiearbeit: Verschränkung von Forschung und sozialpädagogischer Methodenentwicklung

Hemma Mayrhofer, Florian Neuburg
IRKS Wien

Die Studie „BI:JU – Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit als resilienzstärkende Maßnahme zur Radikalisierungsprävention“ verknüpft biografisch orientierte Resilienzforschung mit der Entwicklung von niedrigschwelligen Methoden der Biografiearbeit in der Offenen Jugendarbeit. Im Input sollen das Forschung und Praxis verschränkende Studiendesign zunächst kurz vorgestellt und anschließend die forschungsmethodischen Erfahrungen sowie wichtige inhaltliche Erkenntnisse der ersten Projektphase präsentiert und mit den Panel-TeilnehmerInnen diskutiert werden.

 
10:00 - 12:00Panel 37: Grenzübergreifende Forschung und Lehre in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Sigrid A. Bathke, Hochschule Landshut, Deutschland
 
 

Erfahrungen eines Kooperationsmodells in Studiengängen der Sozialen Arbeit für die Internationalisierung innerhalb der Sozialen Arbeit

Patricia Renner1, Christine Schmid1, Alex Klein2, Lukas Adler2

1Fachhochschule St. Pölten, Österreich; 2Saxion Hogeschool Enschede

Zusammenfassung

Eine Kooperation der Saxion Hogeschool mit der FH St. Pölten vernetzt das niederländische Social Work Studium mit einer akademischen Ausbildung von Sozialpädagog*innen in Österreich. Die Partner*innen beschreiben Aspekte der Kooperation als Beispiel im Kontext der Internationalisierung der Sozialen Arbeit. Wichtige Anteile, Chancen und Herausforderungen werden beschrieben, wobei nationale Qualifikationsrahmen im europäischen Kontext, gesellschaftliche, hochschul- und professionspolitische Entwicklungen und die Anforderungen an die Studierenden und Lehrenden thematisiert werden.



Social Work in der Euregio – Grenzübergreifende Forschung und Lehre Niederlande/Deutschland

Ines Schell-Kiehl, Alexander Klein

Saxion, Niederlande

Zusammenfassung

Der Fachbereich Social Work der Saxion University of Applied Sciences / Niederlande, ist in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenzen angesiedelt. Die grenzübergreifende Perspektive und Zusammenarbeit ist ein grundlegendes strategisches Ziel der Hochschule. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Profession und Disziplin im internationalen Vergleich NL/D spielen im Alltag des Fachbereichs eine wesentliche Rolle. Dies gilt sowohl für die Lehre als auch die Forschung.

Im Beitrag sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Sozialen Arbeit im Grenzgebiet NL/D dargestellt werden.



Das grenzüberschreitende Studienprogramm RECOS als Beitrag zum internationalen Austausch in der Sozialen Arbeit

Jutta Guhl1, Béatrice Schmitt2, Sibylle Fischer3

1Fachhochschule Nordwestschweiz, Schweiz; 2Ecole Supérieure de Praxis Sociale (Praxis), Mulhouse, Frankreich; 3Evangelische Hochschule Freiburg i.Brsg., Deutschland

Zusammenfassung

RECOS ist ein Zusammenschluss von derzeit sechs Hochschulen für Soziale Arbeit aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die gemeinsam ein grenzüberschreitendes Studienprogramm anbieten.

Das Programm fördert durch gemeinsame Seminare und grenzüberschreitende Praktika die Kompetenzen für einen grenzüberschreitenden professionellen Austausch und das berufliche Tätigwerden über die Grenzen des Nationalstaates hinweg,

Der Vortrag erläutert das Programm, den damit verbundenen Gewinn sowie die Herausforderung einer trinationalen Kooperation von sechs Hochschulen.

 
10:00 - 12:00Panel der Partner*innen 3: Verlag Kohlhammer - Das Lehrbuch in der Sozialen Arbeit – Impulsvortrag und Q&A
Chair der Sitzung: Elisabeth Häge, Kohlhammer Verlag Stuttgart, Deutschland
Chair der Sitzung: Alexa Strittmatter, Verlag W. Kohlhammer, Deutschland
Lehrbücher haben in der Sozialen Arbeit einen hohen Stellenwert und eine große Bedeutung. Lehrende nutzen gute Lehrbücher zur Vorbereitung ihrer Seminare und Vorlesungen; Studierende nutzen sie zur Vertiefung und zur Prüfungsvorbereitung. Doch was macht ein gutes Lehrbuch in der Sozialen Arbeit aus – und wie entsteht es? Nach einem Impulsvortrag der Lektorinnen Elisabeth Häge und Alexa Strittmatter zu diesen Fragen lädt der Kohlhammer Verlag zu einer offenen Diskussionsrunde ein, in der Studierende und Lehrende ihre Vorstellungen über und Erwartungen an Lehrbücher einbringen und Fragen stellen können. Kohlhammer gehört zu den führenden wissenschaftlichen Verlagshäusern im deutschsprachigen Raum – und das schon seit 1866. Neben den traditionsreichen Verlagen umfasst die Unternehmensgruppe zudem moderne Druckerei- und Dienstleistungsbetriebe. Die Gemeinsamkeit aller Bereiche? Seit jeher überzeugen sie durch Kompetenz und verlässliche Qualität.
 
12:00 - 12:30Pause 4 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
12:30 - 14:00Panel 38: Perspektiven junger Menschen auf Partizipation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
Chair der Sitzung: Stefan Eberitzsch, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW Soziale Arbeit, Schweiz
 
 

Perspektiven junger Menschen auf Partizipation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Zusammenfassung:

Im Fokus der im Panel vorgestellten Forschungs- und Entwicklungsprojekte stehen Sichtweisen und Einschätzungen von jungen Menschen, die heute in der stationären Kinder- und Jugendhilfe leben. Es wird darüber diskutiert, welche Partizipationserfahrungen Kinder und Jugendliche machen, welche sozialen Positionierungen sichtbar sowie wirksam werden und welche Konsequenzens sich für die Fachpraxis ergeben. Weiterhin wird international vergleichend erörtert, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der (Selbst-)Verständnisse von Disziplin und Profession hier möglicherweise erkennbar sind.

 

Beiträge des Symposiums

 

«Wie wir das sehen» Die Sichtweise fremdplatzierter Kinder als Ausgangspunkt für Qualitätsentwicklung in der Praxis. Eine Studie zur Partizipation im stationären Setting.

Stefan Eberitzsch, Samuel Keller
ZHAW Soziale Arbeit, Schweiz

Es werden zum einen Zwischenergebnisse aus Gruppendiskussionen mit jungen Menschen vorgestellt in denen sie über ihre Partizipationsmöglichkeiten im stationären Setting diskutieren. Zum anderen stehen Erkenntnisse aus Entwicklungsprojekten in drei Institutionen im Blickpunkt.

 

Partizipation und soziale Exklusion in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Claudia Equit, Antonia Finckh
TU Dortmund

Im Fokus stehen Potenziale, die Partizipationsprozesse für Jugendliche in Heimen bieten sowie hegemoniale Ordnungen, die jugendliche Beteiligungsmöglichkeiten begrenzen. Auf der Grundlage des DFG Projekts zu „Partizipation in Organisationskulturen der Heimerziehung“ werden Erwartungen von Jugendlichen zum Jugendleben und zur Alltagsgestaltung vorgestellt und in Bezug gesetzt zu den Ansichten der Fachkräfte. Der Vortrag diskutiert, inwieweit Partizipation die individuelle Gestaltung des Jugendlebens in den Einrichtungen fördert und in welchen Aspekten sie selbst exkludierend wirkt.

 
12:30 - 14:00Panel 39: Politische Partizipation
Chair der Sitzung: Barbara Thiessen, DGSA, Deutschland
 
 

Politische Einstellungen und Partizipation von Professionellen und Studierenden der Sozialen Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Dieter Kulke1, Tobias Kindler2, Iris Kohlfürst3

1FHWS, Deutschland; 2FH St.Gallen, Schweiz; 3FH Oberösterreich, Österreich

Zusammenfassung

Während im Fachdiskurs der Sozialen Arbeit mehrheitlich geklärt scheint, dass Soziale Arbeit einen politischen Auftrag hat, ist bislang wenig bekannt darüber, inwiefern Angehörige der Profession einem solchen Auftrag tatsächlich nachkommen. Der Vortrag nimmt diese Lücke zum Anlass, vier quantitative Untersuchungen zur politischen Partizipation von Professionellen und Studierenden der Sozialen Arbeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorzustellen. Die Haupterkenntnisse werden nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den drei Ländern untersucht und mit den Teilnehmenden diskutiert.



Die politische Selbstwirksamkeit junger Frauen im ländlichen Raum Bayerns

Mina Mittertrainer

HAW Landshut, Deutschland

Zusammenfassung

Warum sind nur so wenige Frauen in der Kommunalpolitik aktiv? Mit Fokus auf die geringe politische Selbstwirksamkeit vor allem bei jungen Frauen soll dieser Frage hier nachgegangen werden. Die Unterrepräsentanz junger Frauen in politischen Gremien ist jedoch ein Thema, das nicht nur geschlechtliche Ungerechtigkeiten sichtbar macht, sondern sich auch nachteilig auf soziale Kohäsion auswirkt: denn gerade in ländlichen Räumen beteiligen sich nur wenige Frauen auf politischer Ebene, was hinderlich für eine positive und nachhaltige regionale Entwicklung ländlicher Räume ist.

 
12:30 - 14:00Panel 40: Kinderarmut überwinden
Chair der Sitzung: Judith Ranftler, Volkshilfe Österreich, Österreich
 
 

Kinderarmut überwinden – Transnationale Perspektiven

Zusammenfassung:

Kinderarmut überwinden - Transnationale Perspektiven

Die Überwindung von Kinderarmut stellt aus Sicht von Volkshilfe Österreich, Zukunftsforum Familie und Arbeiterwohlfahrt einen zentralen Aspekt Sozialer Arbeit dar.

Echte Chancengleichheit in der Kindheit trägt zu gesellschaftlichem Zusammenhalt bei - die Grundlage dafür ist eine Reform der Familienförderung in Form einer Kindergrundsicherung.

Das Panel beleuchtet das Thema Kinderarmut aus konzeptiver und wissenschaftlicher Perspektive und ermöglicht einen Blick in die Implementierung der Kindergrundsicherung im Rahmen eines Forschungsprojektes.

 

Beiträge des Symposiums

 

Kindergrundsicherung: Erkenntnisse aus einem Modellprojekts in Österreich

Judith Ranftler, Erich Fenninger
Volkshilfe Österreich, Österreich

Erich Fenninger und Judith Ranftler (beide Volkshilfe Österreich) stellen das politische Konzept einer Kindergrundsicherung der Volkshilfe vor und präsentieren das Forschungsprojekt, in dem die Volkshilfe dieses Konzept in der Praxis umsetzt. Das Projekt Kindergrundsicherung wird sozialwissenschaftlich begleitet und zeigt die Auswirkungen der Kindergrundsicherung in allen Lebensbereichen aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus wird die Simulation der Umsetzung des politischen Modells in Österreich aus volkswirtschaftlicher Sicht präsentiert.

 

Die Arbeit des Bündnis Kindergrundsicherung

Alexander Noehring, Nikola Schopp
Zukunftsform Familie e.V.

Seit vielen Jahren fordern zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Österreich und Deutschland die Einführung einer Kindergrundsicherung: In Deutschland ist das v.a. ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ziel einer Kindergrundsicherung ist es, Kinderarmut nachhaltig zu beseitigen. Normativ wird davon ausgegangen, dass Familien Expert*innen für ihre Kinder sind und die Soziale Arbeit begleitend zur Seite stehen muss. Im Raum stehen Forderungen nach eine Kindergrundsicherung in beiden Ländern in der Höhe von knapp über 600 Euro pro Monat/Kind.

 

Erkenntnisse zu Kinderarmut in Deutschland aus der AWO ISS Studie

Valentin Persau
Arbeiterwohlfahrt, Deutschland

Mit der AWO-ISS-Langzeitstudie liegen heute Lebensverläufe von armen und nicht armen jungen Menschen vor, die Ende der 1990er Jahre Kindertageseinrichtungen der AWO besucht haben. Über mehr als 20 Jahre hinweg wurden sie wiederholt quantitativ und qualitativ zu ihren Lebenslagen befragt. Mit der aktuellen Fortführung der Studie werden unter anderem die langfristigen Folgen von Kinderarmut untersucht.

 
12:30 - 14:00Panel 41: Idealisierung der Kindheit
Chair der Sitzung: Rita Braches-Chyrek, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland
Chair der Sitzung: Diana Franke-Meyer, Evangelische Hochschule RWL, Deutschland
 
 

Idealisierung der Kindheit: Historische Perspektiven auf Ausgrenzungs- und Kohäsionmechanismen

Zusammenfassung:

Kindheit wurde in vielen zeitgenössischen Darstellungen des europäischen Sprachraums und in deren Rekonstruktionen häufig sehr romantisierend als besonderer sozialer Status, Erfahrungs- und Freiraum konstruiert. Diese Ideen und Wahrnehmungen von Kindern und Kindheit wirken bis heute und haben dazu geführt, dass besondere Orte und Räume für Kinder geschaffen wurden, um ihnen optimale Möglichkeiten der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung zu bieten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Perfektibilität: Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit

Rita Braches-Chyrek
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die historische Rekonstruktion des Wissens über Kinder und Kindheit führt unmittelbar zu Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Konstruktionen um "Perfektibilität". Durch die symbolische Wirksamkeit dieser Zuschreibung und die sich daraus entwickelten kulturellen Deutungsmuster werden gesellschaftliche Hierarchisierungs- und Klassifizierungsprinzipien verborgen. Daher sollen die Verflechtungszusammenhänge, die spezifischen Deutungen von familialen und institutionellen Wert- und Normenkontexten analysiert und diskutiert werden.

 

Der gefährdete Säugling – drei diskursive Momente einer Geschichte des ‚Säuglingswohls‘

Bettina Grubenmann
FHS Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Gallen (Schweiz)

Im Kontext der sozialen Frage bildet die öffentliche Thematisierung der Säuglingssterblichkeit um 1900 einen international vergleichbaren Impuls für unterschiedliche Praxen der Säuglingsfürsorge. Gefordert und realisiert wurden Milchküchen und Aufklärung der unwissenden Proletarierinnen (sozialhygienische Massnahmen) und Säuglingsheime (invasive staatliche Eingriffe). Dabei können drei diskursive Momente herausgefiltert werden (Hospitalismusfolgen, frühe Adoptionen, vorgeburtliche Faktoren und Früherkennung), die diskutiert werden.

 

Das „optimale“ Kinderzimmer: Repräsentation idealisierter Privatheit:

Julia Gottschalk
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Deutschland

Ein Blick in die europäische Geschichte zeigt, dass das Kinderzimmer nicht nur Ausdruck des Wandels von Kindheit ist, sondern zugleich auch mit Vorstellungen pädagogischer Perfektionierung verbunden ist. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts vermittelten die Bilder der Kinderstube als ideales Spielzimmer den Eindruck, wie ein vorzeigwertiges Kinderzimmer aussehen sollte. Das Kinderzimmer als pädagogischer Raum blieb allerdings nur einer kleinen Schicht privilegierter Kinder vorbehalten.

 
12:30 - 14:00Panel 42: Kohäsion und Partizipation in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Gregor Husi, Hochschule Luzern, Schweiz
 
 

Kohäsion und Partizipation in der Sozialen Arbeit

Zusammenfassung:

Soziale Arbeit ist nicht nur dafür zuständig, Prozesse individueller Inklusion und Sozialisation zu unterstützen, sondern sie hat auch soziale Kohäsion zu fördern. Besonders die Gemeinwesenarbeit bzw. die Soziokulturelle Animation (Schweiz) nimmt sich dieser Aufgabe an. Doch was ist sozialer Zusammenhalt überhaupt, wie kommt er zustande oder geht er verloren? Wie hängt dessen Förderung mit Partizipation zusammen? Wie ist Soziale Arbeit an entsprechenden Projekten beteiligt? Und wie zeigt sich dieser Zusammenhang bei partizipativen Planungsprozessen in der Stadt- und Quartierentwicklung?

 

Beiträge des Symposiums

 

Kohäsionsstufen – eine sozialtheoretische Skizze

Gregor Husi
Hochschule Luzern, Schweiz

Will Soziale Arbeit gesellschaftlichen Zusammenhalt gezielt fördern, ist sie auf eine differenzierte sozialtheoretische Konzeption angewiesen. Andere Begriffe, wie »Integration« oder »Sozialkapital«, konkurrieren mit »sozialer Kohäsion«. Je nach Begriff geben sich bestimmte Dimensionen und Ebenen der Erscheinung zu erkennen. Und Zusammenhalt kann schwächer oder stärker sein. Strukturierungstheoretische Grundlagen (Giddens, Bourdieu u.a.) helfen, Kohäsion und ihre Stufen theoretisch zu fundieren.

 

Ein soziales und inklusives Quartier für alle? Formen der Partizipation und Kohäsion in Planungsprozessen

Stephanie Weiss
Hochschule Luzern, Schweiz

Der Beitrag skizziert die Bedeutung von Partizipation und Kohäsion in sozialräumlichen Planungsprozessen. Ausgehend von der Quartiersebene wird das Planungsideal eines sozialen und inklusiven Quartiers für alle vorgestellt und für Handlungsfelder der Sozialen Arbeit anwendbar gemacht: Welche Formen und welche Stufen der Partizipation umfassen Planungsprozesse, die für sich in Anspruch nehmen, soziale Inklusion und Teilhabe zu fördern? Welches Verständnis von Kohäsion stellt sich in partizipativen Planungsprozessen? Und: Welche Rolle kann die (planungsbezogene) Soziale Arbeit dabei annehmen?

 

Gemeinwesenarbeit als zukunftsorientierte, demokratiefördernde Brückenbauerin

Milena Riede
Hochschule für angewandte Pädagogik Berlin

Gemeinwesenarbeit als Handlungsfeld und konzeptioneller Ansatz der Sozialen
Arbeit kann auf eine langjährige Erfahrung in der Verbesserung und
partizipativen Weiterentwicklung von Nachbarschaften im Sinne der dort
lebenden Menschen zurückblicken. Der konzeptionelle Ansatz von
Gemeinwesenarbeit als Brückenbauerin fokussiert auf den Bau sozialer und
kommunikativer Brücken zwischen Menschen, Gruppen und Milieus. Gleichzeitig
wird auch an Brücken zwischen Gegenwart und Zukunft gebaut, um durch
demokratische Prozesse zu einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung im
Stadtteil beizutragen.

 
12:30 - 14:00Panel 43: Klinische Sozialarbeit als Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft
Chair der Sitzung: Anna Lena Rademaker, FH Bielefeld, University of Applied Sciences, Deutschland
 
 

Die Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit lädt zum offenen Dialog ein: Publikationen Klinischer Sozialarbeit als Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft zwischen Kohäsion und Spaltung

DiskutantIn(nen): Ute Antonia Lammel (Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen), Katarina Prchal (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin), Ingo Müller-Baron (Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland), Gerhard Klug (Jugendamt der Stadt Augsburg)

Zusammenfassung:

In der Zeitschrift der Klinischen Sozialarbeit werden theoretische, empirische, konzeptionelle und praxeologische Beiträge veröffentlicht, die einen direkten Bezug zur Klinischen Sozialarbeit aufweisen. In dem Panel lädt die Redaktion zum offenen Dialog ein. Ziel ist es, Transparenz in der Redaktionsarbeit herzustellen und Interessierten, Möglichkeiten zur Einreichung von Beiträgen sowie dem Engagement in der Zeitschrift aufzuzeigen.

Wir freuen uns besonders über Teilnehmende aus den Reihen des Wissenschaftlichen Nachwuchses.

 

Beiträge des Symposiums

 

15 Jahre Zeitschrift für Klinische Sozialarbeit: Beiträge zur Stärkung der Gesellschaft zwischen Kohäsion und Spaltung

Anna Lena Rademaker1, Katarina Prchal2
1Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Im ersten Teil des Panels geben Anna Lena Rademaker und Katarina Prchal exemplarisch einen einführenden Überblick über die inhaltliche Entwicklung der Zeitschrift.

 

Potenziale der Sozialtherapie zur Stärkung der Kohäsionskräfte in der Gesellschaft

Ute Antonia Lammel
Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen

In dem skizzierten Rahmen bewegt sich der zweite Teil des Panels, dem Ute Antonia Lammel der Frage der Schaffung von Zusammenhalt widmet.

 

Das Redaktionsteam lädt ein zur offenen Diskussion!

Ute Antonia Lammel1, Katarina Prchal2, Ingo Müller-Baron3, Gerhard Klug4, Anna Lena Rademaker3
1Katholische Hochschule NRW, Abt. Aachen, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, 3Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG), Deutschland, 4Jugendamt der Stadt Augsburg

In dem letzten Beitrag lädt die Redaktion der Zeitschrift „Klinische Sozialarbeit - Zeitschrift für psychosoziale Praxis und Forschung“ zum offenen Dialog ein.

 
12:30 - 14:00Panel 44: Forschungsethische Herausforderungen in der Sozialen Arbeit
Chair der Sitzung: Michaela Köttig, Sektion Forschung/Fachgruppe Ethik, Deutschland
 
 

Forschungsethische Herausforderungen in der Sozialen Arbeit

Chair(s): Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences/DGSA)

DiskutantIn(nen): Christian Ghanem (Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg), Davina Höblich (Hochschule Rhein-Main), Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences/DGSA)

Zusammenfassung:

In den vielfältigen Ausrichtungen aktueller Sozialarbeitsforschung stellen sich forschungsethische Fragen nach Nutzen, Risiken, Machtverhältnissen und Beteiligung u.a.m. Im Einführungsbeitrag des Panels wird gefragt, aus welchen Gründen ein Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit notwendig ist. Anschließend werden an einem konstruierten Forschungsprojekt forschungsethische Herausforderungen diskutiert, die sich in diesem Forschungsbereich stellen. Dieser Fall wird aus verschiedenen Perspektiven kommentiert.

 

Beiträge des Symposiums

 

Zur Notwendigkeit eines Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit

Julia Franz1, Andreas Lob-Hüdepohl2
1Hochschule Hannover, 2Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Im Einführungsbeitrag des Panels wird gefragt, aus welchen Gründen ein Forschungsethikkodex für die Soziale Arbeit notwendig ist. Anschließend werden an einem konstruierten Forschungsprojekt forschungsethische Herausforderungen diskutiert, die sich in diesem Forschungsbereich stellen. Dieser Fall wird aus verschiedenen Perspektiven kommentiert.

 
12:30 - 14:00Panel 45: Forschendes Lernen in Studiengängen Sozialer Arbeit
Chair der Sitzung: André Zdunek, Berner Fachhochschule, Schweiz
Chair der Sitzung: Johannes Kloha, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Deutschland
 
 

Forschendes Lernen zur Entwicklung von professioneller und disziplinärer Identität in Studiengängen der Sozialen Arbeit. Potentiale im internationalen Austausch

Zusammenfassung:

Forschendes Lernen ist ein hochschuldidaktisches Konzept mit dem Potential, unterschiedliche hochschuldidaktische Ziele sowie allgemeinere Bildungsziele zu fördern. In Studiengängen der Sozialen Arbeit stehen in jüngerer Zeit vor allem die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Förderung von professioneller und disziplinärer Identität im Mittelpunkt des Interesses. Im Panel sollen Entwicklungen und Innovationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.

 

Beiträge des Symposiums

 

Der fremde Blick auf die eigene Praxis – Forschendes Lernen von Studierenden als Element von Professionalisierungsprozessen

Johannes Kloha
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Ansätze Forschenden Lernens eröffnen zum einen die Chance, dass Studierende Handlungsfelder der Sozialen Arbeit mit einem „fremden Blick“ betrachten und darin liegende Herausforderungen entdecken. Zum zweiten können vielfältige Beziehungen zwischen Biographie und Profession in konkreter Weise sichtbar gemacht und einer systematischen Reflexion zugänglich gemacht werden. Der Beitrag stützt sich auf Datenmaterialien aus einem studentischen Forschungsprojekt zu Professionellen mit einer eigenen Migrationsgeschichte und schließt mit Anregungen für die curriculare Verankerung solcher Ansätze.

 

Forschendes Lernen als didaktisches Konzept zur Förderung von disziplinärer und professioneller Identität in Studiengängen der Sozialen Arbeit

André Zdunek
Berner Fachhochschule, Schweiz

Auf Grundlage des am Departement Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule entwickelten Konzepts wird die Förderung von disziplinärer und professioneller Identität sowie von Persönlichkeitsentwicklung durch Forschendes Lernen theoretisch begründet. Es wird argumentiert, dass Studierende in Lernsettings des Forschenden Lernens (i) Gegenstand und disziplinäre Ressourcen der Sozialen Arbeit aktiv reflektieren, (ii) in den Dimensionen von Offenheit und Umgang mit krisenhaften Verläufen herausgefordert werden und (iii) dass sie sich in die nicht-standardisierbare Praxis der Sozialen Arbeit einüben.

 

Der Beitrag von „Forschungswerkstätten“ zur Entwicklung einer professionellen Identität im Studium der Sozialen Arbeit

Cosimo Mangione
Technische Hochschule Nürnberg

In dem Beitrag wird die These vertreten, dass sich mit Blick auf die Soziale Arbeit vor allem Projekte und didaktische Settings des Forschenden Lernens, die sich der Methoden und Analysekonzepte aus der Rekonstruktiven Sozialforschung bedienen, sehr gut eignen, um eine verstehensorientierte und ethnographische Haltung bei den Studierenden anzuregen. Am Beispiel der „Forschungswerkstätten“ wird versucht, deren Professionalisierungspotenzial zu diskutieren und anhand empirischer narrativer Sprachmaterialien zu illustrieren.

 
12:30 - 14:00Panel 46: Ausschliessungsprozesse aus Nutzer*innenperspektive
Chair der Sitzung: Kathrin Aghamiri, Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland
Chair der Sitzung: Rebekka Streck, Evangelische Hochschule Berlin, Deutschland
 
 

Im Schatten der Krise. Der Alltag von Adressat*innen Sozialer Arbeit in der Corona-Pandemie

Zusammenfassung:

Die Corona-Krise und die damit verbundenen Reglementierungen bedeuten für viele Menschen Einschränkungen und Veränderungen ihres bisherigen Alltags. Verfolgt man allerdings die öffentliche Auseinandersetzung um Erleben und Folgen der Krise, finden gerade die Themen und Erfahrungen der Menschen, die mit Sozialer Arbeit in Kontakt kamen und kommen, kaum Gehör. Auf der Grundlage verschiedener Praxisforschungsprojekte möchten wir die Perspektive von Adressat*innen und Nutzer*innen Sozialer Arbeit auf die Corona-Pandemie sichtbar machen und Amivalenzen und Bewältigungsstrategien aufzeigen.

 

Beiträge des Symposiums

 

„Corona-Krise ist hammerhart.“ Alltägliche Einschränkungen, Chancen und Verluste für Menschen mit Beeinträchtigungen

Anne van Rießen
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Auf der Grundlage von halbstandardisierten Expert*inneninterviews mit Menschen mit Beeinträchtigungen, die in stationären Einrichtungen oder mit ambulanter Unterstützung in eigenen Wohnformen leben, wird herausgearbeitet, welche Einschränkungen, aber auch welche Chancen mit den "Corona-Maßnahmen" einhergehen. Die Ergebnisse machen zum einen deutlich, dass für Menschen in stationären Einrichtungen, die Einschränkungen weit über denen der „normalen“ Bevölkerung liegen, und zum anderen dass im Wegfall der Alltagsstrukturierung und den Terminierungen auch Chancen für die Menschen liegen.

 

Über die Schwelle kommen - Jugendliche als Adressat*innen der Schulsozialarbeit im Lockdown

Kathrin Aghamiri
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Der Beitrag thematisiert auf der Grundlage von Interviews und Praxisprotokollen der Schulsozialarbeit, wie Jugendliche aus einer Sekundarschule mit Ganztag, die vor der Corona-Pandemie bereits intensiv mit der Schulsozialarbeit zusammen gearbeitet haben, ihren veränderten Alltag beschreiben. Wie erleben sie den zweiten Lockdown? Welche Erfahrungen haben sie im ersten gemacht? Was vermissen sie und (wo) erleben sie aber auch Freiräume und Entlastung? Wie haben sie die veränderten Angebote der Schulsozialarbeit genutzt? Wie aber auch nicht?

 

Gestalten, Ringen, Distanzieren. Sich die Pandemie begreifbar machen

Rebekka Streck
Fachgruppe Nutzer*innen Sozialer Arbeit DGSA, Deutschland

Der Beitrag basiert auf einem Lehr-Lern-Forschungsprojekt. Gemeinsam mit Studierenden wurde untersucht, wie Adressat*innen Sozialer Arbeit den Lockdown im März 2020 bezogen auf ihr alltägliches Leben wahrnehmen. Die "zweite Welle", die die Interviews begleitete, spielt ebenfalls mit in die Erhebung hinein. Die Befragten wurden also aufgefordert über etwas zu erzählen, was noch im vollen Gange war. So sind die Interviewtexte erstens als Versuch zu verstehen, die Krise zu begreifen und zweitens zeigen sich aber auch starke Differenzen in der Art des begreifbar Machens der Krise.

 
12:30 - 14:00Panel 47: Soziale Arbeit in Europa weiterdenken
Chair der Sitzung: Martin Stummbaum, Hochschule Augsburg, Deutschland
 
 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken – Soziale Kohäsion in Vielfalt stärken

Zusammenfassung:

Die Soziale Kohäsion in Vielfalt im europäischen Kontext zu stärken, das haben sich die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ zur Aufgabe gemacht. Anhand der Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung werden methodisch-konzeptionelle Perspektiven einer Europäisierung der Sozialen Arbeit referiert und zentrale Heraus­forderungen lösungsorientiert diskutiert sowie die europarechtlich-strukturellen Be­dingungen einer Europäisierung der Sozialen Arbeit beleuchtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken am Beispiel der Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“

Martin Stummbaum
Hochschule Augsburg, Deutschland

Die Soziale Kohäsion in Vielfalt im europäischen Kontext zu stärken, das haben sich die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ zur Aufgabe gemacht. Als Best Practice erschließen die beiden Modellprojekte nicht nur für Menschen in benachteiligten und schwierigen Lebenskontexten transnational-europäische Hilfe- und Unterstützungspotenziale, sondern beschreiten den zukunftsweisenden Weg von einer nationalstaatlich verfassten zu einer europäischen Sozialen Arbeit.

 

Soziale Kohäsion in Europa in Vielfalt stärken – Soziale Arbeit weiterdenken

Kirsten Rusert
Universität Vechta

Die beiden Modellprojekte „Horisontti“ und „Fachstelle Europa“ überschreiten die nationalstaatlichen Grenzen einer Sozialen Arbeit in Deutschland und erschließen für Jugendliche und junge Erwachsene in benachteiligten und schwierigen Lebenskontexten transnationale-europäische Hilfe- und Unterstützungssettings.
Um diesen Weg erfolgreich gehen zu können, ist auch die Soziale Arbeit (heraus)gefordert, tradierte Wissens- und Kompetenzbestände sowie Organisations- und Handlungsformen weiterzuentwickeln.

 

Soziale Arbeit in Europa weiterdenken und Soziale Kohäsion in Vielfalt stärken im Kontext europarechtlich-struktureller Bedingungen

Regina Völk
Europabüro / Europe Direct Informationszentrum Augsburg

Der Vortrag diskutiert europarechtlich-strukturelle Bedingungen, unter denen eine nationalstaatliche Entgrenzung und Europäisierung der (deutschen) Sozialen Arbeit erfolgen kann. Wie gestaltet sich der europarechtlich-strukturelle Kontext, um die beiden Modellprojekte als Blaupause für eine europäische Soziale Arbeit nutzen zu können? Dabei spielen strategische Prozesse zur Willensbildung und Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene eine wesentliche Rolle.

 
12:30 - 14:00Panel 48: Familie, Bildung und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Christina Engel-Unterberger, FH St. Pölten, Österreich
 
 

Transnationales Familienleben und die Rolle der Sozialen Arbeit - Stand der Forschung

Franziska Anna Seidel

Universität Kassel, Deutschland

Zusammenfassung

Ziel der Präsentation ist es, den Stand der Forschung in Bezug auf "transnationales Familienleben und Soziale Arbeit" systematisch darzustellen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf Familienleben geflüchteter Minderjähriger, die getrennt von Ihren Eltern leben. Ausgewählte wissenschaftliche Datenbanken und Publikationen mehrerer (I)NGOs wurden nach einschlägigen Schlüsselbegriffen durchsucht und mehr als 400 Volltexte analysiert. Es zeigt sich eine Forschungslücke in Bezug auf individuelle Erfahrungen von Mitgliedern transnationaler Familien und Perspektiven der Sozialen Arbeit diesbezüglich.



Drinnen oder Draußen? Soziale Arbeit entscheidet im Bildungssystem!

Johannes Lang

PH Ludwigsburg, Deutschland

Zusammenfassung

Differenzierungen gehören zum täglichen Handeln von Sozialpädagoginnen und –pädagogen. Im Spannungsfeld der angebotsbezogenen Vorgaben und des professionsgeleiteten Handelns treffen Sozialpädagoginnen und –pädagogen diese Differenzierungen. Zum Teil haben diese weitreichende Auswirkungen für das Individuum. Der Beitrag analysiert diese Diskrepanz anhand einer Fallskizze sowie den Befunden aus der Transitionsforschung. Abschließend werden Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit Zuschreibungen aufgezeigt.

 
12:30 - 14:00Panel 49: Sozialer Wandel und Kontinuität
Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
 
 

Sozialer Wandel und Kontinuität

Zusammenfassung:

Es gibt keine Soziale Arbeit ohne Widerspruch, dies zeigt sich in vielen Facetten, z.B. in den Herausforderungen durch die digitale Transformation. Sie widerspricht und widersteht dem Status Quo des Verhaltens und der Verhältnisse. Beim Widerspruch gegen Verhalten und Verhältnisse verstrickt sich die Soziale Arbeit und wird selbst widersprüchlich, was in modernen Zeiten und bei komplexen Problemlagen Schwäche und Stärke zugleich ist. Widerspruch und Widerstehen bilden seit jeher eine Kontinuität in der Sozialen Arbeit. Wie kann Profession und Disziplin dem digitalen Wandel begegnen?

 

Beiträge des Symposiums

 

Sozialer Wandel durch digitale Transformationsprozesse – Herausforderungen an Disziplin und Profession

Stefanie Neumaier, Juliane Beate Sagebiel
Hochschule München

Umgeben von digitalen Strukturen ist es für die wissenschaftliche Disziplin Soziale Arbeit notwendig, Chancen und Risiken der digitalen Transformation einschätzen und gestalten zu können, anstatt lediglich zu versuchen, sich den in regelmäßigem Turnus präsentierten Innovationen aus der Technikwelt kritiklos anzupassen.

Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach Veränderungen (Chancen und Risiken) in der Sozialen Arbeit gestellt und wie diese Entwicklungen theoretisch beschrieben und erklärt werden können, aber auch, welche Diskussionsbedarfe sich für die Disziplin und die Profession eröffnen.

 

Der Widerspruch als Motor für den Prozess der Sozialen Arbeit

Werner Schöning
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Keine Soziale Arbeit ohne Widerspruch, dies zeigt sich in vielen Facetten. Sie widerspricht und widersteht dem Status Quo des Verhaltens und der Verhältnisse und sie ist selbst widersprüchlich in ihrem Bemühen, unterschiedlichen Mandaten zu genügen. Die Soziale Arbeit ist in Widerspruch und Widersprüchlichkeit eine Profession sui generis. Ihre eigene Art liegt darin, dass sie so, wie sie ist, nicht nur nach außen Verhalten und Verhältnissen widerspricht, sondern auch nach innen keine Orthodoxie entwickelt.

 
12:30 - 14:00Panel 50: Gewaltschutzarbeit – ein Beitrag zur Kohäsion?
Chair der Sitzung: Gaby Lenz, FH Kiel, Deutschland
 
 

Gewaltschutzarbeit – ein Beitrag zur Kohäsion?

Zusammenfassung:

Mit der Ratifizierung der Istanbuler Konvention des Europarates haben sich u.a. Deutschland, Österreich und die Schweiz zum gesellschaftlichen Auftrag gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis verpflichtet. Im Panel wird der Frage nachgegangen, wie die Rahmenbedingungen für nachhaltige Gewaltschutzarbeit aussehen müssen, damit diese über Krisenintervention und Notfallhilfe hinaus nachhaltig Wirkung entfalten können.

 

Beiträge des Symposiums

 

Politische Dimension von Gewalt gegen Frauen

Hannah Wachter
Koordinatorin StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt

Laut UN Bericht wurden 2017 weltweit 87.000 Frauen ermordet. Gewalt gegen Frauen ist ein globales gesellschaftspolitisches Problem. Diese Dimension wird von Entscheidungsträgern oft bagatellisiert oder ignoriert. Besonders wenn es nicht um körperliche Gewalt geht, mit oft dramatischen Folgen für Frauen und Kinder. Darum ist es wichtig, die anderen Formen der Gewalt gegen Frauen näher zu beleuchten. Eine Studie des Vereins Wiener Frauenhäuser zeigt welche Folgen Cybergewalt durch den Partner für Frauen hat.

 

Nachhaltige Problemlösungen oder Krisenintervention? Forschungsbasierte Überlegungen zur Sozialen Arbeit mit gewaltbetroffenen Frauen

Lea Hollenstein
ZHAW Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften

Forschungsergebnisse aus der Schweiz zur Beratung von gewaltbetroffenen Frauen lassen eine hohe Komplexität der (bio-)psychosozialen Falldynamik erkennen, verbunden mit vielfältigen Bewältigungsaufgaben. Von Professionellen muss dies adäquat verstanden und bearbeitet werden können, um nachhaltige Problemlösungen zu unterstützen. Dies erfordert neben Know-how v.a. ein breites, politisch mitgetragenes Verständnis des Beratungsauftrags sowie finanzielle Ressourcen. Die Ratifizierung der Istanbul-Konvention bietet eine Chance der Einengung auf rechtliche Krisenintervention Einhalt zu gebieten.

 

Differenzsensible (Primär-)Prävention zur Bekämpfung von Gewalt in der Paarbeziehung

Regina-Maria Dackweiler, Reinhild Schäfer
Hochschule RheinMain

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit der Ratifizierung der „Istanbul Konvention“ Verpflichtungen zum Kampf gegen alle Formen von Gewalt in Paarbeziehungen eingegangen. Methodisches Vorgehen und Befunde von zwei Praxisforschungsprojekten zum Thema Gewalt in Paarbeziehungen älterer Frauen und Männer im ländlichen Raum werden vorgestellt. Verfolgt wurde die Fragestellung, wie es im Sinne primärer Prävention gelingen kann, für die Problematik zu sensibilisieren und Hilfe- und Unterstützungsbereitschaft für die Betroffenen sowohl im sozialen Umfeld als auch bei Fachkräften zu aktivieren.

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12:30 - 14:00Panel 51: Bildet Banden: Lebens- und Arbeitsbedingungen „junger“ Wissenschaftler_innen Sozialer Arbeit und dessen (möglicher) Protest.
Chair der Sitzung: Fabian Fritz, HAW Hamburg, Deutschland
Chair der Sitzung: Julia Hille, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Deutschland
 
 

Bildet Banden: Lebens- und Arbeitsbedingungen „junger“ Wissenschaftler_innen Sozialer Arbeit und dessen (möglicher) Protest.

DiskutantIn(nen): Sylvia Bühler (ver.di Bundesvorstand), Wolfgang Ruge (Bildungsgrund. Agentur für Kultur- und Medienpädagogik KG, Österreich, Universität Wien, UFG Linz, TU Darmstadt), Lisa Janotta (TU Dresden, Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft/NGAWiss), Nora Sellner (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Vertreterin der NetzwerkAGSozialeArbeit)

Zusammenfassung:

Im akademischen Mittelbau ist Prekarität eher die Regel als die Ausnahme. Grund ist, dass die Hochschulsysteme in Österreich und Deutschland nur einer Minderheit der Wissenschaftler*innen eine existenzsichernde, verlässliche und planbare Perspektive bieten können. Inzwischen regen sich kontinuierlich Kritik und Widerstand gegen die aktuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das Panel schafft eine Übersicht und regt zur Diskussion an.

 

Beiträge des Symposiums

 

Lebens- und Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland

Fabian Fritz1, Julia Hille2
1Universität Hamburg / HAW Hamburg), 2Hochschule Nordhausen / Eberhard Karls Universität Tübingen

Anfang 2019 wurde eine Umfrage zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Wissenschaftler_innen in der Qualifizierungsphase in der Sozialen Arbeit durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass es u.a. kaum unbefristete Verträge gibt und nicht einmal der Hälfte in ihren Anstellungsverhältnissen Zeit zur Arbeit am eigenen Qualifikationsprojekt zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass nur 1/4 über eine volle Stelle verfügt und über die Hälfte mehreren Arbeitsverträgen gleichzeitig nachkommt. Die Bedingungen spiegeln sich in einer ambivalenten Zufriedenheit der „Nachwuchs“-Wissenschaftler_innen wider.

 

Die Situation (sozial-) pädagogischen Nachwuchses in Österreich

Wolfgang Ruge
(Bildungsgrund. Agentur für Kultur- und Medienpädagogik KG, Österreich, Universität Wien, UFG Linz, TU Darmstadt

Der Beitrag schildert die aktuelle Situation des pädagogischen und wissenschaftlichen Nachwuchses in Österreich. Unterschiede zu Deutschland beginnen schon bei der Ausbildung: Während die Studiengänge der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik in Deutschland überwiegend an öffentlichen Fachhochschulen verortet sind, ist in Österreich zumeist ein Studium an einer privatfinanzierten und somit kostenpflichten Fachhochschule erforderlich. Beim Eintritt in die Forschung zeigt sich eine ähnliche Situation, wie in Deutschland - wobei für die Befristungen jedoch andere Voraussetzungen gelten.

 
12:30 - 14:00Panel 52: Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit
Chair der Sitzung: Barbara Schramkowski, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Deutschland
 
 

Klimagerechtigkeit, sozialökologische Transformationen und Soziale Arbeit

Zusammenfassung:

Die Klimakrise ist ein ‚Brennglas‘ sozialer Ungleichheit: So sind Menschen, die über wenig Ressourcen verfügen, um sich und ihr sozial-ökologisches Umfeld zu schützen, stärker durch Folgen von Umwelt-/Klimazerstörung betroffen, auch in Europa. Soziale Arbeit muss die Verschlechterung ökologischer Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen auf psychosoziales Befinden von Menschen mehr fokussieren und sich in die Gestaltung sozialökologischer Transformation einbringen. Hierzu gibt es 4 kurze Impulsvorträge. Ein Antrag auf Gründung einer Fachgruppe zum Thema ist beim DGSA-Vorstand eingereicht.

 

Beiträge des Symposiums

 

Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit

Yannick Liedholz
ASH Berlin

Klimaschutz und Klimaneutralität dominieren als Konzepte die gegenwärtigen Klimadiskurse und Klimapolitiken. Ausgehend von einer kritischen Reflexion beider Konzepte wird Klimagerechtigkeit als alternativer Ansatz vorgestellt und für die Soziale Arbeit kontextualisiert. Dabei wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Klimagerechtigkeit Potentiale für die Soziale Arbeit und den SAGE-Bereich bietet.

 

Soziale Arbeit und sozial-ökologische Sozialraumentwicklung

Marcel Schmidt
Hochschule RheinMain

Der Kurzvortrag beleuchtet thesenhaft, warum Fragen gesellschaftlicher Transformation vor allem auch Fragen transformativer Sozialraum- und Stadtentwicklung sind. Es wird dabei der Bogen geschlagen von der »imperialen Lebensweise« (Brand/Wissen 2017), als Resultat einer »Urbanisierung des Kapitals« (Harvey 2014) und einer der maßgeblichen Ursachen des Klimawandels, bis hin zur »transformativen Bildung« (Mührel 2020) eines kommunalen Handlungssubjekts sozial-ökologischer Stadt- und Regionalentwicklung.

 

Ökologische Gewalt als Kindeswohlgefährdung?

Barbara Schramkowski
Duale Hochschule Baden-Württemberg

Junge Menschen sind vulnerabler hinsichtlich der sozial-ökologischen Folgen von Klimakrise und Umweltzerstörung. Es stellt sich die Frage, inwiefern durch ökologischer Gewalt als Folge der massiven Zerstörung von Ökosystemen durch menschliches Handeln davon ausgegangen werden kann, dass gesamtgesellschaftlich mittelfristig das ‚Kindeswohl‘ nicht mehr gesichert werden kann. Die Frage ist, wer die Verantwortung für den Schutz vor dieser Gewaltform trägt und was dies für die den Staat vertretende Politiker*innen und für Sozialarbeitende insb. in der Kinder- und Jugendhilfe bedeuten könnte.

 

Regenerative Soziale Arbeit

Yari Or
Frankfurt UAS

Regenerative Praxis in der Sozialen Arbeit ist eine praktische Theorie des sozialen Wandels, die die Verflechtung des natürlichen Ökosystems der Erde, der sozialen Beziehungen und des individuellen Wohlbefindens theoretisiert. Der Ansatz verbindet innere und äußere Transformation in einem Modell, und Design-Prinzipien konkretisieren die praktische Umsetzung regenerativer Praxis in sozialpädagogischen Interventionen.

 
12:30 - 14:00Panel der Partner*innen 4: Verlag Nomos
Chair der Sitzung: Friederike Wursthorn, Nomos Verlag, Deutschland
Chair der Sitzung: Alexander Hutzel, Nomos Verlag, Deutschland
Der soziale Sektor spielt im sozialwissenschaftlichen Verlagsprogramm von Nomos eine zentrale Rolle. Neben dem "Fachlexikon der Sozialen Arbeit", das 2022 in der 9. Auflage erscheinen wird, entsteht mit dem Lehrbuchprogramm eine weitere Säule für die Soziale Arbeit. Die Studienkurse „Soziale Arbeit“ und „Sozialwirtschaft“ richten sich vorrangig an Studierende, die „Kompendien der Sozialen Arbeit“ adressieren PraktikerInnen. Mit den Fachzeitschriften „Blätter der Wohlfahrtspflege“ und "Sozialwirtschaft" sowie unseren Monografien und Sammelbänden greifen wir stets aktuelle Entwicklungen auf.
 
14:00 - 14:45Pause 5 / get-together
Während der Tagung steht Ihnen durchgehend der Raum „get-together“ zur Verfügung, in dem Sie sich zwanglos austauschen und vernetzen können.
Wir bieten Break-Out-Rooms nach Voranmeldung oder zur spontanen Verabredung mit Gesprächspartner*innen an:
• Sie können einen der Break-Out-Rooms bis zum 20.4. unter andrea.raebiger@dgsa.de reservieren. Hierfür benötigen wir den Zeitslot sowie Thema/Raumname.
• Während der Tagung können Sie für spontane Treffen Ihren Wunsch an tecsupport@dgsa.de schicken, wenn dieses Treffen auch für andere bekannt und zugänglich sein soll. Bitte geben Sie dazu jeweils Ihr Thema / Ihren Wunsch-Raumnamen und einen Zeitslot an. Der Raum wird dann kurzfristig zur Verfügung gestellt.
• Für eine spontane Verabredung – etwa wenn die Diskussion in einem Panel informell fortgesetzt werden soll – können Sie jederzeit in den Zoom-Raum „get-together“ und einen freien Break-Out-Raum nutzen.
Hinweis: Die Break-Out-Rooms sind für alle Teilnehmenden zugänglich. Rechnen Sie also damit, dass fremde Köpfe zu Ihrer Diskussion dazu kommen könnten und nutzen Sie diese spontane Chance für einen interdisziplinären Austausch und neuen Vernetzungsmöglichkeiten.
 
14:45 - 16:00Tagungsabschluss: Podiumsdiskussion
Chair der Sitzung: Johanna Hefel, Fachhochschule Vorarlberg, Österreich
Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
 
 

Alles bleibt anders? Profession und Disziplin Sozialer Arbeit im Kontext der Covid-19-Pandemie

DiskutantIn(nen): Maria Bitzan (Hochschule Esslingen), Johanna Muckenhuber (FH-Johanneum Graz), Peter Sommerfeld (Fachhochschule Nordwestschweiz)

Zusammenfassung:

Im Abschlusspodium wird die Situation und Verfasstheit der Profession und Disziplin Sozialer Arbeit aus trinationaler Sicht im Kontext der Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf soziale Kohäsions- und Spaltungsphänomene betrachtet.

 

Beiträge des Symposiums

 

Abschlusspodium der Trinationalen Tagung 2021 der DGSA, OGSA und SGSA: „Europäische Gesellschaft(en) zwischen Kohäsion und Spaltung“

Maria Bitzan1, Johanna Muckenhuber2, Peter Sommerfeld3
1Hochschule Esslingen, 2FH-Johanneum Graz, 3Fachhochschule Nordwestschweiz

Bei der Betrachtung der Pandmie entwickeln sowohl sozial-, ungleichheits-, geschlechterpolitische als auch wissenschaftlich-disziplinäre Fragestellungen eine neue Relevanz, die aufgrund bestehender Verblendungszusammenhänge jedoch oft erst als solche noch identifiziert und benannt werden müssen. Vor diesem Hintergrund muss die Pandemie weitaus umfassender als eine soziale und eine begriffliche Krise betrachtet werden. Sie erfordert neue konzeptionelle Zugänge in unbekannte Terrains, neue Formen gesellschaftlicher Solidarität und innovative fachliche Positionierungen.



Verabschiedung und Danksagungen

Michaela Köttig1, Johanna Hefel2, Florian Baier3

1Vorsitzende, Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA); 2Präsidentin, Österreichische Gesellschaft für Soziale Arbeit (OGSA); 3Präsident, Schweizerische Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA)

Zusammenfassung

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