Trinationale Tagung der DGSA/OGSA/SGSA – Trinational2021

Digitale Tagung

23. – 24. April 2021

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Panel 11: Psychische Krankheit als Artikulation sozialer Spaltung
Zeit:
Freitag, 23.04.2021:
15:15 - 17:15

Chair der Sitzung: Christian Spatscheck, Hochschule Bremen, Deutschland
Sitzungsthemen:
1.Nationale Perspektiven auf die Frage nach Kohäsion und Spaltung

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Psychische Krankheit als Artikulation sozialer Spaltung

Zusammenfassung:

Menschen mit chronisch-psychischer Erkrankung sind besonderen Risiken ausgesetzt, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Und umgekehrt werden Krankheitsverläufe durch soziale Ausgrenzung negativ beeinflusst. Medizinisch-psychiatrische Ansätze stoßen diesbezüglich an Paradigmengrenzen. Theoriediskurse Sozialer Arbeit geben Impulse für ein verändertes, transdisziplinäres Krankheitsparadigma, um verschiedenes Wirklichkeitserleben kommunikativ aufzuschließen, gesellschaftliche Teilhabe zu befördern und soziale Faktoren von Genesungsprozessen förderlich zu gestalten.

 

Beiträge des Symposiums

 

Praxisphiolosophisch inspirierte Perspektiven Sozialer Arbeit im Spannungsfeld zwischen psychiatrischer Krankheitszuschreibung und personenorientierter Recovery

Michael May
Hochschule Rhein Main

Die Gegenstandsbestimmung Sozialer Arbeit als Entfremdung wird als Alternative zu psychiatrischen Krankheitszuschreibungen praxisphilosophisch und in kritischer Auseinandersetzung mit dem Capability Approach präzisiert.Personenorientierte Recovery wird vor diesem Hintergrund als Verwirklichung menschlicher Individualität gefasst, die immer zugleich auch eine Verwirklichung menschlichen Gemeinwesens voraussetzt. Die diesbezüglichen Implikationen für eine professionelle Praxis Sozialer Arbeit und ihre Arbeitsbündnisse werden in ihren Grundzügen herausgearbeitet.

 

Pragmatistisch-relationale Perspektiven Klinischer Sozialarbeit

Heiko Löwenstein
Katholische Hochschule NRW. Abt. Köln

Psychiatrische und psychotherapeutische Bezugnahmen, auch wenn sie relationale Ansprüche formulieren, können durch die Klinische Sozialarbeit nicht ohne weiteres zur Grundlage für ein komplexeres, nicht-reduktionistisches Verständnis von Gesundheit und Krankheit gemacht werden. Ausgehend vom US-amerikanischen Pragmatismus soll eine Rekonstruktion der in den Bezügen enthaltenen relationalen Denkfiguren geleistet werden und eine Brücke zu Theorietradition der Sozialen Arbeit, der Pädagogik und der Sozialwissenschaften geschlagen werden.

 

Recovery-Praxis ohne Theorie?! Kritische Skizzen zu (neoliberalen) Vereinnahmungen und Verkürzungen

Michael Domes
Technische Hochschule Nürnberg

Der Vortrag problematisiert die scheinbare Erfolgsgeschichte des Recovery-Ansatzes.

Aus mikro-/mesosystemischer Perspektive: Recovery wird, wie auch das Empowermentkonzept, zur Leerformel auf Leitbild- und Konzeptionsebene, ohne dass dies zu strukturellen Veränderungen in den Institutionen führen würde.

Aus makrosystemischer Perspektive: Durch eine neoliberale Kolonialisierung wird Recovery zum persönlichen Projekt und verschleiert wirtschaftliche Interessen des Hilfesystems oder gesellschaftliche und (sozial-)politische Ursachen psychischer Erkrankung als Artikulation sozialer Spaltung.



 
Impressum · Kontaktadresse:
Datenschutzerklärung · Veranstaltung: Trinational2021
Conference Software - ConfTool Pro 2.6.141
© 2001 - 2021 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany