Statistical Week 2025
2-5 September 2025
Wiesbaden, Germany
Conference Agenda
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Session Overview |
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VDSt1: Umwelt-, Klima- und Gesundheitsmonitoring in Städten und Regionen
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9:00am - 9:25am
Ökonomischer Status und Pandemie-Effekte. Eine Analyse der Daten der Bürgerbefragung "Leben in Koblenz" 2023 Stadtverwaltung Koblenz, Deutschland Nach dem offiziellen Ende der Corona-Pandemie haben manche Menschen weiterhin mit deren Folgen zu kämpfen. Obwohl es keinen Einfluss haben sollte, ob jemand reich oder arm ist, kann vermutet werden, dass wohlhabendere Personen besser durch die Pandemie gekommen sind. Dazu werden die Folgen „gesundheitliche Beeinträchtigungen“, „wirtschaftliche/finanzielle Einbußen“ und „soziale Isoliertheit“ für verschieden ökonomisch ausgestattete Gruppen und Lebensstiltypen näher betrachtet. Der Artikel zeigt anhand ausgewählter Items der Koblenzer Mehrthemen-Bürgerbefragung selbstberichtete Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die unterschiedlichen ökonomisch-Statusgruppen. 9:25am - 9:50am
Sozialräumliche Unterschiede und individuelles Gesundheitsverhalten in deutschen Großstädten. Eine Analyse auf Basis der Innerstädtischen Raumbeobachtung und des Sozio-oekonomischen Panels BBSR, Deutschland Bewohnerinnen und Bewohner in deutschen Großstädten finden unterschiedliche Lebensbedingungen vor in Bezug auf städtebauliche Strukturen, soziale Infrastruktur oder Belastungen durch Lärm und Hitze. Weiter gibt es bestimmte Stadtteile in denen armutsgefährdete Gruppen eher segregiert und unter vergleichsweise schwierigen Lebensbedingungen in Bezug auf Wohnen, öffentlicher Raum und Umweltbelastungen leben. Solche Unterschiede in den Lebensbedingungen könnten sich auf das Gesundheitsverhalten von Bewohnerinnen und Bewohnern auswirken, da individuelle Gesundheit und Gesundheitsverhalten das Resultat einer Wechselbeziehung von Individuum und (sich verändernden) Lebens- und Umweltbedingungen sein können. Dieser Beitrag knüpft an eine Studie an, in der die Gesundheit von Bewohnerinnen und Bewohner in Abhängigkeit des „sozialen Status“ (SGB-II Quote) des Stadtteils untersucht wurde. Die Ergebnisse unserer Vorläuferstudie haben gezeigt, dass neben individuellen Einflussfaktoren auch die kleinräumige Ebene eine moderierende Rolle für die individuelle Gesundheit spielt. Daran anknüpfend fokussieren wir uns in diesem Beitrag auf den Einfluss kleinräumiger Disparitäten auf das Gesundheitsverhalten. Die sozialräumlichen Unterschiede erfassen wir mit den Daten der Innerstädtischen Raumbeobachtung (IRB) über die SGB-II Quote auf Stadtteilebene. Zur Untersuchung des Gesundheitsverhaltens wie körperliche Aktivität, Schlafdauer und Rauchverhalten, nutzen wir die Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Über die Verschneidung der beiden Datenquellen soll der Einfluss des Stadtteils auf gesundheitsbezogene Verhaltensweisen, unter Berücksichtigung individueller sozioökonomischer und demographischer Merkmale, untersucht werden. Erste deskriptive Ergebnisse zeigen, dass sich das Gesundheitsverhalten von Personen, die in Stadtteilen mit einer hohen SGB-II Quote leben, von dem Gesundheitsverhalten von Personen aus Stadtteilen mit niedriger SGB-II Quote unterscheidet. So sind Personen in Gebieten mit hoher SGB-II Quote seltener körperlich aktiv, rauchen mehr und schlafen weniger als Personen in Gebieten mit niedriger SGB-II Quote. Aufbauend darauf soll multivariat untersucht werden, welchen Einfluss sozialräumliche Unterschiede neben individuellen Merkmalen auf das Gesundheitsverhalten wie z.B. die körperliche Aktivität haben. 9:50am - 10:15am
Pflegestrukturplanung in Bayern: Eine einheitliche Datengrundlage für die Sozialplanung Bayerisches Landesamt für Statistik, Deutschland Eine regionalisierte Pflegestrukturplanung ermöglicht es den Landkreisen und kreisfreien Städten, den Bedarf an pflegerischer Versorgung, der sich durch demografische Entwicklungen ergibt, frühzeitig abschätzen und entsprechend zukunftsorientiert handeln zu können. Angesichts des erwarteten fortschreitenden Anstiegs der Anzahl an Pflegebedürftigen gewinnt dies zunehmend an Bedeutung. Relevante Einflussfaktoren wie die Altersstruktur der Bevölkerung unterscheiden sich regional und müssen individuell berücksichtigt werden. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) hat hierfür im Jahr 2021 das Projekt Pflegestrukturplanung initiiert. Dabei unterstützen das Landesamt für Statistik (LfStat) und das Landesamt für Pflege (LfP) die Kommunen durch eine regelmäßig aktualisierte und regionalisierte Datengrundlage. Das Ziel des Projektteams ist es, für die Sozialplanenden in Bayern die Basis für eine einheitliche Pflegestrukturplanung zu schaffen, indem verlässliche und grundlegende Daten auf regionaler Ebene sowie eine Handlungsleitlinie zur Verfügung gestellt werden. Den Kommunen soll der Einstieg in die eigenständige Durchführung der Pflegebedarfsermittlung erleichtert werden. Durch eine abgestimmte Methodik sollen ein fachlicher Austausch und ein Vergleich der regionalen Planungen ermöglicht werden. Die Bayerische Handlungsleitlinie wurde von Expertinnen- und Experten aus den Kommunen und Bezirken erarbeitet und umfasst neben methodischen Aspekten ein für die Berechnung entwickeltes Basismodell. Die Berechnung basiert auf altersspezifischen Quoten aus der Pflegestatistik sowie Angaben zur Bevölkerung aus der Bevölkerungsfortschreibung und den Ergebnissen der Bevölkerungsvorausberechnung. Ab 2027 wird das LfStat eine regionalisierte Vorausberechnung des Pflegebedarfs auf Kreisebene zur Verfügung stellen, die verschiedene Aspekte der Pflege berücksichtigt. Dabei wird unter anderem die vorausberechnete Zahl der Pflegebedürftigen nach Pflegegrad und Versorgungsart ausgewiesen. Zusätzlich wird auch die Anzahl an verfügbaren Pflegeplätzen sowie der Bedarf und das Angebot an Pflegekräften betrachtet. Durch die Bereitstellung der Daten auf regionaler Ebene können die Kommunen frühzeitig auf die zukünftige Entwicklung reagieren. Die regionalisierte Pflegestrukturplanung leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Sozialplanung in den Kommunen. 10:15am - 10:40am
Hitzebedingte Mortalität: Möglichkeiten und Grenzen statistischer Modellierung im kommunalen Kontext Landeshauptstadt Magdeburg, Deutschland Die Untersuchung des Einflusses von Hitze auf Gesundheit und Mortalität gewinnt zunehmend auch im kommunalen Kontext an Bedeutung – etwa im Rahmen stadtbezogener Hitzeaktionspläne. Statistische Auswertungen und modellhafte Analysen rücken damit stärker in den Fokus kommunaler Statistikstellen und städtischer Entscheidungsprozesse.In diesem Vortrag sollen Möglichkeiten zur Untersuchung des Konzepts hitzebedingter Mortalität aufgezeigt werden – unter Verwendung vorhandener Datenquellen wie Temperaturreihen des Deutschen Wetterdienstes, kommunaler Sterbe- und Bevölkerungsstatistiken sowie Statistiken zu Todesursachen. Im Vordergrund stehen Fragen der konzeptionellen Abgrenzung, Datenqualität und methodischen Anforderungen: Wie lässt sich „Hitze“ definieren? Welche Schwellenwerte, Referenzgrößen, Maßzahlen oder Abstraktionen können geeignet sein, um das Konzept zu erfassen? Welche statistischen Verfahren sind grundsätzlich denkbar – und welche Anforderungen stellen sie an Verfügbarkeit, Auflösung und Struktur der Daten? Ziel ist es, die Machbarkeit und Grenzen solcher Analysen im Rahmen kommunaler Statistik realistisch einzuordnen. | ||
