Statistical Week 2025
2-5 September 2025
Wiesbaden, Germany
Conference Agenda
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Session Overview |
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DGD2: Projektionen im Kontext demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen 2
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11:00am - 11:25am
Häuser oder Wohnungen: Kann der Neubau seniorengerechter Wohnungen den Neubedarf an EFH reduzieren? BPD Immobilienentwicklung - Research Deutschlands Haushaltszahl wächst und verursacht deshalb weiteren Wohnungsbedarf. Gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße, so dass gemessen in Quadratmetern eigentlich genügend Wohnfläche da wäre. Ältere ziehen aber kaum um, belegen als kleine Haushalte die großen Wohnungen und Häuser, ziehen den Durchschnitt der Wohnfläche pro Person nach oben und belegen gleichzeitig flächenintensive Wohnformen, die Familienhaushalte in Befragungen als ihre gewünschte Wohnform angeben. Auch wenn hier gelegentlich politische „Zwangsmaßnahmen“ gefordert werden, so muss davon ausgegangen werden, dass diese nicht durchsetzbar sind. Soll die Deckung des Wohnungsbedarfs nicht zu Lasten der Lebensqualität der jüngeren Generation gehen, so müsste gemäß einem klassischen Lebenszyklusmodell der zusätzliche Wohnungsbedarf weiterhin durch den Zubau von EFH für 35-Jährige gedeckt werden. Unter dem Gesichtspunkt des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden erscheint das ebenso wenig sinnvoll wie unter dem Aspekt der Eignung des Wohnungsbestands für seniorengerechtes Wohnen. Eine der zentralen Strategien der Wohnungswirtschaft sollte deshalb in den nächsten Jahren darin bestehen, durch attraktiven seniorengerechten Wohnraum als angebotsseitigen Stimulus die Umzugsquote Älterer zu erhöhen. So erscheint in der nächsten Kohorte auch die Umzugsbereitschaft höher als früher. Die Frage ist nun, in welchem quantitativen Verhältnis die beiden Wohnprodukte „Seniorengerechter Geschosswohnungsbau“ und „Häuser für Familien“ zueinander stehen sollen und wie sich dieses Verhältnis je nach Änderung der Eingabeparameter (Umzugsquote Älterer, Bildung von Familien bei Jüngeren, demographische Parameter) verändert. Entscheidender Hebel ist hier die Menge an „vorzeitig freigezogenen marktfähigen EFH“. Basierend auf Strukturdaten des Mikrozensus und Stromgrößen der BPD-Wohnwunschbefragung wird so ein kleines Modell präsentiert, welche die Auswirkungen von Änderungen der Umzugsquote Älterer auf das Angebot an Bestands-EFH und damit das ideale Verhältnis von Häusern und seniorengerechten Wohnungen im Neubau zeigt. Diskutiert werden die Chancen und Herausforderungen der Regionalisierung sowie die Prioritätensetzung bei der Wahl der relevanten Parameter für ein möglichst schlankes Modell. 11:25am - 11:50am
(Nicht-)Erwerbsbeteiligung im Kontext der demografischen Schrumpfung: ein Blick auf die Datenlage Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Deutschland Das Erwerbspersonenpotenzial auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist seit Beginn der 2010er Jahre beständig gewachsen, steht nun aber vor einem demografisch bedingten Wendepunkt. In der mittleren und langen Frist ist von einem Rückgang des Arbeitskräfteangebots auszugehen, wenngleich das Ausmaß dieses Rückgangs mit entsprechenden Maßnahmen abgeschwächt werden kann. Neben höheren Nettozuzügen können auch steigende Beteiligungsquoten dazu beitragen, die demografisch bedingte Schrumpfung abzufedern. Dabei hängt die mögliche Hebung ungenutzter Potenziale unter der bereits in Deutschland ansässigen Bevölkerung wesentlich vom Ausmaß der (Nicht-)Erwerbsbeteiligung ab. Mit den auf dem Mikrozensus basierenden Erwerbsquoten stehen konsistente Informationen zur Verfügung, die sämtliche Erwerbsformen abdecken – gleichzeitig aber das Ausmaß der Erwerbstätigkeit etwa im Vergleich zur Erwerbstätigenrechnung im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung deutlich unterschätzen. Außerdem enthalten die Zeitreihen Strukturbrüche, wie zuletzt in der jüngeren Vergangenheit. Die Kombination beider Aspekte erschwert zum einen die Beurteilung verbleibender Potenziale, zum anderen die Prognose künftiger Beteiligungsquoten und damit Einblicke, inwiefern verbleibende Potenziale gehoben werden (könnten). Vor diesem Hintergrund stellt der Vortrag darauf ab, diese Probleme nicht nur aufzuzeigen, sondern die Informationen aus dem Mikrozensus mit weiteren Datenquellen zu kombinieren und darauf basierende Beteiligungsquoten – nach Staatsangehörigkeit, Geschlecht und Altersgruppen disaggregiert – zu präsentieren, kritisch zu diskutieren und verbleibende Potenziale im Kontext der demografischen Schrumpfung einzuordnen. 11:50am - 12:15pm
Modellierung des Arbeitsangebotes von Gesundheitsberufen für ein Fachkräftemonitoring des Bundesministeriums für Gesundheit Bundesinstitut für Berufsbildung, Deutschland Der Bedarf an Fachkräften in den Gesundheitsberufen nimmt aufgrund der demografischen Entwicklung sowie geänderter Verhaltensweisen seit Jahren zu und wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Wie können betroffene Berufe und wenn möglich, die von den Berufen erbrachten Gesundheitsleistungen in einer möglichst kleinteiligen Differenzierung im Gesundheitsbereich erfasst werden und wie können diese notwendigen Bedarfe befriedigt werden? Hierzu muss das Gesundheitssystem mit Fachkräften in der richtigen Anzahl, mit der richtigen Qualifikation, am richtigen Ort und in der richtigen Zusammensetzung ausgestattet werden. Um mögliche Fachkräfteengpässe zu lösen, müssen sie frühzeitig erkannt werden. Hier setzt das 2024 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragte BMG-Fachkräftemonitoring an. Die Modellierung einer Basisprojektion für das BMG-Fachkräftemonitoring geschieht im Rahmen der Qualifikations- und Berufsprojektionen (QuBe-Projekt), welche unter der gemeinsamen Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) durchgeführt werden. Dabei ist das Modell in eine Arbeitsangebots- und Arbeitsnachfrageseite unterteilt. Während sich erstere der Anzahl zukünftig verfügbarer Erwerbspersonen widmet, lässt letztere u.a. Rückschlüsse auf die Entwicklung des Versorgungsbedarfs nach Einrichtungsarten zu. Auf die Angebotsseite soll im Folgenden detaillierter eingegangen werden. Für die Modellierung der Angebotsseite stellt die Gesundheitspersonalrechnung (GPR) des Statistischen Bundesamtes die wichtigste Datenquelle dar. Ihr werden die Erwerbstätigendaten der im Gesundheitswesen Beschäftigten entnommen und durch Daten zu erwerbstätigen Fachärzten und -ärztinnen aus der Ärztestatistik der Bundesärztekammer sowie aus dem Bundesarztregister und dem Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ergänzt. In Abstimmung mit dem BMG wurden 55 Berufe des Gesundheitswesens, darunter 16 ärztliche Berufe, identifiziert, die nach Personen und Vollzeitäquivalenten sowie Einrichtungsarten bis 2050 fortgeschrieben werden. Im Vergleich mit der Basisprojektion können Sensitivitätsanalysen und Szenarienrechnungen durchgeführt werden, die eine Abschätzung von Folgewirkungen von Maßnahmen zur Behebung von Passungsproblemen erlauben. | ||
