Statistical Week 2025
2-5 September 2025
Wiesbaden, Germany
Conference Agenda
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Session Overview |
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WSMS2: Economic, Social and Market Statistics 2
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11:00am - 11:25am
Wie reagieren Betriebe des Bauhauptgewerbes auf die Krise im Wohnungsbau? Statistisches Bundesamt, Deutschland Seit 2022 ist der deutsche Wohnungsbau zunehmend in eine Krise geraten. Das Team der Konjunkturstatistik im Baugewerbe hat eine Sonderauswertung der Einzeldaten aus dem Monatsbericht im Bauhauptgewerbe erstellt, um herauszufinden, ob die Betriebe mit einem langjährigen Schwerpunkt im Wohnungsbau in der Lage waren, ihre Produktionskapazitäten zu erhalten und in anderen Bauarten (gewerblicher Bau oder Tiefbau) einzusetzen. Untersucht wurden also eventuelle Verlagerungseffekte auf Ebene der einzelnen Betriebe aus dem Wohnungsbau in die anderen Bauarten. 11:25am - 11:50am
Neue Konjunkturperspektiven durch Firm-Level Mikrodaten der Industrie: Innovationspotenziale für die volkswirtschaftliche Analyse Statistisches Bundesamt, Deutschland Die Konjunkturanalyse stützt sich traditionell auf aggregierte Makroindikatoren, die wesentliche wirtschaftliche Entwicklungen abbilden. Durch den Einsatz amtlicher Mikrodaten auf Unternehmensebene aus dem Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Konjunkturberichterstattung differenzierter zu gestalten. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung innovativer Indizes, die unter anderem Unternehmensgrößen, Performance-Merkmale und Marktdynamiken berücksichtigen. Zu den Beispielen gehören der Mittelstandsindex, der Big Player Index und der Top-Performance Index, die eine detaillierte Betrachtung wirtschaftlicher Entwicklungen jenseits aggregierter Kennzahlen ermöglichen. Darüber hinaus wird untersucht, wie auf Basis von Mikrodaten ein Industrie-Geschäftsklima-Indikator entwickelt werden kann, der Umsatz-, Produktions- und Auftragsdaten kombiniert, um frühzeitige Signale zur wirtschaftlichen Entwicklung zu liefern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Verteilungs- und Strukturanalysen, die tiefere Einblicke in die Entwicklung von Entgelten und Produktivität sowie in die Marktkonzentration, differenziert nach Wirtschaftszweigen, ermöglichen. 11:50am - 12:15pm
t+20 - Ein Projekt zur Schnellschätzung von Konjunkturindikatoren Statistisches Bundesamt, Deutschland Das Projekt t+20 des Statistischen Bundesamtes entwickelt Methoden zur beschleunigten Bereitstellung von Konjunkturindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe. Ziel ist es, bereits 15 bis 20 Tage nach Monatsende verlässliche Schätzungen zu ermöglichen. Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Verfahren getestet, darunter auch maschinelle Lernmethoden wie Regressionsbäume und Nearest-Neighbour-Ansätze. Aktuell basiert das Verfahren auf einem Imputationsverfahren mittels linearer Regression, da dieses sich als besonders robust erwiesen hat. Nach rund anderthalb Jahren „Echtzeitbetrieb“ zeigen die Ergebnisse für den Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe eine sehr gute und robuste Qualität. Die mittlere absolute prozentuale Abweichung liegt dabei aktuell bei 1,1%. Anfang des Jahres wurden die Daten daher erstmals als experimentelle Statistik veröffentlicht. Angesichts der steigenden Nachfrage nach schnellen und präzisen Wirtschaftsdaten – verstärkt durch die Corona-Pandemie und aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen – bietet das Projekt eine wertvolle Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft 12:15pm - 12:40pm
Handlungsbedarf in der Bautätigkeitsstatistik Statistisches Bundesamt, Deutschland Die Bundesregierung der 20. Wahlperiode aus SPD, Grünen und FDP (Ampel-Koalition) hatte im Herbst 2023 einen Gesetzesentwurf zur Novellierung des Hochbaustatistikgesetzes (HBauStatG) vorgelegt. Die Novelle sollte Datenlücken schließen, insbesondere bei Baubeginnen und bei Programmen zur sozialen Wohnraumförderung. Im weiteren Verlauf wurde das Gesetz vom Deutschen Bundestag um ein Merkmal zur Barrierefreiheit von Wohnungen sowie präzisere Vorgaben zur digitalen Datenübermittlung ergänzt und in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beschlossen. Allerdings rief der Bundesrat in seiner zweiten Lesung im Juli 2024 den Vermittlungsausschuss an. Bis zum vorzeitigen Ende der Legislaturperiode wurde eben jener nicht mehr einberufen. Damit war die Gesetzgebung zur Novellierung des HBauStatG gescheitert. In diesem Vortrag wird erörtert, was dieses Scheitern für die Bautätigkeitsstatistiken bedeutet und welche Schritte nun notwendig sind. Die Bautätigkeitsstatistik steht unter akutem Handlungsdruck. Qualitätsanalysen verdeutlichen den Innovationsstau im Datenfluss und legen hohes Verbesserungspotenzial bei der Aktualität und Aussagekraft der veröffentlichten Statistiken offen. Während langfristig die Digitalisierung der Datenflüsse anzustreben ist, muss mittelfristig das Veröffentlichungskonzept modernisiert werden, um weiterhin qualitativ hochwertige Ergebnisse über die konjunkturelle der Baubranche und die Entwicklung des Wohnungsbaus in Deutschland zu erhalten. | ||
