Conference Agenda

Overview and details of the sessions of this conference. Please select a date or location to show only sessions at that day or location. Please select a single session for detailed view (with abstracts and downloads if available).

 
 
Session Overview
Session
Session: Open Access and Open Science at different institutions
Time:
Wednesday, 16/Sept/2020:
9:15am - 10:45am

Session Chair: Peter Molitor

Show help for 'Increase or decrease the abstract text size'
Presentations

Regionalbibliotheken als Akteure der Open-Access-Transformation – Ergebnisse einer Umfrage

Corinna Roeder, Wolf Christoph Seifert

Landesbibliothek Oldenburg, Deutschland

Regionalbibliotheken stellen einen wichtigen funktionalen Baustein des deutschen Bibliothekssystems dar: In vielen Fällen auf eine lange Tradition zurückblickend sind sie Träger der kulturellen Überlieferung einer Region und verfügen über unikale, historisch bedeutende Bestände. Sie sammeln und erschließen – zuweilen als Pflichtexemplarbibliotheken – die aktuellen wissenschaftlichen Publikationen über eine Region. In vielen Fällen stellen sie die Versorgung der Allgemeinheit mit wissenschaftlichen Informationen und wissenschaftlicher Literatur sicher. Zur Gruppe gehören Häuser unterschiedlichster Größen und organisatorischer Erscheinungsformen; regionalbibliothekarische Aufgaben werden von genuinen Landesbibliotheken aber auch von Universitäts- und von Stadtbibliotheken erfüllt.

Das regionalbibliothekarische Angebot ist einerseits auf die allgemeine Öffentlichkeit hin orientiert und stellt andererseits den Ausgangspunkt für spezialisierte – oft außeruniversitäre – historische oder regionsbezogene Forschungen dar. Klar ist, dass Open-Access-Angebote vor diesem besonderen Hintergrund verstanden und entwickelt werden müssen. Weniger klar ist jedoch, wie sich der Stand der Open-Access-Transformation an den Regionalbibliotheken konkret präsentiert, wie weit etwa der offene Zugang zu Digitalisaten und Metadaten entwickelt ist, welche Publikationsdienstleistungen angeboten werden oder wie sich das Thema Open Access auf die Archivierung und Erschließung von Regionalia auswirkt.

In diese Lücke stößt die von uns in unserem Vortrag vorgestellte Online-Umfrage, die nach Anstößen aus der Veranstaltung „Open Access in Regionalbibliotheken – Ideenbörse für gemeinsame Handlungsfelder“ bei den Open Access Tagen 2019 und auf Anregung der AG Regionalbibliotheken zur Zeit von der Landesbibliothek Oldenburg unter den Angehörigen der Arbeitsgemeinschaft durchgeführt wird. Sie erfasst den Entwicklungsstand mit besonderem Augenmerk auf jene Serviceangebote, die sich an außeruniversitäre Nutzer richten. In unserem Beitrag stellen wir die Umfrage vor und diskutieren ihre Ergebnisse mit Blick auf die spezifischen organisatorischen und strukturellen Bedingungen des Bibliothekstyps sowie auf die weitere Entwicklung der Open-Access-Transformation in diesem Sektor. Über die interne Selbstverständigung zwischen den Regionalbibliotheken hinausgreifend liefern wir mit unseren Überlegungen auch einen grundsätzlichen Beitrag zur Erweiterung der Diskussion um Open Access, die sich oft am Paradigma der Universitätsbibliothek orientiert.



Open Access als Herausforderung für Museumsbibliotheken

Stefanie Paß, Elisa Herrmann

Museum für Naturkunde Berlin - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, Deutschland

Die Bibliothek am Museum für Naturkunde Berlin zieht nach sechs Jahren ein Resümee zur Open-Access-Transformation der Hauszeitschriften und zur Erarbeitung der OA-Leitlinie, die 2019 verabschiedet wurde. Gleichsam erfolgt ein Ausblick auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen, etwa in der Erwerbung oder der Einrichtung eines hauseigenen OA-Publikationsfonds.

Das Museum für Naturkunde Berlin ist ein Ort an dem sich Wissenschaft und Gesellschaft begegnen, um gemeinsam über die Zukunft der Erde und das Wissen darüber zu verhandeln. Es stärkt die Wissensgesellschaft zum einen durch den freien Zugang zu Informations- und Forschungsinfrastrukturen, zum anderen durch die Öffnung seiner Forschung im Sinne von Open Science. Ein wichtiger Baustein für Open Science ist Open Access (OA). 2014 wurden die traditionsreichen Hauszeitschriften in genuine Open-Access-Journale transformiert und mittlerweile ist bereits über 40% des wissenschaftlichen Outputs des Museums in OA publiziert. Dies ist nicht zuletzt der Koordinierungsstelle für wissenschaftliches Publizieren zu verdanken. Die Stelle wurde 2017 in der Bibliothek des Museums eingerichtet und unterstützt bei Fragen rund um den wissenschaftlichen Publikationsprozess. Hierbei spielen Themen in den Bereichen der Publikationsverwaltung, Open Access und der Erstinformation zu rechtlichen Aspekten des Publizierens eine Rolle. Die institutionelle Verstetigung dieser Bestrebung war ein logischer Schritt, den das Museum 2018 durch die kollaborative Erarbeitung der Open Access Leitlinie begonnen hat. Die Leitlinie wurde 2019 verabschiedet.

Zukünftige Handlungsfelder sind der Aufbau von Infrastrukturen für Green Open Access, ein hauseigener Publikationsfond und der Umgang mit Open-Access-Publikationen im Erwerbungsprozess.



Open Science an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)

Marianne Seidig, Markus Schnöpf

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Deutschland

Die BBAW hat sehr früh die Bedeutung des offenen Zugangs zu ihren Erkenntnis- und Wissensbeständen erkannt. Anfang des Jahrtausends unterzeichnete sie als eine der ersten Forschungseinrichtungen, die Berlin Declaration on Open Access. Bereits zwei Jahre zuvor war ein Ausschuss eingerichtet worden, der in den Verhandlungen mit Verlagen für die Publikationen der Akademie eine möglichst kurze moving wall durchgesetzt hat. 2006 ist in der Akademiebibliothek ein edoc-Server aufgesetzt worden, der unter verschiedenen „creative commons“-Lizenzen Wissenschaft und Öffentlichkeit eine Nutzung der Texte ermöglicht. Dieser Weg war durchaus steinig, denn es mussten nicht nur die Verlage, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie davon überzeugt werden, dass diese Form des Publizierens nicht nur für die wissenschaftliche Gemeinschaft als Ganze, sondern auch für ihre eigene Forschung die zukunftsfähigste Lösung darstellt.

Im vergangenen Jahr ist die Akademie noch einen Schritt weiter gegangen. Sie hat ein „Leitbild Open Science“ verabschiedet und wird zukünftig nicht nur ihre verschiedenen Druckpublikationen, sondern auch die Forschungsdaten und von der BBAW entwickelte Forschungssoftware unter einer möglichst freien Lizenz veröffentlichen und die FAIR-Prinzipien umsetzen.

Der Vortrag behandelt vornehmlich die verschiedenen an der BBAW verabschiedeten Leitlinien; auf Postern wird die praktische Umsetzung in den einzelnen Akademiebereichen dargestellt. Die Erreichung der Ziele des Open Access bleibt eine Aufgabe, weil sich im Akademiearchiv oder der Bibliothek andere Herausforderungen stellen als in einem digitalen Editionsprojekt oder dem Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache, so dass spezifische Maßnahmen zur Umsetzung von Open Access entwickelt und implementiert werden müssen.



 
Contact and Legal Notice · Contact Address:
Privacy Statement · Conference: OAT 2020
Conference Software - ConfTool Pro 2.6.135
© 2001 - 2020 by Dr. H. Weinreich, Hamburg, Germany