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Session Overview
Session
Session: Open publication formats
Time:
Tuesday, 15/Sep/2020:
2:15pm - 3:45pm


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Presentations

Offene Publikationsformate für Open Science

Christof Schöch

Universität Trier, Deutschland

Die Debatten um Open Access kreisen derzeit stark um geeignete Finanzierungsmodelle, wobei manchmal aus den Augen verloren wird, dass auch die Datenformate der Publikationen grundsätzlich offener, und das heißt, jenseits des PDF-Formats als digitale Reinkarnation des gedruckten Buchs, gedacht werden müssen, wenn das Potential digitaler Technologien, insbesondere auch quantitativer Verfahren, für die Wissensproduktion bestmöglich genutzt werden soll.

Daher geht es im vorliegenden Beitrag um die Frage von wissenschaftlichen Publikationen als Daten (nicht aber um die Publikation von Forschungsdaten). Zentrale Forderung ist, auf eine Ablösung des PDF-Formats und die Entwicklung und Nutzung offener, standardisierter und die FAIR-Prinzipien erfüllender Datenformate für wissenschaftliche Publikationen hinzuarbeiten. Dabei, so wird argumentiert, geht es neben den Metadaten, Schlagworten, der Textstruktur und den bibliographischen Verweisen insbesondere auch um die Textinhalte: Es sind Modelle und technische Lösungen dafür nötig, wie zentrale Aussagen einer wissenschaftlichen Publikation in maschinenlesbarer Form in die Publikation selbst eingebettet werden können. Für all diese Aspekte kommt weit verbreiteten, semi-strukturierten Formaten wie XML (bspw. TEI, JATS oder RDF) und JSON (wie in BibJSON, ähnlich auch BibTex) sowie dem Prinzip des Semantic Web mit der Verwendung von Linked Open Data (LOD) eine wichtige Rolle zu.

Die mit diesem Szenario verbundenen Hoffnung ist, dass wir in naher Zukunft Forschungsergebnisse nicht mehr nur in natürlichsprachiger Prosa formuliert und als PDF-Dateien publizierte Artikel oder Bücher produzieren, verbreiten und rezipieren. Sondern dass dieser Prosatext mit relevantem Code und Datensätzen verbunden, mit reichhaltigen Metadaten versehen, in seiner Textstruktur ausgezeichnet, unter Verwendung strukturierter bibliographischer Daten, mit Entitäten und Konzepten annotiert und in Form von LOD-Statements zusammengefasst publiziert wird. So wird die Prosa in Zukunft nicht mehr allein stehen, sondern eingebettet sein in einen maschinenlesbaren Kontext von Daten, Code, Metadaten, Zitationsdaten und formal modellierten Aussagen. Solche offenen, reichhaltigen Publikationsformate sind ein wichtiger Baustein in einer Open Access-Strategie, die Open Science bestmöglich fördern möchte.



Ein neues Zeitschriftenmodell mit integrierten Forschungsdatensupplementen in den Altertumswissenschaften: Der neue Archäologischer Anzeiger

Peter Baumeister

Deutsches Archäologisches Institut, Deutschland

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) verfügt über eine in den Altertumswissenschaften einzigartige wissenschaftliche Informationsinfrastruktur, die sich aus unterschiedlichen Systemen und Diensten zusammensetzt (www.idai.world). Für den Relaunch des Archäologischen Anzeigers (AA), einer wichtigsten internationalen Zeitschriften auf diesem Gebiet, der seit 1889 erscheint, hat das DAI ein neues Publikationsformat entwickelt, bei dem klassische Journal-Artikel mit Forschungsdaten in Form digitaler Supplemente verschränkt werden können.
Herzstück ist der DAI-Journal-Viewer, der auf einer Open Source-Software basiert (https://lens.elifesciences.org) und so modifiziert wurde, dass strukturierte Datenkonvolute aus unterschiedlichen Quellsystemen der iDAI.world in die angezeigten Beiträge eingebunden werden können (vgl. z. B. https://doi.org/10.34780/639r-3561).
Die Viewer-Ausgaben der Beiträge, die aus JATS-XML generiert werden, sind zusammen mit einer PDF-Version und den verlinkten Datensupplementen frei zugänglich; darüber hinaus ist die Zeitschrift weiterhin als hochwertige Druckausgabe beziehbar.
Eines der Hauptziele der aktuellen Weiterentwicklungen nach dem Relaunch 2019 ist es zum einen, die Workflows so einzurichten, dass auch konventionell arbeitende Redaktionen in die Lage versetzt werden, vergleichbare Publikationen in einer XML-Umgebung vorzubereiten (automatisierte Vorstrukturierung bzw. Auszeichnung von XML-Dokumenten). Zum anderen wird daran gearbeitet, jene Elemente der Prozesskette, die noch auf proprietärer Software beruhen, im Sinne des Open Science-Paradigmas durch Komponenten offener Programmierung zu ersetzen.
Die Möglichkeit, den eigenen Artikel mit Forschungsdaten anzureichern, die in strukturierten Systemen frei zugänglich und nachnutzbar sind, und die Ergebnisse open access zugänglich zu machen, schafft für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen einzigartigen Mehrwert, der dazu führen wird, die Sichtbarkeit der eigenen Publikations- und Forschungsleistung maßgeblich zu erhöhen.



Xsample: Text und Data Mining auf geschützten Werken durch Auszüge transparent erschließen

Sibylle Hermann1, Felicitas Kleinkopf2, Markus Gärtner1

1Universität Stuttgart, Deutschland; 2Karlsruher Institut für Technologie, Deutschland

In den Digital Humanities wird wegen Unsicherheiten im Urheberrecht oft auf die Veröffentlichung von Forschungsdaten verzichtet. Der neue § 60d UrhG erlaubt es nur, Korpora aus urheberrechtlich geschützten Werken im Zeitraum der Forschungsarbeiten „einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen für die gemeinsame wissenschaftliche Forschung sowie einzelnen Dritten zur Überprüfung der Qualität wissenschaftlicher Forschung öffentlich zugänglich zu machen”. Nach Abschluss der Forschung verpflichtet § 60d UrhG allerdings zur Löschung des Korpus, wobei es Archiven und Bibliotheken zur dauerhaften Aufbewahrung übermittelt werden kann. Bezüglich der Löschungspflicht und Übermittlungsmöglichkeit sind allerdings im Zuge der DSM-RL der EU aus 2019 Änderungen zu erwarten. Nach § 60c UrhG dürfen aber Bibliotheken bis zu 15% einzelner Werke an Nutzer zu nicht kommerziellen Zwecken übermitteln. Die rechtlichen Möglichkeiten sind allerdings unklar. Bisher ist auch eine technische Umsetzung des § 60c UrhG nicht vorhanden.

Aus diesem Grund werden im Projekt XSample die technischen und rechtlichen Voraussetzungen für transparente Forschung mit Text und Data Mining untersucht. Dazu wird anhand von Anwendungsbeispielen aus den Digital Humanities ein Konzept für die Generierung von Auszügen aus urheberrechtlich geschützten Werken und darauf erzielten Analyseergebnissen entwickelt und implementiert. Das Auszugskonzept soll einem Forschungsteam erlauben, die auf geschützten Werken erzielten Forschungsergebnisse im rechtlich erlaubten Rahmen Dritten zugänglich zu machen. Damit soll eine empfindliche Einschränkung des Potenzials der Digital Humanities überwunden werden.



 
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