Conference Agenda

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Session Overview
Session
Session: Alternative funding models
Time:
Wednesday, 16/Sept/2020:
2:45pm - 4:15pm

Session Chair: Claudia Frick

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Presentations

Alternative Finanzierungsmodelle für Open Access - Herausforderung und Chance für Bibliotheken

Ulrike Kändler1, Elena Di Rosa2

1Technische Informationsbibliothek (TIB); 2Technische Universität Berlin, Deutschland

Die outputbasierte Open-Access-Finanzierung über Article Processing Charges war seit ihrer Einführung vor fast zwanzig Jahren nie unumstritten. Doch obwohl die Kritik inzwischen deutlich vernehmbar steigt, sind APC-Zahlungen im Bibliotheksalltag gut integriert – sei es in Form von Open-Access-Publikationsfonds, Offsetting- oder Transformationsverträgen. An deutschen Einrichtungen prägen darüber hinaus die nationalen DEAL-Großverträge die Gegenwart 2020. Sie ziehen zwar Kritik auf sich, weil das Publish&Read-Modell der Big Deals mancherorts die Bibliotheksbudgets herausfordert, dennoch führt dies offenbar nicht zu einem Aufschwung von gemeinschaftlichen Finanzierungsformen, und das obwohl der Wunsch nach Alternativen an vielen Stellen artikuliert wird. Greift hier erneut die Logik des Verursacherprinzips? Traditionell fokussiert das strategische Handeln von Bibliotheken darauf, einer (meist lokal) begrenzten Community auf Basis begrenzter finanzieller Ressourcen das bestmögliche Informationsangebot bereitzustellen. Wie verhält sich dies jedoch zu den Konzepten der freiwilligen, gemeinschaftlichen oder mitgliedschaftsbasierten Finanzierung?

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, sich den Umgang der Bibliotheken mit alternativen Finanzierungsmodellen genauer anzuschauen. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung freiwilliger und gemeinschaftlicher Open-Access-Finanzierung für wissenschaftliche Bibliotheken und fragt nach dem Stellenwert APC-freier Modelle im strategischen Handeln der Einrichtungen. Dabei spielen insbesondere folgende Fragen eine Rolle:

  • Welche Faktoren bedingen die Entscheidung für oder gegen eine Beteiligung an einem APC-freien Finanzierungsmodell?
  • Existieren strategische Überlegungen für die Open-Access-Finanzierung und welche Bedeutung nehmen gemeinschaftliche Finanzierungsformen darin ein?
  • Nach welchen Kriterien wird über individuelle Angebote und Modelle entschieden?
  • Wie findet der Entscheidungsprozess statt und welche Abteilungen sind daran beteiligt?

Der Vortrag diskutiert die Ergebnisse einer strukturierten Befragung ausgewählter wissenschaftlicher Bibliotheken und formuliert Vorschläge für die zielorientierte Integration alternativer Finanzierungsmodelle.



Nachhaltiges Open Access: Verlagsunabhängig, divers und gebührenfrei

Marcel Wrzesinski1, Christian Katzenbach1, Frédéric Dubois1, Nicole Waidlein2, Klaus Tochtermann2

1Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Deutschland; 2ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Es scheint Schwerpunkte der Open-Access-Transformation in Deutschland zu geben: In unterschiedlichen Konsortien werden Lizenzmodelle mit Verlagen verhandelt; konsortiale Dienstleister fokussieren mit ihren Geschäftsmodellen meist Transformationsaspekte und etablierte, renommierte Zeitschriften; und auch öffentliche Förderung orientiert sich vielfach an Kriterien wissenschaftlicher Reputation. Hierdurch werden wichtige Chancen verkannt, die im elektronischen, freien Publizieren und dem Anspruch von Bibliodiversität liegen: die Unterstützung von innovativen Publikationsprojekten (inter-/transdisziplinäre Fachzusammenhänge, gemeinnützige Modelle, Publikationen mit Fokus auf emergente Themen, peripher-lokale Publikationsinitiativen, Kleine Fächer) sowie die Entwicklung neuer Publikationsformate, Tools und Workflows (community-basiert und kooperativ).
Das Projekt “InnOAccess” (DFG; Juni 2019 - November 2020) antwortet auf diese Herausforderungen durch eine praxisorientierte, nachnutzbare Konsolidierung der Publikationsinfrastruktur von “Internet Policy Review” und mit einem Konzept für ein modulares, bedarfsorientiertes Finanzierungskonzept. Im ersten Teil des Vortrags sollen die Ergebnisse einer Umfrage vorgestellt werden, die im Rahmen des Projektes zur Lage von verlagsunabhängigen, gebührenfreien Zeitschriften durchgeführt wurde. Es wurde etwa deutlich, dass One-size-fits-all Lösungen nicht der Weg sein können, sondern Publikationskulturen so unterschiedlich wie die publizierenden Einrichtungen sind. Zugleich scheinen speziell außeruniversitäre Journals kreative Finanzierungsmöglichkeiten und technische Lösungen gefunden zu haben, von denen das Feld des scholar-led-publishing insgesamt profitieren kann.
Im zweiten Teil des Vortrags werden technische Publikationslösungen und nachnutzbare Finanzierungsmodule vorgestellt, die auf den Befunden der Umfrage sowie einer systematischen Evaluation vorhandener Geschäftsmodelle beruhen. Technische Innovation wird hier als wichtiger Beitrag für nachhaltiges und planbares Publizieren verstanden: Open-Source-Anwendungen ergänzen dabei kooperative Praktiken und institutionelles Know-How. Insgesamt können Wissenschaftler*innen so zu technisch wie publizistisch versierten Akteur*innen im Rahmen einer community-basierten Publikationskultur werden.
Eine zentrale Erkenntnis des Forschungsprojektes ist, dass besonders die Schaffung eines Konsortienmodells für verlagsunabhängige, gebührenfreie Journals in kleinen bzw. interdisziplinären Fachzusammenhängen ein zukunftsweisender Schritt für die OA-Publikationslandschaft wäre. Der Vortrag schließt mit einer Skizze dieses Modells und einem Aufruf zur aktiven Beteiligung aller Akteur*innen des wissenschaftlichen Publikationssystems.



Institutionelles Open Access – Was funktioniert und was nicht funktioniert

Philipp Hess, Catherine Anderson

Knowledge Unlatched, Deutschland

Institutionell finanziertes Open Access für Zeitschriften und Bücher findet seit 2012 über verschiedene Player immer mehr Unterstützung. Knowledge Unlatched, Open Library of Humanities, Luminos und TOME sind einige Beispiele für zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze. Sie alle haben zum Ziel, Finanzierung für Open Access Monographien in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu sichern. Allen Initiativen ist gemein, dass sie durch ein hohes Maß an Experimentieren aktiv die Entwicklung der Modelle vorantreiben. Dass es dabei nicht nur Erfolge, sondern auch wichtige Flops gibt, liegt in der Natur der Sache.

Der Vortrag untersucht kritisch, welche Ansätze erfolgreich waren und welche Ideen nicht funktioniert haben und bemüht sich, daraus generalisierende Ableitungen zu treffen. Zielgruppe sind Entscheider in Verlagen und Bibliotheken, die aktiv an der (Weiter-) Entwicklung von Zugangs- und Geschäftsmodellen für OA Zeitschriften und Bücher beteiligt sind.



 
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