Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
2.6.b: Lehramtsausbildung gestalten
Zeit:
Freitag, 24.05.2019:
14:30 - 15:30

Chair der Sitzung: Friedhelm Eicker
Ort: BITZ - Raum K1/K2
BITZ Bremer Innovations- und Technologiezentrum, Fahrenheitstraße 1, 28359 Bremen

Präsentationen
14:30 - 14:45

Kompetenzorientierte Lehrerbildung an Fachhochschulen – Herausforderungen und hochschuldidaktische Ansätze

Tamara Riehle

Universität Siegen, Deutschland

KOMPETENZORIENTIERTE LEHRERBILDUNG AN FACHHOCHSCHULEN – HERAUSFORDERUNGEN UND HOCHSCHULDIDAKTISCHE ANSÄTZE

Abstract

Das Land Nordrhein-Westfalen ermöglicht mit der Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) [1] von 2009 bzw. 2018 Studierenden von Fachhochschulen, die mit Universitäten kooperieren, den direkten Weg in einen Masterstudiengang Lehramt an Berufskollegs. Dieser, in NRW neuer, Weg führt zu Reformen bezüglich institutioneller und struktureller Rahmenbedingungen und bedingte neue, hochschuldidaktische Konzepte.

Zur Entwicklung und Eruierung der spezifischen hochschuldidaktischen Konzeptionen galt es, die folgenden Fragen zu klären:

• Welchen Voraussetzungen und Motivation bringt die Zielgruppe mit?

• Welche institutionellen und strukturellen Bedingungen sind gegeben und inwieweit hat dies Einfluss auf die Konzeptionierung des Studiengangs und die Ziele der Seminare?

• Welche didaktischen Konzepte führen, im Rahmen der Studienangebote, zu einer rudimentären professionellen Handlungs- und Reflexionsfertigkeit? Und welche Herausforderungen und Schwierigkeiten ergeben sich dabei?

Der Vortrag zeigt die institutionellen und strukturellen Lösungen sowie - auf Basis verschiedener Entwicklungsmodelle - didaktischen Ansätze und methodischen Umsetzungen, aber auch die Herausforderungen und Grenzen, die sich durch das formale Studienkonstrukt und die Zielgruppe ergeben.

Keywords: Kompetenzorientierte Lehreribildung, neue hochschuldidaktische Lehr/Lernkonzepte in der Lehreribildung

Abstract

Nordrhein-Westfalen changed the Lehrerausbildungsgesetz (LABG) [1] in 2009 and 20018. Therefore students of universities of applied sciences are enabled to go in a master’s program for vocational education of cooperating universities directly. This new path in NRW results in the reorganization of institutional and structural framework conditions and, moreover, requires a different didactic concept.

The following questions had to be clarified in order to develop and determine the specific didactic conception:

• Which prerequisites and motivation does the target group bring with it?

• Which institutional and structural conditions exist and to what extent do they influence the conceptual design of the program and the objectives of the seminars?

• Which didactic concepts lead to a first / rudimentary professional ability to act and reflect as a part of the study programs? And what challenges and difficulties arise?

The presentation illustrates the institutional and structural solutions as well, as didactic approaches and methodological implementations on the basis of different development models as well as the challenges and limitations that arise from the formal study program construct and the target group.

Keywords: Competence-oriented teacher education, new didactic teaching / learning concepts in teacher education

Referenzen

[1] Gesetz über die Ausbildung für Lehrämter an öffentlichen Schulen (Lehrerausbildungsgesetz - LABG). Vom 12. Mai 2009 (GV. NRW. S. 308) zuletzt geändert durch Gesetz vom 21. Juli 2018 (SGV. NRW. 223)



14:45 - 15:00

Integration von Schülerprojekten in der Ausbildung von zukünftigen Lehrkräften

Matthias Haack, Thomas Knief, Thomas N. Jambor

Leibniz Universität Hannover, Deutschland

Abstract 1 Das Projekt TechColleges hat das Ziel, Schülerinnen und Schüler der ersten Generation mit und ohne Migrationshintergrund für ein Studium im MINT-Bereich zu begeistern. Von 2014 bis 2016 wurde TechColleges durch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. In diesem Beitrag wird das aktuelle Konzept für das Cooperation- und University-Level-TechCollege vorgestellt.

Im Rahmen des Cooperation-Level-TechCollege bietet das Zentrum für Didaktik der Technik Projekte für Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik und Mechatronik an. Alle Schülerprojekte finden im Kontext eines selbstkonstruierten Smart Homes, des sog. RasPi-Home Learning Systems, statt. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler des TechColleges planen und realisieren elektrotechnische Schaltungen und Leiterplatten, programmieren Steuergeräte, entwerfen und fertigen 3D-Modelle des Modellhauses mit einem 3D-Drucker. Das RasPi-Home Learning System ermöglicht das Einbinden von bis zu 16 Zimmern und beliebig vielen weiteren Systemen (z. B. Solaranlage, Garage). Die Vorbereitung und Durchführung dieser Schülerprojekte findet im University-Level-TechCollege statt. Studierende des Studiengangs Lehramt an berufsbildenden Schulen mit der beruflichen Fachrichtung Elektrotechnik planen und realisieren in fachdidaktischen Lehrveranstaltungen die Schülerprojekte. Überdies haben die Studierenden die Möglichkeit, die Projekte mit den Schülerinnen und Schülern durchzuführen, methodisch zu evaluieren und damit erste Lehrerfahrungen zu sammeln.

Abstract 2 The TechColleges project aims at inspiring school students to take one of the STEM courses. Especially students coming from a none-academic family either with or without migratory background should be adressed by the TechColleges program. From 2014 to 2016 the Ministry of Science and Culture of Lower Saxony supported the TechColleges. This article presents the current concept of the Cooperation- and University-Level-TechCollege.

Within the framework of the Cooperation-Level-TechCollege, the Centre for Didactics of Technology offers projects for students of vocational schools with a focus on electrical engineering and mechatronics. All student projects take place in the context of a self-constructed smart home, the so-called RasPi-Home Learning System. The participating students plan and build electrical circuits and circuit boards, program control units, design and produce 3D models of the model house using a 3D printer. The RasPi-Home Learning System enables the integration of up to 16 rooms and any number of other systems (e.g. solar system, garage). The preparation and implementation of these student projects takes place at the University-Level-TechCollege. Students of the degree course „Teaching Profession at Vocational Schools” specialized in electrical engineering plan and implement the student projects in their didactic courses. Furthermore, the students have the opportunity to carry out the projects together with the school students, evaluating the results methodically and thus gaining their first teaching experience.



15:00 - 15:15

Studiengangsentwicklung im Kontext der Digitalisierung am Beispiel eines Studienganges in der beruflichen Bildung

Bianca Schmitt, Maren Petersen, Falk Howe

Universität Bremen, Deutschland

Die aktuellen sowie zukünftigen Anforderungen im Hinblick auf die Digitali-sierung der Berufs- und Arbeitswelt gehen mit veränderten Aufgabenprofilen sowohl für bestehende sowie auch für zukünftige Beschäftigte einher. Deshalb sollten daraus resultierende, veränderte Kompetenzanforderungen bereits frühzeitig in der akademischen Ausbildung Berücksichtigung finden. Insbesondere für Studiengänge, die sich schwerpunkt-mäßig mit beruflichen Bildungsprozessen beschäftigen, stellen die Veränderungen der Arbeitswelt einen zentralen Ausgangspunkt für die fach- und berufswissenschaftliche Auseinandersetzung dar. Um die Studierenden auf die Gestaltung von Lernprozessen im Sinne einer „Berufsbildung 4.0“ vorzubereiten, muss diesen Veränderungen auch in der Studiengangsentwicklung Rechnung getragen werden.

Exemplarisch wird deshalb in diesem Beitrag die Weiterentwicklung des Bachelor-studienganges „Berufliche Bildung“ der Universität Bremen betrachtet. Das Studium bereitet in den gewerblich-technischen Fachrichtungen auf eine arbeitsprozess-orientierte Aus- und Weiterbildungspraxis an außerschulischen sowie schulischen Lernorten der beruflichen Bildung vor. Um den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen zu begegnen, wurde die Ausdifferenzierung in die zwei Fachrichtungen Metalltechnik/Fahrzeugtechnik sowie Elektrotechnik/Informationstechnik zugunsten eines mechatronischen Profils aufgelöst. Diese Entscheidung ist auf die verstärkt interdisziplinäre Wertschöpfung (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau 2017, S. 26), das heißt intensivere Verknüpfung von unterschiedlichen Disziplinen und Technologien, zurückzuführen, was sich bereits in einer zunehmenden Automatisierung und Vernetzung zeigt. Deshalb ist es sinnvoll, diese Interdisziplinarität bereits in der Ausbildung von zukünftigen Lehrenden in der beruflichen Bildung zu berücksichtigen. Des weiteren ist der Anteil von projektförmigen Modulen deutlich erhöht worden, um Kompetenzen für die selbständige Lösungs-entwicklung von komplexe Problemstellungen, für Projektmanagement und das Arbeiten in (interdisziplinären) Teams zu fördern. Ein entsprechendes Konzept zur Ausgestaltung dieser Ansätze wird am Beispiel des Bremischen Studienganges „Berufliche Bildung“ aufgezeigt.