Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
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Sitzungsübersicht
Sitzung
2.6.a: Lehre für die Digitalisierung gestalten II
Zeit:
Freitag, 24.05.2019:
14:30 - 15:30

Chair der Sitzung: Henning Klaffke
Ort: BITZ- Raum K4/K5
BITZ Bremer Innovations- und Technologiezentrum, Fahrenheitstraße 1, 28359 Bremen

Präsentationen
14:30 - 14:45

Service Learning-Projekt im B. Sc. Maschinenbau zur Unterstützung einer zukunftsorientierten Ingenieur*Innen-Ausbildung

Kristina Lampe, Alexandra Dorschu, Gerhard Wischmann, Laura Keders, Simon Lange

Hochschule Ruhr West, Deutschland

Die Anforderungen an zukünftige Ingenieur*innen befinden sich aktuell im Wandel. Auf diesen Kompetenzwandel muss die zukunftsorientierte Ingenieur-Ausbildung flexibel rea-gieren. Das Studium sollte so ausgerichtet sein, dass Kompetenzen wie Problemlösungsfä-higkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Kollaboration und Nutzerzentriertes Designen [Stifter-verband, 2018] gefördert werden. Diese Kompetenzen lassen sich unabhängig vom Grad der Digitalisierung und Automatisierung auf alle aktuellen Problemstellungen anwenden.

Das Konzept des Frauenstudiengangs Maschinenbau kombiniert daher strategisch und ziel-gruppenorientiert curriculare und extra-curriculare Angebote zur Entwicklung dieser Kom-petenzen. Im Fokus des Studiums steht die Befähigung zu selbstreflektierten, verantwor-tungsstarken Ingenieurinnen, die das Interesse an der Schaffung von gesellschaftlichem Mehrwert aufweisen werden [Duffy et al., 2008]. Das Begleitprogramm fördert bereits mit verschiedenen Kursangeboten gezielt die o.g. Kompetenzen. Um schon zu Beginn des Studi-ums eine offene, kommunikative Haltung sowie eine strukturierte, lösungsorientierte Her-angehensweise zu fokussieren, wird ein reales, gemeinnütziges Service-Learning Projekt (nach Furco) curricular in das 2. Semester in Kooperation mit einem externen Partner inte-griert. So wird das theoretische Fachwissen direkt kombiniert mit dem praktischen Einsatz und die Lösungswege aber auch die Passgenauigkeit für die Nutzer*innen reflektiert [Furco, 1996].

Im Rahmen dieser Projektarbeit wird zudem der problem-based-Learning Ansatz verfolgt. Die Erschließung fachlicher Inhalte wird anhand erlebbarer Praxis unterstützt und durch eine Kombination aus Input und Selbststudium in Kleingruppen von drei Studierenden die Bearbeitung realer Probleme ermöglicht [Dombrowski und Marx, 2018]. Konzeptionell ist die Projektarbeit 1 daher so aufgebaut, dass das Wissen aus dem 1. Semester fächerüber-greifend angewendet wird, um die Arbeitsplätze in den Fliedner Werkstätten für die be-schäftigten Menschen mit Behinderung mit mechanischen Hilfskonstruktionen zu optimie-ren. Diese Hilfskonstruktionen können beispielsweise die Bedienung von Ablängmaschinen erleichtern, sodass mehr Beschäftigte an den Arbeitsplätzen eingesetzt werden können. Zu Projektende werden Prototypen gebaut und vor Ort getestet. Zur Realisierung der Prototy-pen werden digitale Medien wie CAD-Programme eingesetzt und innovative Fertigungsver-fahren wie 3D-Druck in den Prozess integriert.



14:45 - 15:00

Digitalisierung in der Studiengangsentwicklung – Erwartung von Stakeholdern und Umsetzungsbeispiele im Bau- und Umweltingenieurwesen

Klaus Vosgerau, Claas Menke

Technische Universität Hamburg, Deutschland

Vorhaben der Studiengangsentwicklung bieten die Chance zur fachinhaltlichen, strukturellen und didaktischen Erneuerung eines Studienprogramms [1]. Dafür bildet die Erhebung aktueller Lehr- und Lernbedarfe eine notwendige Grundlage [2]. Im Zuge dessen kann systematisch ermittelt werden, inwiefern digitale Inhalte und Formate des Lernens in einem Programm bereits vorhanden sind und ob die Beteiligten diesbezüglich eine Weiterentwicklung erwarten.

Durch eine Kombination verschiedener Analyseinstrumente können Art und Umfang notwendiger Veränderungen bei digitalen Lerngegenständen – z. B. Fachsoftware – und bei didaktischen Formaten – z. B. Lernplattformen – für ein Studienprogramm abgeschätzt werden [z. B. 3]. Dabei sind die Bedarfe und Ansprüche der Studierenden und der Absolvent/innen besonders relevant [2,4]. Am Beispiel der Weiterentwicklung eines Bachelorprogramms des Bau- und Umweltingenieurwesens wird gezeigt, wie Wertungen und Ansprüche dieser beiden Stakeholder-Gruppen konsistent erhoben werden können und in welchem Umfang sie Bedarfe zur Digitalisierung formulieren.

Der festgestellte Bedarf wird dann exemplarisch in einem didaktischen Konzept zur Verschränkung von Bachelor- und Mastermodulen des Umweltingenieurwesens umgesetzt. Dabei erschließen sich Bachelorstudierende ein Fachthema, indem sie kleine forschungsbezogene Artikel schreiben [5] oder Versuche mit Hilfe von Fachsoftware durchführen. Hierbei bekommen sie digital unterstütztes Peer Mentoring [6,7] durch fortgeschrittene Studierende, die zur selben Zeit inhaltlich korrespondierende Master-Module belegen. Auf beiden Niveaustufen werden die zugehörigen Lernhandlungen mit einer prüfungsrelevanten Teilleistung verknüpft. Die Bachelorstudierenden können sich so zugleich frühzeitig zum Masterstudium orientieren. Der vorgestellte didaktische Ansatz kann als Erweiterung des Konzepts der an Kompetenzlinien orientierten Verzahnung von Masterstufe und Promotionsbereich [8] um die Bachelorphase verstanden werden.



15:00 - 15:15

Profilgebundene WissensChecks: Digitale Wege zur Ingenieurwissenschaftlichen Bildung

Marlen Meißner

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Während hochschulische Bildungseinrichtungen vor allem im MINT-Bereich um Studienanfängerinnen und –anfänger konkurrieren, kooperieren seit 2016 sieben brandenburgische Hochschulen und Universitäten bei der landesübergreifenden Entwicklung von Online-Angeboten zur Studienorientierung und –begleitung. Im Rahmen des ESF-geförderten Projekts „Profilgebundene WissensChecks“ entwickelten die Verbundhochschulen studiengangsspezifische Online-Fachtests, die Studieninteressierten zur Selbstüberprüfung ihres Wissensstands dienen. Vor allem in den Ingenieurwissenschaften wird bspw. mathematisches und physikalisches Basiswissen für einen problemlosen Studieneinstieg benötigt, das mit Hilfe der WissensChecks zur Selbstkontrolle abgefragt wird. Anhand der in den Tests erzielten Ergebnisse wird den Studieninteressierten entweder der Besuch von Vorkursen auf unterschiedlichen Niveaustufen oder der direkte Studieneinstieg empfohlen. Um die Testfragen hochschulübergreifend verfügbar zu machen, wurde eine Datenbank eingerichtet. Damit verfügen alle beteiligten Verbundhochschulen über einen kollektiven Fragenpool, der einerseits einem gemeinsam definierten Qualitätsstandard entspricht und andererseits flexibel an die Bedarfe der einzelnen Hochschulen angepasst werden kann. Im Laufe der Zusammenarbeit stellte sich heraus, dass die Verbundhochschulen auf unterschiedliche Methoden der Studienorientierung und -vorbereitung zurückgreifen. In den Ingenieurwissenschaften steht oft die Abfrage von Fach- und Faktenwissen zur Studienvorbereitung im Fokus, während für andere Disziplinen der Einsatz von Neigungs- und Interessenstests zielführender ist. Aus diesem Grund werden im Folgeprojekt «Profilgebundene WissensChecks 2.0» mittels qualitativer und quantitativer Anforderungsanalysen Studienfelder klassifiziert, um die Online Self Assessments noch zielgerichteter auf die unterschiedlichen Inhalte und Lehrformen der brandenburgischen Studiengänge ausrichten zu können. Dafür werden Faktoren für ein erfolgreiches Studium wie bestimmte Persönlichkeitseigenschaften, Interessen, kognitive Fähigkeiten und Vorwissen aus Sicht der Lehrenden und Studierenden qualitativ und quantitativ eruiert. Ein Projektziel ist es, Interesse an einem Studium der Ingenieurwissenschaften zu wecken, indem die Studieninhalte und die benötigten Fähigkeiten mittels digitaler Orientierungs- und Lernangebote bereits vor Studienbeginn kommuniziert werden und Studieninteressierten somit eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Studieneinstieg ermöglicht wird.