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Sitzungsübersicht
Sitzung
2.4.b Workshop: Online-Einheiten - Ein zielgruppenadäquates Lehr-Lernkonzept im Blended Learning Setting
Zeit:
Freitag, 24.05.2019:
11:15 - 12:30

Chair der Sitzung: Katharina Thülen
Ort: BITZ - Raum K1/K2
BITZ Bremer Innovations- und Technologiezentrum, Fahrenheitstraße 1, 28359 Bremen

Präsentationen

Online-Einheiten - Ein zielgruppenadäquates Lehr-Lernkonzept im Blended Learning Setting

Katharina Thülen, Silke Bock

Technische Hochschule Mittelhessen, Deutschland

„Digitalisierung kann dazu beitragen, die Hochschulbildung noch offener, gerechter, internationaler und leistungsfähiger zu machen“, so fordert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, 2019) auf seiner Webseite. Einen Beitrag im Umgang mit der skizzierten Diversität durch Digitalisierung können gut integrierte und mit der Präsenz eng verzahnte Online-Einheiten in einem Blended Learning Setting darstellen. Ein solches Umsetzungsszenario aus einem berufsbegleitenden Studiengang soll als Inspiration und Grundlage für den Workshop vorgestellt werden. Bei diesen Online-Einheiten handelt es sich jedoch um eine Besonderheit. So wird eine Online-Einheit nicht als festgelegter Typ „Online-Veranstaltung“ verstanden, sondern vielmehr als ein digitaler (Lern-)Raum. Hierbei bieten sich zahlreiche Chancen zur Individualisierung von Lernprozessen. Zunächst sprechen die verschiedenen Formate und Inhalte unterschiedliche Ebenen der Wissensvermittlung an. Hierbei dienen die einzelnen Online-Einheiten nicht der reinen Übertragung von Content, sondern forcieren eine zeitgleiche Befähigung zur Aneignung und Entwicklung für das Handeln in digitalen mobilen Lernräumen [Hug, 2010, S.200]. Eine weitere Besonderheit der Online-Einheiten besteht darin, dass die Studierenden selbst als Moderatoren*innen und/oder Veranstalter*innen aktiv werden. Diese Erfahrungen tragen besonders dazu bei, die von Studierenden selbst verbalisierten Forderungen nach Technikaffinität der Lehrenden und der Akkommodation an veränderten Lehrbedingungen [Wieschowski, 2017, S.114] zu erleben und ihnen gerecht zu werden. So kann gezielt eine grundlegende Verbindung von Fachinhalten sowie Medienkompetenzen geschaffen werden und das häufig in technischen Arbeitsfeldern und der Industrie 4.0 geforderte „technisch neugierig bleiben“ [Wagner, 2018, S.9] unterstützen. Die Einbindung der Studierenden in den oben genannten Rollen (Teilnehmer*innen, Moderator*innen und Veranstalter*innen) sensibilisiert sie zusätzlich für die veränderte Rolle der Lehrperson und zeigt zugleich Mehrwerte auf, z.B. die mehrfache Wiedergabe von Aufzeichnungen (Differenzierungsmöglichkeit). Durch die Zusammenarbeit von Studierenden und Lehrenden wird ergänzend ein kooperatives Lehr-Lern-Setting ermöglicht. Ebenso erfahren die Studierenden eine in der beruflichen Praxis gängige ortsunabhängige Arbeitsweise und werden durch den gezielten Einsatz unterschiedlicher digitaler Formate und Techniken im Umgang mit dieser adäquat vorbereitet.

In diesem Workshop sollen die Teilnehmenden die Potentiale von Online-Einheiten gemeinsam erkunden, diskutieren und gezielt anhand von Erfahrungen und Fragestellungen (weiter-)entwickeln. Ergänzend wird es für Interessierte Raum zur konkreten Exploration ausgewählter digitaler Online-Einheiten geben, z.B. Adobe Connect Settings. Bitte bringen Sie ein mobiles Endgerät (Tablet, Notebook usw.) mit.

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Referenzen

[1] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2019): Digitale Hochschulbildung. https://www.bmbf.de/de/digitale-hochschullehre-2417.html, zuletzt aufgerufen am 23.03.2019.

[2] Brendel, Sabine et al. (2019): Kompetenzorientiert lehren an der Hochschule. Opladen: Budrich (UTB Kompetent lehren, 5047).

[3] Herzig, Bardo (2012): Medienbildung. Grundlagen und Anwendungen. kopaed Verlagsgmbh. München.

[4] Hug, Theo (2010). Mobiles Lernen. In: Hugger, Kai-Uwe und Walber, Markus (Hrsg.): Digitale Lernwelten. VS Verlag Sozialwissenschaften|Springer Dachmedien, Wiesbaden. S. 193-211.

[5] Linde, F. (2018). Kompetenz- und diversitätsorientiert lehren. In: Platte, Andrea u.a. (Hg., 2018). Praxishandbuch Inklusive Hochschuldidaktik. Beltz Juventa,Weinheim. S. 139-148.

[6] Schwalbe, Christine (2017): Medien, Bildung, Innovation – Medienentwicklung an der Hochschule zwischen Theorie und Praxis. In: Brücker, Diana et al. (Hrsg.): Blickpunkt Hochschuldidaktik: „Trend, hip und cool“: Auf dem Weg zu einer innovativen Hochschule?. 1.Aufl. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld. S. 63-69.

[7] Wagner, Rainer Maria (2018): Industrie 4.0 für die Praxis. Springer Fachmedien. Wiesbaden.

[8] Wieschowski, Sebastian (2017): Einführung von Adobe Connect in der Hochschullehre: Evaluation eines Pilot-Webinars in berufsbegleitenden Studiengängen. In: Brücker, Diana et al. (Hrsg.): Blickpunkt Hochschuldidaktik: „Trend, hip und cool“: Auf dem Weg zu einer innovativen Hochschule?. 1.Aufl. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld. S. 107-116.

[9] Wildt, J. (2011): Ein Blick zurück – Fachübergreifende und/oder fachbezogene Hochschuldidaktik: (K)eine Alternative? In: Jahnke I. und Wildt J. (Hg., 2011): Fachbezogene und fachübergreifende Hochschuldidaktik. 1.Aufl. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld. S. 19-34.