Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
2.1 Keynote: Individualisierung von Bildungswegen
Zeit:
Freitag, 24.05.2019:
8:30 - 9:00

Chair der Sitzung: Gudrun Kammasch
Ort: BITZ- Raum K4/K5
BITZ Bremer Innovations- und Technologiezentrum, Fahrenheitstraße 1, 28359 Bremen

Präsentationen

Individualisierung von Bildungswegen in den Ingenieurwissenschaften: Das H-Modell der BTU Cottbus-Senftenberg

Matthias Koziol

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Deutschland

Die ingenieurwissenschaftliche Hochschulbildung ist gekennzeichnet durch das Nebeneinander fachhochschulischer und universitärer Studienformen. Diese unterscheiden sich z. B. hinsichtlich der Theorie-Praxis-Gewichtung, der Anwendungs- bzw. Forschungsorientiertheit und des Betreuungsumfangs durch die Lehrenden. Jedoch sind sich Studieninteressierte dieser Unterschiede oft nicht bewusst und treffen ihre Studienwahl intuitiv, was das Risiko eines vorzeitigen Studienabbruchs in sich birgt. Diesem Problem begegnet die BTU Cottbus-Senftenberg, an der Ingenieur-Studiengänge sowohl in fachhochschulischen (B.Eng.) als auch universitären (B.Sc.) Studienformen angeboten werden, mit der Etablierung des sogenannten H-Modells. Dabei handelt es sich um eine innovative Lehrstruktur, die es Studierenden ermöglicht, verschiedene Lehr- und Lernkonzepte der Ingenieurwissenschaften miteinander zu vergleichen und unkompliziert zwischen den Studienmodellen zu wechseln. Die konzeptionelle Struktur des H-Modells besteht neben den im jeweiligen Studiengang zu belegenden Fachmodulen aus einem sogenannten FüS-Modul, ggf. studienformübergreifenden Modulen und Transfer-Modulen. Beim FüS-Modul handelt es sich um obligatorische fachübergreifende Studienangebote. Dabei lernen die Studierenden Inhalte und Lehr- und Lernformen anderer Studiengänge sowie interdisziplinäre Arbeits- und Forschungsmethoden kennen. Ein weiterer Baustein des H-Modells können Module sein, die von Studierenden beider Studienformen belegt werden können. Stellt sich heraus, dass die andere Studienform den individuellen Interessen eines oder einer Studierenden eher entspricht, tritt der dritte Mechanismus des H-Modells, das sogenannte Transfer-Modul in Kraft. Das Transfer-Modul berücksichtigt individuell die für einen Wechsel noch zu erbringenden Leistungen und ermöglicht dadurch einen weichen Wechsel in die ‚benachbarte‘ Studienform. Das H-Modell macht die Unterschiede zwischen fachhochschulischen und universitären Ingenieurstudiengängen erfahrbar und erhöht gleichzeitig die Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Studienformen. Durch das H-Modell wird der nach dem Studienbeginn eingeschlagene Bildungs- und Karriereweg offengehalten und somit die Entscheidung für ein ingenieurwissenschaftliches Studium erleichtert.