Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
3.3.a: Arbeitswelt gestalten
Zeit:
Samstag, 25.05.2019:
11:30 - 12:30

Chair der Sitzung: Andrea Dederichs-Koch
Ort: ITB - Raum 2.07
Institut Technik und Bildung, Am Fallturm 1, 28359 Bremen

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Präsentationen
11:30 - 11:45

Die Digitalisierung der Arbeitswelt als Stressfaktor in der Ingenieurausbildung

Judit Klein-Wiele, Katja Kuhn

DHBW Stuttgart, Deutschland

Die Digitalisierung bringt sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Umfeld große Veränderungen mit sich [vgl. Buntenbach & Schmucker 2017, S. 1]. Obwohl die meisten Unternehmen den Schritt von „Industrie 3.0“ mit der Automatisierung (durch den Einsatz von Elektronik und IT) zu „Industrie 4.0“ mit Vernetzung (basierend auf Cyber-Physical Systems) noch nicht vollzogen haben [vgl. Dommermuth 2019, S. I], ist in naher Zukunft eine Implementierung in vielen Bereichen geplant. Infolgedessen werden sich die Berufe verändern, die Informationen immer schnelllebiger, die Daten im Überfluss verfügbar sein und die Arbeitsbedingungen immer flexibler. Diese Veränderungen werden heute und zukünftig insbesondere das Ingenieurwesen herausfordern. Diese werden auch direkte Folgen für die Lehre und die zukünftige Ausbildung von Ingenieuren haben [vgl. Heidling et al. 2019, S. 84f.].

Die ersten Auswirkungen zeigen sich bereits in der vielfach geforderten erhöhten Erreichbarkeit, bei der die Grenzen zwischen beruflichen und privaten Leben verschwimmen können und welche zu psychischen Belastungen führen kann [vgl. Gimpel et al. 2018; Strobel 2013]. Auch der Einsatz von neuen Technologien (KI, Assistenzsysteme etc.) kann sowohl psychische als auch physische Belastungen hervorrufen [vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales 2017, S. 135f.]. Wird die daraus resultierende Beanspruchung negativ erlebt, dann wird dies als Stress bezeichnet [vgl. Stadler 2006, S. 2].

Eine empirische Untersuchung an der DHBW Stuttgart im Rahmen des Projektes „AR/VR-Lehre“ mit Dualen Studierenden des Maschinenbaus soll den Digitalisierungsgrad und den Einsatz neuer Medien an den beiden Lernorten Unternehmen und Hochschule verdeutlichen. Die folgenden Hypothesen werden für diesen Beitrag geprüft:

(H1) Die Digitalisierung ist am betrieblichen Lernort weiter fortgeschritten

als in der Lehre der DHBW Stuttgart.

(H2) Die Digitalisierung verursacht Stress bei Dualen Studierenden des

Maschinenbaus an der DHBW Stuttgart.

Aus dieser ersten Untersuchung werden bereits während des Ingenieurstudiums mögliche Folgen, Chancen und Risiken für das zukünftige Arbeiten und Maßnahmen zur Prävention abgeleitet. Darüber hinaus können auch erste Fähigkeiten und Kompetenzen zukünftiger Ingenieuren/-innen identifiziert werden, welche eine positive Bewertung der psychischen Belastungen durch die Herausforderung Digitalisierung ermöglichen.



11:45 - 12:00

Integration und Zukunftsfähigkeit durch Leadership-Coaching anhand bewährter Klassiker der Führungskunst

Justinus Pieper

Beuth Hochschule Berlin, Deutschland

Viele Studierende der 4 Ing werden im In- und Ausland mit international besetzten, diversen Teams arbeiten und schließlich selbst als Führungskraft tätig sein. Dazu benötigen sie in der Praxis wohlbegründete Führungsqualitäten und gut eingeübte Methoden der Führung und der Motivation der Teammitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Historisches Wissen, Bewusstsein der eigenen und der fremden (Führungs-)Kultur, aber auch Schnittmengen guter Führung über (Kultur-)Raum und Zeit hinweg sind dringend notwendig für das Verständnis einer zunehmend als komplex und diversifiziert wahrgenommenen Welt und für die Bewährung als verantwortliche Führungskraft. Praxistaugliche Führungsmethoden aus Europa und dem Nahen, Mittleren und Fernen Osten, Antike, Mittelalter und Neuzeit werden in Verbindung z.B. mit der Hattie-Studie eruiert, strategische und taktische Führungsaufgaben in kleinen Teams anhand von Klassikern der Führungskunst eingeübt. Dabei werden analoges und digitales Lehren und Lernen integriert. Ziele sind das Erlernen von Führungs- und Kommunikationstechniken, die Fähigkeit, weitgehend (angst-) frei vor Gruppen zu sprechen und zu präsentieren, die verbesserte Selbstwahrnehmung und die Stärkung des Selbstvertrauens. Die Fähigkeit zum kritischen Umgang mit historischen und gegenwärtigen Quellen, die Erweiterung des Bildungshorizontes und der Fähigkeit zu Perspektivwechsel und dialektischem Denken sowie die Vermittlung und Reflexion von historischen, kulturhistorischen und philosophischen Kenntnissen sind Grundvoraussetzung für eine erleichterte Integration und nicht zuletzt die Stärkung der staatsbürgerlichen Mündigkeit.

Many students of engineering are about to work in international, divers teams, only to become leaders themselves. Thats why they have to be well educated in leadership qualities founded in good practice and rehearsed methods in leadership and (team) motivation. Historical and cultural knowledge of different types of leadership, common denominators of good leadership traditions over time and space are necessary in a world more and more complex and diverse, as well as a probed and responsible leader. Methods put to test in Europe, in the Near, Middle and far East and from Antiquity up to now are compared with e.g. the theses of John Hattieudy; strategical and tactical challenges are practiced in small teams on the basis of leadership-classics, by which analogue and digital methods are combined. Techniques of leadership and communication, the ability to talk in front of an audience, a sense of self and an improved self conscience, a more critical handling of information, facts as well as „alternative facts“, education and literacy, change of perspective, dialectical thinking and a widening of cultural knowledge, own and foreign, may serve as a means of better integration and, finally, civic maturity.



12:00 - 12:15

Literacy for Entrepreneurship: eine korpuslinguistische Studie zu den sprachlichen Herausforderungen bei Kleinstunternehmensgründungen

Joachim Hoefele, Elsa Liste Lamas, Liana Konstantinidou

Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Schweiz

In den deutschsprachigen Ländern sind neu gegründete mittelständische Firmen in erster Linie Einzelunternehmen mit wenigen bis keinen Angestellten (für die Schweiz [1]). Ein Großteil von Neugründungen findet in gewerblichen und handwerklichen Branchen statt, die im Vergleich mit technisch orientierten Start-Ups weniger wissens- und kapitalintensiv sind. Häufig sind es Personen mit abgeschlossener Berufslehre, die in diesen Bereichen ein Klein-stunternehmen gründen und/oder führen. Auch der Anteil an Personen mit linguistischem Migrationshintergrund ist hier vergleichsweise hoch [2] [3]. Insbesondere für sie stellen sprachliche Anforderungen eine Barriere für die Gründung und Führung eines Unternehmens dar.

Um potenzielle sprachliche Hürden überwinden zu können, gilt es, die bis heute wenig er-forschte Frage nach der Relevanz kommunikativer Kompetenzen im Entrepreneurship-Kontext zu beantworten: Welche Textsorten werden von Kleinstunternehmer/innen gelesen und ge-schrieben? Welche linguistischen Merkmale weisen diese Texte auf? Was zeichnet in diesem Kontext einen guten Text aus? Um darauf Antworten zu finden, wurde im hier vorgestellten Projekt auf vier Datenquellen zurückgegriffen: (1) Interviews mit Unternehmer/innen und Vertreter/innen von Berufsverbänden; (2) Ergebnisse einer an mehr als 500 Unterneh-mer/innen geschickten Umfrage; (3) ein Korpus (= Textsammlung) von ca. einer Million Token; (4) Qualitätsrating einer Auswahl von geschriebenen Texten unterschiedlicher Textsorten.

Nach der Präsentation der relevanten Textsorten wird exemplarisch gezeigt, wie Texte und Textsorten durch ein gemischtes Verfahren von einerseits (semi-)automatischen, korpuslingu-istischen und andererseits manuellen Analysen von Texten in Hinblick auf ihre linguistischen Merkmale und ihre Qualität beschrieben werden können (vgl. [4]). Aus den Ergebnissen lassen sich didaktische Empfehlungen für die (berufliche) Aus- und Weiterbildung ableiten.



 
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