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14. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung 2019 (GfHf)

21. - 22. März 2019

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 

Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Tagung.
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Sitzungsübersicht
Session
Transform E 05: Open Track
Zeit:
Freitag, 22.03.2019:
10:30 - 11:30

Chair der Sitzung: Maria Kondratjuk
Ort: G40B-332

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Präsentationen

Hochschullehrende: Manageriale Hochschul-Governance und die Lehr-Motivation von DozentInnen in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Christian Schmid, Uwe Wilkesmann

TU Dortmund, Deutschland

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, wie sich meso-organisationale Kontextbedingungen von Hochschulen auf die Lehr-Motivation von DozentInnen in der wissenschaftlichen Weiterbildung (wWB) auswirken; oder auch nicht. Dazu rekurrieren wir auf eine praxistheoretisch reflektierte bzw. fundierte Konzeption der (managerialen) Governance der wWB an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft (siehe Schmid und Wilkesmann 2018a). Empirisch werden wir statistische Auswertungen eines gematchten Datensatzes von insgesamt drei nationalen Online-Erhebungen (Feldphase: bis Ende 2018) interpretieren. Mit Letzteren werden bereits in der wWB-Lehre aktive DozentInnen umfassend und detailliert zu ihrer Lehr-Motivation (Motive) sowie den unmittelbaren organisationalen Rahmenbedingungen ihrer Lehr-Tätigkeit in der wWB befragt werden (vgl. hierzu Schmid und Wilkesmann 2018b).

Literatur

Schmid, C. J. & Wilkesmann, U. (2018a). Eine praxistheoretische Fundierung der Governance wissenschaftlicher Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.), Handbuch Wissenschaftliche Weiterbildung (S. 1–19). Wiesbaden: Springer.

Schmid, C. J. & Wilkesmann, U. (Wissenschaftliche Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, Hrsg.). (2018b). Warum und unter welchen Bedingungen lehren Dozierende in der wissenschaftlichen Weiterbildung? Ergebnisse einer Online-Befragung.


Kurzformate in der wissenschaftlichen Weiterbildung – Ein Lösungsansatz um den Bedürfnissen heterogener Zielgruppen gerecht zu werden?

Sigrun Nickel, Anna-Lena Thiele

CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutschland

Track 5: Open Track

In den vergangenen Jahren ist die Öffnung des Hochschulsystems für neue Zielgruppen wie Berufstätige, Personen mit Familienpflichten oder Berufsrückkehrer(innen) stärker in den Fokus von Hochschulen und Politik gerückt. Infolgedessen gibt es verschiedene staatliche Förderprogramme, Initiativen und Wettbewerbe, die sich mit heterogenen Zielgruppen sowie deren Bedarfe beschäftigen. Dazu zählt auch der Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, welcher innovative, nachfrageorientierte und nachhaltige Konzepte für berufsbegleitendes Studieren und lebenslanges, wissenschaftliches Lernen an Hochschulen fördert. Die weiterbildenden Studienangebote im Wettbewerb richten sich in der Regel an Zielgruppen mit begrenzten Zeitbudgets, die gleichzeitig auch hohe Erwartungen an die Effizienz und Effektivität des Studiums haben.

Dies ist einer der Gründe dafür, dass sich hier ein Trend zu kürzeren Studienangeboten abzeichnet. Dabei handelt es sich primär um Zertifikatskurse und -programme, aber auch um relativ neue Certificates of Advanced Studies (CAS) oder Diplomas of Advanced Studies (DAS) nach dem Schweizer Vorbild. Deren Umfang bewegt sich zwischen sechs und 30 Kreditpunkten. Parallel dazu haben sich sowohl die Anteile umfangreicherer Formate wie berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge als auch mehrsemestriger Zertifikatsprogramme reduziert. Weiterhin wird deutlich, dass die Heterogenität der Teilnehmenden aufgrund der individuellen Lebensumstände (z.B. Vereinbarkeit von Berufstätigkeit, Familie und Studium) vielfältige Bedarfe mit sich bringt. Diese beziehen sich u. a. auf die zeitliche und räumliche Organisation der Angebote oder auf begleitende Beratung- und Unterstützungsmaßnahmen.

Ziel des Vortrags ist es daher, in den Blick zu nehmen, welche belegbaren Unterschiede zwischen den Bedürfnissen heterogener Zielgruppen bestehen und welche Angebotsformate diesen Bedürfnissen gerecht werden können. Datengrundlage hierfür sind zwei vom CHE im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung durchgeführte empirische Untersuchungen (Nickel et al. 2018; Nickel et al. im Erscheinen) sowie Erkenntnisse aus den begleitenden Forschungsarbeiten zum Themenschwerpunkt „Heterogenität der Zielgruppen“ (Nickel/Thiele 2017).

In dem Vortrag wird aufgezeigt, in welcher Ausprägung und in welchem Ausmaß Kurzformate wie Zertifikatsangebote oder CAS/DAS derzeit vorkommen und inwiefern es hier zu einem Bedeutungszuwachs gekommen ist. Dies wird in Beziehung gesetzt mit den Bedürfnissen unter den Teilnehmenden, welche im Rahmen der empirischen Untersuchung ermittelt wurden und den festgestellten Maßnahmen, die ergriffen werden, um diesen gerecht zu werden. Zum Abschluss soll der Frage nachgegangen werden, ob sich bei dem Trend zu Kurzformaten lediglich um ein Phänomen in der wissenschaftlichen Weiterbildung handelt oder ob es hier auch Querbezüge zum traditionellen Studium gibt. Dabei wird auch ein Schlaglicht auf Entwicklungen in anderen europäischen Hochschulsystemen geworfen.

Literatur:

Nickel, Sigrun; Thiele, Anna-Lena (2017): Öffnung der Hochschulen für alle? Befunde zur Heterogenität der Studierenden, in: Michael Kriegel, Johanna Lojewski, Miriam Schäfer, Tim Hagemann (Hrsg.): Akademische und berufliche Bildung zusammen denken. Von der Theorie zur Praxis einer Offenen Hochschule, Münster, New York, S. 43-59

Nickel, Sigrun; Schulz, Nicole; Thiele, Anna-Lena (2018): Projektfortschrittsanalyse 2017: Befragungsergebnisse aus der 1. und 2. Wettbewerbsrunde, Thematischer Bericht der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. (https://www.pedocs.de/volltexte/2018/15709/pdf/Nickel_et_al_2018_Projektfortschrittsanalyse_2017.pdf)

Nickel, Sigrun; Schulz, Nicole; Thiele, Anna-Lena (im Erscheinen): Projektfortschrittsanalyse 2018: Entwicklung der 2. Wettbewerbsrunde im Zeitverlauf seit 2016, Thematischer Bericht der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“


Zur Analyse und Gestaltung des Verhältnisses von Theorie und Praxis in der wissenschaftlichen Weiterbildung – erste Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus zwei empirischen Studien

Anita Mörth, Eva Cendon, Uwe Elsholz

FernUniversität in Hagen, Deutschland

Berufsbegleitende, weiterbildende Studiengänge sowie weiterbildende Zertifikatsangebote zeichnen sich durch eine hybride oder intermediäre Positionierung zwischen Wissenschaftlichkeit und Anwendungsbezug aus (Seitter, 2017). Sie liegen oftmals quer zur disziplinären und fachlichen Logik und sind durch einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Arbeitsmarktbezug gekennzeichnet. Eine der zentralen organisationalen und didaktischen Herausforderungen von Studienangeboten, die sich insbesondere an Berufserfahrene und Berufstätige richten, ist, wie sie einen konstruktiven Bezug zwischen akademischen und beruflichen Wissens- und Handlungslogiken als Theorie-Praxis-Verzahnung herstellen (Cendon, Mörth & Pellert, 2016; Cendon, 2017). Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ wurden bzw. werden dazu zwei Studien durchgeführt. In einer ersten Studie wurden berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge im Hinblick auf ihre Theorie-Praxis-Verzahnung analysiert. Als Ergebnis ist ein Modell entstanden, das als Konzeptions- und Analyserahmen bei der Entwicklung von Studienangeboten mit Blick auf Theorie-Praxis-Verzahnung dienen kann (Mörth, Schiller, Cendon, Fritzsche & Elsholz, 2018). In einer zweiten Studie werden gemeinsam mit Projekten des Wettbewerbs kürzere Studienangebote im Hinblick auf die Verknüpfung zwischen beruflichem und wissenschaftlichem Wissen analysiert und systematisiert.

Der Vortrag setzt die Ergebnisse der beiden Studien zueinander in Bezug und nimmt eine Einbettung in den internationalen Kontext vor (Lester & Costley, 2010; Talbot, 2019) vor. Abschließend wird die Frage danach gestellt, welche Anforderungen sich daraus für eine Hochschullehre, die sich an unterschiedliche Zielgruppen bzw. lebenslang Lernende richtet, ergeben.

Literatur

Cendon, Eva (2017). Reflexion und reflexives Lernen im Kontext berufsbegleitenden Studierens – Formate und deren Wirksamkeit. In Andrea Schulte, Marion Wadewitz, Magdalena Gercke, Markus Gomille & Hannes Schramm (Hrsg.), Vom Projekt zum Produkt – wissenschaftliche Weiterbildung für beruflich Qualifizierte an Hochschulen (S. 97–110). Detmold: Eusl.

Cendon, Eva; Mörth, Anita & Pellert, Ada (Hrsg.). (2016). Theorie und Praxis verzahnen. Lebenslanges Lernen an Hochschulen. Münster: Waxmann.

Mörth, Anita; Schiller, Erik; Cendon, Eva; Elsholz, Uwe & Fritzsche, Christin (2018). Theorie und Praxis verzahnen in Studienangeboten wissenschaftlicher Weiterbildung. Ergebnisse einer fallübergreifenden Studie. Herausgegeben von der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“)

Lester, Stan & Costley, Carol (2010). Work-based learning at higher education level: value, practice and critique. Studies in Higher Education, 35 (5), 561–575. DOI: 10.1080/03075070903216635

Seitter, Wolfgang (2017). Wissenschaftliche Weiterbildung. Multiple Verständnisse - hybride Positionierung. Hessische Blätter für Volksbildung, 67. Jg. (2), 144–151. DOI: 10.3278/HBV1702W

Talbot, Jon (Hrsg.). (2019). Global Perspectives on Work-Based Learning Initiatives. Hershey, PA: IGI Global.DOI: 10.4018/978-1-5225-6977-0



 
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