Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
5.1: Slot 5-A
Zeit:
Freitag, 20.09.2019:
13:30 - 15:00

Chair der Sitzung: Hannes Wesselkämper, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Ort: A (Seminarraum K31)
Institut für Theaterwissenschaft, Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin

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Präsentationen

"Eine beunruhigende Faszination" - Romantik und Fantastik im E.T.A. Hoffmann Portal

Christina Schmitz

E.T.A.-Hoffmann-Archiv, Deutschland

Mit dem E.T.A. Hoffmann Portal hat die Staatsbibliothek zu Berlin ein Angebot entwickelt, in dem innovative Wege zur Vernetzung der Bibliothek mit Forschung, Lehre und Bildung, aber auch mit weiteren Kooperationspartnern wie Buchkünstlern, Verlagen und Kultureinrichtungen eingeschlagen und damit neue Märkte erschlossen werden. Neben Kernelementen wie einer digitalen Präsentation verschiedenster Materialien von und zu E.T.A. Hoffmann aus unterschiedlichen Einrichtungen und einem datenbankübergreifenden Rechercheinstrument bietet das Portal auch eine Plattform für elektronische Fachpublikationen (Open Access), Module für den Schulunterricht und Themenschwerpunkte mit interaktiven Elementen. Daneben werden qualitätsgeprüfte Daten und Materialien bereitgestellt, die Anknüpfungspunkte für eine vertiefte und interdisziplinäre Auseinandersetzung nicht nur mit Hoffmann, sondern auch mit dem Genre der Fantastik und mit der Kultur und Wissenschaft der Romantik liefern. So kann das E.T.A. Hoffmann Portal aufzeigen, wie zeitgemäße Bildungsarbeit in Bibliotheken aussehen kann. Im Vortrag werden die Kernelemente des Portals vorgestellt und Ideen für Kooperationen mit der Forschung diskutiert.



Eine Frage des Blickwinkels: Die Welt der Nachtelfen und Untoten in Warcraft III

Brian Ackermann

Freie Universität Berlin, Deutschland

Das Videospiel WARCRAFT III und seine Erweiterung WARCRAFT III: THE FROZEN THRONE sind zwischen den Jahren 2002 und 2003 von der Firma Blizzard Entertainment veröffentlicht worden. WARCRAFT III bildete den Vorgänger zu Blizzards berühmter Online-Rollenspielreihe WORLD OF WARCRAFT. Beide Spiele lassen den Spieler am Krieg zwischen den Menschen, Orks, Nachtelfen, Totenbeschwörern und einigen weiteren Fraktionen teilnehmen. Bei WARCRAFT III handelt es sich jedoch um ein Echtzeitstrategiespiel. Das bedeutet, der Spieler übernimmt nicht nur die Kontrolle über eine einzelne Spielfigur, sondern lenkt das Geschick einer ganzen Siedlung. In diesem Vortrag soll es darum gehen, wie die Spielemechanik des Zerstörens und Eroberns in WARCRAFT III mit der Poetik der Fantastik zu denken ist. Es wird gezeigt, wie die Inhalte der filmischen Zwischensequenzen in WARCRAFT III für den Spieler während des Gameplays spürbar gemacht werden – sei es durch die Animationen und Gestaltung der Gebäude und Einheiten, die Musik und Soundeffekte oder die unterschiedlichen Gameplay-Mechaniken der Fraktionen. Spiele wie WARCRAFT III erlauben es fantastische Konflikte zwischen alten Baumgeistern, widerlichen Dämonen oder mächtigen Magiern spielerisch aus einander entgegengesetzten Blickwinkeln heraus zu erleben. WARCRAFT: THE BEGINNING aus dem Jahr 2016 brachte Blizzards Fantasy Epos zum ersten Mal ins Kino. Mit WARCRAFT III REFORGED wurde erst letztes Jahr ein Remake des Originalspiels angekündigt. Es ist der spielerische Perspektivenwechsel zwischen unterschiedlichen Lebensweisen und Glaubenssystemen im Kontext einer fantastischen Poetik, welcher den immer noch anhaltenden Reiz daran ausmacht, in die Spielewelt von Azeroth zurückzukehren.



Terminus Belz als Folk Horror oder vom Reiz des Anderen und Unheimlichen

Meret Fehlmann

Universität Zürich, Schweiz

Terminus Belz ist der Erstling des Autors Emmanuel Grand und erzählt die Geschichte des illegalen Immigranten Marko Vorodin, den es als Fischergehilfe auf die einsame bretonische Insel Belz verschlägt. Die isolierte Lage, die ihm erst als Rettung erscheint, entpuppt sich bald als Gefahr: Die Insel ist von der Polizei abgesperrt, er selbst wird von Mafiakillern und dem numinosen Ankou – einem bretonischen Todesengel – verfolgt, es scheint kein Entkommen zu geben.

Angepriesen wird das Buch als Kriminalroman oder Thriller, mir scheint es mehr ins Fantastische zu gehen mit seinen Bezügen auf die keltisch-bretonische Mythologie und Totensagen rund um den Ankou, an dessen Erscheinen und Macht im Laufe der Handlung nicht gezweifelt werden kann. Verstärkt wird ein entsprechender Interpretationsansatz auch durch die Auflösung, die Marko – symbolisch aus dem Reich der Toten zurück – ein Leben in Sicherheit in Frankreich ermöglicht. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um ein typisches Beispiel von Folk Horror.

Folk Horror ist eine Spielart der Horrorliteratur, die fest mit dem Numinosen und Okkulten verbunden ist, indem die bedrohlichen Kräfte aus (vermeintlich) vorchristlicher Zeit stammen. Diese Spielart des Horrors bezieht sich auf „folkloristische“ Elemente, indem Sagen, Märchen, Mythen und Bräuche als Inspirationsquelle dienen. Weiter charakterisieren sich diesem Genre zugehörige Werke durch eine Verwendung der Landschaft, die als bedrohlich und isolierend gezeigt wird. Dunkle Kräfte lauern hinter der Fassade des freundlich Ländlichen. Das sind alles Elemente, die sich in Terminus Belz finden.

In meinem Beitrag möchte ich Terminus Belz auf Basis der genannten charakteristischen Elemente des Folk Horrors anschauen, wobei ein besonderes Augenmerk auf eine wohl als romantisch zu bezeichnende Darstellung einer bretonisch-keltischen Andersartigkeit gerichtet sein soll.



 
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