Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
2.1: Slot 2-A
Zeit:
Donnerstag, 19.09.2019:
13:30 - 15:00

Chair der Sitzung: Christian Pischel, Hannah Arendt Edition, FU Berlin, Vanderbilt University Nashville
Ort: A (Seminarraum K31)
Institut für Theaterwissenschaft, Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin

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Präsentationen

Auf der Alm, da gibt‘s koa Sünd. Georg Tresslers SUKKUBUS – DEN TEUFEL IM LEIB und der Versuch einer bundesdeutschen Fantastik

Tobias Haupts

Freie Universität Berlin, Deutschland

Georg Tresslers letzter Spielfilm, der 1989 mit dem generischen wie reißerischen Titel SUKKUBUS – DEN TEUFEL IM LEIB Premiere feierte, markiert ein Paradoxon kurz vor dem Ende einer geteilten deutschen Filmgeschichte. Auf der einen Seite nutzt Tressler tradierte Inszenierungen der Natur, deren Genealogie weit in die Geschichte des deutschen Kinos zurückreicht. Das Erhabene des Bergfilms der Weimarer Republik wird hier ebenso aufgegriffen wie die dunklen Seiten des Heimatfilms der 1950er-Jahre. Zudem nutzt Tressler jedoch die Genres der Fantastik, des Horrors und der Fantasy, deren Traditionen im deutschen Kino mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zum Erliegen kamen und auch nach 1945 innerhalb der nationalen Filmproduktion keine Rolle mehr spielten.

Der Vortrag möchte daher Tresslers Film in vertikaler wie horizontaler Perspektive zum Untersuchungsgegenstand erheben. An welche Traditionen des deutschen Kinos knüpft der Regisseur an? Wie verhält er sich zu den Ideen einer (deutschen) kinematografischen Fantastik? Und welches Potenzial des Genres in der Bundesrepublik, das mit der von Bernd Eichinger produzierten Verfilmung des Michael-Ende-Klassikers DIE UNENDLICHE GESCHICHTE (1984) wenige Jahre zuvor eine wichtige Markierung erfahren hatte, lässt sich aus seiner audiovisuellen Ausgestaltung heraus analysieren?



„Bleib fromm und gut“ – Zur Darstellung von Aschenputtel-Figuren in aktuellen Märchenfilmen und Märchenserien

Svea Hundertmark

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Das Märchen war eine der zentralen literarischen Formen der Romantik und auch heute noch erfreut es sich großer Beliebtheit, was sich in der Fülle an verschiedenen Märchenadaptionen äußert. Zu den bekanntesten Märchen weltweit zählt Aschenputtel bzw. Cinderella, weshalb es nicht verwundert, dass in den letzten Jahren auch eine Vielzahl neuer Verfilmungen produziert wurde, z.B. Cinderella (Disney, 2015), Aschenputtel (Das Erste, 2011) und Aschenputtel (ZDF, 2010). Aber auch Filme, die sich anderen Märchen widmen, verzichten nicht auf Figuren dieses Typs, wie etwa Into the Woods (Disney, 2014) und The Princess and the Frog (Disney, 2009). Gleiches gilt für Fernsehformate: In der Serie Once Upon a Time (ABC, 2011-2018) ist Cinderella zunächst eine wiederkehrende Nebenfigur, die später in neuer Besetzung zur Hauptfigur avanciert, und bereits in der ersten Staffel von Grimm (NBC, 2011-2017) taucht eine Aschenputtel-Figur als Gegner des Protagonisten auf.

In meinem Vortrag wird anhand der Aschenputtel-Figuren in den oben genannten Filmen und Serien untersucht, auf welche Weise Gender-Diskurse in die Darstellung einbezogen werden. Andere zeitgenössische Märchenadaptionen greifen dieses Thema auf, indem Frauenfiguren von ihren literarischen Vorgängerinnen abgegrenzt werden: sie agieren proaktiv, sie emanzipieren sich und sie kämpfen. Der Umgang mit Aschenputtel scheint dagegen weniger progressiv: Ist der jungen Frau ein glückliches Ende mit dem Prinzen vergönnt, war sie meist brav und hat fleißig geputzt, gekocht und gewaschen. Sofern eine Modernisierung in Hinblick auf Gender-Rollen stattfindet, muss das Märchen (zumindest im ersten Moment) scheitern. Ausgehend von dieser Beobachtung diskutiert mein Vortrag, inwieweit dennoch von einer subtilen Aktualisierung der Aschenputtel-Figur in derzeitigen Märchenfilmen gesprochen werden kann.



Romantik, Fantastik, Moderne: Zur Konstitution magischer Wirklichkeit in Murnaus Faust (1926)

Michael Wedel

Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Deutschland

N.N.



 
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