Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
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Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 1: Einzelvorträge
Zeit:
Dienstag, 30.08.2022:
15:00 - 16:30

Ort: Großer Festsaal

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Präsentationen

Auswirkungen von langfristigen Naturerfahrungen auf die Umwelteinstellungen, das Naturinteresse, die Naturverbundenheit und das Umweltwissen von Schüler*innen der Mittelschule

Bezeljak, Petra; Möller, Andrea

Österreichisches Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie (AECC Biologie), Universität Wien, Österreich

Studien haben gezeigt, dass direkte Naturerfahrungen einen positiven Einfluss auf das umweltfreundliche Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben. Die meisten Studien, die im schulischen Kontext durchgeführt wurden, beschreiben jedoch nur die Auswirkungen kurzfristiger Interventionen. In dieser Studie wurden die möglichen Auswirkungen einer dreijährigen Unterrichtsintervention mit direkter Naturerfahrung auf Schüler*innen der Mittelschule untersucht. Konkret wurde analysiert, 1) wie sich Umwelteinstellungen, Naturinteresse, Naturverbundenheit und Umweltwissen entwickeln, 2) ob es Zusammenhänge zwischen Umweltwissen, Naturinteressen, Naturverbundenheit und -Umwelteinstellungen gibt, und falls ja, wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Die Interventionsstudie mit 5 Datenerhebungszeitpunkten (T0-T4) wurde mit 372 Schüler*innen der Mittelschule (ab Jg. 6) durchgeführt. Der Fragebogen enthielt Items aus bekannten Skalen, u. a. "Major Environmental Values-2-Model", "Inclusion of Nature in One Self (INS)" und "Children's Environmental Attitudes Knowledge Scale (CHEAKS)". Die Ergebnisse des Prätests (T0) zeigen eine eher positive Einstellung zur Natur, aber einen Mangel an allgemeinem Umweltwissen. Die Daten von T1 weisen bereits auf signifikante Veränderungen hin, die von verschiedenen Faktoren abhängen. Daten (T0-T4) werden auf der Fachdidaktik Tagung 2022 im Detail vorgestellt und in Bezug auf BNE/Umweltbildungsprogramme diskutiert.



Querschnittsthemen als Möglichkeit für gelingende Transfer zwischen Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften

Wolff, Torben Bjarne; Bartel, Katrin; Martens, Alke

Universität Rostock, Deutschland

Dieser Beitrag diskutiert die These, dass eine Möglichkeit für gelingende Transfers zwischen den Fachdidaktiken untereinander und den Bildungswissenschaften das gemeinsame Bearbeiten an einem gleichen Querschnittsthema ist. Dies wird anhand eines Forschungsprojekts zur Digitalisierung der Lehrkräftebildung unter Einbindung aller Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften an der Universität Rostock verdeutlicht. Darüber hinaus wird der Begriff Transfer analysiert, zentrale Merkmale des Begriffs herausgearbeitet und Verbindungen zwischen dem Forschungsvorhaben und des Begriffsverständnisses der Autoren dargestellt. Zuletzt wird ein Ausblick auf die Schwerpunkte des Vortrags gegeben. Zum einen wird der Vortrag die Präsentation der bisher gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts beinhalten. Zum anderen wird das Projekt aus einer organisationalen Perspektive im Sinne einer Metareflexion betrachtet, um die Ausgangsthese zu diskutieren.



„Das mein‘ ich ja!“ – Oder doch nicht? Analyse von Redebeiträgen im Chemieunterricht: (Fach-)sprachliche Strategien und Stolpersteine von Lernenden der Sekundarstufe I

Seidl, Sabine1; Gröger, Martin2; Schmölzer, Bernhard1

1Pädagogische Hochschule Kärnten; 2Universität Siegen

Das mein‘ ich ja!“ – Oder doch nicht?

Analyse von Redebeiträgen im Chemieunterricht: (Fach-)sprachliche Strategien und Stolpersteine von Lernenden der Sekundarstufe I

Das Transfermedium Sprache gewinnt in den naturwissenschaftlichen Fächern immer mehr an Bedeutung (Becker and Kemper, 2018). Ein aktiver Umgang mit der Fachsprache stellt somit auch im Chemieunterricht ein elementares Desiderat dar, um sprachlich problematische Ausdrucksmittel unter Fachperspektive zu prüfen (Aleksov et al., 2021).

Die Untersuchung basierte auf Leitfadeninterviews mit Stimulationsfragen. Die Datenauswertung ergab drei Bereiche (fach-)sprachlicher Schwierigkeiten in der Population (N= 82), allen voran die undifferenzierte Verwendung von Platzhaltern, die zu fachlicher Ungenauigkeit im Diskurs führte. Diese Strategie der verbalen Verschleierung von Fachinhalten durch Proformen (Seidl, 2020) konnte durch Rückversicherung im Zuge der Interviewführung bestätigt werden.

Die Arbeit erlaubt im nächsten Schritt eine gezielte sprachbewusste Intervention und Förderung der produktiven Sprachhandlung Sprechen im Chemieunterricht.

1. Aleksov, R., Fischer, H., Krabbe, H., Härtig, H., 2021. Sprachbewusster Physikunterricht. MNU Journal 74, 279–286.

2. Becker, H.-J., Kemper, A.-K., 2018. Trendbericht Chemiedidaktik 2017: Sprachaktivierung im Chemieunterricht. Nachrichten aus der Chemie 66, 341–345. https://doi.org/10.1002/nadc.20184072945

3. Seidl, S., 2020. Am Anfang steht die Antwort: Qualitative Analyse des verbalen Sprachprodukts “Antwort” von Lernenden im Chemieunterricht. Forschungszeitung. Forschung an der Pädagogischen Hochschule Kärnten 11, 38–42.