Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 1: Einzelvorträge
Zeit:
Dienstag, 30.08.2022:
10:30 - 12:00

Ort: Großer Festsaal

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Lerngelegenheiten zu Standpunktfähigkeit und Perspektivenwechsel. Eine explorative Videostudie aus dem katholischen Religionsunterricht

Riegel, Ulrich1; Jumpertz, Sophia1; Gronover, Matthias2; Hofmann, Julia2; Brügge-Feldhake, Malte1; Boschki, Reinhold2

1Universität Siegen, Deutschland; 2Universität Siegen, Deutschland

Angesichts religiöser Vielfalt will der Religionsunterricht seine Schülerinnen und Schüler befähigen, einen Standpunkt im Blick auf Religion einzunehmen und sich in die religiösen Perspektiven anderer einzudenken. Im Kontext des Angebots-Nutzungs-Modells bedarf es dazu einschlägiger Lerngelegenheiten. Empirische Untersuchungen zu dieser Angebotsstruktur des Religionsunterrichts liegen jedoch noch nicht vor. Dieser Beitrag fragt deshalb, welche Stimuli der katholische Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern zum Umgang m.it Perspektiven und Standpunkten bietet, und wie dieses Angebot durch Faktoren des Unterrichtsgeschehens bedingt ist. Dazu analysiert er 42 Unterrichtsvideos anhand eines kompetenzorientierten Konzepts zur Standpunktfähigkeit und zum Umgang mit Perspektiven. Demnach bietet das Gros der Stunden (jeweils n = 20) Lerngelegenheiten der Perspektivendifferenzierung und der Begründung des eigenen Standpunkts. Regressionsanalysen ergeben, dass das Niveau der Lerngelegenheiten zum Umgang mit Perspektiven positiv mit der inhaltlichen Klarheit der Stunde zusammenhängt (β = .45) und negativ mit einem stilistischen Zugang zu religiöser Vielfalt (β = –.44). Das Niveau der Lerngelegenheiten bzgl. Standpunktfähigkeit ist durch eine Anleitung zu reflexivem Arbeiten (β = .37) und einem stilistischen Zugang zu religiöser Vielfalt (β = .32) bedingt. Die explorativen Befunde können in die Aus- und Weiterbildung von Religionslehrpersonen zum Umgang mit religiöser Vielfalt in diesem Fach eingespielt werden.



„Worauf ich mich verlassen kann“. Einstellungen von Schüler:innen zu Schöpfung und Evolution, Theologie und Naturwissenschaften

Hermisson, Sabine

Universität Wien, Österreich

‚Schöpfung‘ ist eines der Schlüsselthemen des Religionsunterrichts und zugleich ein Dreh- und Angelpunkt für die Frage nach dem Verhältnis von Religion und Naturwissenschaften. Ob Schüler:innen in der Lage sind, das naturwissenschaftliche Weltbild und Schöpfungsglauben zu vereinbaren, wird – wie die bisherige Forschung zeigt – durch Faktoren wie Kenntnisse zum Genre der biblischen Schöpfungserzählungen oder zur Nature of Science bestimmt. Die Ergebnisse der vorliegenden qualitativen Studie weisen jedoch darauf hin, dass neben kognitiven Faktoren auch affektive und existenzielle Anliegen von SuS wesentliche Einflussfaktoren darstellen. Dies hat Implikationen sowohl für die Religionspädagogik als auch die Naturwissenschaftsdidaktik.



Einfluss von Unterrichtsfach, Wissen und eigenen Einstellungen auf das Diagnostizieren von Lernendeneinstellungen zu Evolution und Schöpfung durch angehende Biologie- und Religionslehrkräfte

Hoppe, Tobias1; Konnemann, Christiane2; Höger, Christian3; Renkl, Alexander4; Rieß, Werner1

1Pädagogische Hochschule Freiburg, Deutschland; 2Westfälische Wilhelms-Universität, Münster, Deutschland; 3Universität Luzern, Schweiz; 4Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg, Deutschland

Zutreffende Diagnosen der Einstellungen von Schüler*innen zu Evolution und Schöpfung stellen eine notwendige Bedingung für eine individuelle Förderung im Biologie- und Religionsunterricht dar. Während in einigen Studien die Einstellungen sowohl von Schüler*innen als auch von Lehrkräften erhoben wurden, ist bisher wenig darüber bekannt, wie Lehrkräfte selbst zu angemessenen Urteilen über die Einstellungen von Schüler*innen kommen. Die Studie zielt darauf ab, die diagnostischen Urteilsprozesse des Wahrnehmens und Interpretierens bezogen auf Einstellungen von Lernenden zu Schöpfung und Evolution aufzuklären und dabei den Einfluss von Personencharakteristika von den urteilenden (angehenden) Biologie- und Religionslehrkräfte auf die Diagnoseleistung zu erfassen. Die Ergebnisse tragen dazu bei, dass die hier in den Blick genommene, voraussetzungsreiche Facette diagnostischen Denkens gezielt gefördert werden kann.