Veranstaltungsprogramm

Eine Übersicht aller Sessions/Sitzungen dieser Veranstaltung.
Bitte wählen Sie einen Ort oder ein Datum aus, um nur die betreffenden Sitzungen anzuzeigen. Wählen Sie eine Sitzung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.

 
 
Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 1: Einzelvorträge
Zeit:
Montag, 29.08.2022:
16:00 - 17:30

Ort: Großer Festsaal

Zeige Hilfe zu 'Vergrößern oder verkleinern Sie den Text der Zusammenfassung' an
Präsentationen

Wirksamkeit eines innovativen sprachsensiblen Ansatzes zur Vermittlung von Fachterminologie im Chemieunterricht

Gieske, Robert; Streller, Sabine; Bolte, Claus

Freie Universität Berlin, Deutschland

Bei der Ausgestaltung integrativer Sprachbildung als Querschnittsaufgabe aller Fächer hat sich noch keine unterrichtspraktische Herangehensweise als besonders förderlich durchgesetzt. Daher ist es dringend notwendig, einen Transfer von Erkenntnissen zu Sprachbildung und -förderung auf die Konzeption sprachsensibler Verfahren aus Sicht der Fachdidaktiken zu forcieren. Der von Brown und Kolleg*innen vorgeschlagene Disaggregate-Instruction-Ansatz (DIA) scheint Schüler*innen beim anspruchsvollen – zumeist parallelen – Erwerb von Fachkonzepten und Fachterminologie im naturwissenschaftlichen Unterricht zu unterstützen. Beim DIA wird die Einführung neu zu erlernender Fachbegriffe erst dann angestrebt, wenn die Lernenden das dazugehörige Konzept unter Nutzung der ihnen geläufigen sprachlichen Mittel erschlossen haben. Um das Vorgehen im Chemieunterricht zu erproben, haben wir die Unterrichtsreihe „Das Tote Meer stirbt“ im Themenfeld Salze konzipiert. Diese Unterrichtsreihe wurde im Rahmen einer Interventionsstudie mit Kontrollgruppe im Prä-Post-Design eingesetzt und durch größtenteils eigens entwickelte Analyseinstrumente (Fachwissenstest, C-Tests, offene Aufgaben) evaluiert. Um das Bild aus der statistischen Auswertung der Tests zu vervollständigen, haben wir ein theoriebasiertes Verfahren zur qualitativen Analyse von Schüler*innentexten entwickelt, mit dem wir die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen von Schüler*innen bezüglich der Fähigkeit, Fachtexte durch inhaltliche und sprachliche Mittel adressatenorientiert zu formulieren, untersuchen. Im Beitrag stellen wir die Konzeption der Unterrichtsreihe, die Konstruktion der Analyseinstrumente sowie ausgewählte Ergebnisse der Interventionsstudie vor.



Videovignetten in Naturwissenschaft, Technik und Textil (VidNuT) – ein Kooperationsprojekt in der Lehramtsausbildung

Eghtessad, Axel; Goreth, Sebastian

Pädagogische Hochschule Tirol, Österreich

Im Projekt VidNuT werden für die Hochschullehre in den Unterrichtsfächern Chemie, Physik, Technik und Textil Videovignetten mit Aufgabenstämmen zum gezielten Einsatz in einer digitalen Lernumgebung theoriegeleitet erstellt. Das Angebot an entsprechenden Lehr-Lernmaterialien für die hochschulische Lehramstausbildung ist eingeschränkt, ihre Erstellung ist ressourcenintensiv. Im Projekt VidNuT wird dieser Produktbedarf durch eine strategische Partnerschaft von sogenannten kleinen Fächern an mehreren Hochschulstandorten adressiert. Dabei entstehen qualitativ hochwertige Produkte durch Zusammenarbeit innerhalb der Fachteams der Standorte sowie standortübergreifend. Um die Arbeit mit den Vignetten in hochschulischen Lehrveranstaltungen innovativ unter Nutzung digitaler Potenziale zu gestalten, werden bestehende digitale Lernumgebungen weiterentwickelt. Für die Projektevaluation von Interesse sind dabei neben Lernzuwächsen der Studierenden die erwarteten Lernerwerbe der Akteur:innen im Projekt und wie sich die Zusammenarbeit in standortübergreifenden Fachteams gestaltet. Maßnahmen zur Erhöhung der Reichweite umfassen Multiplikatorenveranstaltungen, Fortbildungen, Policy Briefs, etc. Aufgrund der genannten Ziele, Maßnahmen und Strategien besteht das Konsortium neben Fachdidaktiker:innen aus Akteur:innen aus Soziologie, Fortbildung, Digital Design und Videodatenbankentwicklung. Im Vortrag werden die unterschiedlichen Ebenen und Strategien von Zusammenarbeit und Transfer im Projekt VidNuT beschrieben und diskutiert.



Naturverbundenheit Österreichischer Schüler*innen der Jahrgangsstufe 6: Hintergründe und Konzepte

Möller, Andrea1; Bezeljak, Petra1; Torkar, Gregor2

1Universität Wien, Österreich; 2Universität Ljubljana, Slovenien

Die Förderung von umweltfreundlichem Verhalten, um eine nachhaltige Gesellschaft zu

erreichen, ist eines der Ziele der Bildung für eine nachhaltigeEntwicklung (BNE) weltweit. Es

ist bekannt, dass eine Naturverbundenheit positiv mit umweltbewusstem Verhalten korreliert.

Die aktuelle Abnahme der Naturverbundenheit, begünstigt durch einen zunehmend digitalen

Lebensstil, resultiert oft in einer Entfremdung zwischen Mensch und Natur und ist eine der

möglichen Erklärungen für wachsenden Umweltprobleme. Daher ist es wichtig, mehr über die

Naturverbundenheit von Schüler*innen zu erfahren und vertiefte Einblicke in Gründe und

Konzepte zu gewinnen, insb. vor de m Hintergrund des Erkenntnistransfers in BNE

Bildungsprogramme. In dieser Studie haben wir untersucht, 1) wie naturverbunden

österreichische Schüler*innen der Jahrgangsstufe 6 sind, 2) wie sie die Gründe für ihre

Naturverbundenheit beschreiben, 3) auf welche Weise Gründe und Verbundenheit

zusammenhängen. 676 Schüler*innen (Allgemeinbildende Höhere Schule und Mittelschule)

füllten einen Fragebogen aus, der das grafische Einzelitem "Naturverbundenheit" (Inclusion of

Nature in Self, INS) enthielt, begleitet vo n der Aufforderung zu erklären, warum sie ihren

spezifischen INS-Wert gewählt haben. Lernende mit hohen INS- Werten gaben häufig eine

positive Einstellung zur Natur sowie häufige Naturaufenthalte an. Detaillierte Ergebnisse und

mögliche Implikationen für (fächerübergreifende) schulische und außerschulische BNE werden

auf der ÖGFD-GFD Tagung 2022 vorgestellt und diskutiert.