Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 2: Einzelvorträge
Zeit:
Montag, 29.08.2022:
16:00 - 17:30

Ort: Seminarraum 01

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Präsentationen

Chancen und Herausforderungen der öffentlichen Vermittlung von Geschichte(n): Zum Transferformat historische Ausstellung im Kontext der Citizen Science – ein Praxisbericht der Ausstellung „Gruß aus Güssing“

Hammer, Michael

Pädagogische Hochschule Steiermark, Österreich

Der vorliegende Beitrag versteht sich als reflexiver Praxisbericht des Projekts „Gruß aus Güssing“, einer innovativen öffentlichen Ausstellung. Dabei wurde, dem Citizen Science-Ansatz folgend, eine breite Bürger*innenbeteiligung bei der Konzeption und Durchführung der Ausstellung angestrebt. Im Kontext des Jubiläumsjahres (anlässlich 100 Jahre Burgenland) stand die Vermittlung materiellen wie immateriellen öffentlichen Kulturguts im Fokus, das zum kritischen und zugleich sensiblen Umgang mit der/den eigene/n Geschichte/n aufforderte. Anhand historischer „Meilensteine“ erzählte die Ausstellung die Geschichte des Landes mit einem Schwerpunkt auf Regional- und Lokalgeschichte. Dazu wurden bislang unbekannte Quellen herangezogen und innovative Erzählstrategien gewählt, um den Transfer zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit sowie Schulen zu erleichtern.

Folgende Fragen werden dabei behandelt:

• Welche Ansätze der Citizen Science konnten für die Ausstellung (v.a. für die Akzession von Exposita) genutzt werden?

• Wie kann der Theorie-Praxis-Transfer im Spannungsfeld Citizen Science-Geschichtsdidaktik-Geschichtswissenschaft ausgleichend hergestellt werden?

• Wie kann der Transfer zwischen Citizens-Ausstellung-Citizens (nicht) funktionieren? Welche unterschiedlichen Erwartungen/Forderungen stellen dabei die unterschiedlichen Akteur*innen?

• Welche (Un-)Möglichkeiten bietet subjektives Storytelling für öffentliche Ausstellungsformate? Wie kann dies in ein sinnvolles Lehr-/Lernsetting überführt werden?

• Welche Chancen und Herausforderungen bietet der Ausstellungsraum? Was sind grundsätzliche Indikatoren des Gelingens und Scheiterns?



50 Jahre Gesellschaftswissenschaften in Deutschland. Vom Fächerverbund zum eigenständigen Schulfach? Ergebnisse einer bundesweiten Studie aus Deutschland

Johann, Florian; Brühne, Thomas

Universität Koblenz, Deutschland

In den letzten Jahren wurde die Diskussion um gesellschaftswissenschaftliche Fächerverbünde im deutschsprachigen Raum um theoretische Impulse bereichert. Erstmals sind auch empirische Untersuchungen vorangetrieben worden, deren Ergebnisse künftig eine wissenschaftlich differenziertere Betrachtungsweise auf die damit verbundenen Unterrichtsfächer ermöglichen wird. Allerdings existieren auch 50 Jahre nach Einführung des ersten Verbundes Gesellschaftslehre im Bundesland Hessen zum aktuellen Zeitpunkt weder eine eigenständige Fachdidaktik Gesellschaftswissenschaften, noch herrscht ein entsprechendes lehramtsbezogenes Ausbildungsangebot vor. Auf curricularer Ebene zeigt sich neben einer sehr heterogenen Ausgestaltung der Lehrpläne häufig eine nach Fachperspektiven getrennte additive Aneinanderreihung von Strukturelementen aus den Einzelfächern. Obwohl gesellschaftswissenschaftliche Fächerverbünde aktuell in den meisten deutschen Bundesländern in den Stundentafeln verschiedener Schulformen verankert sind, können diese gemäß dem Integrationsmodell nach Gautschi (2019) nicht als eigenständige Schulfächer bezeichnet werden, da entsprechende konstitutive Merkmale nicht erfüllt werden.

Mit diesem Vortrag soll eine empirisch hergeleitete konsistente Struktur (u.a. Themen und didaktische Prinzipien) eines möglichen Schulfachs Gesellschaftswissenschaften zur Diskussion gestellt und exemplarische Theoriebezüge aufgezeigt werde. Die Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Neustrukturierung im fachdidaktischen Bereich Gesellschaftswissenschaften begründet sich vor allem durch die zunehmende Komplexität gegenwärtiger sowie künftiger gesellschaftlicher Fragestellungen.



Von Faktenwissen und Vermittlungskompetenz: Fachdidaktische Ableitungen einer quantitativen Testung von Schüler*innenwissen über Nationalsozialismus, Holocaust und den Zweiten Weltkrieg.

Mittnik, Philipp; Lauß, Georg

Pädagogische Hochschule Wien, Österreich

In der 2017 bis 2021 durchgeführten repräsentativen Studie wurden über 1.100 15-jährige Schüler*innen aller Schularten in Wien über ihr Wissen zu Nationalsozialismus befragt. Mittels eines Fragebogens wurde der Transfer von der Schule in die Wissenschaft gewährleistet. Mit den ausgearbeiteten 12 Empfehlungen über den Unterricht zu Nationalsozialismus kam es zu einem weiteren Transfer von Seiten der Wissenschaft in die Schule. In der Geschichtsdidaktik gilt es als unbestritten, dass kompetenzorientierter Geschichtsunterricht auch mit „Wissen“ in Zusammenhang stehen muss. Forschungen dazu sind jedoch eher selten. In dieser Studie wurde insbesondere versucht die Stellung des deklarativen Wissens zu erheben. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass es genau bei jenem Bereich des Wissens aber eklatante Lücken gibt. Der Großteil der Schüler*innen kann zentrale Begriffe wie „Holocaust“ oder „Antisemitismus“ nicht korrekt einordnen. Leistungsunterschiede konnten vor allem bei Geschlecht und Erstsprache festgestellt werden. Im Fokus des Vortrages sollen daher die methodischen Grundlagen der Erhebung, die zentralen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Empfehlungen für den Unterricht stehen.