Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 3: Einzelvorträge
Zeit:
Mittwoch, 31.08.2022:
13:30 - 15:00

Ort: Seminarraum 02

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Präsentationen

Transfer aus der Perspektive von Relativität und Normativität in der fachlichen Bildung

Führer, Carolin; Schweitzer, Friedrich; Dominik, Balg

Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Herausforderungen des Transfers ergeben sich in einer pluralen und demokratischen Gesellschaft insbesondere aus der Bedingtheit und Perspektivität von Erkenntnissen, Überzeugungen und Wertesystemen.

Die besondere Leistung der Fachlichkeit (in schulischen Kontexten) scheint gerade darin zu bestehen „als systematische Barriere für Indoktrination“ (Tenorth 1995, 342) zu wirken und sich gesellschaftlich wirksamen Vereindeutigungsmechanismen entgegenzustellen. Vor dem Hintergrund der Ablösung des normativen und konzeptionellen Horizonts durch einen zunehmend (rein) deskriptiven bzw. empirischen Diskurs werden in den wissenschaftlichen Fachdidaktiken Fragen des Umgangs mit Relativität(en) derzeit wieder dringlicher, weil diese zwar auf vielen Ebenen berührt, jedoch kaum noch relationiert oder gar konturiert werden.

Die Relativität der fachlichen Gegenstandskonstitution und Erkenntnis sowie die pädagogische Ungewissheit und Kontingenz unterrichtlichen Handelns steigern die gesellschaftliche Dimension der Relativität immer weiter; zugleich halten gerade auch die Fachwissenschaften und die Dynamik des fachlichen Unterrichts Möglichkeiten dafür bereit, ein reflektiertes Verhältnis zu diesen Relativitäten zu entwickeln.

Vor diesen Hintergründen wirbt der Vortrag aus der Zusammenarbeit einer Tübinger Arbeitsgruppe unterschiedlicher Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften (Führer et al. i.Dr.) für eine gemeinsame fachdidaktische Aufarbeitung sowie Reflexion der Zusammenhänge von Relativität und Normativität im Transfer.



Transfer durch Kooperation und Service Learning in der Textildidaktik

Jessen, Svenja1; Derwanz, Heike2

1Universität Oldenburg, Deutschland; 2A...kademie der bildenden Künste Wien, Österreich

In einem Service Learning-Seminar haben Studierende der Universität Oldenburg in Kooperation mit Partner*innen aus der Forschung sowie der kulturellen und der schulischen Bildung das Materialpaket „Slow Fashion“ für den Einsatz an Schulen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Die Idee ist 2019 gemeinsam mit dem Projekt „Eine Welt in der Schule“ des Grundschulverbandes e.V. entstanden. Seit 2020 verleiht der Grundschulverband das Material für Schüler*innen zwischen 9 und 16 Jahren an Lehrkräfte aller Schulformen. Die Kiste wurde aufgrund der Nachfrage mehrfach kopiert.

Das Materialpaket verbindet Forschungsergebnisse aus dem Design sowie didaktische Ansätze aus der Materiellen Kultur mit Schwerpunkt Textil und der Bildung für nachhaltigen Entwicklung (BNE). Es stellt ein niedrigschwelliges Angebot für Lehrkräfte dar, die im Bereich BNE und Textil arbeiten möchten. Ausgangspunkt des Projektes war der Mangel an positiven und aktionsorientierten Lehrmaterialien im Bereich BNE und Textil.

Der Vortrag thematisiert die Herausforderungen und Gelingensbedingungen im Transferprozess. Hierzu zählen die Aushandlung der Bedarfe der beteiligten Institutionen, eine klare Kommunikation von Zielen durch die Partner*innen aber auch Freiräume im jeweiligen Arbeitsfeld. Zwei Bereiche stehen im Fokus, erstens die Integration der BNE in die Textildidaktik und zweitens die didaktischen Ansprüche der Engagementpartner*innen und Adressat*innengruppen.



BNE und Service Learning als fachdidaktischer Ansatz: Chancen, Grenzen und Implikationen

Lindau, Anne-Kathrin; Ulrike, Brok

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland

Auf der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten des politischen und normativ gesetzten Konzepts Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt Service Learning einen vielversprechenden Ansatz zur fachdidaktischen Lehrkräftebildung dar. Service Learning steht für ganzheitliche Bildung und wird weltweit unabhängig von Fachdisziplinen oder Fächerkulturen zunehmend an (Hoch-)Schulen verankert. Gleichzeitig besteht eine Diskrepanz zwischen empirisch gefundenen Effekten von Service Learning, etwa auf Learning Outcomes, und der weit verbreiteten Anwendung von Service Learning an (Hoch-)Schulen und den Fachdidaktiken. Wenngleich es plausibel erscheint der ganzheitlichen Lern-Lehrmethode Service Learning positive Effekte zuzuschreiben, bleiben derzeit zentrale Fragen unbeantwortet: Welchen Impact hat Service Learning auf den Kompetenzerwerb von Studierenden? Warum können empirisch bislang kaum bedeutsame Effekte von Service Learning auf unterschiedliche Variablen nachgewiesen werden?

Im Beitrag wird die Methode Service Learning ausgehend von Beispielen zu Service Learning im Kontext von BNE kritisch reflektiert. Auf Grundlage der aktuellen Befundlage zu den Einflüssen von Service Learning wird ein Wirkungsmodell entwickelt. Das Modell beschreibt Einflüsse verschiedener Dimensionen von Service Learning auf Lernerfolg und Lernqualität. Zudem werden methodische Grenzen vorliegender Arbeiten reflektiert und ein multimethodales Untersuchungsdesign für weitere Forschungsarbeiten im Kontext von BNE und Service Learning für die fachdidaktische Lehrkräftebildung vorgestellt. Abschließend werden Limitationen diskutiert und Implikationen für Praxis und Forschung abgeleitet.