Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 4: Einzelvorträge
Zeit:
Mittwoch, 31.08.2022:
13:30 - 15:00

Ort: Seminarraum 03

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Präsentationen

Wechselwirkung zwischen Theorie, Empirie und Praxis am Beispiel der Rechtschreibdidaktik

Edtstadler, Konstanze1; Arifi, Jeton2; Ebner, Markus2

1PH Steiermark, Österreich; 2TU Graz, Österreich

Mittlerweile existieren vermehrt theoretisch fundierte und empirisch evaluierte rechtschreibdidaktische Konzepte, deren flächendeckende Umsetzung in der Praxis fehlt. Gleichzeitig sind noch viele Fragen in der Rechtschreibdidaktik offen, wie etwa die statistisch fundierte Auswertung der Fehleranfälligkeit von Rechtschreibkategorien (z.B. Klein- statt Großschreibung), die im Gegensatz zu klassischen Fehleranalysen nicht nur die Anzahl der Fehler, sondern auch die Anzahl der korrekten Schreibungen berücksichtigt. Diese Ergebnisse sind notwendig, um für Rechtschreibkategorien, die verstärkt Schwierigkeiten bereiten, empirisch fundiert entsprechende Konzepte zu entwickeln und zu verbreiten. Daher soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden, wie die Frage nach der Fehleranfälligkeit mithilfe von Learning-Analytics-Methoden empirisch fundiert beantwortet wird, um so die Notwendigkeit der verstärkten Berücksichtigung dieser Rechtschreibkategorien in der Didaktik zu eruieren.

Möglich ist das aufgrund von über 5000 Schüler*innentexte, die auf der kostenlosen Internetplattform www.iderblog.eu verfassten wurden. Da diese Internetplattform in erster Linie für die Praxis entwickelt wurde, um bereits entwickelte rechtschreibdidaktische Konzepte in einer digitalen Lernumgebung niederschwellig und breitflächig zur Verfügung zu stellen, kann auch beleuchtet werden, wie theoretische Konzepte gewinnbringend in die Praxis transferiert werden können. Umgekehrt wird ebenso erörtert, dass die theoretisch fundierte Fachdidaktik durch die Datenanalysen der in der Praxis gewonnen Daten profitieren kann, um ebendiese Ergebnisse wiederum für die Praxis aufzubereiten.



Implementierung didaktischer Erkenntnisse in den Deutschunterricht. Das Forschungsprojekt WiDiSch (Wissenschaft – Didaktik – Schule): eine Fragebogenerhebung unter Deutschlehrkräften

Brommer, Sarah1; Weinhold, Swantje2; Sowinksi, Ronja2

1Universität Bremen, Deutschland; 2Leuphana Universität Lüneburg

Forschungserkenntnissen der Deutschdidaktik wird häufig von Lehrkräften und z. T. auch von Didaktiker*innen selbst fehlende Praxisnähe und schwierige Umsetzbarkeit vorgeworfen. Als Folge lässt sich eine Diskrepanz zwischen Forschungsstand der Fachdidaktik und Unterrichtsalltag feststellen, die in der Forschungsliteratur schon vielfach beschrieben wurde. Zwar gibt es verschiedene Versuche, Erkenntnisse der Fachdidaktik in die Lehrkräftebildung zu implementieren (meist in der ersten und zweiten Phase der Lehrkräftebildung), doch offensichtlich gelingt der Transfer in die Unterrichtspraxis nicht bzw. nicht zufriedenstellend.

Aus diesem Grund soll im Forschungsprojekt „Wissenschaft – Didaktik – Schule“ (WiDiSch) für das Fach Deutsch mithilfe einer Fragebogenerhebung offengelegt werden, wie sich Lehrkräfte fachlich und fachdidaktisch informieren und fortbilden und über welche Kanäle aktuelle Erkenntnisse der Deutschdidaktik ihren Weg in den Unterricht finden (können). In diesem Zusammenhang werden Angebot und Nachfrage sowohl formeller als auch informeller Formen der Fortbildung betrachtet. Zu bedenken ist hierbei, dass im Zuge der Digitalisierung gerade auch Social-Media-Kanäle zunehmend für die Fortbildung relevant sind. Ziel des Projekts ist es, zu einem besseren Zusammenspiel von fachdidaktischer Forschung und Unterrichtspraxis im Fach Deutsch beizutragen. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Fragebogenerhebung vorgestellt und daraus abgeleitete Vorschläge für einen besseren Transfer zur Diskussion gestellt.



Soziale Netzwerkanalyse: Visualisierung von Kommunikations- und Kooperationssprozessen in regionalen IMST-Bildungsnetzwerken

Rauch, Franz1; Arztmann, Doris2; Korenjak, Petra1

1Universität Klagenfurt, Österreich; 2Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Der Vortrag stellt die Ergebnisse einer sozialen Netzwerkanalyse vor, die im Rahmen des österreichischen Projekts IMST (Innovationen machen Schulen Top) (https://www.imst.ac.at/) durchgeführt wurde. 1999 als intermediäre Struktur zur Förderung von innovativem Unterricht in der naturwissenschaftlichen Bildung gestartet, haben sich in allen österreichischen Bundesländern IMST-Regionalnetzwerke und IMST-Didaktikzentren an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen entwickelt. Darüber hinaus haben Mitglieder der Steuerungsgruppe Verbindungen zu internationalen Netzwerken im Bereich der MINT-Bildung geknüpft.

2019 wurde eine Soziale Netzwerkanalyse durchgeführt. Die Befragung der Mitglieder der Steuergruppen der neun regionalen IMST-Netzwerke zu Kommunikation und Kooperation erfolgte durch einen halboffenen Fragebogen. Die Analyse ermöglicht eine adäquate Abbildung der Netzwerkstruktur und ihrer Verbindungen. Die Präsentation der Ergebnisse gibt Aufschluss über entscheidende organisatorische Fragen für Bildungsnetzwerke: Wer und was sind die treibenden Kräfte hinter den Interaktionen in Bildungsnetzwerken? Wie werden die Beziehungen durch Prozesse der Kommunikation, Kooperation und des Vertrauens organisiert? Wie werden diese gestaltet, damit sie sich positiv auf die Lehrpraxis und die Lernergebnisse auswirken? Welche kulturellen Rahmenbedingungen erweisen sich als förderlich für intermediäre Netzwerke in der wissenschaftlichen Bildung?