Veranstaltungsprogramm

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Sitzungsübersicht
Sitzung
Strang 4: Einzelvorträge
Zeit:
Dienstag, 30.08.2022:
10:30 - 12:00

Ort: Seminarraum 03

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Präsentationen

Interdisziplinäres Team-Teaching zur Vermittlung von Querschnittsthemen? Qualitative Untersuchung zu Chancen und Grenzen interdisziplinärer Kollaboration für die ‚Bildung in der digitalen Welt‘

Küplüce, Can; Bellenberg, Gabriele

Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Studie zur Vermittlung des Querschnittsthemas der Digitalität im interdisziplinären Teamteaching. Dazu werden mithilfe eines qualitativ-codierenden Forschungsdesigns 40 Interviews und Videografien von einzelnen Schlüsselaufgaben ausgewertet, um Vorstellungen von teilnehmenden Studierenden bezüglich Fachspezifik und Überfachlichkeit digitalisierungsbezogener Kompetenzen zu eruieren und mit bildungspolitischen Vorgaben zu kontrastieren. Die Präsentation diskutiert mit ersten Ergebnissen Vorteile und Voraussetzungen für die Durchführung von interdisziplinären Lehrveranstaltungen zu Querschnittsthemen der Lehrer*innenbildung, die eng an den Wissensstand und die Vorstellungen angehender Lehrer*innen anknüpfen.



Design-Based Research (DBR) als „goldener Weg“ zur Theorie-Praxis-Integration? — Zwei Berichte über DBR-Projekte zu mündlichen Prüfungen und Hörverstehen im englischen Fremdsprachenunterricht

Siepmann, Philipp; Folkerts, Jens-Folkert

Westfälische Wilhelms Universität Münster, Deutschland

Der englische fremdsprachendidaktischen Diskurs ist insbesondere im Bereich Oracy geprägt durch eine erhebliche Differenz zwischen theoretischem Wissen und Unterrichts- bzw. Prüfungspraxis. Ungeachtet der positiven Tendenz, dass Mündlichkeit eine größere Bedeutung im Fremdsprachenerwerb eingeräumt wird, bleibt die schulische Umsetzung vielfach hinter den Erwartungen des wissenschaftlichen Diskurses sowie der schulpolitischen Vorgaben zurück. Sprechprüfungen orientieren sich an Literacy, die Überprüfung der Hörverstehenskompetenz an transaktionalen Modellen. Design-Based Research bietet eine Vielzahl an Chancen, um den bisher nicht ausreichenden Transfer von theoretischen Erkenntnissen und unterrichtspraktischen Bedingungen in beide Richtungen zu unterstützen und zu verbessern. Die beiden vorgestellten Projekte zielen darauf ab, sowohl die Unterrichtspraxis als auch die Theoriebildung zu Oracy maßgeblich voranzubringen. Im Zuge des bereits vorangeschrittenen DBR-Projekts von Dr. Philipp Siepmann zu mündlichen Sprechprüfungen wurden eine Vielzahl an vorwiegend qualitativen Daten erhoben, bereits erste Designs verschiedener Kriterienraster evaluiert und theoretische Implikationen gewonnen. Das jüngere DBR-Projekt von Jens Folkerts zur unterrichtlichen Anbahnung und Überprüfung von Hörverstehenskompetenzen befindet sich in der explorativen Phase und vereint Erkenntnisse aus Fokusgruppeninterviews sowie verschiedenen Workshops. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Darstellung der Chancen der beiden DBR-Projekte für eine gelungene Theorie-Praxis-Integration durch die Einbindung mehrerer Stakeholder im Rahmen des Forschungsprozesses.



Transfer auf vielen Ebenen – das rotierte Multiset-Mehrkohorten-Erhebungsdesign und die Modularisierung von Kompetenzbereichen in der iKMPLUS als Versuch einer one-fits-all-Lösung für LSA in Österreich

Illetschko, Marcel; Österbauer, Veronika

Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen, Österreich

Im Rahmen der Implementierung der individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS) als Teil des Pädagogikpakets des BMBWF (2020) sollen Individualförderung, Unterrichts- und Schulentwicklung, Qualitätsmanagement sowie Bildungsmonitoring und Bildungscontrolling in Österreich in der 3., 4., 7. und 8. Schulstufe datenbasiert unterstützt werden.

Vom Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS) wurde dafür das rotierte Multiset-Mehrkohorten-Erhebungsdesign (rMME) entwickelt, das in Kombination mit der Modularisierung der Messung von Kompetenzbereichen (verpflichtende und freiwillige, jährliche und zyklische Module) den Versuch einer one-fits-all-Lösung für LSA im österreichischen Schulsystem unternimmt.

Mit einem einzigen komplexen Instrument soll so den Bedürfnissen unterschiedlichster Stakeholder begegnet werden. Mit diesem Anspruch positioniert sich die iKMPLUS als ein Ausdruck angewandter Forschung und evidenzbasiertem policy-making vor dem Hintergrund des Paradigmas der Kompetenzorientierung und der empirischen Bildungsforschung.

Der Einzelvortrag fokussiert teildisziplinübergreifend neben psychometrischen Hintergründen vor allem auf die fachdidaktischen Konstruktmodellierungen der verschiedenen Kompetenzbereiche der Unterrichtsgegenstände Deutsch und Mathematik (Prim, Sek) sowie Englisch (Sek).

Anhand von Lesetests in Deutsch und Englisch werden zudem exemplarisch Möglichkeiten und Grenzen eines Transfers zwischen diagnostischen Tools verschiedener Domänen angesprochen.

In der abschließenden Diskussion wird dieses bildungspolitische Vorhaben unter der Perspektive des Transfers zwischen Fachdidaktiken und weiteren Bildungswissenschaften in den Blick genommen.