Veranstaltungsprogramm

Hier finden Sie eine vorläufige Übersicht aller Sessions/Sitzungen der dghd2020.
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Sitzungsübersicht
Sitzung
T1_V12: Durch Berufsorientierung gesellschaftliche Verantwortung fördern
Zeit:
Mittwoch, 11.03.2020:
17:15 - 19:00

Chair der Sitzung: Dr. Julia Prausa, Freie Universität Berlin

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Präsentationen

Wie kann Wirtschaft neu gelehrt werden? – Einblicke in die plurale, sozio*ökonomische Hochschullehre

Lukas Bäuerle1, Harald Hantke2, Lisa-Marie Schröder3, Janina Urban4

1Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues; 2Leuphana Universität Lüneburg; 3Goethe-Universität Frankfurt; 4Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung, Düsseldorf

Problemstellung:

Eine neue Generation von Lehrenden in der wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulbildung sieht sich vor die Herausforderung gestellt, ihre gegenwärtige Lehre in Form und Inhalt neu zu gestalten. Dies scheint mehr denn je gefordert. Denn trotz der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008, der wachsenden Einkommens- und Vermögensungleichheit sowie der drohenden Klimakatastrophe dominieren weiterhin Lehr- und Prüfungsformate, die die Entwicklung der Reflexions- und Gestaltungsfähigkeiten der Studierenden erschweren.

Zielstellung des Beitrags & zentrale Fragestellung:

Zielstellung dieses Beitrags ist es, mit Bezug auf ein aktuelles Sammelbandprojekt der Sektion Hochschullehre in der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW), Einsichten in hochschuldidaktische Lehr-Lern-Konzepte zu bieten, mit denen Studierenden die Möglichkeit gegeben werden kann, drängende gesellschaftliche Probleme zu reflektieren, einzuordnen, wissenschaftlich zu erörtern oder gar zu lösen. Die zentrale Fragestellung unseres Beitrags lautet vor diesem Hintergrund, inwiefern aktuelle Erkenntnisse und Erträge aus Forschungsbefunden der Sozialwissenschaften hochschuldidaktisch aufbereitet werden können, um dem Bildungsanspruch der Hochschulen im 21. Jahrhundert gerecht zu werden.

Methodisches Vorgehen:

Der Beitrag basiert auf einem explorativen Vorgehen. Dabei werden konkrete Erfahrungen von Lehrenden in der pluralen, sozio*ökonomischen Hochschullehre gebündelt und zur Diskussion gestellt. Diese Einblicke sollen weiteren Lehrenden die Möglichkeit bieten, Form und Inhalt ihrer eigenen Lehre (nicht nur) im Feld der Wirtschaftswissenschaften zu reflektieren.

Frage an die Teilnehmenden:

Mit den Teilnehmenden soll die Frage diskutiert werden, wie eine plurale, sozio*ökonomische Hochschullehre gestaltet sein muss, die eine orientierende, reflektierende und zu verantwortungsvoller Handlung befähigende Funktion in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft einnimmt.



Problemlösungsorientiertes Lernen im Rahmen eines Service Learning Seminars für Studierende im Bachelorstudiengang Sozialpädagogik und Sozialmanagement

Maik Arnold

Fachhochschule Dresden

Gegenstand dieses Beitrags ist ein SoTL-Projekt, welches sich mit dem problemlösungsorientierten Lernen von Studierenden im Rahmen eines Service Learning Seminars in einem Bachelorstudiengang für Sozialpädagogik und Sozialmanagement beschäftigt. Ziel des Seminars war die Unterstützung von Schüler*innen im Alter von 12 bis 18 Jahren bei der Umsetzung einer Crowdfunding-Kampagne zur Initiierung eines Schülercafés in einer Kleinstadt. Das Problemlösungslernen der Studierenden konnte im Rahmen des Service Learnings auf unterschiedlichen Ebenen angeregt werden: durch einerseits die Anwendung der im Studium zuvor angeeigneten Ansätze, Methoden und Instrumente des Sozialmanagements und andererseits durch Förderung des gesellschaftlichen Engagements in der Kinder- und Jugendarbeit.

Im Kurzvortrag wird erstens ein Überblick über die Literaturanalyse in den hochschuldidaktischen Forschungs- und Handlungsfeldern „Management Education and Learning“, „Social Work Education“ und „Service Learning“ gegeben. Zweitens erfolgt eine Ergebnisdarstellung zur durchgeführten qualitativ-empirischen Analyse von im Projektverlauf gesammelten Beobachtungen von Gruppensitzungen und Gesprächen mit Praxispartnern (N=25), eines Fokusgruppengesprächs mit Studierenden (N=11) und mehrerer Critical Incidents von Schlüsselsituationen. Die Ergebnisse erlauben Einblicke in die Problemwahrnehmung, Auftragsvereinbarung, Strukturierung des persönlichen Lernprozesses, Entscheidungsfindung, Kommunikations-, Konflikt- und Problemlösungsfähigkeiten sowie der Teamentwicklung. Schließlich drittens zielt der Vortrag auf eine Diskussion und Reflexion der Forschungsergebnisse vor dem Hintergrund des problemlösungsorientierten Lernens, der Entwicklung von Qualität in der Lehre, zum Methodeneinsatz sowie zur Erreichung der Lehr- und Lernziele des Service Learnings auf den drei Gestaltungsebenen: Lernende, Modul- bzw. Studienprogramm und Hochschule (Mikro-, Meso-, Makro-Sichtweise).



Entwicklung interprofessioneller Handlungskompetenz angehender Lehrender in den Gesundheits-(fach-)berufen

Marie-Luise Junghahn, Jana Rückmann

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Unter dem Fokus der Forderung nach interprofessioneller Zusammenarbeit im Gesundheitswesen sind dessen Angehörige zu befähigen, in Lehr-, Lern- und Arbeitssituationen kooperativ zu handeln (Bosch Stiftung 2011). Gleichwohl wird kritisiert: Der akademischen als auch nicht-akademischen Aus- und Weiterbildung in den Gesundheits-(fach-)berufen mangle es an Lehr-Lern-Situationen, die die beteiligten Akteure hinreichend auf interprofessionelles Handeln vorbereiten (Wesselborg 2017). Es ist noch wenig empirisch untersucht, wie ein Kompetenzprofil interprofessionell Lehrender für diese Gestaltungsaufgabe zu definieren ist (Walkenhorst et al. 2015). Um zu untersuchen, inwiefern sich das kompetenzorientierte Prüfungsformat „Objektive Structured Clinical Examination“ (OSCE) als Lehr-Lern-Format für die Entwicklung interprof. Handlungskompetenz angehender Lehrender für die Gesundheits-(fach-)berufe eignet, wurde eine qualitative Erhebung durchgeführt, die acht leitfadengestützte fokussierte Einzelinterviews umfasst. Ausgangspunkt ist ein Modulprojekt, in dem angehende Lehrende einer interprofessionellen Studierendengruppe verschiedene OSCE-Stationen planten, in wechselnden Rollen durchführten und ihre Erfahrungen in der Gruppe und individuell in einem E-Portfolio evaluierten. Erste Ergebnisse verweisen darauf, dass vielfältige Potentiale für den Erwerb interprofessioneller Handlungskompetenz verbunden sind – insbesondere, weil gemeinsame Reflexionsprozesse über Denktraditionen und Handlungslogiken der jeweils anderen beteiligten Berufsgruppen angestoßen und vielfältige Perspektiven eröffnet wurden.

Bosch Stiftung (2011). Memorandum Koop. der Gesundheitsberufe: Qualität und Sicherstellung der Zukunft. Gesundheitsversorgung. Stuttgart.

Walkenhorst, U. et al. (2015). Positionspapier GMA-Ausschuss – Interprof. Ausbildung in den Gesundheitsberufen. GMS.

Wesselborg, B. (2017). Interprof. Lernen in den Gesundheitsberufen: Hochschuldid. Konzeption für Pflege- und Medizinstudierende.



 
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