Veranstaltungsprogramm

Sitzung
Morsche Grenzen in der Rede von »Nähe und Distanz« im Kontext pädagogischer Professionalität
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
12:00 - 13:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Hörsaal 4 DI

999 0828 8954, 754173
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, 13. Differentielle Erziehungs- und Bildungsforschung, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, Sektion 13, Kommission Psychoanalytische Pädagogik, theoretisch, Deutsch

Präsentationen

Morsche Grenzen in der Rede von »Nähe und Distanz« im Kontext pädagogischer Professionalität

Chair(s): Prof. Dr. Christine Wiezorek (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Vortragende: Prof. Dr. Margret Dörr (.)

Im pädagogischen Diskurs hat sich mit der Rede von »Nähe und Distanz« eine Chiffre durchgesetzt, die eine Sehnsucht nach klaren (geometrischen) Verhältnissen in den Interaktionen zwischen Fachkräften und Nutzenden der Angebote zum Ausdruck bringt, die pädagogisch nur begrenzt tauglich ist. Meinen Vortrag werde ich in drei Gedankenschritte sortieren. Zunächst werfe ich einen Blick auf die Fragen, wofür diese Formel herhalten muss und wer oder was damit adressiert wird, bevor ich Überlegungen anschließe, was die Rede von »Nähe und Distanz« in der professionellen Praxis so attraktiv zu machen scheint. Beispielhaft präsentiere ich Ergebnisse aus einem BMBF-finanzierten Forschungsprojekt, in dem affektive Abstimmungsprozesse zwischen Fachkräften und Adressat*innen gemeindepsychiatrischer Angebote tiefenhermeneutisch erforscht werden, die enthüllen, dass die Chiffre „Nähe und Distanz“ im Kontext pädagogischer Professionalität sich eher einer Idee der Berechenbarkeit und Steuerbarkeit von Begegnungen verdankt und eine Haltung umfassender Kontrollpraxis befördert, mit der Gefahr, offene Begegnungsräume zwischen den Akteur:innen zu schließen.