Veranstaltungsprogramm

Sitzung
Pädagogische Entgrenzung: Empirische Impressionen und professionalisierungstheoretische Implikationen
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
12:00 - 13:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Hörsaal 1 MI
968 7450 4172, 265697
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, Sektion 5, Kommission Professionsforschung und Lehrerbildung, qualitativ, Deutsch

Präsentationen

Pädagogische Entgrenzung: Empirische Impressionen und professionalisierungstheoretische Implikationen

Chair(s): Prof. Dr. Rolf-Torsten Kramer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Vortragende: Prof. Dr. Andreas Wernet (Leibniz Universität Hannover, Deutschland)

Die Beobachtung unterrichtlicher Interaktion ist regelmäßig mit dem Phänomen der pädagogischen Entgrenzung konfrontiert. Regelmäßig stoßen wir auf kränkende, missachtende, herablassende oder demütigende Adressierungen von Schülerinnen und Schülern. Dies situative ‚Taktlosigkeit‘ pädagogischen Handelns ist deshalb schwer zu würdigen, weil es sich dabei in der Regel um Episoden handelt, die keine schweren ‚Verstöße‘ gegen eine pädagogische Ethik darstellen, sich deshalb sowohl der alltagsweltlichen als auch der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit entziehen. Entsprechend geht es mir in meinem Vortrag nicht um eine Skandalisierung dieser Entgrenzungen. Ich möchte sie nicht unter dem Aspekt der Verletzung der Schülerinnen und Schüler, sondern unter dem Aspekt der Verletzung der Lehrerrolle, also gleichsam als pädagogische Selbstbeschädigung thematisieren.

Im ersten Teil werde ich unter Bezugnahme auf unterrichtliche Interaktionsprotokolle einen empirischen Einblick in das Phänomen geben und an diesem Datenmaterial unterschiedliche Aspekte und Dimensionen pädagogischer Entgrenzung thematisieren. Im Zentrum des zweiten Teils steht der Versuch einer professionalisierungstheoretischen Verortung. Dieser Versuch betrifft auch die kritische Frage nach der explikativen Kraft der pädagogischen Professionalisierungstheorie.