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Sitzungsübersicht
Sitzung
Die Be- und Entgrenzung von Schule und Unterricht in der Corona Krise als Herausforderung für pädagogisches Handeln
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 22

980 0700 1274, 502109
Sitzungsthemen:
5. Schulpädagogik, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 4, Kommission Bildungsorganisation, Bildungsplanung, Bildungsrecht, Sektion 5, Kommission Schulforschung und Didaktik, qualitativ, quantitativ, Deutsch

Präsentationen

Die Be- und Entgrenzung von Schule und Unterricht in der Corona Krise als Herausforderung für pädagogisches Handeln

Chair(s): Prof. Dr. Gabriele Bellenberg (Ruhr-Universität Bochum, Deutschland), Grit im Brahm (Ruhr-Universität Bochum), Christian Reintjes (Universität Osnabrück)

Diskutant*innen: Raphaela Porsch (Otto-von_Guericke Universität Magdeburg)

Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Krise führt zu Be- und Entgrenzungsprozessen von Schule und Unterricht, die für pädagogisches Handeln eine Herausforderung darstellen. Anhand dreier empirischer Studien wird solche Be- und Entgrenzungsprozesse im Mehrebenensystem Schule dargestellt, diskutiert und eingeordnet. Die Befunde zielen auf die einzelschulische Bewältigung der Organisation von Schule und Unterricht, auf zusätzliche Ungleichheitsdimensionen durch Schulschließungen im angepassten Regelbetrieb sowie die Suche und Wahrnehmung von Unterstützungsstrukturen seitens der Schulen. Die Befunde werden als Herausforderung für das pädagogische Handeln von Schulen diskutiert und eingeordnet.

 

Beiträge des Panels

 

Standortspezifische Bewältigung der Herausforderungen bei der Organisation von Schule und Unterricht nach dem 1. und 2. Lockdown: Befunde der Schulleitungsbefragungen HOSUL

Christian Reintjes1, Grit im Brahm2
1Universität Osnabrück, 2Ruhr-Universität Bochum

Im Zentrum von Beitrag 1 stehen Befunde von zwei Online-Befragung von Schulleitungen aller allgemeinbildenden Schulformen (T1: Mai/Juni 2020, T2: März 2021). Insgesamt haben 683 Schulleitungen in der 1. Befragung bzw. 382 Schulleitungen in der 2. Befragung vollständig geantwortet. In den Bundesländern NRW und NI, deren Daten diesen Auswertungen zugrunde liegen, lagen mit Abstand die meisten vollständigen Datensätze vor (NRW: 520 GS/302 SI; NI: 110 GS/ 76 SI).

Mit Blick auf die Stundentafeln, die Corona-bedingten Maßgaben und die verbleibenden Spielräume der Schulen emergierte eine große Bandbreite von organisationalen Bewältigungsstrategien. Bei den schulform- und standortspezifischen Lösungen für den Präsenzunterricht nach den Lockdowns spielen die einzelschulisch variierenden, verfügbaren Ressourcen eine zentrale Rolle. Vor dem Hintergrund Bourdieus Theorie der Reproduktion sozialer Ungleichheit durch Schule (2012) wird geprüft, inwiefern Leitungen in Abhängigkeit von sozialräumlichen Lagen die ihnen zur Verfügung stehenden personellen, materiellen und räumlichen Ressourcen mit Blick auf die zu bewältigenden Aufgaben different einschätzen (Bremm et al., 2021). Unter governancetheoretischen Annahmen wird unter Berücksichtigung ministerieller Vorgaben sowie einzelschulischer Entscheidungsprozesse der Frage nachgegangen, welche Strategien die Schulen mit Blick auf die Re-Etablierung von Präsenzunterricht gewählt haben. Der Beitrag endet mit einer schultheoretischen Diskussion.

 

Schule und Unterricht im angepassten Regelbetrieb. Analyse und Reflexion Corona-bedingter (Teil-)Schließungen von Schulen anhand der COSMO-Befragung in NRW

Jörg-Peter Schräpler1, Gabriele Bellenberg1, Christian Reintjes2, Markus Küpker3
1Ruhr-Universität Bochum, 2Universität Osnabrück, 3Ruhr-Futur

In diesem Beitrag wird auf der Grundlage der auf Nordrhein-Westfalen (NRW) bezogenen Daten der Corona-Schnellmeldung online (COSMO) für den Zeitraum des angepassten Regelbetriebs untersucht, ob und wie sich die dort registrierten (Teil-)Schulschließungen durch pandemiebezogene bzw. schulische Kontextfaktoren erklären lassen. Die (Teil-)Schließungen von Schulen in NRW sind das Ergebnis eines Abwägungsprozesses der Schulleitung in Abstimmung mit dem Schulträger wie der Schulaufsicht. Der Beitrag geht der Frage nach, inwiefern sich Erklärungszusammenhänge aus relevanten Kontextfaktoren wie dem kommunalen Infektionsgeschehen, der Schulform oder dem spezifischen Einzugsgebiet der Schule zeigen. Die Befunde werden eingeordnet und vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen der Organisation von Schule und Unterricht in NRW sowie mit Blick auf die mit den COSMO-Daten verfolgten Zielstellungen im Mehrebenensystem Schule diskutiert. Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, dass sich auf der Grundlage der COSMO-Daten wichtige Erkenntnisse über den Einfluss der Pandemie auf das Bildungssystem gewinnen lassen, die zusätzliche Ungleichheitsdimensionen eröffnen. Die Befunde werden schultheoretisch und schulpädagogisch diskutiert.

 

Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen in Zeiten der Krise. Eine explorative Studie zur Systematisierung wahrgenommener Initiativen im Mehrebenensystem Schule

Matthias Forell1, Philipp Matthes2, Grit im Brahm1
1Ruhr-Universität Bochum, 2niversität Bochum

Der Krisenbegriff impliziert, dass Akteure eines Systems angesichts einer unerwarteten und als bedrohlich wahrgenommenen Situation angesichts einer Vielzahl möglicher (systemimmanenter sowie umwelteigener) Handlungsoptionen mit Orientierungslosigkeit und Unsicherheit reagieren. Vor diesem Hintergrund wurden in NRW explorativ 11 leitfadengestützte Interviews mit schulischen Akteuren (Schulleitung, Lehrkräfte, Elternpflegschaft, Schüler*innenvertretung) durchgeführt und qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet. Hypothesengenerierend wird darin untersucht, (1) welche Unterstützungsinitiativen den schulischen Akteuren auf der Meso- und Mikroebene bekannt und von diesen genutzt wurden, (2) welchen Gegenstand die Unterstützungsangebote fokussieren, (3) wo sich deren Anbieter im Handlungsfeld von System und Umwelt verorten lassen sowie (4) welche weiterführenden Unterstützungsbedarfe die schulischen Akteure identifizieren. Die vorgelegte Systematik ermöglicht die Einordnung und das Verständnis darüber, welche Initiativen Schulen als unterstützend identifizieren und ggfs. genutzt haben sowie welche weiterführenden Unterstützungsbedarfe schulische Akteure erkennen. Ferner stellt sich die Frage, welche Bedeutung die in der Krise wahrgenommenen umwelteigenen Unterstützungsangebote künftig für die Entwicklung des Meso-, Mikro-, aber auch Makrosystems Schule haben werden. Die Befunde werden governancetheoretisch eingeordnet sowie schultheoretisch diskutiert.