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Sitzungsübersicht
Sitzung
Die Überwindung von institutionellen Grenzen in der Grundbildung und Alphabetisierung
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 12

963 6729 1452, jzYkc9
Sitzungsthemen:
9. Erwachsenenbildung, Ohne Kommission, qualitativ, quantitativ, theoretisch, Deutsch

Präsentationen

Die Überwindung von institutionellen Grenzen in der Grundbildung und Alphabetisierung

Chair(s): Dr. Julia Koller (Universität zu Köln, Deutschland), Dr. Ewelina Mania (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung)

Diskutant*innen: Dr. Lisanne Heilmann (Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr)

Im Feld der Grundbildung und Alphabetisierung konnten in den letzten Jahren durch diverse Förderinitiativen sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch konkrete Angebote, Maßnahmen, Kooperationen und Initiativen angestoßen werden. In dem Bestreben eine breite Zielgruppe zu erreichen, werden neue Formate entwickelt, vielfältige Lernorte etabliert, neue Kooperationen angestrebt, politische Steuerungsformen verändert und Förderungen angepasst. Im Rahmen des Symposiums werden vielfältige Tendenzen in der Grundbildung und Alphabetisierung betrachtet, die allesamt die Öffnung und Erweiterung institutioneller Grenzen betreffen. So sind die traditionellen Institutionen der Erwachsenenbildung dazu aufgefordert, ihre Angebote, Kooperationen, Finanzierungen und Zielgruppen im Hinblick auf organisationale Fragen, weitere Bildungsinstitutionen, Kontexte zu entgrenzen. Die Vorträge nehmen diese Aspekte im Feld über unterschiedliche Gegenstandsbereiche in den Blick.

 

Beiträge des Panels

 

Innovationen in der Grundbildung und Alphabetisierung

Dr. Julia Koller
Universität zu Köln

In gewisser Weise ist die Auseinandersetzung mit dem Neuen in der erwachsenenpädagogischen Bildungsarbeit eingeschrieben. Die Thematisierung zeigt sich auf den verschiedenen Handlungsebenen des Weiterbildungssystems. Dabei geht es um Veränderungen der Steuerung im Bildungssystem, die Entwicklung, den Wandel und das Lernen von Organisationen sowie um neue Methoden der Bildungsarbeit. Dies betrifft insbesondere das Feld der Alphabetisierung, das sich zuletzt durch einen bildungspolitischen Fokus stark entwickelte. Ein Schlüsselbegriff in der Debatte um Wandel ist der Begriff der Innovation. Als vielfach unbestrittener Zielbegriff, ist ihm eine Bearbeitung von Grenzen diverser Art eingeschrieben: als paradoxer Grenze zwischen alt und neu, innen und außen und einem schöpferischen Akt der Überwindung derselben (vgl Briken 2019). Die Klärung des Begriffs "Innovation" ist im Hinblick auf eine differenzierte Wissenschaftssprache und die gezielte Kommunikation in Politik und Praxis ungeklärt. Entsprechend fokussiert der Vortrag aus der Perspektive einer sozialwissenschaftlichen reflexiven Innovationsforschung und empirisch durch zwei umfassende Dokumentenanalysen den Innovationsbegriff und der in ihm eingeschriebene Umgang mit Grenzen in der Grundbildung und Alphabetisierung.

 

Intraorganisationale Kooperationen in der Alphabetisierung und Grundbildung

Dr. Ewelina Mania1, Farina Wagner1, Prof. Dr. Hannes Schröter2
1Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, 2Deutsches Institut für Erwachsenenbildung und FernUniversität Hagen

Die Entwicklung von passgenauen und wirksamen Angeboten wird im Bereich Grundbildung und Alphabetisierung seit vielen Jahren als Herausforderung diskutiert (Löffler & Korfkamp, 2016; Rosenbladt & Lehmann, 2013). Es stellt sich die Frage, wie eine bedarfsorientierte und lernförderliche Organisations-, Programm- und Lernangebotsentwicklung im Grundbildungs- und Alphabetisierungsbereich vor dem Hintergrund der unterschiedlichen organisationalen Handlungsebenen angelegt werden kann. Auf der Ebene des Einrichtungsmanagements, der Ebene der Programmentwicklung und Angebotsplanung sowie der Ebene des Kursgeschehens bzw. der Lehr-Lern-Interaktion in den Weiterbildungsorganisationen zeigen sich jeweils eigenständige Steuerungs- und Gestaltungslogiken. Um jedoch pädagogische Professionalität, Qualität und Leistungserbringung herstellen und sichern zu können, bedarf es einer systematischen Verzahnung dieser Ebenen an entsprechenden Scharnier- und Schnittstellen (Goeze & Stodolka, 2019).

Im Rahmen dieses Vortrags werden die Anforderungen an ein Beratungs- und Qualifizierungskonzept vorgestellt, das diese Schnittstellen und "Position[en] des Dazwischen" (Seitter, 2013, S. 45) zum Gegenstand macht und das Intermediäre (Jenner, 2018) und Vermittelnde herausstellt. Im Sinne der Freisetzung von Innovationspotenzialen geht es um das Spannungsfeld zwischen begrenzenden Logiken der einzelnen Handlungsebenen und entgrenzenden intraorganisationalen Kooperationsanforderungen.

 

Zwischen Verbleib und Abbruch in der Alphabetisierung und Grundbildung

Jana Arbeiter1, Marie Bickert2, Lena Sindermann1, Dr. Veronika Thalhammer2
1Universität zu Köln, 2Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Entwicklung der Erwachsenenbildung ist geprägt von vielfältigen Entgrenzungstendenzen (u. a. institutionelle, normative, didaktische Entgrenzung) (Arnold, 2011). Plurale Kursformate sind v.a. durch den Zuwachs von nonformalen und informellen Lehr-Lernstrukturen Ausdruck von Entgrenzung des Lernens Erwachsener (Hof, 2005). Zugunsten von Teilhabemöglichkeiten setzen sich auch in der Alphabetisierung und Grundbildung Veranstaltungsformate mit kursähnlichen oder "semi-institutionellen" Strukturen in eher informellen Orten der Begegnung durch (z. B. Lesecafés, Nähtreffs) (Kulmus, 2018; Rohling & Wolk-Pöhlmann, 2014). Dies nimmt Einfluss auf den Verbleib und Abbruch (Drop-out) seitens der Teilnehmenden.

Im Vortrag wird die Frage nach der Bedeutung von Drop-out in Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten diskutiert, anhand der Ergebnisse von zwei Teilstudien aus dem Projekt „Dropout in der Alphabetisierung und Grundbildung“. Die 1. Teilstudie widmet sich dem theoretischen Diskurs von Drop-out in der Erwachsenenbildung bzw. in der Alphabetisierung und Grundbildung, basierend auf einem narrativen Review von insg. 62 wissenschaftlichen Beiträgen. Die 2. Teilstudie erarbeitet die Bedeutung von Drop-out in der Alphabetisierung und Grundbildung aus der Anbieterperspektive, basierend auf 9 Expert:inneninterviews (u. a. Fachbereichsleiter:innen). Die Ergebnisse verweisen auf Grenzen des erwachsenenpädagogischen Begriffsverständnisses von Drop-out in entgrenzten Angebotsformaten.