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Sitzungsübersicht
Sitzung
Institutionelle Begrenzungen? Forschungsperspektiven auf die De-/Institutionalisierung des Pädagogischen
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 32

989 8677 5580, 272854
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, Sektion 8, Kommission Pädagogik der frühen Kindheit, qualitativ, theoretisch, Deutsch

Präsentationen

Institutionelle Begrenzungen? Forschungsperspektiven auf die De-/Institutionalisierung des Pädagogischen

Chair(s): Prof. Dr. Anja Tervooren (Universität Duisburg-Essen, Deutschland), Prof. Dr. Fabian Kessl (Bergische Universität Wuppertal), Prof. Dr. Claudia Machold (Bergische Universität Wuppertal), Prof. Dr. Nicolle Pfaff (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Martina Richter (Universität Duisburg-Essen)

Diskutant*innen: Dr. Stephan Dahmen (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Nicolas Engel (Goethe-Universität Frankfurt)

Die Moderne ist durch die Institutionalisierung des Pädagogischen innerhalb von sich mehr und mehr ausdifferenzierenden, untereinander kontrastierenden pädagogischen Feldern gekennzeichnet, in denen sich aktuell eine widersprüchliche, in manchen Feldern gegenläufige Verschränkung von Institutionalisierung und Deinstitutionalisierung abzeichnet. Allerdings wird letztere eher selten thematisiert. Im Forschungsforum wird diese Gleichzeitigkeit als De-/Institutionalisierung in den Mittelpunkt gestellt und flexible Begrenzungen des Pädagogischen in systematischer und methodologischer Perspektive exemplarisch bezogen auf die pädagogischen Felder der Jugendhilfe und der Bildung in der frühen Kindheit diskutiert. Dabei wird das Desiderat einer erziehungswissenschaftlichen Institutionalisierungstheorie ausgeleuchtet, die auf dem Vergleich und der qualitativen Erforschung unterschiedlicher pädagogischer Felder aufbaut.

 

Beiträge des Panels

 

Institutionalisierung als Ringen um Passung. Perspektiven einer erziehungswissenschaftlichen Institutionalisierungsforschung

Prof. Dr. Fabian Kessl
Bergische Universität Wuppertal

Institutionalisierung in pädagogischen Kontexten lässt sich über die Modi der Verrechtlichung und Professionalisierung sowie der Routinisierung von pädagogischer Praxis und deren Organisation fassen (vgl. Honig 2002). Vor diesem Hintergrund wird eine systematische Perspektive für die erziehungswissenschaftliche Institutionalisierungsforschung am Beispiel der Jugendhilfe ausgeleuchtet und das alltägliche Tun der beteiligten Akteur:innen als Praxis und Organisation der Institutionalisierung gefasst (Münchmeier 1992). In einer rekonstruktiven Analyse ist diese Praxis als Ringen um Passungsverhältnisse zu identifizieren: erstens auf der Ebene der pädagogischen Interaktion als Passung zwischen Erbringung und Inanspruchnahme, zweitens der Ebene der pädagogischen Organisation als Passung zwischen Leitungsinteressen und Fallbearbeitung und drittens jener der Allokation und politischen Legitimation als Passung zwischen Leistungsauftrag und organisational-fachlicher Ausgestaltung. In dem Ringen der beteiligten Akteur:innen um die notwendigen Passungsverhältnisse auf diesen Ebenen zeigen sich nicht nur Form und Inhalt der Praxis und Organisation institutionalisierter Bildung und Erziehung. Vielmehr lassen sich hier auch die widersprüchliche Gleichzeitigkeit von Institutionalisierungsprozessen und Deinstitutionalisierungsdynamiken ebenso wie die politische und kulturelle Auseinandersetzung um die institutionellen Grenzen und Begrenzungen pädagogischer Praxis und Organisation analysieren.

 

De-/Institutionalisierung als methodologische und methodische Herausforderung. Perspektiven ethnographischer Zugänge zur frühen Kindheit

Prof. Dr. Claudia Machold1, Prof. Dr. Anja Tervoooren2
1Bergische Universität Wuppertal, 2Universität Duisburg-Essen

Prozesse der Institutionalisierung von Kindheit stellen seit jeher einen der zentralen Bezugspunkte der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Kindheitsforschung dar. Gerade im Feld der frühen Kindheit lassen sich im Zuge des Ausbaus der Kindertagespflege und ihrer Diversifizierung eine zunehmende Verrechtlichung, Routinisierung und Professionalisierung beobachten. Wird in der Kindheitsforschung bereits vor einem „methodologischen Institutionalismus“ gewarnt (Eßer & Schröer, 2019), ist dennoch bisher nicht in den Blick gekommen, dass dieser Institutionalisierungsschub auch von Formen der Deinstitutionalisierung begleitet wird (Tervooren 2021). Ausgehend von kindheitstheoretischen Betrachtungen wird der Frage nachgegangen, wie die Perspektive der De-/Institutionalisierung methodologisch erarbeitet und methodisch umgesetzt werden kann. Dabei wird die „Institutional Ethnography“ (Smith 2005) als Forschungszugang vorgeschlagen, der sich empirisch mit der Bedingtheit von Handeln in und durch institutionelle Kontexte befasst. Sein Potenzial für eine Empirie der De-/Institutionalisierung des Pädagogischen wird am Beispiel der im Feld der Kindertagespflege vor dem Hintergrund der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beobachtbaren Prozesse der De-/Institutionalisierung ausgelotet. In den Blick kommen damit auch Veränderungen in der Art und Weise, wie Normalitäten in früher Kindheit konstruiert und Klassifikationen organisiert und prozessiert werden.