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Sitzungsübersicht
Sitzung
Habitusanalyse und Biographieforschung. Zur theoretischen und methodologischen Verschränkung im Feld der Hochschulforschung
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 20

999 8232 7568, 679473
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 9. Erwachsenenbildung, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, qualitativ, theoretisch, Deutsch

Präsentationen

Habitusanalyse und Biographieforschung. Zur theoretischen und methodologischen Verschränkung im Feld der Hochschulforschung

Chair(s): Prof. Dr. Bettina Dausien (Universität Wien, Österreich), Prof. Dr. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen)

Diskutant*innen: Dr. Andrea Lange-Vester (Hannover)

Im Forschungsforum werden Verknüpfungen von Habitusanalyse und Biographieforschung diskutiert und konkretisiert. Dafür werden Wissenschaftler*innen einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe, die empirisch zu Studierendenbiographien, „non-traditional students“, Studienabbrüchen und Bildungsaufstiegen arbeitet, an bestehende Debatten anknüpfen und ihre je unterschiedlichen theoretischen und methodologischen Perspektiven an demselben Datenmaterial sichtbar machen. Im Zentrum des Forums stehen das Spannungsfeld von „Habitus“ und „Biographie“ und die theoretische und empirische Erkundung bestehender Gemeinsamkeiten, Differenzen und Leerstellen in der Verbindung der beiden Forschungsansätze.

 

Beiträge des Panels

 

Habitusanalyse und Biographieforschung – Einführung in Problemstellung und Material des Forums

Prof. Dr. Helmut Bremer1, Prof. Dr. Bettina Dausien2
1Universität Duisbrug-Essen, 2Universität Wien, Österreich

Einführend werden mit Blick auf zentrale Forschungslinien, in denen sich Habitusanalyse und Biographieforschung treffen, wichtige Berührungspunkte und Abgrenzungen beider Perspektiven benannt. Besonders in den Fokus gerät die Frage, wie individuelles Handeln mit gesellschaftlichen Logiken verbunden ist und wie daraus folgend Bildungswege vorstrukturiert sind, welche Gestaltungsräume die Individuen haben und wie Veränderungs- bzw. Transformationsmöglichkeiten jeweils gesehen werden. Daraus ergeben sich unterschiedliche Blickwinkel und Gewichtungen, die auch mit unterschiedlichen Erkenntnisinteressen verbunden sind. Abschließend wird der beispielhafte Fall, der Gegenstand der weiteren Inputs und Diskussionen sein wird, knapp vorgestellt.

 

An der Bordsteinkante entlangbalancieren? – Biographische Erzählungen von Habitus(ent)grenzen(den)-Erfahrungen von first-in-family-Studierenden

Jacqueline Hackl
Universität Wien, Österreich

Ziel dieses Beitrags ist es, am Beispielfall den Weg aus einem nicht-akademischen Milieu an die Universität aus einer biographietheoretischen und narrationsanalytischen Perspektive genauer zu rekonstruieren. Dabei geht es um die Erfahrung von Grenzen ebenso wie um biographische Handlungspotenziale und „Biographizität“, die zu Bildungs- und Aneignungsprozessen genutzt werden können. Studierenden, die u.U. einen weiten Weg vom Herkunftsumfeld bis zum Studium und der Teilnahme am Universitätsleben zurücklegen, leisten oft eine komplexe „biographische Arbeit“. Folgende Fragen werden am Fall untersucht: Wie gestaltet sich ein „Weggehen“ vom Herkunftshabitus, von der Lebenswelt der sozialen Herkunft? Welche Prozesse in der Lebensgeschichte gehen damit einher, wie wiederholen und verändern sich damit verbundene biographische Erfahrungen? Welche Veränderungspotenziale, Aspirationen und Handlungsmöglichkeiten werden in der Biographie rekonstruierbar – aber auch welche Prozesse der Beharrung und des Zurückziehens?

 

Kulturelle Passung zwischen Habitus, Milieu und Hochschule

Catrin Opheys
Universität Duisburg-Essen

Ziel dieses Beitrags ist es, aus der Perspektive der Habitusanalyse am Beispielfall die Lebensgeschichte einer*eines Studierenden und den Weg vom nicht-akademischen Milieu an die Hochschule mit Fokus auf die Beharrungstendenzen des Habitus zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen im Zugang zum Studium und im Prozess der Aneignung des Studiums kulturelle (Nicht-)Passungen des Habitus/Milieus zum Feld der Hochschule durch Reibungen an den vorherrschenden Strukturen sichtbar werden. Zentrales Erkenntnisinteresse ist hierbei, wie sich die Handlungsmuster des Habitus über die Biographie hinweg fortsetzen und in Form von Passungen und Nicht-Passungen zu Studium und Fachkultur zum Tragen kommen.

 

Akademiker*in Werden – Habitus und Subjektivierung im Dialog

Flora Petrik
Eberhard Karls Universität Tübingen

In diesem Beitrag gilt das Interesse den Prozessen des „Akademiker*in Werdens“. Wie verläuft die Annäherung an einen akademischen Habitus bei sogenannten „non-traditional students“? Was gerät in den Blick, wenn der Fokus auf Prozesse des „Werdens“ gerichtet wird? Welche Erlebnisse, Räume und Praktiken werden für eine Habitustransformation bedeutsam? Für die Beleuchtung dieser Fragen bietet sich ein Dialog mit jenen Theorien an, die untersuchen, wie Subjekte über soziale Praktiken erzeugt werden. Die hier angewandte Perspektive orientiert sich daher an theoretischen Überlegungen zu Anrufungs- und Adressierungsgeschehen. Denn die Möglichkeitsräume, in denen habituelle Veränderungen hervorgebracht werden, sind von wirkmächtigen Anrufungen gerahmt. Die Fokussierung auf das Adressierungs- und damit Anerkennungsgeschehen in biographischen Erzählungen kann dazu beitragen, die Spielräume für habituelle Transformationsprozesse explorativ zu erschließen.