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Sitzungsübersicht
Sitzung
„Doing transfer“ in der frühen Bildung – Entgrenzungen zwischen Wissenschaft und Praxis?
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 16

927 0519 2170, 612058
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 2, Kommission Wissenschaftsforschung, Sektion 8, Kommission Pädagogik der frühen Kindheit, qualitativ, quantitativ, Deutsch

Präsentationen

„Doing transfer“ in der frühen Bildung – Entgrenzungen zwischen Wissenschaft und Praxis?

Chair(s): Dr. Kristine Blatter (Deutsches Jugendinstitut e. V., Deutschland)

Ein gezielter, effektiver Transfer von der Wissenschaft in die Praxis wird häufig als Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Praxis beschrieben. Transfer wird dabei zunehmend als komplexer, interaktiver Prozess verstanden und nicht als rein linearer, unidirektionaler Vorgang. Beim „doing transfer“ wird in Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis neues, für alle Beteiligten relevantes Wissen hergestellt. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern sich die Grenzen zwischen Wissenschaft und Praxis verändern (müssen), damit Transfer gelingen kann. In der Arbeitsgruppe wird diese Frage aufgegriffen und eine empirische Reflexionsfolie präsentiert. Dazu werden Erkenntnisse aus drei Forschungsprojekten zum Wissenstransfer in der frühen Bildung, die verschiedene Ebenen berücksichtigen, vorgestellt. Die Beiträge werden mit Blick auf eine erfolgreiche Gestaltung von Wissenstransfer in der frühen Bildung zusammenfassend reflektiert und hinsichtlich der Überwindung von Grenzen diskutiert.

 

Beiträge des Panels

 

Forschungsergebnisse als Professionalisierungsgrundlage: Bedarfe und benefits aus Sicht von pädagogischen Fach- und Leitungskräften

Dr. Beatrice Rupprecht, Dr. Katrin Lattner
Universität Leipzig

Die Professionalisierung pädagogischer Fachkräfte bezieht nach dem Kompetenzmodell der Frühpädagogik (Fröhlich-Gildhoff u. a. 2011) einen forschenden Habitus, im Sinne der Erschließung eines verstehenden Zugangs zur eigenen Praxis, ein. Die Entwicklung einer in diesem Zusammenhang wissenschaftlich geprägten Expertise von Fachkräften wurde bislang verstärkt im Rahmen akademischer Qualifizierungen diskutiert (Stieve 2013). Bislang wenig Beachtung fand im Diskurs die Professionalisierung durch Forschungsergebnisse im Allgemeinen und im Kontext einer eigenen Teilnahme an Forschungsprojekten durch Kita-Akteure. Hierin wird jedoch das Potenzial der Entgrenzung von Wissenschaft und Praxis durch forschungsbedingte Synergieeffekte auf der Makroebene gesehen. Im Beitrag werden folgende Fragestellungen anhand der Ergebnisse einer Online-Befragung pädagogischer Fachkräfte beantwortet: Welchen Nutzen ziehen Akteure aus Forschungsprojekten in Kitas für die eigene pädagogische Praxis und welche Bedarfe sehen sie hinsichtlich des Ergebnistransfers? In die Diskussion wird ergänzend der von den Teilnehmer*innen geäußerte Kritikpunkt der unzureichenden Ergebnisrückmeldungen einbezogen. Der Vortrag wird damit zum Ausgangspunkt einer vertieften Betrachtung zum Entgrenzungspotenzial des Transfers innerhalb der Folgebeiträge.

 

Transfer als Kooperation: Perspektiven von Forschenden und Praktiker*innen

Dr. Kristine Blatter, Dr. Regine Schelle, Stefan Michl
Deutsches Jugendinstitut e. V.

Beim System der frühen Bildung handelt es sich um ein komplexes Netzwerk aus diversen Akteuren, welches von wechselseitiger Beeinflussung geprägt ist. Im Sinne aktueller systemischer Transfermodelle aus dem Bildungsbereich (z. B. Cooper u. a. 2020, Farley-Ripple u. a. 2018) sollten daher bei der Betrachtung des Wissenstransfers die Perspektiven möglichst aller Beteiligten beleuchtet werden. Aus diesem Grund werden in der vorliegenden Studie bezogen auf Forschungsergebnisse zur Qualitätsentwicklung in Kitas und deren Implikationen für die Praxis nicht nur Forschende in Experteninterviews befragt, sondern auch Gruppendiskussionen mit pädagogischen Fachkräften durchgeführt. Insbesondere wird analysiert, welche Einstellungen die unterschiedlichen Akteure zum Transfer empirischer Ergebnisse zeigen und welche Erfahrungen sie damit bereits gesammelt haben. Förderliche Bedingungen sowie Barrieren und Hindernisse für den Transfer empirischer Erkenntnisse in der frühen Bildung sollen herausgearbeitet werden. So werden erste Einblicke in die Bedeutung der Kooperation und der gemeinsamen Hervorbringung von Wissen im Sinne einer Transformation möglich. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Rolle sogenannter „knowledge broker“ (Cooper 2013; Ward, House & Hamer 2009), die als Vermittler*innen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Praxis überschreiten können. Im Rahmen der Arbeitsgruppe werden die Ergebnisse dieser beiden Erhebungen zueinander in Beziehung gebracht und diskutiert.

 

Gelingensbedingungen und Hemmnisse im Kontext der nachhaltigen Implementation einer Weiterqualifizierungsmaßnahme

Kathrin Hormann, Dr. Michael Lichtblau, Dr. Heike Wadepohl, Prof. Dr. Claudia Schomaker, Prof. Dr. Katja Mackowiak
Leibniz Universität Hannover

Die diesem Beitrag zugrundeliegenden Verbundprojekte verfolgen das Ziel, die Entwicklung der professionellen Kompetenzen frühpädagogischer Fachkräfte im Bereich der alltagsintegrierten Lernunterstützung durch eine kognitiv-aktivierende Gestaltung von Fachkraft-Kind-Interaktionen zu unterstützen. Forschungsergebnisse zeigen, dass diese Form der Interaktionsgestaltung besonders lernförderlich ist, jedoch im Kita-Alltag vergleichsweise selten bzw. in niedriger Qualität von Fachkräften umgesetzt wird (u. a. König, 2009; Wadepohl/Mackowiak, 2016). Aus diesem Grund wurde eine modularisierte Weiterqualifizierung (Fortbildungen & Prozessbegleitung) entwickelt, in 27 Kitas durchgeführt und umfangreich anhand eines Mixed-Methods-Designs auf verschiedenen Ebenen (z.B. Institution, Fachkraft, Kind) evaluiert. Dabei wird versucht, Kenntnisse und Fähigkeiten zur kompetenten Gestaltung von kognitiv-aktivierenden Interaktionen ins frühpädagogische Feld zu transferieren. Zudem wird in acht Einrichtungen eine nachhaltige Implementation des entwickelten Konzepts in die pädagogische Praxis intensiv begleitet (z.B. Fallbesprechungen, Prozessbegleitungen, Zielvereinbarungen, Konzeptionelle Implementation). Der Beitrag stellt unter Transfer-Perspektive quantitative und qualitative Ergebnisse der Evaluation zur nachhaltigen Implementation der Weiterqualifizierung vor und diskutiert Erfahrungen im Hinblick auf Gelingensbedingungen und Hemmnisse des angestrebten „Doing Transfer“ (Dewe, 2005).