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Sitzungsübersicht
Sitzung
Professionell und familial zugleich? Be- und entgrenzte Sorge im heterogenen Feld der stationären Erziehungshilfen
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 24

937 1017 0020, 829544
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, 14. Organisationspädagogik, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Deutsch

Präsentationen

Professionell und familial zugleich? Be- und entgrenzte Sorge im heterogenen Feld der stationären Erziehungshilfen

Chair(s): Dr. Maximilian Schäfer (Universität Osnabrück, Deutschland), Prof. Dr. Claudia Equit (Leuphana Universität Lüneburg)

Diskutant*innen: Dr. Samuel Keller (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Das Feld der stationären Erziehungshilfen zeichnet sich zwar durch eine wachsende und zunehmend schwieriger zu überblickende Heterogenität und „Formenvielfalt“ (Wolf 2005: 323) aus, gleichwohl sind nahezu alle Formen von pädagogisch-programmatischen Grenzverschiebungen und Entgrenzungstendenzen beeinflusst, die mit den fortschreitenden Prozessen der „Familialisierung der Heimerziehung und Professionalisierung des Pflegekinderwesens“ (ebd.) einhergehen. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Logiken, Ausformungen und Folgen der an Sorgearbeitende in Heimerziehung und Vollzeitpflege zunehmend selbstverständlicher herangetragenen paradoxen Erwartung, im Alltag professionell und familial zugleich zu handeln. In den Beiträgen werden aktuelle Befunde rekonstruktiver Studien zu alltäglichen Ent- und Begrenzenungsprozessen der Sorge in Wohngruppen, familienanalogen Hilfen und Bereitschaftspflegefamilien vorgestellt, die vor dem Hintergrund transnationaler Entwicklungen diskutiert werden.

 

Beiträge des Panels

 

Institutionalisierungsprozesse in stationären Wohngemeinschaften

Prof. Dr. Claudia Equit, Dr. Julia Ganterer
Leuphana Universität Lüneburg

Nach einer kurzen thematischen Einführung durch die und den Koordinator*in der Arbeitsgruppe werden im ersten Vortrag Grenzsetzungen und Entgrenzungen pädagogischen Handelns aufgrund der in stationären Wohngruppen enaktierten Institutionalisierungsprozesse aus der Perspektive von Jugendlichen und Fachkräften analysiert. Konstruktionen von Familialität und Privatheit werden ebenso in den Blick genommen wie Partizipations- und Beschwerdeprozesse junger Menschen in Wohngruppen. Die Ergebnisse basieren auf einem von der DFG geförderten Projekt zu Partizipation in Organisationskulturen der Heimerziehung. In Anlehnung an die theoretische Figur Sozialer Arbeit als Grenzbearbeiterin (Kessl/Maurer 2010) werden im Anschluss an die referierten Projektbefunde professionspolitische Anforderungen und Herausforderungen für stationäre Erziehungshilfen benannt. Im Ausblick erfolgt eine Einordnung der Ergebnisse vor dem Hintergrund transnationaler Einwicklungen stationärer Erziehungshilfen.

 

Pädagogische Orte des Zusammenwohnens? – Über Praktiken und Logiken der verwohnräumlichten Grenzsetzung in familienanalogen Erziehungshilfen

Dr. Maximilian Schäfer
Universität Osnabrück, Deutschland

Im zweiten Vortag wird das stationäre Angebot der familienanalogen Erziehungshilfen beleuchtet, indem zentrale Befunde aus einer jüngst veröffentlichen Dissertation zur Diskussion gestellt werden. Basierend auf mehrjähriger ethnografischer Forschung im Rahmen einer von Aktion Mensch e.V. geförderten Studie und eines jeweils mehrtätigen Mitwohnens in familienanalogen Settings in der Heimerziehungs- und in der fachlich qualifizierten Vollzeitpflegeform, die sich als stationäre Hilfen von anderen Unterbringungsangeboten durch das Zusammenwohnen von (sozial-)pädagogischen Fachkräften, Angehörigen und fremduntergebrachten jungen Menschen strukturell unterscheiden, werden rekonstruierte Modi des „Zusammenwohnens“ in diesem Feld vorgestellt. Thematisch fokussiert werden hierbei insbesondere die alltäglichen Praktiken und disparaten Logiken der verwohnräumlichten Grenzsetzung an diesen Orten, deren unterschiedliche Konsequenzen im Zuge einer erwarteten Sorge mit Professionalitäts- und Familialitätsanspruch aus sozialpädagogischer Perspektive diskutiert werden.

 

Grenzgänge öffentlicher Erziehung im privaten Raum – Paradoxien aus dem Alltag der Bereitschaftspflege

Antonia Finckh
Technische Universität Dortmund

Im dritten Vortrag werden erste Ergebnisse aus einem andauernden Dissertationsprojekt zu Alltag und Übergängen in Bereitschaftspflegefamilien vorgestellt. Die Bereitschaftspflege zeichnet sich als Hilfeform insbesondere über die Verwobenheit eines öffentlichen Erziehungs- und Schutzauftrags mit den besonderen Strukturmerkmalen privater Familialität aus. Anhand von empirischem Material werden implizite und explizite Bearbeitungsweisen eben dieser Verwobenheit sowie spezifische Grenzziehungspraktiken nachgezeichnet. Dabei sind sowohl Fragen der Produktion von (Nicht-)Zugehörigkeit als auch alltägliche Herstellungspraktiken unterschiedlicher Formen familialen Zusammenlebens zentral. Letztere sollen abschließend im Hinblick auf die mitunter paradoxen Implikationen familienbasierter Formen der Fremdunterbringung analysiert und diskutiert werden.

 

Kommentar

Dr. Samuel Keller
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Schweiz

Im Rahmen einer Kommentierung dieser Vorträge erfolgt zunächst eine Gesamteinordnung der ermittelten Befunde über be- und entgrenzte Sorge im heterogenen Feld der stationären Erziehungshilfen, ehe mit dem Blick auf transnationale Entwicklungen im Fremdunterbringungskontext weitere Anschlussmöglichkeiten für die Diskussion im digitalen Plenum aufzeigt werden.