Veranstaltungsprogramm

Die Zugänge zu allen Zoom-Räumen finden sie auf der Kongress-Plattform (https://plattform.dgfe2022.de/).
Login mit Ihrem ConfTool-Benutzernamen und Ihrem ConfTool-Passwort.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Veranstaltungen des Kongresses.
- Sie können die Veranstaltungen nach Beitragstyp (u.a. Symposium, Arbeitsgruppe, Forschungsforum, Parallelvorträge), Sprache (Englisch, Deutsch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung) und Themen (Forschungszugänge, Kommissionen, Sektionen) filtern.
- Bitte wählen Sie ein Datum aus, um nur die betreffenden Veranstaltungen anzuzeigen.
- Wählen Sie eine Veranstaltung aus, um zur Detailanzeige zu gelangen.
- Die Vortragenden sind jeweils unterstrichen dargestellt.
- Eine persönliche Agenda kann drei Wochen vor Kongressbeginn auf der Kongressplattform von mcc Agentur für Kommunikation erstellt werden.
- Änderungen des Programmes sind vorbehalten.

 
Nach Beitragstyp der Sitzung filtern 
Filter by Session Topic 
Nur Sitzungen am Veranstaltungsort 
 
 
Sitzungsübersicht
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 40
980 6568 2413, 181803
Datum: Mittwoch, 16.03.2022
9:30 - 11:30Digital gestützte Entgrenzung der Forschungs- und Fördermöglichkeiten zu/von Feedback-, Klassenführungs- und Planungskompetenz
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 40
 

Chair(s): Prof. Dr. Daniel Scholl (Universität Vechta, Deutschland), Prof. Dr. Marc Kleinknecht (Leuphana Universität Lüneburg), Prof. Dr. Katharina Müller (Leibniz Universität Hannover)

In diesem Forschungsforum werden die erweiterten Möglichkeiten diskutiert, die digitale Tools für die (videobasierte) Lehrerinnen- und Lehrerkompetenzforschung und -förderung bieten. Die Diskussionsgrundlage bilden drei Projekte, in denen 1. Unterrichtsvideos in eine Lernsoftware zur Förderung von Reflexions- und Feedbackkompetenzen integriert und 2. videobasierte Unterrichtssimulationen mit 360°- und mobile Eyetracking-Kameras zur Förderung von Klassenführungskompetenzen betrachtet wurden sowie 3. eine Unterrichtsplanungssoftware zur kognitiv entlastenden Förderung der Planungskompetenz entwickelt wurde. Die Diskussion dieser Projekte, die im größeren Kontext einer forschungs- und praxisorientierten Lehrerinnen- und Lehrerbildung(-sforschung) stehen, zielt – im Wechselbezug von Untersuchungsgegenstand, Untersuchungsdesign und gegenstandskonstituierender Forschungsfrage – auf die Auslotung von Perspektiven der digital gestützten Kompetenzforschung- und -förderung.

 

Beiträge des Panels

 

Analytisch und authentisch? Förderung der Wahrnehmungs- und Feedbackkompetenz von Lehramtsstudierenden mit einem online- und videobasierten Unterrichtsfeedback

Prof. Dr. Marc Kleinknecht, Dorothee Anders, Christopher Neil Prilop, Dr. Kira Elena Weber
Leuphana Universität Lüneburg

Aktuelle Studien im Rahmen einer praxisbasierten Lehrkräftebildung verweisen auf die Bedeutung eines situierten, fallbasierten Lernens für die Kompetenzentwicklung von angehenden Lehrkräften. Möglichst authentische text- und videobasierte Fälle sollen es angehenden Lehrkräften ermöglichen, Lehr- und Lernsituationen zu analysieren und die Reflexion ihrer eigenen Praxis zu verbessern. Insbesondere Videofälle ermöglichen eine Dekomposition von komplexen „Core-Practices“ (Grossman et al., 2009). Bislang mangelt es allerdings an quasi-experimentellen Studien, die einzelne Bedingungen videofallbasierter Lernumgebungen systematisch variieren.

In mehreren Interventionsstudien im Rahmen des Unterrichtspraktikums an der Leuphana Universität haben wir uns mit der Wirkung eines strukturierten online- und unterrichtsvideobasierten ExpertInnen- und Peer-Unterrichtsfeedbacks auf abhängige Variablen wie Feedback- und Wahrnehmungskompetenz beschäftigt (Weber et al., 2018; Prilop et al., 2020, 2021). Durch das Durchlaufen eines Videofeedbackzirkels (Kleinknecht & Gröschner, 2016) sollten Studierende dabei die Core Practice „lerneffektives Gestalten eines Phasenübergangs“ (als Teilfacette von Klassenführung) erlernen.

Im Vortrag wird auf eine Studie eingegangen, bei der die Reflexion und das Feedback asynchron direkt bei der Videobeobachtung erfolgten. Die Potenziale einer solchen Lernumgebung werden abschließend diskutiert.

 

Unterrichtssimulationen und mobile Eyetracking-Videos zur Förderung und Erforschung handlungsnaher Kompetenzen im Bereich des Classroom Management

Prof. Dr. Katharina Müller, Madlena Kirchhoff, Leonie Telgmann
Leibniz Universität Hannover

Zur Förderung handlungsnaher Kompetenzen des Unterrichtens von angehenden Lehrkräften werden zunehmend Unterrichtsvideos (Gaudin & Chalies 2015) und Simulationen in der Lehrkräftebildung eingesetzt (Chernikova, 2020). Unterrichtssimulationen im universitären Setting erlauben eine Annäherung an die unterrichtliche Praxis im Sinne der approximations of practice (Grossmann et al. 2009) und ermöglichen die gezielte Verknüpfung von unterrichtlichen Teilfertigkeiten im Bereich der Planung, Durchführung und Reflexion. In der Kombination mit der videographischen Aufzeichnung des simulierten Lehr-Lerngeschehens können die eigenen handlungsnahen Kompetenzen für eine Reflexion zugänglich gemacht werden. Die Aufzeichnung erfolgt neben herkömmlich aufgezeichneten Videos zunehmend auch mit neuen Technologien, wie 360°- und mobilen Eyetracking (MET)-Kameras, welche eine veränderte Perspektive auf das Unterrichtsgeschehen ermöglichen (Cortina et al. 2018).

Im Vortrag wird anhand aktueller Forschungsbefunde aufgezeigt, wie MET-Videos und Simulationen gewinnbringend zur Förderung und Erforschung handlungsnaher Kompetenzen des Unterrichtens eingesetzt werden können. Beispielhaft wird dafür auf die Core Practice (McDonald et al., 2013) Umgang mit Störungen im Bereich des Classroom Management (Kounin, 2006) in der Planung, Durchführung und Reflexion fokussiert.

 

Kompetenzförder- und -forschungsperspektiven der softwarebasierten Planung von Unterricht

Prof. Dr. Daniel Scholl, Simon Küth
Universität Vechta

Eine gründliche Strukturplanung von Unterricht verlangt, Entscheidungen u.a. zu seinen Zielen, Inhalten, Methoden und Medien in wechselseitiger Bezugnahme aufeinander und in Abstimmung mit den individuellen und situativen Lehr-Lernvoraussetzung zu treffen (Friesen, 2010). Gerade Noviz*innen haben aber grundsätzlich Schwierigkeiten beim Erkennen dieser Wechselwirkungen (Koeppen, 1998), weshalb ihr Planungsdenken in der Regel linear verläuft (Westerman, 1991). Ein Grund für diese Schwierigkeiten liegt in der hohen Elementinteraktivität der Planungsaufgabe, die mit einer starken intrinsischen kognitiven Belastung für die Planenden einhergeht (Sweller, van Merriënboer & Paas, 1998, 2019).

Im Vortrag wird eine selbstentwickelte, forschungsbasierte Planungssoftware vorgestellt, die – im Anschluss an bestehende Planungstools (Strickroth, 2019), deren Funktionsvielfalt (Prieto et al., 2013) und deren Möglichkeit der Verringerung kognitiver Planungsbelastung (Schrader & Schöb, 2016) – ein kognitiv entlastendes Unterstützungssystem (part-whole sequencing, Gerjets, Scheiter und Catrambone, 2004) zur Förderung dynamischen Planungsdenkens bietet. Außerdem werden Forschungsanforderungen und -befunde präsentiert und diskutiert, die einerseits die heuristischen Evaluation (Nielsens, 1993) der Usability (Brooke, 1996) dieser Software, andererseits die Evaluation ihrer Lernwirksamkeit mit einem standardisierten, vignettenbasierten und raschhomogenen Kompetenztest betreffen.