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Sitzungsübersicht
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
937 9854 4993, 057582
Datum: Montag, 14.03.2022
14:00 - 16:30Profilierungen des Allgemeinen. Zur disziplinpolitischen Eingrenzung und Neukonturierung der Allgemeinen Erziehungswissenschaft
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
 

Chair(s): Prof. Dr. Kerstin Jergus (TU Braunschweig, Deutschland), Dr. Carsten Bünger (PH Schwäbisch Gmünd)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Hans-Christoph Koller (Universität Hamburg), Prof. Dr. Edwin Keiner (Universität Frankfurt)

Das Symposium diskutiert die Ent- und Begrenzungen Allgemeiner Erziehungswissenschaft, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen grundlagentheoretischen Lehr- und Forschungsanspruch und disziplinpolitischen (z.B. institutionellen) Zuständigkeitsbestimmungen ergeben. Die hieraus resultierenden Fragestellungen werden aus vier unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Es werden erstens die Stellung von Theoriebildung auch im internationalen Kontext betrachtet, zweitens die Bedeutsamkeit historisch-systematischer Theoriezugänge für Forschung und Theoriebildung diskutiert, drittens die strukturellen Entwicklungen im Bereich Studium und Lehre aufgegriffen und viertens die Stellung der Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Hinblick auf internationale Forschungskulturen fokussiert. Das Symposium strebt somit eine Auseinandersetzung und Verständigung über die Lage der Theoriebildung im Allgemeinen und den Stellenwert der Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Besonderen an.

 

Beiträge des Panels

 

The Inherent Radicality of Pedagogy: Equality and Democratization

Prof. Dr. Carl Anders Säfström
Maynooth University

The Sophists, as devoted democrats, founded their thinking on equality, introduced the educational theory in Greek culture as a condition for a democratic city-state and understanding nature and culture as such. According to the Sophist, anyone could be taught which is the profound radicality of education and teaching, as Jaeger (1939/1965; 1943/1986) shows. This provokes the need for anti-democratic forces, as Masschelein & Simons (2013) say, to tame education, teachers and schools. Education and teaching are introduced in intellectual history as radical in this sense, as an adversarial response to inequality. The paper will be discussing the radical performativity of education and teaching as indistinguishable from democratization, and therefore democratization as already embedded in pedagogy. As is argued in the paper, what is at stake then in defending education and teaching is the very possibility of democracy itself. The paper intends to be discussing this 'original' radicality of education and teaching and show how it works as responses to some pressing issues of today. As such the paper highlights and specify radicality in education as a sophistical practice (Cassin 2014). Such practice, the paper will conclude, is a condition for mobilising educational theory as a response to actual and pressing social conditions and problems.

 

Die Ortlosigkeit historisch-systematischer Zugänge als Effekt der Ausdifferenzierung und Diversifizierung der Erziehungswissenschaft?

Prof. Dr. Meike Baader
Universität Hildesheim

Der Vortrag entfaltet die These, dass mit einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Erziehungswissenschaft durch stark handlungsfeldbezogene Studiengänge, z.B. „Pädagogik der Kindheit“, die Gefahr verbunden ist, dass die Reflektion historisch-systematischer Fragen ihren Ort verliert. Diese sind Gegenstand der Allgemeinen Erziehungswissenschaft als „teildisziplinübergreifende Teildisziplin“. Der starke Handlungsfeld-, Praxis- oder Transferbezug verweist jedoch die historisch-systematische Reflektion tendenziell, möglicherweise nicht immer intendiert, in den Bereich der Nutzlosigkeit oder der verzichtbaren Theorie. Der These soll auch empirisch mit einem Blick auf das Profil von Studiengängen und Curricula nach der Bologna-Reform und auf eine stärkere Wettbewerbsorientierung der Hochschulen nachgegangen werden (Langewiesche 2007, Münch 2014). Zugleich wird in einer disziplingeschichtlichen Perspektive danach gefragt, wann, wo und zu welchen Anlässen die Diskussion um die Allgemeine Erziehungswissenschaft intensiver geführt wird, und wann diese in den Hintergrund tritt. Als Basis dient hier die Analyse von Beiträgen in einschlägigen erziehungswissenschaftlichen Zeitschriften. Zugleich wird, in einem wissenschaftsgeschichtlichen Zugang, nach Phasen der Theorieorientierung und der Theoriedistanz gefragt. Hierbei können etwa Programme pädagogischer Verlage in den Blick genommen werden. Insgesamt ist der Beitrag stark wissenschaftsgeschichtlich ausgerichtet.

 

‚Arbeit an den Grenzen‘ – Allgemeine Erziehungswissenschaft im Studienreformprozess

Prof. Dr. Cathleen Grunert
Universität Halle

Der Beitrag fragt ausgehend von einem historischen Blick auf den Stellenwert allgemein-erziehungswissenschaftlicher Studieninhalte in den fachgesellschaftlichen Empfehlungen zu einem ‚Kerncurriculum Erziehungswissenschaft‘ zunächst in quantitativer Perspektive nach deren Verankerung in erziehungswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen. Curricula werden dabei als soziale Konstruktionen und Ausdruck disziplinärer Grenzziehungsarbeit aufgefasst, in denen sich innerdisziplinäre Ordnungsentwürfe spiegeln. Den Dynamiken der Aushandlung disziplinärer Grenzziehungen wird dann auf der Basis von Gruppendiskussionen an verschiedenen Hochschulen nachgegangen. Darin erweist sich Curriculumentwicklung in einer an Pluralität ausgerichteten und fragmentierten Disziplin nicht nur als (machtvoller) kollegialer Aushandlungsprozess, in dem die Allgemeine Erziehungswissenschaft hoch different zum Tragen kommt. Vielmehr werden darüber hinaus im Zuge von New Public Management an Hochschulen Spannungsmomente zwischen disziplinärer Orientierung und der Hochschule als Organisation deutlich, deren Wirkmächtigkeit auf die fachspezifischen Curricula von pluralen Faktoren abhängig ist. Sowohl in innerdisziplinären Grenzziehungsprozessen wie auch im Spannungsfeld von Disziplin und Organisation erscheint die Arbeit an den Grenzen ‚einer‘ Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Studienreformprozess als kontrastreiches und hochgradig standortindividuelles Geschehen.

 

Kriterien der Förderfähigkeit. Internationaler Anspruch und Anschluss der Allgemeinen Erziehungswissenschaft

Dr. Susann Hofbauer
HSU Hamburg

Gegenwärtig sind Kriterien der Exzellenz, der internationalen Sichtbarkeit und Förderfähigkeit besonders prominent, die durch finanzielle Anreize auch die erziehungswissenschaftliche Wissensproduktion lenken. Dieser Beitrag analysiert die Kriterien der Förderfähigkeit sowohl nationaler (DFG; BMBF) wie europäischer Drittmittelgeber und Empfehlungen zur Forschungsförderung (Erasmus +; EU Framework Programme, EC HORIZON; OECD). Diese Kriterien zielen auf anschlussfähige und übergreifende Forschungskulturen, die nur sektoral praktiziert werden, aber zu kollegialer Aufmerksamkeit (Franck 2007) verhelfen. Sie führen zum einen zu Prozessen, die die Offenheit wissenschaftlicher Karrieren durch die Koppelung an die Drittmittelanforderungen des New Public Management engführen. Zum anderen ergeben sich außerdisziplinäre, teils internationale Ansprüche an erziehungswissenschaftliche Forschung, die Bildungsprozesse als institutionell angebunden, nutzensorientiert und steuerbar versteht. Konträr dazu zeigt sich eine Entwicklung, die eine Reformulierung von grundlagentheoretischen Themen aus der geisteswissenschaftlich, humanistisch geprägten Tradition der (Selbst)Bildung erwarten lässt. Dies gilt z.B. für skandinavische Länder, Japan, oder Italien. Vor diesem Hintergrund werden Möglichkeiten einer Aufmerksamkeitskommunikation (Kade 2011) diskutiert, die sich zu einem produktiven und wertschätzenden wissenschaftlichen Grundlagendiskurs weiterentwickeln lässt.

 

Datum: Dienstag, 15.03.2022
9:00 - 11:30INNOVATION LABORATORIES AS METHODIZED DE-BOUNDARING: Organizational Education Perspectives
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
 

Chair(s): Prof. Dr. Susanne Maria Weber (Philipps-Universität Marburg, Deutschland), Prof. Dr. Andreas Schröer (Universität Trier)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Antonius Schröder (TU Dortmund), Prof. Dr. Susanne Maria Weber (Philipps-Universität Marburg)

The symposium examines boundary crossing by innovation labs as part of Social Innovation infrastructure. From an education research perspective, labs are analyzed in the context of a) social organizations and the role of intrapreneurship, b) care organizations and care discourses, c) welfare regimes as framing conditions of labs and d) modeling boundaryless research and innovation collaborative environments. Based on a general typology of social innovations transforming the formal education system, papers present specific forms of boundary-crossing and their practices, relational barriers, disruptions, transgressions and micro, meso and epistemic de-boundarings.

Shedding light on the interplay of disciplinary, sector, organizational, regional, national boundaries within the practice of innovation labs as methodized de-boundaring arrangements for social innovations provides insights for further organizational education research and for overcoming borders in various sectors of society.

 

Beiträge des Panels

 

1) Innovation Labs in a Systematization of Social Innovations

Prof. Dr. Antonius Schröder, Marthe Zirngiebl
TU Dortmund

Social Innovation and Innovation Labs are of growing importance for improving and complementing the education system. However, education systems are often characterised as reluctant and innovation resistant. Based on the empirical results of the international project SI-DRIVE (www.si-drive.eu) we will show how different types of social innovation in education encounter the boundaries imposed by the education system and which role Social Innovation could take over. As an interplay between social innovation and the formal condensed system we are looking at four ideal types describing the formal system’s reaction to social innovation: (1) Repairing, (2) Modernising, (3) Transforming, (4) Separating. Within this typology Social Innovation Labs could take over different parts, permeating and dissolving existing boundaries with new impetus from a comprehensive, not fragmented perspective for new de-boundaring solutions for educational and societal challenges.

References:

Rabadijeva, Maria; Schröder, Antonius; Zirngiebl, Marthe (2018): Building blocks of a typology of social innovation; In: Howaldt, Jürgen; Kaletka, Christoph; Schröder, Antonius; Zirngiebl, Marthe (Hrsg.): Atlas of social innovation; S. 84-87; Dortmund: sfs

Schröder, Antonius; Krüger, Daniel (2019): Social innovation as a driver for new educational practices -
Modernising, repairing and transforming the education system; In: Sustainability, Band: 11 (4)/2019, S. 1070 ff.

 

2) Social Innovation between Social Organizations: Intrapreneurial learning as transgressing boundaries

Prof. Dr. Andreas Schröer
Universität Trier

‘Intrapreneurship labs’ for social innovation analyzed by organizational education research operate at the intersection between universities, welfare associations and social service organizations. Seeking to promote and support social innovation processes they work with intrapreneurs from various social service organizations. From a practice theoretical perspective we present results from participatory observation, qualitative interviews with participants and managers from social service organizations. The data show different levels of boundary transgressing among participants and their disciplinary backgrounds, the professional fields as well as organizational and sector boundaries (non-profit/public; nonprofit/private). From an organizational education perspective, methods of intrapreneurial learning support are understood as practices of boundary transgression, whereas modes of boundary-crossing are inferred as strategies to develop a sustainable operating model for innovation labs.

Schröer, A./Rosenow-Gerhard, J. (2019). Lernräume für Intrapreneurship. Eine praxistheoretische Perspektive auf Grenzziehung und Grenzbearbeitung im Spannungsfeld zwischen Arbeitsalltag und Innovationsentwicklung. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung Nr. 42, 221–233

Schröer, A./Händel, R.B. (2020). Social Intrapreneurship Labs – organisationspädagogische Grundlegung und empirische Befunde. In: Schröer, A. et al. (Hrsg.), Organisation und

Zivilgesellschaft. Wiesbaden: Springer VS, S. 189-202

 

3) De-Boundaring Care towards ‘Integrated Care Networks’: Innovation Labs as heterotopic spaces and epistemic interventions

Marlena van Munster, Prof. Dr. Susanne Maria Weber
PhilippsUniversität Marburg

Against a fragmented service delivery within distinct organizational and professional cultures, against accountability and economization and against rising numbers of chronic conditions of the elderly, health care organizations need to be ‘re-invented’, as Laloux (2014) puts it. The vision of ‘Integrated Care’ needs the transformation and de-boundaring of health care organizations. The development of multi-professional and -organizational ‘integrated care networks’ can be supported by innovation labs.

From an organizational education perspective, the paper theorizes innovation labs in a Foucauldian perspective as alternative, ‘heterotopic’ spaces (Adler & Weber 2018). As methodized de-boundaring, innovation labs as ‘epistemic interventions’ address ‘epistemic liminality’ within health care regarding products and processes, systems-development and collective consciousness.

References:

Laloux, F. (2014). Reinventing organizations: A guide to creating organizations inspired by the next stage in human consciousness. Nelson Parker.

Adler, Annett; Weber, Susanne Maria (2018). Future and Innovation Labs as Heterotopic Spaces. In Weber, Susanne et al (Eds.). Organisation und Netzwerke. Wiesbaden. VS, pp. 375-383.

Weber, Susanne Maria (2014). Who speaks? Power, Knowledge and the Professional Field: A discourse analytical perspective on Educational Policy Consultancy and Advice. In Lazariou, George (Ed.): Education, Politics and the Cosmopolitan Order.

 

Innovation Labs within Welfare Regimes

Moritz Lackas
Universität Trier

Lab approaches systematically generate productive coincidences aiming on de-boundaring disruptions of organizational pre-formed solution structures. Lab processes allow to leave established organizational practices behind and to construct new institutional frameworks by involving customer and user groups in the business model development as actors of welfare state structures. Such innovative solutions are to be analyzed from an organizational education perspective in the horizon of different welfare regimes, based on an adapted version of Esping-Andersen model of welfare regimes.

Social innovation labs offer solutions, which respond to structures and needs of social service provision of welfare states. The labs therefore can be analyzed in terms of their impact dimension. Within the framework of D-Care Labs, the effects of SI labs in different welfare regimes are empirically investigated. A survey refers to the impact levels of stakeholder networks as well as the motivations of participating entre- and intrapreneurs.

Esping-Andersen, G. (1998): Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Zur politischen Ökonomie des Wohlfahrtsstaates. In: S. Lessenich, I. Ostner (Hg.): Welten des Wohlfahrtskapitalismus. Der Sozialstaat in vergleichender Perspektive. Frankfurt & New York, 19 – 58.

Moghadam Samen, S. / Kaderabkova, A. (2015): Social Innovation in New Member States. Part I – Theoretical Investigation on Economic Underpinnings. SIMPACT Working Paper, 2015(2). Gelsenkirchen.

 

Towards boundaryless research and innovation collaborative environments – the 6i+ strategy

Prof. Dr. Antonia Caro
University of Deusto

Considering the highly volatile environment of a VUCA world, organisations are compelled to adopt alternative strategies to manage complexity and change. The paper therefore addresses a strategy towards boundaryless research and innovation collaborative environments, which uses Innovation Labs. The paper presents the 6i+ Strategy, which provides a multidimensional approach for research and innovation. Connecting common challenges that exist in policy and practice, this approach enables open boundaryless n-Helix stakeholder long-term collaborative environments between universities as well as economic and social contexts. This conceptualized strategy can become relevant not only for further organizational education research strategies. More so, it can extend its potential as a generalized research approach and outreach for educational research strategies in multiple fields of research.

Caro, A. & Anabo, I. (2020). Beyond Teaching and Research: Stakeholder Perspectives on the Evolving Roles of Higher Education. Economic and Social Changes: Facts, Trends, Forecast, 13(6), 252-266

 
14:00 - 16:00Forschendes Lernen in der universitären Lehrer*innenbildung: Befunde rekonstruktiver Studien zu Anforderungen und Bearbeitungen in der Anfangsphase
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
 

Chair(s): Dr. Jan-Hendrik Hinzke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland), Prof. Dr. Angelika Paseka (Universität Hamburg)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Tobias Leonhard (Fachhochschule Nordwestschweiz)

Obgleich mit dem Aufschwung Forschenden Lernens in Lehramtsstudiengängen (etwa Schiefner-Rohs et al., 2019) die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem hochschuldidaktischen Format zugenommen hat, bleiben empirische Beiträge rar. Weiterhin ist relativ unklar, ob, unter welchen Bedingungen und auf welche Weise die mit Forschendem Lernen verbundenen Ziele erreicht werden können (etwa Fichten & Weyland, 2019). Es fehlt v.a. an qualitativ-rekonstruktiven Studien, die Prozesse, Akteursperspektiven und die Bedeutung von Fachkulturen in den Blick nehmen (Herzmann & Liegmann, 2019).

In der Arbeitsgruppe fokussieren drei rekonstruktiv angelegte Forschungsprojekte die Frage, wie sich Forschendes Lernen in Praktiken und Orientierungen an fünf Universitätsstandorten durch verschiedene Akteur*innen und in verschiedenen Fachkulturen zeigt. Dabei fokussieren alle Projekte die Ausgangslage anvisierter Professionalisierungsprozesse und damit die Anfangsphase Forschenden Lernens.

 

Beiträge des Panels

 

Kommunikative Aushandlungen Forschenden Lernens. Adressierungsanalysen zum universitären Seminargeschehen in der Vorbereitung auf das Praxissemester

Prof. Dr. Petra Herzmann1, Dr. Anke B. Liegmann2
1Universität zu Köln, 2Universität Duisburg-Essen

Die für die Praxis universitärer Lehrer*innenbildung insgesamt zu konstatierende empirische Black Box (Herzmann et al., 2019) lässt sich auch für Forschungen zu Seminaren im Kontext des Praxissemesters ausmachen. Bislang liegen kaum Studien vor, die das Forschende Lernen als Seminargeschehen untersuchen (z.B. Stövesand, 2019; Katenbrink et al., 2019). Unsere Studie fokussiert den operativen Vollzug des Vermittlungs- und Aneignungsgeschehens Forschenden Lernens, mit dem Ziel, das seminaristische Sprechen über das Forschende Lernen als Aushandlungsgeschehen der Akteure zu rekonstruieren. Dazu werden 5 Vorbereitungsseminare zum Praxissemester aus den Bildungswissenschaften und verschiedenen Fachdidaktiken mittels eines adressierungsanalytischen Zugangs untersucht (Herzmann & Liegmann, 2020). Für den Tagungsbeitrag konzentrieren wir uns auf die Anfangssitzungen. In den Blick genommen wird, wie sich Dozent*innen und Student*innen am Beginn der seminaröffentlichen Behandlung zu den normativ-programmatischen Erwartungen Forschenden Lernens positionieren. Erste Befunde zeigen, dass sich die Thematisierungen Forschenden Lernens in den untersuchten Seminaren hinsichtlich des Fokus Forschenden Lernens (Unterricht theoriebegründet planen vs. Unterricht evaluieren) unterscheiden. Diese Beobachtung nehmen wir zum Anlass, die Aushandlungsprozesse Forschenden Lernens entlang von Ansprüchen, Zuständigkeiten und Traditionen von Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken zu diskutieren.

 

Perspektiven von Hochschullehrenden auf Forschendes Lernen. Empirische Befunde zur Bedeutung von fachkulturellen Differenzen

Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla, Prof. Dr. Peter Frei, Prof. Dr. Katrin Hauenschild, Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Ulrike Schütte, Dr. Dennis Wolff
Stiftung Universität Hildesheim

Bei der Umsetzung von Konzepten des Forschenden Lernens wird Hochschullehrenden zwar eine hohe Bedeutung zugesprochen (Huber, 2009), doch stehen diese bisher nur vereinzelt im Fokus empirischer Untersuchungen (Karber & Wustmann, 2015; Brandhorst et al., 2020). Insofern ist wenig über ihr Verständnis von Forschendem Lernen und ihre jeweiligen Erwartungen oder auch Bedenken bekannt.

Im Rahmen einer Begleitforschung zum Format Forschenden Lernens (Projektband), das parallel zur Praxisphase angeboten wird, werden neben den Erfahrungen und Einschätzungen der Studierenden auch die Perspektiven der Hochschullehrenden untersucht. Hierfür wurden mit 22 Fachdidaktiker*innen und Bildungswissenschaftler*innen qualitative Interviews zu Beginn ihres Projektbands geführt, wobei für die Auswertung auf die Grounded Theory (Strauss, 1994) zurückgegriffen wurde.

Die Hochschullehrenden wurden nach ihrem Verständnis von Forschendem Lernen, ihren konzeptionellen Überlegungen bei der Gestaltung des Vorbereitungs-, Begleit- und Nachbereitungsseminars sowie ihren Einschätzungen zur Bedeutung Forschenden Lernens für die Professionalisierung von Lehrkräften befragt. Im Vortrag soll insbesondere auf die Differenzen, die sich in den Rekonstruktionen der Bedeutungszuschreibungen von Forschendem Lernen und Professionalisierungserwartungen sowie in den geplanten praktischen Realisierungen zeigen, fokussiert werden. Erste Befunde zeigen, dass hierbei vor allem unterschiedliche Fachkulturen zum Tragen kommen.

 

Perspektiven von Lehramtsstudierenden auf Forschendes Lernen. Zur qualitativen Erschließung des Aufbaus einer forschenden Haltung

Vanessa Boldt1, Alexandra Damm2, Dr. Jan-Hendrik Hinzke3, Prof. Dr. Angelika Paseka1
1Universität Hamburg, 2Universität Bielefeld, 3Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Forschendes Lernen als hochschuldidaktisches Design (Huber & Reinmann, 2019) wird in der Lehrer*innenbildung mit der Hoffnung auf die Entwicklung eines forschenden Habitus bzw. einer forschenden Haltung bei angehenden Lehrkräfte eingesetzt (etwa Fichten, 2019). Inwieweit Forschendes Lernen dazu in der Lage ist, ist dabei empirisch noch weitgehend ungeklärt (Paseka & Hinzke, 2018). Zielsetzung des Beitrags ist daher, auf Basis einer explorativen Studie zur Beantwortung dieser Frage beizutragen.

Die empirische Basis bilden Gruppendiskussionen mit Lehramtsstudierenden, die in vier Lehrveranstaltungen zum Forschenden Lernen an zwei Universitätsstandorten (Hamburg, Bielefeld) erhoben werden. Die Auswertung der Daten erfolgt mit der Dokumentarischen Methode (Bohnsack, 2014). Für den Tagungsbeitrag werden die Daten aus der ersten Erhebungsphase, d.h. zu Beginn der Lehrveranstaltungen, vorgestellt. Im Zentrum dieser Erhebungen stehen jene studentische Erfahrungen mit Forschen, die von den Studierenden v.a. im vorangegangenen erziehungswissenschaftlichen, fachlichen und fachdidaktischen Studium gemacht wurden.

Erste Befunde aus einer Vorstudie (Hinzke & Paseka, 2021) lassen vermuten, dass die Studierenden ihre Erfahrungen mit Forschen unterschiedlich rahmen. In der Diskussion der Befunde wird danach fragt, was derartige Unterschiede zu Seminarbeginn für die Entwicklung einer forschenden Haltung qua Forschendem Lernen bedeuten.

 

Datum: Mittwoch, 16.03.2022
9:30 - 11:30Schulentwicklung unter den Bedingungen der Pandemie: Eine längsschnittliche Analyse der schulspezifischen Herausforderungen
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
 

Chair(s): Prof. Dr. Tobias Feldhoff (Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland), Prof. Dr. Falk Radisch (Universität Rostock)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Herbert Altrichter (Johannes Kepler Universität Linz, Österreich)

Die Weiterentwicklung der schulischen Qualität ist zentral von den Fähigkeiten der Schulen abhängig, auf Herausforderungen kompetent zu reagieren. Die COVID-19-Pandemie kann als eine besonders starke Herausforderung interpretiert werden, der sich die Schulen stellen müssen. Etablierte Handlungsroutinen wurden unter Druck gesetzt und mussten in kürzester Zeit angepasst werden. Die Schulleiter*innen nehmen diesbezüglich eine Schlüsselposition ein. In diesem Forum wird anhand einer Längsschnittstudie in allgemeinbildenden Schulen in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz zu drei Zeitpunkte (Herbst 2020 / Frühjahr 2021 / Sommer 2021) untersucht, wie die Schulen mit den Herausforderungen umgegangen sind, welche Strategien sie eingesetzt haben und inwiefern die Schulen durch die Pandemie Veränderungen realisieren konnten. Aktuell liegen Daten von Schulleiter*innen aus t1 (N = 1174) und t2 (N = 1577) vor, zum Kongress werden Ergebnisse zu allen drei Zeitpunkten präsentiert.

 

Beiträge des Panels

 

Theoretisches Konzept und Design der Studie sowie methodologische Analysen

Prof. Dr. Tobias Feldhoff1, Prof. Dr. Falk Radisch2, Prof. Dr. Katharina Maag Merki3
1Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland, 2Universität Rostock, 3Universität Zürich, Schweiz

Dieser Beitrag führt in das theoretische Konzept sowie das methodische Design der Studie ein. Die Studie ist eine Längsschnittstudie über drei Messzeitpunkte, wobei das Erleben der Schulleiter*innen zu Beginn des Schuljahres 20201/2021 (September/Oktober 2020), Mitte des Schuljahres (Februar/März 2021) sowie am Ende des Schuljahres (Juni 2021) untersucht wird. Die Grundgesamtheit bilden die allgemeinbildenden Schulen in den Bundesländern und ausgewählten Kantonen in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz. Die realisierte Stichprobe ist repräsentativ in Bezug auf die Verteilung der Schulformen, teilweise auch in Bezug auf die regionale Lage. Theoretisch orientiert sich die Studie an Konzepten der Schulentwicklung und Schulentwicklungskapazität (Mitchell & Sackney, 2011) sowie der Schulleitungsforschung (Leithwood et al., 2020). Die Realisierung einer Längsschnittstudie in Zeiten von bildungs- und gesellschaftspolitischen Risikobedingungen ist besonders herausforderungsreich, wobei im Beitrag die Stärken und Grenzen der Studie insbesondere aus methodischer Perspektive diskutiert werden soll.

 

Schulentwicklung in der Pandemie – ein Ländervergleich

Prof. Dr. Nina Jude1, Prof. Dr. Falk Radisch2, Prof. Dr. Stefan Brauckmann-Sajkiewicz3
1Universität Heidelberg, 2Universität Rostock, 3Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

In diesem Beitrag wird untersucht, wie Schulen neuartige Herausforderungen in disruptiven Zeiten wahrnehmen, welche darauf bezogenen Handlungsstrategien sie entwickeln und welche Effekte auf die Schulentwicklung beobachtbar sind. Dabei steht insbesondere eine ländervergleichende Perspektive im Fokus. Im Ländervergleich ist nicht nur auf Systemebene von unterschiedlichen Ausgangssituationen auszugehen: Die drei hier untersuchten Länder wiesen vor der Pandemie heterogene Voraussetzungen hinsichtlich der Digitalisierung auf. Als Reaktionen auf die gesundheitlichen Risiken griffen auf Länderebene unterschiedliche administrative Regelungen. Nicht zuletzt sind in föderalen Systemen auch innerhalb des "Bildungssystems" große Unterschiede in der Förderung und Umsetzung digitaler Lösungen zu beobachten. Dieser Beitrag wählt einen vergleichenden Zugang und nimmt Herausforderungen, Strategien und Professionalisierung in allen drei Ländern den Blick. Ausgehend von der Darstellung der Unterschiede in den Ausgangslagen werden die Entwicklungen für Deutschland, Österreich und für fünf deutschsprachige Kantone der Schweiz über den Verlauf des Schuljahres 2020/2021 beschrieben. Analysiert wird weiterhin, welche Kontextfaktoren mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen in den drei Ländern zusammenhängen. Diskutiert wird die Bedeutung von verfügbaren Strategien und Professionalisierung im Bereich Schulentwicklung im trinationalen Vergleich.

 

Schulspezifische Profile zum Umfang mit der Pandemie

Dr. Katharina Kriegbaum1, Dr. Mona Arndt2, Olivia Wüst3
1Universität Heidelberg, 2Universität Rostock, 3Universität Zürich

Das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura (1992) wurde auf zahlreiche Situationen bezogen und in unterschiedlichen Handlungsfeldern angewendet. So lässt sich die Theorie bspw. auf die Stressbewältigung oder das Gesundheitsverhalten übertragen (Jerusalem & Schwarzer 1992). Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Selbstwirksamkeitserfahrungen eine Grundbedingung dafür darstellen, Herausforderungen mit innovativen Ideen zu begegnen (u.a. Jerusalem 2002). Eine hohe Selbstwirksamkeit geht u. a. mit einer größeren Anstrengung und einer größeren strategischen Flexibilität bei der Problemlösung einher (Bandura 1997). Vor diesem Hintergrund fokussiert der Beitrag die Wahrnehmung der pandemiebedingten Herausforderungen der Schulleiter*innen sowie den Umgang der Schulen mit diesen unter Einbezug der kollektiven Selbstwirsamkeit. Erste Ergebnisse zeigen, dass systematische Unterschiede zwischen den Schulen bestehen. Dies zeigt sich v. a. im Erleben der Herausforderungen, in den (Vor-)Erfahrungen mit digitalem Lernen sowie in der schulischen Selbstwirksamkeit. Latente Profilanalysen zeigen grosse Unterschiede u. a. in Bezug auf die einzelnen Schulformen, die Nationen sowie die Zusammensetzung der Schülerschaft. Zudem wird der Frage nachgegangen, inwiefern die identifizierten Profile über das Schuljahr 2020/2021 hinweg stabil blieben oder sich ggf. veränderten. Praktische Implikationen als Anlass für Schulentwicklung werden diskutiert.

 

COVID-19-Pandemie als driver for change?

Francesca Suter1, Prof. Dr. Katharina Maag Merki1, Prof. Dr. Tobias Feldhoff2, Tanja Rettinger2
1Universität Zürich, 2Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland

Im Zentrum dieses Beitrags stehen die Fragen, wie die Schulen die durch die Pandemie hervorgerufenen Herausforderungen bewältigten, welche Faktoren den erfolgreichen Umgang mit diesen Herausforderungen unterstützten und welche Veränderungen in Schule und Unterricht mit der Pandemie verbunden sind. Diese Fragen werden auf Basis theoretischer Wirkungsmodelle (Bryk et al., 2010; Mitchell & Sackney, 2011) mittels Strukturgleichungsmodellen im Längsschnitt untersucht. Erste Analysen unter Berücksichtigung der Daten zum ersten Messzeitpunkt zeigen folgende Befunde: 1. Je erfahrener die Schulen vor der Pandemie in den Bereichen Digitalisierung (DI) und Schulentwicklung (SE) waren, desto stärker waren sie überzeugt, in ihrer Schule erfolgreich mit der Pandemie umgehen zu können und desto geringer erlebten sie die Herausforderungen. 2. Je besser sich die Schulleiter*innen von den Schulbehörden informiert fühlten, desto geringer erlebten sie die Herausforderungen. 3. Der wahrgenommene Nutzen der Pandemie wird durch die Erfahrungen der Schulen in SE und DI vor der Pandemie positiv beeinflusst, allerdings vermittelt durch die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen der Schulen und den implementierten Strategien in den Schulen während der Pandemie. Am Kongress werden die Ergebnisse der Längsschnittanalysen präsentiert und Implikationen für die Praxis diskutiert.

 
14:00 - 16:00Cross-border mobilities in old age. Limitations, de-limitations and (new) boundaries
Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
 

Chair(s): Prof. Dr. Cornelia Schweppe (Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland), Dr. Vincent Horn (Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland)

Cross-border mobilities in old age challenge the prevalent concept of “aging in place” in social pedagogical debates. Social pedagogy has increasingly turned to cross-border mobilities, however, these mobilities in old age have largely been ignored. Subsequently, their life situation and life worlds remain at the margins of research. This working group focuses on two cross-border mobilities in old age: Older refugees and older people who migrate from affluent countries to countries of the “Global South”. It addresses the life circumstances and lifeworlds in their cross-border entanglements and will be focussed from the perspective of difference and border processing. What differences and inequalities come into effect in cross-border life situations of older people, how they are they coped, and what de-limitations and limitations they imply are questions at its centre. It aims at expanding social pedagogical research on addressees in cross-border contexts by questions of old age.

 

Beiträge des Panels

 

Rethinking Mobility Regimes: North-South Migration and Ageing in Global Perspective

Prof. Dr. Matthew Hayes
St. Thomas University, Canada

This paper explores the mobilities turn in the social sciences from the vantage point of unequal global social relations, manifested in the North-South migration of older European and North American adults to countries in the Global South. These migrations are interacting with changing economic conditions for retirees in the Global North. The experiences of North-South migrants provide a window into global regimes of mobility that implicate borders and stratified systems of rights. What do these experiences tell us about the concept of mobility, its analytical limitations, and the possibilities for other concepts that draw our attention to structuring forces of global mobility of people? The paper identifies concepts and approaches that centre global social relations, and rethinks existing scholarship on migration, coloniality and development to include the experiences of migrants from the Global North. The experiences of mobile older adults from Global North to Global South draws our attention to inherited structures that shape the actions of migrants and border regimes, and which are often overlooked in migration scholarship. Looking at experiences of relatively privileged migrants enable us to revise some of our concepts and better understand contemporary processes, which are modifying and contesting global hierarchies, while also shifting the life experiences and opportunities for aging adults in high-income countries.

 

Devaluation, romanticizing, pity. Making sense of poverty-stricken life worlds of the local population within retirement migration to Kenya

Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland

A distinctive feature of retirement migration destinations in countries of the Global South is that global asymmetries and inequalities converge directly in one geographic location and are a core element of the immediate environment of the retirement migrants. This is particularly evident in the case retirement migration to the South Coast of Kenya, which has developed into a prominent retirement migration destination, particularly among Europeans. The life situation of the local population is marked by extreme poverty. Based on narrative-guided interviews with European retirement migrants the paper explores the significance is has for them to live in an environment marked by severe poverty-stricken life conditions of the local population. It will show how these different life worlds cause diverse irritations, strains, sometimes even crises, and how they are coped with by specific interpretive patterns. Devaluations of the local population including ascriptions of intellectual or cultural inferiority, romanticizing poverty and feeling pity for the local population are three major patterns - each of which significantly affects their lives in migration socially and emotionally.

 

“Back and forth, I have been displaced". Older East Timorese exiles in Indonesia and the reconfiguration of later-life across social worlds

Dr. Victoria Kumala Sakti
Max Planck Institute for the Study of Religious and Ethnic Diversity, Göttingen

Older persons’ experiences in the context of forced migration have become an emerging research agenda in the social sciences. These studies have primarily focused on those living in ‘Western’ and more developed countries but less so on older refugees in the ‘global south’. This paper examines the case of older East Timorese exiles living in rural Indonesia. It draws on long-term ethnographic research that carefully examines this group’s displacement trajectories from Timor-Leste to Indonesia, the protractedness of exile and how that affects everyday life, and the specific challenges they face amid poor living conditions and social exclusion. Older persons’ narratives often include their longer histories of suffering and multiple experiences of forced displacement. This paper discusses these in light of how older East Timorese remake their world, their resources and strategies in coping with economic and (mental) health-related issues, and how they experience intergenerational family relations within and across national borders. While revealing the diversity of experiences as well as gendered dimensions of ageing in Timorese exile, the paper also problematizes conventional definitions of ‘protracted displacement’ and the assumption relegating older refugees or exiles as non-viable resource and passive recipients of care.

 

Loneliness among older refugees in Germany

Dr. Vincent Horn1, Prof. Dr. Tineke Fokkema2
1Johannes Gutenberg Universität Mainz, Deutschland, 2Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute & Erasmus University Rotterdam, The Netherlands

During the last years, Germany has been the major destination country for refugees in Europe. Since 2013, more than 1.8 million asylum applications have been filed, most of them from individuals from the Middle East and Africa. Owing to various factors (e.g. loss of family and friends, lack of social networks, loss of job or career, loss of identity), refugee populations can be seen as particularly vulnerable to social isolation and loneliness. However, the psychosocial well-being of recently arrived refugees in Germany has thus far received little academic attention. This holds especially true for older refugees who seem to be off the radar of scholars of ageing and migration as well as of policy makers and practitioners. This paper seeks to narrow this research gap by asking for the prevalence and determinants of loneliness among older refugees in Germany. To address these questions, it explores data from the IAB-BAMF-SOEP Survey of Refugees in Germany from 2016. The sample covers nearly 2,000 adult refugees who arrived in Germany since 2013 seeking asylum. Theoretically, the paper builds on an integration-transnationalism framework according to which loneliness is influenced not only by local but also transnational dimensions.