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Sitzungsübersicht
Sitzung
Geschlecht und Sexualität in der Schule. Zwischen Begrenzung und (Grenz-)erweiterung
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 36
937 1842 1567, 351195
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 11. Frauen- und Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, qualitativ, theoretisch, historisch, Deutsch

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Präsentationen

Geschlecht und Sexualität in der Schule. Zwischen Begrenzung und (Grenz-)erweiterung

Chair(s): Prof. Dr. Jeannette Windheuser (Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland), Prof. Dr. Bettina Kleiner (Goethe-Universität Frankfurt)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Elke Kleinau (Universität zu Köln)

Die Schule ist für Kinder und Jugendliche Ort institutioneller Grenzziehung, zugleich ermöglichen die dort eröffneten Bildungserfahrungen, Gewohntes zu überschreiten. Darin angelegte Spannungen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit werden brisant, wenn Schule Geschlecht und Sexualität thematisiert. Be- und Entgrenzung in der Verbindung von Pädagogik und Sexualität sind so wiederholt Schauplatz für gesellschaftliche und politische Konflikte. Davon ausgehend widmet sich das Forschungsforum der Sexuellen Bildung bzw. ihrer Geschichte. Eine geschlechtertheoretisch transformierte Wissensgeschichte analysiert die Geschichte der (schulischen) Sexualpädagogik von 1960 bis heute (Vortrag 1). Weiter wird die Übersetzung der Programmatik Sexueller Bildung in den Schulalltag anhand einer empirischen Fallstudie untersucht (Vortrag 2). In der Verschränkung der erkenntnistheoretischen und methodologischen Perspektivierungen werden die Möglichkeiten und Grenzen beider Projekte ausgelotet.

 

Beiträge des Panels

 

Wissensgeschichte der Sexuellen Bildung in der Bundesrepublik

Prof. Dr. Jeannette Windheuser1, Dr. Anna Hartmann2
1Humboldt-Universität zu Berlin, 2Bergische Universität Wuppertal

Das Forschungsprojekt bettet die konzeptionellen und theoretischen Verschiebungen in der Sexualpädagogik in die bildungs- und geschlechtergeschichtliche Transformation in der Bundesrepublik in den Zeiträumen von 1960 bis 1980 (rechtliche Institutionalisierung schulischer Sexualerziehung) sowie von 2000 bis 2020 (Entstehung und Etablierung des Konzepts Sexueller Bildung für Schule und Lehrerbildung) ein. Es zielt darauf, die Geschichte der (schulischen) Sexualpädagogik sowie das vor diesem Hintergrund entstandene Konzept Sexueller Bildung in ihrem bildungs- und geschlechtertheoretischen sowie geschlechtergeschichtlichen Zusammenhang zu untersuchen. In beiden Phasen spielen Grenzziehungen und deren Erweiterung im Zusammenhang von Pädagogik und Sexualität eine zentrale Rolle.

Im Vortrag werden exemplarisch historische Materialien aus dem Projekt vorgestellt und das methodologische Vorgehen zur Diskussion gestellt, das eine durch feministische Wissenschaftstheorie und Geschlechtergeschichte transformierte Wissensgeschichte verfolgt.

Anhand der Geschichte der Sexualpädagogik trägt die Studie nicht nur zu einer allgemeinen Klärung des Generationen- und Geschlechterverhältnisses in Erziehung und Bildung bei, sondern soll darüber hinaus einen Beitrag für die wissenschaftliche Begründung gesellschaftspolitischer Maßnahmen und solchen zur pädagogischen Professionalisierung im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit leisten.

 

Vom heimlichen Lehrplan zur Affirmation von Vielfalt?

Prof. Dr. Bettina Kleiner, Clara Kretzschmar
Goethe-Universität Frankfurt

Die neue Rechtsprechung in Bezug auf Personenstandskategorien und die zunehmend öffentliche Wahrnehmung der Einsprüche, Ansprüche und Lebensweisen von trans* und inter*geschlechtlichen Menschen fordern dazu auf, Grenzziehungen in Bezug auf Vorstellungen einer quasi natürlichen Zweigeschlechtlichkeit zu überdenken. Gleichzeitig zeigen in den letzten Jahren erschienene empirische Untersuchungen, dass den Öffnungen auf der Ebene von Recht und Lehrplänen nicht unbedingt eine Übersetzung in den Schulalltag folgt: nach wie vor scheinen Schulen oftmals „heteronormative Orte“ zu sein, die sowohl im Unterricht als auch in schulischen Interaktionen über Ein- und Ausschlüsse und über spezifische Sichtbar- und Unsichtbarmachungen strukturiert sind (Krell et al. 2015; Schmidt et al. 2015). Im Mittelpunkt des mehrebenenanalytisch angelegten Forschungsprojekts steht eine Gesamtschule, an der ein aktuelles Konzept Sexueller Bildung umgesetzt werden soll. Mittels Dokumentenanalysen, Beobachtungen und Interviews mit schulischen Akteur*innen und Fortbildner*innen wird analysiert, wie gesellschaftliche und rechtliche Veränderungen in Bezug auf Geschlecht und Sexualität auf der Ebene von aktuellen Bildungsplänen und Curricula thematisiert werden, wie entsprechende Thematisierungen in die schulische Praxis übersetzt werden und inwiefern sich dabei Grenzen des Sagbaren, Sichtbaren und Lebbaren verschieben.