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Sitzungsübersicht
Sitzung
„Ent-grenz-ungen“ in der Qualitätsentwicklung auf der Ebene von System und Organisation
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 03

944 6432 1021, 598600
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, 9. Erwachsenenbildung, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 3, Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, qualitativ, quantitativ, Deutsch

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Präsentationen

„Ent-grenz-ungen“ in der Qualitätsentwicklung auf der Ebene von System und Organisation

Chair(s): Prof. Dr. Dieter Nittel (FernUniversität in Hagen, Deutschland), Marlena Kilinc (FernUniversität in Hagen, Deutschland), Dr. Stefan Klusemann (FernUniversität in Hagen, Deutschland), Prof. Dr. Rudolf Tippelt (LMU München)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Ferdinand Eder (Universität Salzburg, Österreich)

Empirische Befunde haben gezeigt, dass in allen Bereichen des Erziehungs- und Bildungswesens seit Jahrzehnten Qualitätsentwicklung betrieben wird. In einer laufenden DFG-Studie konnten Entgrenzungen auf der System- und Organisationsebene beobachtet werden: etwa in der Form einer breiten Streuung und hohen Diversifizierung von Qualitätsmanagementsystemen sowie in temporaler Hinsicht, da Qualitätsentwicklung einen fortwährenden, prinzipiell unendlichen Prozess der Optimierung darzustellen scheint. Die Thesen zu Entgrenzungen werden in der Arbeitsgruppe auf ihre empirische und theoretische Belastbarkeit überprüft. Eine bereichsübergreifende Perspektive kann die hier angedeuteten Entgrenzungsprozesse besonders gut abbilden, weshalb die Vorträge sich den Entgrenzungslogiken im Elementarbereich, der Sozialen Arbeit und der Erwachsenenbildung zuwenden und von einer Außenbeobachtung gerahmt werden, die Konvergenzen und Divergenzen zwischen den Bereichen herausstellt.

 

Beiträge des Panels

 

Logiken von Entgrenzungen im Elementarbereich

Prof. Dr. Rita Braches-Chyrek
Universität Bamberg

Mit der verstärkten Herausbildung an national und international vergleichenden Analysen zur Qualitätsmessung im Elementarbereich konnten neue, wenn auch komplexere und machtvolle Ordnungen entstehen. Diese gehen mit Verschiebungen und Neubestimmungen der Grenzen der Organisation des Elementarbereichs einher (wie beispielsweise Entstrukturierungen, Entstandardisierungen u.a. in der Fachkräftegewinnung oder die Weiterentwicklung von Qualitätsprofilen und Kompetenzmodellen). Dabei spielen die folgenden Qualitätsdimensionen eine wichtige Rolle: Struktur-, Orientierungs-, Prozess- und Ergebnisqualität. Im Vortrag werden die nachstehenden Fragen adressiert: Welche Entgrenzungsphänomene lassen sich mit Blick auf die Qualitätsentwicklung in der Organisierung frühkindlicher Bildung und Erziehung identifizieren? Wie relevant sind Entgrenzungen bei der Frage nach „Optimierung“ der Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsarbeit? Welche unbeabsichtigten Nebenfolgen ergeben sich aus der Qualitätsentwicklung für die Ausgestaltung und das Zusammenwirken pädagogischer Prozesse in der Praxis?

 

Entgrenzungsformen von Erziehungs- und Bildungsorganisationen im privatwirtschaftlichen Kontext: das Qualitätsthema als thematische Klammer

Dr. Stefan Klusemann, Prof. Dr. Dieter Nittel, Marlena Kilinc
FernUniversität in Hagen, Deutschland

In dem Beitrag gehen wir auf Entgrenzungsphänomene ein, die sich im Zusammenhang mit der Institutionalisierung von bildungsbereichsübergreifend agierenden Erziehungs- und Bildungsorganisationen zeigen, die international operieren und auf Profit ausgerichtet sind. Dabei wird eine Mikro- und Makroperspektive eingenommen und die Frage nach der Klammerfunktion des Qualitätsthemas aufgeworfen: Welche Qualitätsverständnisse weisen die Einrichtungen dieses Organisationstyps auf? Welche Formen der bildungsbereichsübergreifenden Qualitätsentwicklung betreiben sie? Und welche Konvergenzen und Divergenzen zeigen sich im Vergleich zu anderen Einrichtungen des Erziehungs- und Bildungssystems?

In diesen Organisationen manifestieren sich Entgrenzungen auf mehreren Ebenen: eine Entgrenzung der Bildungsbereiche da sie gleich mehrere Segmente bedienen (z.B. Schule und Elementarbereich). Zudem handeln sie jenseits nationalstaatlicher Grenzen von Erziehung und Bildung und weisen insofern auf ein weltgesellschaftliches System des lebenslangen Lernens hin. Außerdem zeigt sich hier die Institutionalisierung gewichtiger „neuer“ Akteure im System, die bislang noch nicht im Fokus der Erziehungswissenschaften stehen.