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Sitzungsübersicht
Sitzung
Variable Grenzen frühkindlicher Räume. Relevanzen theoretischer und empirischer Perspektiven auf die Erziehungs- und Bildungsinstitution Kita
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 34

971 8572 7089, 707731
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Pädagogik der frühen Kindheit, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Variable Grenzen frühkindlicher Räume. Relevanzen theoretischer und empirischer Perspektiven auf die Erziehungs- und Bildungsinstitution Kita

Chair(s): Dr. Regine Schelle (Deutsches Jugendinstitut, Deutschland)

Räume können als eine spezifische Strukturierung von institutionalisierten frühpädagogischen Bildungsangeboten angesehen werden und konstituieren sich als hoch dynamische soziale Prozesse auch in Differenz und mit der Etablierung von Grenzen (Löw/Weidenhaus 2018). Angesichts unterschiedlicher theoretischer Zugänge bleibt zu klären, wie variable Grenzen frühkindlicher Räume entstehen und beobachtbar werden, wie sie die Eigenlogik der Kinder be- und entgrenzen und deren Aneignungsverhalten auch im sozialräumlichen Umfeld beeinflussen (Hüllemann u.a. 2019). Insbesondere ist aufzuschlüsseln, wie die Bedeutung von Grenzen in eine Konzeption von Raum einzubinden ist, ohne einer absoluten Perspektive Vorrang einzuräumen. Die Arbeitsgruppe, die sich aus drei Projekten der BMBF-Förderrichtlinie „Qualitätsentwicklung für gute Bildung in der frühen Kindheit“ formiert, wird diese Fragen anhand von empirischen Ergebnissen reflektieren und diskutieren.

 

Beiträge des Panels

 

Grenzerfahrungen von Kindern in Kitas. Phänomenologische Annäherungen

Prof. Dr. Claus Stieve1, Antonina Poliakova2, Michéle Zirves1
1TH Köln, 2Universität zu Köln

Grenzen, die Institutionen inhärent sind (Waldenfels 1984), zeigen sich in Kitas auf vielfältige Weise. Während materielle, sachlich gegebene Grenzen, wie Zäune, Wände, Türen, den Eindruck starrer Be-Grenzung erwecken, werden Grenzen in den Sozialwissenschaften u.a. als „Räume der Differenz“ ins schwer- oder „nicht-Erreichbare“ und damit auch als potentielle „Erweiterung des Bestehenden“ begriffen (Kessl 2009). Im Kita-Alltag zeigen sich Grenzen als relationale Phänomene, in denen Verschiebungen durch pädagogische Intentionen oder Konzeptionen, wie z.B. der Offenen Arbeit, ausgehandelt und verändert werden. Der gelebte Raum der Kinder teilt sich noch weniger in eine sachliche und eine soziale Umgebung auf – beide bilden eine leibliche Erfahrungseinheit (Stieve 2015), in der Grenzen sich erst konstituieren. Im Vortrag wird sich empirisch und phänomenologisch diesen Erfahrungsvollzügen angenähert. Da Raumbildung nicht nur als aktive, sondern auch passivische Erfahrung angesehen wird (Brinkmann/Westphal 2015), gerät zum einen in den Blick, wie Kindern Ein- und Ausgrenzungen im Sinne einer „Ordnung im Entstehen“ (ebd., S. 12) widerfahren. Zum anderen wird fokussiert, wie sich Grenzen in und durch die von Kindern gelebten Räume konstituieren und variieren und welche Bedeutung diese Grenzziehungen für ihre Sozialität und ihre Eigenräume gewinnen.

 

Grenzbearbeitungen aus Kindersicht – errichten, überschreiten, niederreißen

Stephanie Simon1, Jessica Prigge1, Yvonne Gormanns2, Prof. Dr. Katja Gramelt2, Prof. Dr. Barbara Lochner3, Agata Skalska2, Prof. Dr. Werner Thole1
1Universität Kassel, 2Hochschule Düsseldorf, 3FH Erfurt

Unter der Prämisse, dass Räume hergestellt werden, sich in diesen historisch tradierte Strukturierungen materialisieren und diese beständig Transformationsprozessen unterliegen (Lefebvre [1974] 2006), an denen alle Akteur*innen beteiligt sind, beleuchten wir räumliche Arrangements in Kindertageseinrichtungen empirisch gestützt aus der Perspektive von Kindern. Die Räume dort sind von Erwachsenen entworfen, gestaltet und eingerichtet, jedoch insbesondere von Kinder „belebt“. Wie Kinder diese Raumkonstitutionen sehen ist bedeutsam auch für pädagogische Fragen. In diesem Beitrag werden Grenzbearbeitungen der Kinder beleuchtet. Über verschiedene Materialsorten (u.a. videobasierte Kitaführungen, Interviews, Begehungspläne) werden sowohl im Sprechen der Kinder wie auch im Videomaterial unterschiedliche (unsichtbare) Strukturierungen räumlicher Arrangements sichtbar. Die rekonstruktiven Analysen zeigen, wie über zentral gesetzte Altersdifferenzierungen, institutionelle Zugehörigkeiten sowie Artefakte vermeintlich entpersonalisiert Räumlichkeiten strukturiert werden und wie Kinder pädagogisch arrangierte Grenzen anerkennen, überschreiten, niederreißen oder gar selbst Grenzen errichten. Über die kritischen Anfragen der Kinder wird die Variabilität und Entgrenzbarkeit pädagogisch-räumlicher Arrangements in Kitas deutlich.

 

Sozialräumliche Vernetzung von Kitas zwischen Öffnung und Abgrenzung

Alice Altissimo, Prof. Dr. Peter Cloos, Tom Töpfer
Universität Hildesheim

Das Projekt untersucht, inwieweit sozialräumliche Vernetzung von Kindertageseinrichtungen einen Beitrag zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern leistet. Zur Bearbeitung der Projektziele werden Methoden der qualitativen Netzwerkanalyse und der Dokumentenanalyse genutzt und auf die Identifikation von Netzwerkstrukturen der dienstleistungsinfrastrukturellen Öffnung von Kindertageseinrichtungen im Sozialraum und den damit verbundenen Herstellungsweisen struktureller Inclusiveness abgezielt. In dem Beitrag zeigen wir anhand von qualitativen Netzwerkinterviews mit Kita-Leitungen auf wie unterschiedlich sich Kitas öffnen und in den Sozialraum hineinwirken. Kontrastierend lassen sich zwei Modi pointieren, anhand derer Sozialräume eher soziozentrisch oder egozentrisch konstruiert und begrenzt werden. Durch die jeweiligen Entwürfe der Formen der Zusammenarbeit im Sozialraum entgrenzen Kindertageseinrichtungen dabei entweder ihr Aufgabenprofil durch Erweiterung der Aufträge entlang unterschiedlicher Professionsfelder oder grenzen dieses stark ein, indem sie Zuständigkeiten und Raumbezüge zwischen dem Innen (in) der Kita und dem Außen um die Kita positionieren und abgrenzen. Es werden anhand verschiedener Modi sozialräumlicher Vernetzung funktionale und räumliche Grenzziehungen von Kindertageseinrichtungen dargestellt und Implikationen für die Gestaltung gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und Familien skizziert.