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Sitzungsübersicht
Sitzung
Grenzen und Potenziale von Systematic Reviews in Educational Technology
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
9:30 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom (Link kommt noch)
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 12. Medienpädagogik, Sektion 2, Kommission Wissenschaftsforschung, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, qualitativ, quantitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Grenzen und Potenziale von Systematic Reviews in Educational Technology

Chair(s): Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen, Deutschland)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Svenja Bedenlier (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Dr. Annika Wimers (DIPF)

Systematic Reviews nehmen einen zunehmend größeren Teil in der Educational Technology Forschung ein (Zawacki-Richter et al., 2020). Ursprünglich wurden sieentwickelt, um Praxisentscheidungen zu treffen (Chalmers et al., 2002). In der Bildungsforschung lassen sich klare Evidenzen oft nicht identifizieren (Berliner, 2002), da die Forschungsthemen oft schlecht beobachtbar sind. Es ist notwendig, darüber zu diskutiere, welche Rolle Systematic Reviews in der Forschung zur Educational Technology spielen sollen und wie diese methodisch sinnvoll konstruiert angelegt werden (Bedenlier et al., 2020). In dem vorliegenden Forschungsforum möchten wir anhand konkreter Reviews unterschiedliche methodische Herausforderungen vorstellen. Es soll anhand neun Reviews diskutiert werden, wie die methodischen Herausforderungen exemplarisch angegangen wurden. Hierdurch soll ein Beitrag zur Diskussion über eine Methodologie für Sekundäranalysen in der Educational Technology Forschung geleistet werden.

 

Beiträge des Panels

 

Virtual Reality in der Schulpraxis? – Unterschiede hinsichtlich eingesetzter Visualisierungstechnologien

Miriam Mulders
Universität Duisburg-Essen

Virtual Reality (VR) wird großes Potential zugesprochen (Mulders et al., 2020), bislang jedoch im Schulsektor wenig eingesetzt (Kantar Emnid, 2017). Um Praxiswissen zu schaffen und den Einsatz von VR in Schule zu erleichtern, ist es bedeutsam, Lehrer:innen einen Überblick zum Forschungsstand zu Lehr-/Lernprozessen in VR zu bieten (u.a. Radianti et al., 2020; Wu et al., 2020) und dabei reine Medienvergleiche zu meiden. Bisher untersuchte keine Überblicksarbeit den Einsatz von VR an Schüler:innen weiterführender Schulen und verglich dabei die eingesetzten Visualisierungstechnologien. Daran knüpft dieser Beitrag an, indem die methodische Herangehensweise des Systematic Reviews vorgestellt wird.

Eine initiale Suche in Web of Science ergab 79 englischsprachige Studien zwischen 2010 und 2021, welche desktop- und headsetbasierte VR bezüglich der Lernprozesse- und resultate bei Schüler:innen weiterführender Schulen experimentell verglichen. Nach dem ersten Screening erwiesen sich 3 Studien als hinsichtlich der Kriterien passend. Mit der bestehenden Suchstrategie wurden somit kaum relevante Studien gefunden, weshalb eine Überarbeitung der Kriterien nötig wurde (z.B. Öffnung für andere Forschungsmethoden, Lernorte). Dazu wird in diesem Beitrag diskutiert, wie sich Suchstrategien in einem wenig beforschten Feld realisieren lassen und welche Herausforderungen dies mit sich bringt.

 

Student Engagement - Ein Konstrukt, diverse Messungen Lösungsansätze zur Synthetisierung im Systematic Review

Anna Heinemann, Katja Buntins
Universität Duisburg-Essen

Student Engagement ist ein zunehmend bedeutendes Konstrukt in der empirischen Bildungsforschung (Aparicio et al., 2020). Bond und Bedenlier (2019) zeigen, dass dieses Umbrellakonzept sehr viele verschiedene Facetten beinhaltet. Henrie et al. (2015) beschäftigen sich mit der Messung von Student Engagement und zeigen in einem Review, dass das Konzept sehr unterschiedlich gemessen wird. Bond et al. (2020) können in ihrem Review jedoch zeigen, dass nur ein Bruchteil der Studien, die zu Facetten von Student Engagement forschen, dies tatsächlich auch so benennen. Auch konnte sie finden, dass es große Differenzen zwischen verschiedenen Ländern gab.

In dem vorliegenden Beitrag betrachten wir einen Systematic Review über den Schulbereich und diskutieren, welche Schwierigkeiten und Probleme ein Umbrellakonstrukt, wie Student Engagement, für die Messung und Synthesierbarkeit von Studien mit sich bringt. Hierfür wurden 10227 Artikel gescreent und 1727 werden entsprechend der verwendeten Konstrukte und Messinstrumente ausgewertet und der regioanlen Herkunft der Studie kodiert.

Die Ergebnisse und die methodischen Herausforderungen aus beiden Reviews werden in diesem Beitrag vorgestellt. Abschließend werden mögliche Lösungsansätze für den Umgang mit vielfältigen Konstrukten, wie dem Student Engagement kritisch beleuchtet und miteinander diskutiert.

 

Systematic Mapping zu Open Educational Resources 

Daniel Diekmann, Nadine Schröder, Dr. Daniel Otto, Dr. Pia Sander
Universität Duisburg-Essen

Open Educational Resources (OER) bilden ein wichtiges Element im Diskurs über die Digitalisierung von Bildung (vgl. Bozkurt et al. 2019). Trotz der OER zugeschriebenen Potenziale für Lernen und Lehren (vgl. Echterhoff und Kröger 2020) verbleiben diese im deutschsprachigen Diskurs meist auf einer strategisch-konzeptionellen Ebene. Evidenzbasierte Befunde spielen bislang nur eine marginale Rolle (vgl. Deimann 2019; Otto 2020). Um Implikationen für die künftige deutschsprachige OER-Forschung abzuleiten, wurde der Stand der internationalen evidenzbasierten OER-Forschung mittels eines Systematic Mappings erhoben.  

Systematische Mapping-Studien bieten die Möglichkeit, ein Forschungsgebiet überblicksartig zu kartieren und hinsichtlich Quantität und Qualität, der Arten der Forschung, der verwendeten Methodik, der bisherigen Schwerpunkte innerhalb des Forschungsbereichs sowie prävalenter Fach- und Bildungsbereiche zu systematisieren.  

Der vorliegende Beitrag stellt das methodische Vorgehen der durchgeführten Mapping-Studie vor und diskutiert, inwieweit sich dieser Ansatz eignet, um sich – auch in Abgrenzung zu Systematic Reviews – einem Forschungsfeld wie dem der OER, welches sich im Entstehungsprozess befindet (vgl. Bozkurt et al. 2019) und zudem über keinen disziplinären Ursprung verfügt oder eine originäre Fachdomäne besitzt (vgl. Otto 2019), anzunähern.

 

Medienintegration in die schulische Unterrichtspraxis - Implikationen für Lehrkräfte und das Führungshandeln von Schulleiter:innen

Dr. Bettina Waffner
Universität Duisburg-Essen

Medien verändern die Art, wie Menschen kommunizieren, an Problemlösungen arbeiten, Projekte anlegen und ihr Wissen erweitern. Die Geschwindigkeit der Veränderungen in der digital geprägten Welt führt zu bahnbrechenden Innovationen und damit zu einer Auseinandersetzung über das Bildungsverständnis und Inhalte sowie Methoden schulischen Lernens. Diese Entwicklung lässt die Anzahl der Forschungsarbeiten in dem Feld in einem Umfang steigen, der zu einer zunehmenden Unübersichtlichkeit der aktuellen Befundlage führt.

In dem Beitrag werden 2 Forschungssynthesen vorgestellt, die sich am Verfahren der Critical Reviews orientieren, um Befunde systematisch zu recherchieren, qualitativ einzuordnen und mit Bezug zu dem jeweiligen Fokus auszuwerten.

In dem 1. Review werden die empirischen Befunde und konzeptionelle Überlegungen hinsichtlich der Bedeutung der Digitalisierung für Lehrkräfte identifiziert. Dazu ergab die Recherche einen Datenkorpus von 3380 Studien aktueller internationaler Literatur zwischen 2010 und 2019. Systematisch und transparent wurde der Korpus eingegrenzt und 125 Studien in die Analyse des Reviews aufgenommen.

Das 2. Review fokussiert die Bedeutung der Medienintegration für das Führungshandeln vor dem Hintergrund der Schulentwicklung. Aus einem Datenkorpus von 1556 Studien zwischen 2016 und 2020 wurden 56 Studien für die Synthese identifiziert.

Die methodische Herangehensweise insbesondere bei der Reduktion des Datenkorpus sollen vorgestellt und diskutiert werden.

 

Systematic Reviews als Analyseinstrument der Forschungspraxis in Educational Technology Studien

Josef Buchner
Universität Duisburg-Essen

In diesem Vortrag wird argumentiert, dass mithilfe der Methode des Systematic Review eine kritische Analyse der Forschungspraxis in Educational Technology Studien vorgenommen werden kann. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschungspraxis ist insbesondere im Feld der Educational Technology Forschung notwendig, da viele Primärstudien nach wie vor simple Forschungsdesigns in der Form von Medienvergleichen anwenden und dabei eine Technologie-zentrierte Perspektive auf das Lernen einnehmen (Reeves & Lin, 2020). Diese Perspektive schreibt einer Technologie eine Wirkkraft beim Lernen zu und nicht etwa dem didaktischen Design oder den angebotenen Lernaufgaben (West et al., 2020). Dass so eine Perspektive weder Forschung noch Praxis voranbringen kann, wurde bereits von vielen Forscherinnen und Forschern immer wieder betont (e.g. Clark, 1983; Clark & Feldon, 2014; Mayer, 2020). Wie im Rahmen einer eigenen Systematic Review mit dieser Problematik umgegangen werden kann, wird anhand zweier bereits abgeschlossener Review-Studien skizziert. Dazu werden alternative, Lernenden-zentrierte Forschungsdesigns vorgestellt sowie Kodierschemata präsentiert, mit denen die in den Primärstudien auftretenden Designs analysiert werden können. Die Bedeutung einer solchen kritischen Analyse der Forschungspraxis für zukünftige Forschungsvorhaben wird diskutiert.



 
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