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Sitzungsübersicht
Sitzung
Ethische Dilemmata der Grenzziehung zwischen Schutz und Rechten: zu aktuellen internationalen Entwicklungen in der partizipativen Kindheitsforschung
Zeit:
Dienstag, 15.03.2022:
9:00 - 11:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 07

910 4494 2285, 855189
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Ethische Dilemmata der Grenzziehung zwischen Schutz und Rechten: zu aktuellen internationalen Entwicklungen in der partizipativen Kindheitsforschung

Chair(s): Prof. Dr. Susann Fegter (TU Berlin, Deutschland), Prof. Dr. Christine Hunner-Kreisel (Universität Vechta, Deutschland)

Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Auseinandersetzung mit ethischen Fragen in der Kindheitsforschung werden Grenzen zwischen Schutz und Rechten von Kindern aktuell (durch Erwachsene) neu gezogen. Dabei zeigt sich, dass sowohl politische als auch erkenntnistheoretische Entwicklungen das Verhältnis von Kindern, Forscher*innen und Institutionen der Wissenschaft neu und kontrovers vermessen. Das Symposium diskutiert mit internationalen und nationalen Expert*innen diese Entwicklungen und sondiert u.a. den methodologischen Nationalismus, den nationale Codizes dabei im Feld der Wissenschaft produzieren. Ausgangspunkt der Überlegungen sind konstitutive Dilemmata, die von den Vortragenden analytisch genutzt werden, um die Verschiedenheit aktueller Grenzziehungen in ihren nationalen und internationalen Kontexten bestimmen und kommentieren zu können. In der Abschlussdiskussion werden Schlussfolgerungen für aktuelle Prozesse der Institutionalisierung diskutiert.

* Christine Hunner-Kreisel ist nach kurzer schwerer Krankheit für alle noch immer unbegreiflich am 10.01.2022 verstorben. Wir trauern um einen wunderbaren Menschen und eine inspirierende Kollegin und Wissenschaftlerin. Das Symposium wurde von Christine Hunner-Kreisel maßgeblich konzipiert und wir haben als Vortragende gemeinsam beschlossen, es in ihrem Namen stattfinden zu lassen, um gemeinsam an Fragen zu diskutieren, die ihr besonders wichtig waren

 

Beiträge des Panels

 

"Forschungsethik in der Kindheitsforschung: Ent I Grenz I Ungen der generationalen Ordnung, Partizipation und Agency von Kindheit"

Prof. Dr. Magdalena Joos1, Prof. Dr. Lars Alberth2
1Uni Trier, Deutschland, 2Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

Der erste Vortrag setzt an der deutschsprachigen Kindheitsforschung ab, die sich – so die These - bislang nur unsystematisch mit forschungsethischen Fragestellungen auseinandersetzt. Ziel des Beitrags ist eine Sortierung unterschiedlicher Perspektiven in der deutschsprachigen Kindheitsforschung auf die ethischen Problemstellungen, Grenzziehungen und Dilemmata der Kindheitsforschung. Hierbei werden drei Fragen verfolgt (1) Welche Agency von Kindern und welche Asymmetrien und Grenzen der Partizipation werden in partizipativen Forschungsprozessen sichtbar? Das betrifft sowohl die Rechte und Ermächtigungsprozesse von Kindern als auch die Herausforderungen, die sich aus den Vorgaben und Angeboten durch die erwachsenen Forscher*innen ergeben. (2) Ein zweiter zentraler Strang befasst sich mit der generationalen Differenz, die der Kindheitsforschung eingeschrieben ist. Intergenerationale und für legitim gehaltene Sorge- und Machtbeziehungen können mit dem forschungsethischen Anspruch konfligieren, die Kompetenzen von Kindern ebenso anzuerkennen wie ihr Recht, ihre Meinung zu vertreten. (3) Die dritte Frage setzt auf der Ebene der forschungsethischen Strategien an und diskutiert, wie auf die tatsächliche Vulnerabilität der Kinder und die institutionelle Wirksamkeit der generationalen Grenzziehungen reagiert werden kann.

 

Navigating the boundaries between protection and rights: Ethical difference, competence and (a)symmetry in research with children

Prof. Dr. Tobia Fattore
Macquary University Sydney, Australien

The recognition of children as rights bearers has foregrounded tensions between protection and participation rights. Within a research context, this tension is most explicit when researchers seek to gain access to children for research but meet resistance from adult gatekeepers, who maintain the boundary between protection from/participation in research. As well as parents/carers, this boundary work occurs at the level of institutional frameworks and ethics processes. Children as an identified vulnerable group draw a particularly intense gaze from ethics committees who are required to negotiate the boundaries between risk and opportunity that participation in research represents. This negotiation is guided by various protocols – in the case of Australia in The National Statement on Ethical Conduct in Human Research. In this presentation I will discuss this boundary negotiation by considering different approaches to applying ethical principles to research with children, that of ethical difference, competence and symmetry. Each offers a different framework to navigate the boundaries between protection and rights in research and offer ethics committees alternative principle-based approaches for making decisions about children’s involvement in social research.

 

Childhood Studies and Generational Order. An ethical reflection on bounded and limiting power relations.

Prof. Dr. Catrin Heite, Dr. Anne Ramos, Andrea Riepl
Universität Zürich, Schweiz

Der Vortrag stellt forschungsethische Überlegungen im Kontext eines Schweizer Forschungsprojekts zu subjektivem Wohlbefinden von Kindern vor, die u.a. in Form von Interviews und Gruppendiskussionen befragt wurden. Die des konkreten Forschungsprozesses wirft einige ethische Fragestellungen auf und macht methodische Erkenntnisse in Bezug auf die Kindheitsforschung formulierbar. Zentrum der Überlegungen in diesem Vortrag ist, dass auch durch die Forschung mit Kindern das Spannungsverhältnis der generationalen Ordnung zwischen Forscher*in und Kind besteht und entsteht. Folglich haben hier Ent-und Begrenzungen konstitutive Bedeutung für den Forschungsprozess und den forscherischen Dialog mit Kindern. Daher wird in diesem Vortrag der Frage nachgegangen, an welchen Stellen und auf welche Weise die generationale Ordnung in der Forschung mit Kindern reproduziert wird und vor dem Hintergrund welcher rechtlichen und methodischen Prämissen wie Grenzen festgelegt, bearbeitet und überschritten werden. Ausgehend vom Konzept der generationalen Ordnung sollen daraus methodisch-methodologische Überlegungen zum Handlungsspielraum angeboten werden, den ,das Kind‘ im Forschungsprozess hat und wie Kinder in der Forschung adressiert werden.

 

Legitimierung forscherischer Aktivität durch die Konstruktion kindlicher Bedürfnisse als ethisches Problem

Lisa Fischer1, Stella März2
1Technische Universität Berlin, Deutschland, 2Universität Vechta, Deutschland

„Willst du mit mir oder willst du mit meinen Eltern sprechen?“ „Gibst du mir eine Stimme oder gibt du mir was ich brauche?“ Herausforderungen, die mit Kindheit als Gegenstand von Sozialforschung und der Anerkennung des Kindes als Akteur*in in Forschungskontexten einhergehen (als Expert*in der eigenen Lebensrealität mit eigener Perspektive und eigener Stimme), werden in der Kindheitsforschung seit ihren Anfängen diskutiert und sind tief mit den theoretischen und methodologischen Entwicklungen im Feld verwoben. Gerade in der empirischen Arbeit zeigt sich, dass dieser Anspruch mit rechtlichen Begrenzungen und divergierenden Erwartungen im Forschungsprozess konfrontiert ist. Begrenzungen ergeben sich nicht zuletzt aus der wissenschaftlichen Praxis selbst. Die der Kindheitsforschung immanente Gegenstandskonstruktion von Kindheit als Moratorium bedingt z.B. die Marginalisierung der kindlichen Stellung in der Gesellschaft unausweichlich selbst. Sie wird als Annahme noch im konstitutiven, den forscherischen Zugang legitimierenden Anliegen, Kindern eine Stimme zu geben, erkennbar und im Feld durch die Kinder teilweise selbst infrage gestellt. Im Kontext einer internationalen Forschung stellen wir daher die Frage, welche Bedürfnisse von Kindern wie konstruiert werden, um Forschung zu ermöglichen? Wir möchten auf diese Weise das ethische Dilemma von generationaler Dissonanz und Abhängigkeit im Forschungsprozess systematisch auf seine strukturellen Bedingungen hin befragen.



 
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