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Sitzungsübersicht
Sitzung
Profilierungen des Allgemeinen. Zur disziplinpolitischen Eingrenzung und Neukonturierung der Allgemeinen Erziehungswissenschaft
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 31
937 9854 4993, 057582
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie, Ohne Kommission, Sektion 2, Kommission Wissenschaftsforschung, theoretisch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Profilierungen des Allgemeinen. Zur disziplinpolitischen Eingrenzung und Neukonturierung der Allgemeinen Erziehungswissenschaft

Chair(s): Prof. Dr. Kerstin Jergus (TU Braunschweig, Deutschland), Dr. Carsten Bünger (PH Schwäbisch Gmünd)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Hans-Christoph Koller (Universität Hamburg), Prof. Dr. Edwin Keiner (Universität Frankfurt)

Das Symposium diskutiert die Ent- und Begrenzungen Allgemeiner Erziehungswissenschaft, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen grundlagentheoretischen Lehr- und Forschungsanspruch und disziplinpolitischen (z.B. institutionellen) Zuständigkeitsbestimmungen ergeben. Die hieraus resultierenden Fragestellungen werden aus vier unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Es werden erstens die Stellung von Theoriebildung auch im internationalen Kontext betrachtet, zweitens die Bedeutsamkeit historisch-systematischer Theoriezugänge für Forschung und Theoriebildung diskutiert, drittens die strukturellen Entwicklungen im Bereich Studium und Lehre aufgegriffen und viertens die Stellung der Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Hinblick auf internationale Forschungskulturen fokussiert. Das Symposium strebt somit eine Auseinandersetzung und Verständigung über die Lage der Theoriebildung im Allgemeinen und den Stellenwert der Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Besonderen an.

 

Beiträge des Panels

 

The Inherent Radicality of Pedagogy: Equality and Democratization

Prof. Dr. Carl Anders Säfström
Maynooth University

The Sophists, as devoted democrats, founded their thinking on equality, introduced the educational theory in Greek culture as a condition for a democratic city-state and understanding nature and culture as such. According to the Sophist, anyone could be taught which is the profound radicality of education and teaching, as Jaeger (1939/1965; 1943/1986) shows. This provokes the need for anti-democratic forces, as Masschelein & Simons (2013) say, to tame education, teachers and schools. Education and teaching are introduced in intellectual history as radical in this sense, as an adversarial response to inequality. The paper will be discussing the radical performativity of education and teaching as indistinguishable from democratization, and therefore democratization as already embedded in pedagogy. As is argued in the paper, what is at stake then in defending education and teaching is the very possibility of democracy itself. The paper intends to be discussing this 'original' radicality of education and teaching and show how it works as responses to some pressing issues of today. As such the paper highlights and specify radicality in education as a sophistical practice (Cassin 2014). Such practice, the paper will conclude, is a condition for mobilising educational theory as a response to actual and pressing social conditions and problems.

 

Die Ortlosigkeit historisch-systematischer Zugänge als Effekt der Ausdifferenzierung und Diversifizierung der Erziehungswissenschaft?

Prof. Dr. Meike Baader
Universität Hildesheim

Der Vortrag entfaltet die These, dass mit einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Spezialisierung der Erziehungswissenschaft durch stark handlungsfeldbezogene Studiengänge, z.B. „Pädagogik der Kindheit“, die Gefahr verbunden ist, dass die Reflektion historisch-systematischer Fragen ihren Ort verliert. Diese sind Gegenstand der Allgemeinen Erziehungswissenschaft als „teildisziplinübergreifende Teildisziplin“. Der starke Handlungsfeld-, Praxis- oder Transferbezug verweist jedoch die historisch-systematische Reflektion tendenziell, möglicherweise nicht immer intendiert, in den Bereich der Nutzlosigkeit oder der verzichtbaren Theorie. Der These soll auch empirisch mit einem Blick auf das Profil von Studiengängen und Curricula nach der Bologna-Reform und auf eine stärkere Wettbewerbsorientierung der Hochschulen nachgegangen werden (Langewiesche 2007, Münch 2014). Zugleich wird in einer disziplingeschichtlichen Perspektive danach gefragt, wann, wo und zu welchen Anlässen die Diskussion um die Allgemeine Erziehungswissenschaft intensiver geführt wird, und wann diese in den Hintergrund tritt. Als Basis dient hier die Analyse von Beiträgen in einschlägigen erziehungswissenschaftlichen Zeitschriften. Zugleich wird, in einem wissenschaftsgeschichtlichen Zugang, nach Phasen der Theorieorientierung und der Theoriedistanz gefragt. Hierbei können etwa Programme pädagogischer Verlage in den Blick genommen werden. Insgesamt ist der Beitrag stark wissenschaftsgeschichtlich ausgerichtet.

 

‚Arbeit an den Grenzen‘ – Allgemeine Erziehungswissenschaft im Studienreformprozess

Prof. Dr. Cathleen Grunert
Universität Halle

Der Beitrag fragt ausgehend von einem historischen Blick auf den Stellenwert allgemein-erziehungswissenschaftlicher Studieninhalte in den fachgesellschaftlichen Empfehlungen zu einem ‚Kerncurriculum Erziehungswissenschaft‘ zunächst in quantitativer Perspektive nach deren Verankerung in erziehungswissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen. Curricula werden dabei als soziale Konstruktionen und Ausdruck disziplinärer Grenzziehungsarbeit aufgefasst, in denen sich innerdisziplinäre Ordnungsentwürfe spiegeln. Den Dynamiken der Aushandlung disziplinärer Grenzziehungen wird dann auf der Basis von Gruppendiskussionen an verschiedenen Hochschulen nachgegangen. Darin erweist sich Curriculumentwicklung in einer an Pluralität ausgerichteten und fragmentierten Disziplin nicht nur als (machtvoller) kollegialer Aushandlungsprozess, in dem die Allgemeine Erziehungswissenschaft hoch different zum Tragen kommt. Vielmehr werden darüber hinaus im Zuge von New Public Management an Hochschulen Spannungsmomente zwischen disziplinärer Orientierung und der Hochschule als Organisation deutlich, deren Wirkmächtigkeit auf die fachspezifischen Curricula von pluralen Faktoren abhängig ist. Sowohl in innerdisziplinären Grenzziehungsprozessen wie auch im Spannungsfeld von Disziplin und Organisation erscheint die Arbeit an den Grenzen ‚einer‘ Allgemeinen Erziehungswissenschaft im Studienreformprozess als kontrastreiches und hochgradig standortindividuelles Geschehen.

 

Kriterien der Förderfähigkeit. Internationaler Anspruch und Anschluss der Allgemeinen Erziehungswissenschaft

Dr. Susann Hofbauer
HSU Hamburg

Gegenwärtig sind Kriterien der Exzellenz, der internationalen Sichtbarkeit und Förderfähigkeit besonders prominent, die durch finanzielle Anreize auch die erziehungswissenschaftliche Wissensproduktion lenken. Dieser Beitrag analysiert die Kriterien der Förderfähigkeit sowohl nationaler (DFG; BMBF) wie europäischer Drittmittelgeber und Empfehlungen zur Forschungsförderung (Erasmus +; EU Framework Programme, EC HORIZON; OECD). Diese Kriterien zielen auf anschlussfähige und übergreifende Forschungskulturen, die nur sektoral praktiziert werden, aber zu kollegialer Aufmerksamkeit (Franck 2007) verhelfen. Sie führen zum einen zu Prozessen, die die Offenheit wissenschaftlicher Karrieren durch die Koppelung an die Drittmittelanforderungen des New Public Management engführen. Zum anderen ergeben sich außerdisziplinäre, teils internationale Ansprüche an erziehungswissenschaftliche Forschung, die Bildungsprozesse als institutionell angebunden, nutzensorientiert und steuerbar versteht. Konträr dazu zeigt sich eine Entwicklung, die eine Reformulierung von grundlagentheoretischen Themen aus der geisteswissenschaftlich, humanistisch geprägten Tradition der (Selbst)Bildung erwarten lässt. Dies gilt z.B. für skandinavische Länder, Japan, oder Italien. Vor diesem Hintergrund werden Möglichkeiten einer Aufmerksamkeitskommunikation (Kade 2011) diskutiert, die sich zu einem produktiven und wertschätzenden wissenschaftlichen Grundlagendiskurs weiterentwickeln lässt.



 
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