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Sitzungsübersicht
Sitzung
Soziale Repräsentationen von Arbeit
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 25
963 1451 6376, 008806
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, 7. Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 9. Erwachsenenbildung, Ohne Kommission, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Soziale Repräsentationen von Arbeit

Chair(s): Dr. Alexandra Brutzer (Universität Kassel, Deutschland)

Der Stellenwert von Arbeit und Beruf ist kein neuer Diskurs. Über Jahrzehnte hinweg wurde hierzu geforscht und diskutiert (Bolder 2012). Während die soziale Gestalt von Arbeit als berufsförmige Tätigkeit in Deutschland etabliert ist und in sich geschlossen erscheint, scheint dies bei einzelnen Berufsfeldern aufgrund von ökonomischen bzw. gesellschaftlichen Entwicklungsdynamiken nicht der Fall zu sein, so dass nicht nur das Konzept der Beruflichkeit in Frage gestellt wird, sondern auch einzelne Berufe (u.a. Heisler 2015, S. 84f.). Dementsprechend stellt sich die Frage, inwiefern Beruflichkeit noch in allen Bereichen nicht-akademischer Arbeit tragfähig ist bzw. inwiefern dies einen Beitrag zur individuellen beruflichen Orientierung bieten kann. Im Rahmen des Symposiums werden entlang des theoretischen Konzepts der sozialen Repräsentationen (Moscovici 1984) unterschiedliche Sichtweisen von Akteur*innen beruflicher Bildung auf Arbeit und Beruf präsentiert.

 

Beiträge des Panels

 

Berufliche Sozialisation in der Jugend zwischen Ent- und Begrenzung

Pia Buck
Universität Kassel

Die Jugendphase zeigt sich weitestgehend entgrenzt. Sie orientiert sich kaum mehr an Generalisierungen und Normierungen, sondern ist pluraler und individualisierter. Die Verantwortung für Lebens- und Berufsverläufe sowie deren (Miss-)Erfolg werden zunehmend den Individuen übertragen. Konnotiert mit positiven Eigenschaften scheint Jugendlichkeit zudem lebensphasenübergreifend erstrebenswert (Grundmann 2019). Gleichwohl werden an Jugendliche Entwicklungsaufgaben herangetragen, die sie bewältigen sollen. So haben sie zunehmend autonomer zu werden, um sich als mündige (Erwerbs)bürger*innen gesellschaftlich zu integrieren. Ökonomische Autonomie wird i. d. R. mittels einer Berufstätigkeit verwirklicht, weshalb Jugendliche realistische Berufsaspirationen entwickeln und entsprechende Kompetenzen und Qualifikationen erwerben sollen (Hurrelmann & Quenzel 2016; Oerter & Dreher 2008). Soziale Repräsentationen von sich beruflich orientierenden Jugendlichen zu Arbeit im Kontext ihrer ökonomischen Autonomieaspirationen sollen in dem Beitrag vorgestellt werden. Die vorläufigen Erkenntnisse basieren auf einer qualitativen Interviewstudie. Die Interviews, die aus einem narrativen, einem vignettenbasierten sowie einem immanenten und exmanenten Fragenteil bestehen, werden mit der Situationsanalyse nach Clarke (2018) und der dokumentarischen Methode nach Nohl (2013a, b) und Bohnsack (2013, 2011) ausgewertet.

 

Arbeit zwischen Selbstverwirklichung, Pragmatismus und Ehre: Soziale Repräsentationen von Arbeit bei sozialstaatlichen Akteur*innen in der beruflichen Orientierung

Sina Schadow
Universität Kassel

Gelingt der Übergang von Schule in den Beruf nicht und werden junge Menschen abhängig von Sozialstaatstransfers, werden die Expert*innen der beruflichen Integration aktiv. Sie agieren dabei nicht nur als Berater*innen der Berufswahl, sondern auch als Gatekeeper*innen (Behrens und Rabe-Kleberg 2000), die beispielweise auch über den Zugang zu Fördermöglichkeiten entscheiden, eine Vorauswahl der jungen Menschen hinsichtlich einer beruflichen Passung durchführen und gegebenenfalls definieren, wer noch nicht bereit für den Arbeitsmarkt ist. Dabei bringen sie ihre eigenen und institutionellen verankerten Vorstellungen von einer „normalen“ Arbeit in die Interaktion mit den jungen Menschen mit ein, anhand derer Orientierungs- und Handlungslogiken zur Bewältigung des Übergangs vorgeben werden.

Auf Basis von leitfadengestützten Experteninterviews mit Berufsberater*innen und Integrationsfachkräften, die mittels der Grounded Theory (Glaser 2010) ausgewertet wurde, lassen sich drei Typen von Expert*innen differenzieren. Arbeit wird entweder verstanden als Selbstverwirklichung, als Ehre oder als pragmatische Notwendigkeit. Jeder dieser Vorstellungen von Arbeit produziert eigene Handlungslogiken und eigene Orientierungsunsicherheiten, die die Integration von jungen Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erschweren können.

 

Soziale Repräsentationen von Arbeit in Deutschland - von Lichtblicken, Übergansperspektiven, Dequalifizierung und Sackgassen aus Sicht von Migrant*innen

Natalie Hubenthal, Dr. Serhat Yalcin, Dr. Juliane Dieterich
Universität Kassel

Durch Zuwanderung entstehen in Deutschland Felder der Arbeit, – u. a. im Reinigungsgewerbe, im Gastgewerbe sowie zunehmend auch in der Pflege – die migrantisch geprägt sind. Ein wesentliches Merkmal ist, dass sie sich von den traditionell berufsfachlich organisierten Arbeitsfeldern unterscheiden. Im Rahmen unseres Forschungsprojekts gehen wir der Frage nach, wie Migrant*innen ihre Arbeit innerhalb der genannten Felder erleben und welche Bilder, Gedanken und Ideen bei ihnen zu Arbeit in Deutschland vorhanden sind. Relevant sind diese Fragen nicht nur aufgrund der Bedeutsamkeit dieser Arbeitsfelder bei der Beschäftigung von Zugezogenen. Auch ist bedeutend, dass das hiesige Berufsbildungssystem den Zugezogenen vielfach fremd ist und dass sie Benachteiligung beim Zugang zum berufsfachlich organisierten Arbeitsmarkt erleben.

Mit leitfadengestützten Interviews wurden Daten erhoben und fallbasiert sequenzanalytisch ausgewertet. Zur Orientierung wurde ein Analyserahmen zugrunde gelegt, der aus Pries (2010) Ausführungen zu Erwerbsregulierung entwickelt wurde. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse, die zu einem verbesserten Verständnis der Sichtweisen von Migrant*innen beitragen. Betrachtet wird u. a., welche Elemente bei ihrer Orientierung im Arbeitsmarkt eine Rolle spielen und an welchen Stellen Handlungspotenziale festgestellt werden können. Die Ergebnisse liefern bedeutsame Erkenntnisse sowie wichtige theoretische und praktische Impulse für die Berufspädagogik.

 

Soziale Repräsentation nicht-akademischer Arbeit aus der Perspektive betrieblicher Gatekeeper*innen

Claudia Hunink
Universität Kassel

Einstellungen, Wahrnehmungen und Ideen zu nicht-akademischer Arbeit sind in einer Gesellschaft, so auch in der mexikanischen, kulturell verankert und finden sich in individuellen Narrativen wieder. Von besonderem Interesse sind in diesem Kontext die Einstellungen bzw. sozialen Repräsentationen betrieblicher Gatekeeper*innen, wie z. B. Mitarbeitende im Personalwesen, weil sie den Zugang in Unternehmen regulieren. Das geschieht zwar auf der Grundlage von organisationalen Übergangspolitiken, allerdings sind Entscheidungsprozesse – so die Annahme – maßgeblich durch individuelle Einstellungen und Wahrnehmungen geprägt (Behrens & Rabe-Kleberg 2000). Aus diesem Grund erscheint die Perspektive dieser „entscheidungsmächtigen Zugangswächter“ (Struck 2001, S. 39) besonders interessant, da ihre Aussagen einen Rückschluss darüber zulassen, ob getätigte Bildungsinvestitionen auf nicht-akademischer Ebene in Mexiko Anerkennung finden und sich amortisieren.

Im Rahmen des Projektes wurden leitfadengestützte Expert*innen (Struck 2001) durchgeführt und mittels der Grounded Theory (Boehm 1994) ausgewertet. Die bislang vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Konzept der nicht-akademischen Arbeit tendenziell mit dem der einfachen Arbeit gleichgesetzt wird, was auf fehlende Anerkennung sowie mangelnde Erwartungssicherheit schließen lässt.



 
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