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Sitzungsübersicht
Sitzung
Ent- und Begrenzungen durch Digitalisierung: Perspektiven auf Teilhabe in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 20
999 8232 7568, 679473
Sitzungsthemen:
9. Erwachsenenbildung, 12. Medienpädagogik, Ohne Kommission, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen
ID: 223
Symposium
Stichworte: Erwachsenenbildung, Medien, Digitalisierung, Teilhabe, Professionalität

Ent- und Begrenzungen durch Digitalisierung: Perspektiven auf Teilhabe in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung

Chair(s): Dr. Christian Bernhard-Skala (Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Deutschland), Prof. Dr. Matthias Rohs (TU Kaiserslautern)

Die Be- und Entgrenzung von gesellschaftlicher und bildungsbezogener Teilhabe in und durch Erwachsenenbildung/Weiterbildung (EB/WB) wird in Politik und Praxis kontrovers diskutiert. Die Digitalisierung von EB/WB lässt sich als ein sozialer Aushandlungsprozess beschreiben, in dem technologische Affordanzen und Anforderungen gesellschaftlicher Akteure an EB/WB auf Überzeugungen von Professionellen der EB/WB treffen. In dieser Perspektive rückt angesichts der Teilhabefrage das professionelle Handeln und dessen Gestaltungsmöglichkeiten in der Digitalisierung in den Fokus. Das Symposium widmet sich den Be- und Entgrenzungen von Teilhabemöglichkeiten in der Digitalisierung. In verschiedenen theoretischen Perspektiven werden Facetten der Be- und Entgrenzung von Teilhabe deutlich gemacht und Gestaltungsoptionen für Teilhabe durch die Digitalisierung aufgezeigt.

 

Beiträge des Panels

 

Corona-Pandemie und Weiterbildung - Auswirkungen auf Angebotsgestaltung und Beteiligungsmöglichkeiten

Stefanie Dernbach-Stolz, Prof. Dr. Erik Haberzeth
Pädagogische Hochschule Zürich

Für die Sicherung der Weiterbildungsbeteiligung kommt Weiterbildungsanbietern eine zentrale Funktion zu. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beeinflussen die Leistungserstellung der Anbieter erheblich. Sie führen zu einer weitreichenden Digitalisierung des Angebots und regen dazu an, neue Settings zu entwickeln (SVEB, 2021). Diese Veränderungen können mit Blick auf die Teilnahme an Weiterbildung je nach Zielgruppe sowohl entgrenzende als auch begrenzende Wirkungen entfalten (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020). Empirische Erkenntnisse dazu, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Weiterbildung und die Teilhabe an Weiterbildung haben, liegen bisher kaum vor. Hier setzt der Beitrag an. Auf Basis qualitativer Fallstudien wird zum einen aufgezeigt, wie sich die Angebotsgestaltung durch die Corona-Krise und den einhergehenden Digitalisierungsschub verändert hat. Damit verbunden sind auch Erkenntnisse dazu, wie nachhaltig und umfassend die digitale Transformation des Weiterbildungsangebots ist. Zum anderen liegt ein Fokus des Beitrags auf der Abschätzung möglicher Folgen für die Beteiligungschancen unterschiedlicher sozialer Gruppen an Weiterbildung.

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2020): Bildung in Deutschland 2020. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt. Bielefeld: wbv.

SVEB (2021): Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Weiterbildung. Zürich: SVEB.

 

Bereichsethisch fundierte Grenzziehungen im Kontext der Erwachsenen- und Weiterbildung

Dr. Nils Bernhardson-Laros1, Prof. Dr. Matthias Rohs2
1Universität der Bundeswehr München, 2TU Kaiserslautern

Ein wesentliches ethisches Problem, das bzgl. der Digitalisierung im Feld der Erwachsenen-/Weiterbildung (EB/WB) zu beobachten ist, besteht darin, dass sich Lehrende, Anbieter und Verbände gefordert sehen, moralische Kommunikation (Krohn, 1999) zu nutzen, um sich von Erwartungen bzgl. des Einsatzes digitaler Technologien abzugrenzen. Diese werden von außen, aus anderen gesellschaftlichen Tätigkeitsfeldern und Funktionsbereichen, an die Akteure der EB/WB herangetragen, wie z. B. der umfassende Einsatz digitaler Lehr-/Lernmedien. Diese und ähnliche Erwartungen können in Konflikt mit individuellen Werthaltungen und im Feld etablierten Normen wie z. B. Mündigkeit oder soziale Teilhabe treten. Im Rahmen des Beitrags wird u. a. diskutiert, mit welchen ethischen Fragen und Dilemmata die Akteure im Feld der EB/WB durch die Digitalisierung konfrontiert sind und wie eine bereichsethische Unterstützung des Feldes in diesen Fragen aussehen kann. Bei der Bearbeitung und Diskussion dieser Fragen orientieren wir uns an einem theoretischen Modell zur Erfassung moralischer Probleme und ethischer Fragen in der EB/WB (Bernhardsson-Laros, 2020).

Bernhardsson-Laros, N. (2020). Moralische Probleme und ethische Fragen von Lehrenden der Erwachsenen- und Weiterbildung. Zeitschrift für Weiterbildungsforschung 43(1), 13-30.

Krohn, W. (1999). Funktionen der Moralkommunikation. Soziale Systeme, 5(2), 313–338.

 

Dimensionen einer Digitalen Grundbildung für die gesellschaftliche Teilhabe

Prof. Dr. Ilka Koppel
Pädagogische Hochschule Weingarten

Mit zunehmender Digitalisierung ändern sich Wege und Modalitäten der gesellschaftlichen Teilhabe. Für die aktive Teilhabe sind daher nicht nur Grundkompetenzen im Bereich Schriftsprache und Rechnen, sondern auch im Umgang mit digitalen Medien notwendig. Mit der Digitalisierung erhöht sich damit aber das Risiko des Teilhabeausschlusses gering literalisierter Erwachsener (Buddeberg, 2019). Während die klassischen Grundkompetenzen bisher recht stabile Konstrukte waren, die keinen schnellen Veränderungsprozessen unterlagen, stellen digitale Kommunikations- und Handlungsräume höchst vielfältige, schnell veränderliche abstrakte Anforderungen an die Grundbildung (Koppel & Wolf, 2021). Um das Ziel gesellschaftlicher Teilhabe zu erreichen, bedarf es daher eines Konzepts für eine digitale Grundbildung. Der alleinige Rückgriff auf objektiv prüfbare, tendenziell statische Kompetenzdefinitionen erscheint aber aufgrund des schnellen Fortschreitens technologischer Innovationen nicht ausreichend. In dem Beitrag wird daher der Frage nachgegangen, welche Perspektiven einzubeziehen und welche (Kompetenz)Dimensionen für eine digitale Grundbildung zu berücksichtigen sind.

Buddeberg, K. (2019). Digitale Praktiken und Grundkompetenzen. Alpha-Dekade-Konferenz, Hamburg.

Koppel, I. & Wolf, K. (2021). Digitale Grundbildung in einer durch technologische Innovationen geprägten Kultur. Zeitschrift für Pädagogik, 1, 182–199.

 

Audiovisuelle digitale Praktiken als Erweiterung kommunikativer und informativer Handlungsfähigkeit

Dr. Klaus Buddeberg1, Prof. Dr. Petra Grell2
1Universität Hamburg, 2TU Darmstadt

Digitale Kommunikation gilt im Kontext von Mediatisierung trotz persistenter digitaler Ungleichheit als weitgehend ubiquitär. Veränderte Kommunikationsformen verlassen das Feld der schriftlichen Kommunikation und nutzen audiovisuelle Pfade. Gering literalisierte Erwachsene berichten häufige Nutzung audiovisueller/rezeptiver Praktiken (Buddeberg & Grotlüschen, 2020). In der Grundbildungsforschung ist damit oft implizit eine Interpretation als Vermeidungsstrategie verbunden. Demnach eröffnen Sprachnachrichten zwar ein höheres Maß von Teilhabe, aber um den Preis möglichen Kompetenzverlustes. Der Beitrag nimmt auf Basis der LEO Studie 2018 den Wechsel zu einer medienpädagogischen Sichtweise vor, die audiovisuelle Praktiken als Erweiterung kommunikativer und informativer Handlungsfähigkeit fokussiert. Jüngere Altersgruppen und Migrant*innen nutzen häufig diese erweiterten Handlungsoptionen. Im internationalen Vergleich finden audiovisuelle Praktiken in Deutschland selten Anwendung (Hootsuite, 2021). Wir stellen die Frage zur Diskussion, wieviel die deutsche Gesellschaft von ihren jüngeren Mitgliedern und von Migrant*innen lernen kann, um hier aufzuholen.

Buddeberg, K. & Grotlüschen, A. (2020): Literalität, digitale Praktiken und Grundkompetenzen. In: A. Grotlüschen & K. Buddeberg (Hrsg.): LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität. Bielefeld: wbv, 197-225.

Hootsuite (2021): Digital 2021: Global Overview Report. https://datareportal.com/reports/digital-2021-global-overview-report



 
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