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Sitzungsübersicht
Sitzung
Entgrenzung fremder Orte: Organisation(en) und ihre Spielräume Organisationspädagogische und andere Grenzbearbeitungen
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 03
944 6432 1021, 598600
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, 9. Erwachsenenbildung, 14. Organisationspädagogik, Sektion 2, Kommission Qualitative Bildungs- und Biographieforschung, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Entgrenzung fremder Orte: Organisation(en) und ihre Spielräume Organisationspädagogische und andere Grenzbearbeitungen

Chair(s): Prof. Dr. Olaf Dörner (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,), Prof. Dr. Sebastian Manhart (Universität der Bundeswehr München), Prof. Dr. Christoph Damm (Hochschule Magdeburg-Stendal)

Das Symposium thematisiert organisierte Praktiken der Be- und Entgrenzung, (organisations-)pädagogische Formen der Grenzbearbeitung, der Öffnung für neue Zielgruppen und kategoriale Muster in analog wie digital organisierten Bildungszusammenhängen. Organisationen erzeugen eine personenverändernde Dynamik, indem sie Zugänge nach eigenen kategorialen Mustern begrenzen und soziale Gruppen über strukturelle Erwartungen auseinanderordnen, um sie für eigene Ziele zu koordinieren. Vertrautheit und Fremdheit sind Elemente einer produktiven Unterscheidung, die es erlaubt, die Dynamik des Verhältnisses von Organisationen, Gruppen und Personen auf den Ebenen des kommunizierten wie erfahrenen Sinns von Bildungsprozessen zu beschreiben. Organisationale Öffnungsstrategien stellen die beteiligten Akteure vor die Herausforderung, die Grenzen des Vertrauten zu überwinden, sich bis dahin Fremdes zu eigen zu machen: im Fremden das Vertraute und im Vertrauten das Fremde aufzusuchen.

 

Beiträge des Panels

 

Digitale Entgrenzung als Organisation fremder Orte

Prof. Dr. Sebastian Manhart1, Dr. Thomas Wendt2
1Universität der Bundeswehr München, 2Universität Trier

Digitalisierung konstituiert reale Orte interaktiver Virtualität. Deren anfängliche Fremdheit beruht auf den Eigenheiten technisch vermittelter Kommunikation. Leibliche Begrenzungen der Interaktion im physischen Nahraum werden durch technische Beschränkungen zeitlicher Synchronisation abgelöst. Arbeit, Unterricht und Hilfe lösen sich von den Anforderungen physischer Co-Präsenz. Das relativiert analoge Muster des Kontakts zwischen Lehrenden und Lernenden, Klient:innen und Fachkräften. In der Nutzung wird ein Vertrauen in die Möglichkeiten virtueller Zeit-Räume erlernt, das neue Grenzen und alte Probleme kaschiert. Analoge Formen der Interaktion werden nun zunehmend fremd. Die Ablösung vom physischen Ort und die beständige Erneuerung sozialer Begrenzungen und Regeln sind in der modernen Form der Organisation strukturell längst vorbereitet. Nicht nur Bildungsorganisationen fördern das Erlernen ausschließlich sozial erzeugter Vorgaben. Organisationen fordern und habitualisieren jene Offenheit des Subjekts für den beständigen Wechsel zwischen Vertrautheit und Fremdheit, die der Beitrag als Voraussetzung der Digitalisierung diskutiert. Digitale Fernsynchronisation baut organisationale Muster des Auseinanderordnens von Sozialität aus und verändert damit Arbeitszusammenhänge und Lehr-Lern-Arrangements. Diese Entwicklung folgt einer langlaufenden organisationspädagogischen Praxis, die nun aber ihrerseits fremd zu werden droht.

 

Begrenztes Mandat im entgrenzten Raum. Transformation Sozialer Arbeit infolge der Digitalisierung

Prof. Dr. Christoph Damm
Hochschule Magdeburg-Stendal

Soziale Arbeit „als umfassender Reparaturbetrieb für die zentrifugalen Folgen der Industrialisierung“ (Sascha Weber, 2020) ist in dreifacherweise mandatiert: Klient:innenbezogene Hilfeleistungen, staatliche Kontrollfunktionen und professionelle Ansprüche der Sozialarbeiter:innen stehen in einem spannungsreichen, für die soziale Arbeit konstitutiven Verhältnis. Die wachsenden Anforderungen und Überlegungen, Soziale Arbeit im virtual space durch digitalisierte Hilfs-, Dienstleistungs-, Beratungs- und Bildungsangebote auch dort zu verorten, wo sich ihre Adressat:innen aufhalten, lässt diese gewachsene Mandatierungsstruktur mindestens im Hinblick auf die staatliche Kontrollfunktion wanken: Der virtual space ist räumlich wie rechtlich entgrenzt und es ist unklar, ob staatliche Kontrolle durch Serverstandorte, Providersitze oder Interaktionsorte gegenüber privaten Dienstanbietern legitimiert wird. Aufbauend auf der Problematisierung eines begrenzten Mandats Sozialer Arbeit wird im Beitrag diskutiert, welche Ableitungen sich vor dem Hintergrund der Herausbildung Sozialer Arbeit infolge der Industrialisierung für eine Transformation Sozialer Arbeit infolge der Digitalisierung ziehen lassen.

 

Der ausgeübte Beruf als fremder Ort. Entgrenzung des Normallebenslaufs durch berufliche Wechseln

Stefan Rundel
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Seit der These der Institutionalisierung des Lebenslaufs von Martin Kohli (1985, 2003) gilt der Normallebenslauf als (Identitäts-)Norm für die Berufsbiographie. Er strukturiert die Lebensführung entlang einer Bildungs-, Erwerbs- und Ruhephase. Demgegenüber zeigen Studien aus der Berufssoziologie, dass fast 50 Prozent der Berufstätigen mindestens einmal ihren Beruf wechseln (vgl. Karl Ulrich Mayer et al., 2010). Da in Deutschland der Zugang zu Berufen nach wie vor an die Vergabe von Bildungstiteln gekoppelt ist, geht ein beruflicher Wechsel (meist) mit der Teilnahme an (organisierter) Weiterbildung einher. Ergebnisse aus einem qualitativ-empirischen Forschungsprojekt zeigen, inwiefern der Beruf vor einem Wechsel als fremder, problematischer Ort erfahren wird und der Wechsel durch Bildungsorganisationen prozessiert wird. Dabei treten alte und neue (Identitäts-)Normen in ein Spannungsverhältnis zur Handlungspraxis (vgl. Ralf Bohnsack, 2017). An dieser Schwelle zwischen bisherigem und fremden Beruf und neuem Beruf setzt der Beitrag an und fragt danach, inwiefern durch die Praxis der beruflichen Wechsel der Normallebenslauf entgrenzt wird, bzw. sich neue Grenzen in Bezug auf den Beruf ergeben. Dabei werden in biographischer Perspektive Berufswechsler*innen betrachtet, deren Wechsel von einem alten, fremden Beruf in einen neuen Beruf durch die Teilnahme an Weiterbildung organisiert wird.

 

Fremde Vertrautheit, vertraute Fremdheit – Hochschulen als (Weiter-)Bildungsorte für Erwachsene mit einer geistigen Behinderung?

Prof. Dr. Olaf Dörner, Katharina Maria Pongratz
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Geistig behinderte Erwachsene gehören nicht zur Adressatenschaft der wissenschaftlichen Weiterbildung. Inwiefern sie es sein können, sollten und sind, ist angesichts des Diskurses über Inklusion eine berechtigte, notwendige und insbesondere empirisch zu klärende Frage (Bettina Fritzsche et al., 2021). Für wissenschaftliche Weiterbildung als die für Erwachsenen- und Weiterbildung an Hochschulen zuständige Institution ist es daher notwendig, sich zu positionieren (Marc Ruhlandt, 2021). In unserem Beitrag möchten wir anhand von Ergebnissen eines qualitativ-empirischen Forschungsprojektes zur Rekonstruktion von Bildungsorientierungen geistig behinderter Erwachsener, die an hochschulischen (Bildungs-)angeboten teilnehmen bzw. diese mitgestalten
a) die Frage fokussieren, inwieweit Hochschulen fremde und/oder vertraute Orte für sie sind,
b) aufzeigen, inwieweit hochschulische Weiterbildungsangebote für diese Gruppe von Bedeutung sind und schließlich
c) Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Weiterbildung für und mit geistig behinderten Erwachsenen zur Diskussion stellen.



 
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