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Sitzungsübersicht
Sitzung
Entgrenzungen im Zugang zu (früh-)kindlichen Bildungseinrichtungen? Handlungsspielräume zwischen (staatlicher) Steuerung, strukturellen Bedingungen und elterlichen Wahlmustern
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 01

948 9318 8464, 301357
Sitzungsthemen:
4. Empirische Bildungsforschung, 5. Schulpädagogik, 8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 4, Arbeitsgruppe Empirische Pädagogische Forschung, Sektion 8, Kommission Pädagogik der frühen Kindheit, qualitativ, quantitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Entgrenzungen im Zugang zu (früh-)kindlichen Bildungseinrichtungen? Handlungsspielräume zwischen (staatlicher) Steuerung, strukturellen Bedingungen und elterlichen Wahlmustern

Chair(s): Prof. Dr. Nina Hogrebe (HAW Hamburg, Deutschland), Prof. Dr. Johanna Mierendorff (MLU Halle-Wittenberg, Deutschland), Gesine Nebe (MLU Halle-Wittenberg, Deutschland), Stefan Schulder (HAW Hamburg, Deutschland)

Diskutant*innen: Prof. Dr. Peter Cloos (Universität Hildesheim), Dr. Ingela Naumann (University of Edinburgh)

Zugangschancen zum (früh-)kindlichen Bildungsbereich sind ungleich verteilt. Im Elementarbereich sind Partizipationsmöglichkeiten u.a. durch Platzknappheit eingeschränkt und sozial selektiv (Pavolini & Van Lancker 2018). Zusätzlich zeigen sich – auch im Primarbereich – Entmischungsprozesse (Segregation), die auf begrenzte Zugänge zu bestimmten Einrichtungen oder Einrichtungsformen hinweisen.­ Akteure der Angebotsseite (Politik, Administration, Träger, Einrichtungen) können im Rahmen gegebener Bedingungen Kindern den Zugang zu Bildungsangeboten erschweren oder eröffnen. Innerhalb dieser Handlungsräume bewegen sich die Nachfrager der Bildungsangebote (Drange & Telle 2020). Das Symposium hat das Ziel, das Zusammenspiel der oben genannten Dimensionen aus nationaler und internationaler Perspektive auszuloten, in denen sich der Zugang zu Bildungseinrichtungen realisiert, und zu diskutieren, welche Grenzziehungen oder Entgrenzungsbestrebungen dabei sichtbar werden.

 

Beiträge des Panels

 

Ausmaß und Ursachen von Kita-Segregation auf regionaler Ebene

Nora Jehles
TH Köln, Deutschland

Vor dem Hintergrund der vertikalen und horizontalen Pluralität des Kita-Systems in Deutschland werden Ausmaß und Ursachen von Segregation untersucht. Als Kita-Segregation wird der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in den Einrichtungen der öffentlichen, evangelischen, katholischen und anderer Träger verstanden. In dem Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob sich Kinder mit Migrationshintergrund in Kitas bestimmter Träger konzentrieren, ob es regionale Unterschiede zwischen den Ländern und den 559 Jugendämtern gibt und ob Strukturmerkmale der Jugendämter einen Einfluss auf das Ausmaß der Kita-Segregation haben.

Für einen bundesweiten Überblick über das Ausmaß der Segregation wird die amtliche Kita-Statistik genutzt. Mit quantitativ-deskriptiven Verfahren werden Segregationsmuster zwischen den Ländern und Jugendämtern beschrieben. Es werden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der Kita-Segregation und Strukturmerkmalen der Jugendämter herausgearbeitet. Dabei werden erhebliche regionale Unterschiede bezüglich des Anteils von betreuten Kindern mit Migrationshintergrund deutlich. Darüber hinaus zeigt sich, dass zwischen den Jugendämtern einzelner Länder z.T. erhebliche Unterschiede bestehen. Auffällig ist, dass insbesondere in Großstädten Kinder mit Migrationshintergrund vorallem in öffentlichen Kitas betreut werden.

 

Stadt, Land, Träger: Kontextspezifische Segregationsmuster und Kitaplatzvergabeprozesse in West- und Ostdeutschland

Prof. Dr. Nina Hogrebe1, Prof. Dr. Johanna Mierendorff2, Gesine Nebe2, Stefan Schulder1
1HAW Hamburg, Deutschland, 2MLU Halle-Wittenberg, Deutschland

Segregation und die resultierende Einrichtungskomposition wird zunehmend als ungleichheitsrelevante Dimension im Elementarbereich erkannt. Allerdings gibt es nur wenig Forschung über Bedingungsfaktoren, die Segregationsprozesse verstärken oder abmildern. Wenngleich vereinzelte Lokalstudien darauf hinweisen, dass die Zusammensetzung von Kindertageseinrichtungen mit ihrer Trägerschaft in Verbindung steht (z.B. Strohmeier et al. 2014), ist der Einfluss der pluralen Trägerlandschaft mit Blick auf konzeptionelle Profile und mögliche Segregationseffekte kaum untersucht (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2020, S. 83). Insbesondere gibt es bislang keine Arbeiten, die Segregation als Ergebnis und den diese Ergebnisse hervorbringenden Prozesse gleichermaßen in den Blick nehmen.

Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer Studie dar, die quantitative Sekundäranalysen von nationalen Bildungsstudien (n = 165 bis 685 Kitas) und qualitative Interviews mit Trägern und Einrichtungsleitungen (n = 35) miteinander verbindet, um Segregationsmuster in spezifischen Bedingungskonstellationen aufzuzeigen und entsprechende Handlungsanforderungen und -logiken der Akteure im Kontext lokal eingebetteter Platzvergabeprozesse zu beschreiben. Im Ergebnis zeigen sich (fast) keine generellen trägerspezifischen Segregationsmuster, sondern vielmehr regional spezifische Ausgestaltungen, die für die entsprechenden Akteure bestimmte Handlungsbedingungen darstellen, innerhalb derer sie sich positionieren.

 

KiTa-Zugang im Kontext wohlfahrtsstaatlicher Traditionen: Empirische Ergebnisse qualitativer Fallstudien zu lokaler Zugangssteuerung in Deutschland, Kanada und Schweden

Dr. Antonia Scholz, Britta Menzel
Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC)

Viele Länder haben sich zum Ziel gesetzt, sozialen Ungleichheitsverhältnissen entgegen zu treten, indem sie die Zugangsbedingungen ihrer frühkindlichen Bildungs- und Betreuungssysteme besonders für Kinder aus benachteiligten Lebenslagen verbessern. Ihre KiTa-Politik ist dabei nicht zuletzt in die jeweiligen wohlfahrtsstaatlichen Traditionen eingebettet. Dies gilt nicht nur für programmatische Zielsetzungen auf nationaler Ebene, sondern auch für die konkrete Umsetzung von KiTa-Zugängen in lokalen Kontexten.

Hier setzt der vorliegende Beitrag an und nimmt die Zugangsgestaltung in Deutschland, Kanada und Schweden insbesondere auf den lokalen Steuerungsebenen empirisch in den Blick. Ziel ist dabei die jeweiligen Wohlfahrtslogiken der FBBE-Systeme und die lokale Ausrichtung der Zugangssteuerung zu KiTa in Bezug zueinander zu setzen. Datengrundlage bilden qualitative Experteninterviews, die im Rahmen von Fallstudien mit Kommunalverwaltungen und Trägern in ausgewählten Kommunen geführt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, wie lokale Akteure in den drei Ländern ihre Handlungsspielräume in der Zugangsgestaltung nutzen. In international vergleichender Perspektive wird deutlich, inwieweit sich lokales Steuerungshandeln im Feld KiTa dabei in der jeweiligen Wohlfahrtstradition verorten lässt. Gleichzeitig zeigen sich diesbezüglich auf unterschiedlichen Ebenen aber auch Brüche, die Zugänge in unterschiedlichem Maße begrenzen oder öffnen und damit Ungleichheitsverhältnisse beeinflussen (können).

 

Soziale (Ent-)Mischung in Quartier und Schule? Segregationsdynamiken im Kontext elterlicher Grundschulwahl

Alina Goldbach1, Dr. Isabel Ramos Lobato2
1Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund, 2Universität Helsinki

Neben dem Handlungsspielraum institutioneller Akteure und der sozialräumlichen Struktur hat das elterliche Wahlverhalten einen entscheidenden Einfluss auf den (ungleichen) Zugang zu Bildungseinrichtungen. Insbesondere für bildungsaffine Mittelschichtseltern ist die Wahl der ‚richtigen‘ Einrichtung zu einem sensiblen Thema geworden (Wilson & Bridge 2019). Elterliche Netzwerke sowie Fragen der sozialen Passung scheinen dabei eine große Rolle zu spielen. Unklar ist jedoch, inwieweit das Wahlverhalten von Mechanismen, die explizit über den lokalen Kontext des Wohnquartiers vermittelt sind, gesteuert wird und welchen Einfluss die Intersektionalität des individuellen sozialen und ethnischen Hintergrunds der Eltern hat.

Anhand einer Kombination quantitativer und qualitativer empirischer Daten analysiert der vorliegende Beitrag wie sich das Zusammenspiel aus elterlichem (lokalem) Sozialkapital, ihrer Informationszugänge sowie schulischer Informationspolitik und Profilbildung auf die elterliche Grundschulwahl auswirkt. Somit werden neben der Quantität und Entwicklung von Schulwahl und -segregation auch die dahinterliegenden Motive und Abwägungsprozesse erfasst. Vor dem Hintergrund der 2008 in Nordrhein-Westfalen abgeschafften Grundschuleinzugsbereiche wurde für die empirische Erhebung ein sozial und ethnisch gemischtes Quartier in Düsseldorf ausgewählt, in dem mehrere Grundschulen in unmittelbarer Nähe zueinander liegen, jedoch von sehr unterschiedlicher Zusammensetzung geprägt sind.



 
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