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Sitzungsübersicht
Sitzung
Zur Entgrenzung institutioneller Bildungskontexte mit und durch mobile Medien
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 28
934 2916 3800, 177967
Sitzungsthemen:
12. Medienpädagogik, Ohne Kommission, qualitativ, theoretisch, Deutsch

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Präsentationen

Zur Entgrenzung institutioneller Bildungskontexte mit und durch mobile Medien

Chair(s): Prof. Dr. Dorothee M. Meister (Universität Paderborn), Lara Gerhardts (Universität Paderborn), Lukas Dehmel (Universität Paderborn)

In der medienpädagogischen Forschung hat sich ein breiter Diskurs um das Lehren und Lernen mit mobilen Medien – insbesondere mit Tablets – etabliert, das Thema wurde in den letzten Jahren in zahlreichen Studien beforscht. Kaum berücksichtigt wurde in diesem Kontext bislang allerdings die systematische Reflexion von Entgrenzungsprozessen und die damit verbundenen Neuordnungen von institutionellen Bildungskontexten, die sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen können. Sie lassen sich als eine Art „Nebenprodukt“ begreifen, das mit der Öffnung für mobile Technologien einhergeht und gleichzeitig massive Folgen für den Alltag der beteiligten Personengruppen haben kann. Diese Forschungslücke soll mit dem Symposium adressiert werden. Die Vorträge thematisieren die angesprochenen Entgrenzungsprozesse in der schulischen, der beruflich-inklusiven und der universitären Bildung und rücken sie in den Blick empirischer und theoretischer Forschung.

 

Beiträge des Panels

 

Der Einsatz von digitalen Medien als Begrenzung im familialen Umfeld - Perspektiven auf Homeschooling-Phasen von Schulanfänger*innen

Prof. Dr. Birgit Hüpping1, Prof. Dr. Melanie Kubandt2, Dr. Mirja Kekeritz3
1Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, 2Universität Vechta, 3Universität Koblenz-Landau

Die Covid19-Pandemie hat die Grenzen zwischen Familie und Schule in Phasen von Homeschooling verschoben und den Einsatz mobiler Medien neu entfacht. Der Beitrag fokussiert Bewältigungsstrategien von Grundschulkindern im Umgang mit digitalen und analogen Medien bzw. schulischen Lerninhalten im familialen Umfeld. Grundlage bildet eine qualitative Studie, die speziell Perspektiven von Kindern aus einer Grundschulklasse auf Basis von 10 leitfadengestützten Interviews, Fragebögen (n=21), Kinderzeichnungen und nicht-reaktiven Audiostatements untersucht. Die Auswertung erfolgt gemäß der Grounded Theory in Rückgriff auf praxistheoretische Zugänge (Eßer 2016; Idel, Rabenstein & Reh 2013) mit Fokus auf das familiale und schulische Interaktions- und Beziehungsgefüge. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz digitaler Medien eine Begrenzung im familiären Umfeld erfährt, da der Raum für traditionelle Aufgabenformate (Stichwort: Arbeitsblatt) durch die Grenzziehungen der Erwachsenen definiert wird. Handlungsspielräume zum Einsatz digitaler Medien wie z.B. Tablets werden den Kindern in einer ergänzenden Funktion als Lernspiele oder Rechercheaufgaben zugestanden, sodass hier mit Blick auf das junge Alter der Kinder eine Bewahrfunktion greift. Neben Lernen im Kontext formaler Bildung verweisen die Ergebnisse darauf, auch non-formale und informelle Bildungsanlässe sowie Schule als Sozialraum (Hummrich 2015) bei der digitalen Unterrichtsgestaltung und -planung stärker zur berücksichtigen ist.

 

Zur Entgrenzung arbeitsbezogener Kommunikationskulturen durch Tablets - ein Blick auf den Lehrer*innenberuf

Lukas Dehmel, Lara Gerhardts, Prof. Dr. Dorothee M. Meister
Universität Paderborn

Der Beitrag geht der Frage nach, wie sich die Einführung von Diensttablets auf die Entgrenzung von arbeitsbezogenen Kommunikationskulturen in Lehrer*innenkollegien auswirkt. Dafür beziehen wir uns auf Überlegungen der Schulkulturtheorie, die Schulkulturen als symbolische Sinnordnungen versteht, die sich im Handeln zwischen schulischen Akteuren*innen formieren (Helsper 2008). Zur Beantwortung der Forschungsfrage greifen wir auf Gruppendiskussionen mit Lehrkräften zurück und realisieren eine zweiteilige Analyse. Zunächst untersuchen wir mithilfe eines „Walk Through“ (Light et al. 2018), inwiefern die graphische Gestaltung der innerhalb der Gruppendiskussionen zentral gesetzten Mailing-App und deren Einbindung auf dem Tablet-Interface Affordanzen für die Arbeitskommunikation bereithält. Anschließend rekonstruieren wir mithilfe der Objektiven Hermeneutik, wie diese Affordanzen in den Gruppendiskussionen verhandelt werden und wie sich im Umgang mit dem Tablet neuartige berufliche Kommunikationskulturen ausgestalten, die hinsichtlich der Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit bedeutsam sind. Es zeigt sich, dass die Gerätekonfiguration auf eine niedrigschwellige Berufskommunikation ausgerichtet ist, die im Zuge der in den Kollegien befürworteten Nutzung des Dienstgerätes für private Belange auch in die Freizeit vordringt. Dabei erzeugt insbesondere die visuelle und auditive Aufbereitung des Eingangs neuer Nachrichten in den Kollegien einen ungewollten Kommunikationsdruck.

 

Inklusives berufliches Lernen mit mobilen Medien - Entgrenzungsperspektiven am Beispiel eines überfachlichen Qualifizierungskonzeptes

Nele Sonnenschein, Prof. Dr. Anna-Maria Kamin
Universität Bielefeld

Mobilen Medien, insbesondere Tablets, werden zahlreiche Potenziale zur Gestaltung inklusiver Bildung zugesprochen. Aufgrund ihrer flexiblen Einsatz- und intuitiven Bedienmöglichkeiten können sie zur Überwindung von Barrieren u.a. in den Bereichen Lernen oder Kommunikation beitragen und somit neue Teilhabechancen eröffnen (Sonnenschein & Kamin 2020). Die sich in diesem Kontext vollziehenden Grenzüberschreitungen und -auflösungen möchte der Beitrag insofern als Chance begreifen und mit Fokus auf die berufliche Bildung untersuchen. Am Beispiel eines in einem gestaltungsorientierten Forschungsprojekt entwickelten inklusiven und digital unterstützten Qualifizierungskonzeptes, das auf die Förderung überfachlicher berufsbezogener Kompetenzen zielt und durch die Einbindung von Tablets in berufliche Lernprozesse realisiert wird, sollen Entgrenzungen auf verschiedenen Ebenen aufgezeigt und theoretisch eingeordnet werden. Hierbei wird der Frage nachgegangen, wie die durch den Einsatz mobiler Medien evozierten und/oder ermöglichten Grenzüberschreitungen und -auflösungen – etwa in Bezug auf Lernort, Lernzeit, Lerngruppe oder Lerninhalte – in der beruflichen Bildung gezielt zur Förderung von Inklusion fruchtbar gemacht werden können.

 

„Praktisch und überfordernd zugleich“ - zur Sicht von Lehramtsstudierenden auf entgrenztes Lernen

Prof. Dr. Sonja Ganguin, Julia Nickel
Universität Leipzig

Auf Basis qualitativer Befragungsergebnisse stellt der Beitrag die Sicht von Lehramtsstudierenden auf entgrenztes Lernen (Kirchhöfer 2004) sowie damit verbundene Potenziale und Herausforderungen vor und diskutiert aus medienpädagogischer Perspektive Implikationen für die Professionalisierung angehender Lehrkräfte im Bereich der Digitalisierung. Entgrenzungsprozesse des Lernens sind im Rahmen der pandemiebedingten Umstellung auf digitale Lehr-Lernformate im Hochschulkontext für Studierende verschärft erlebbar geworden, so hat sich etwa die Auflösung räumlicher und zeitlicher Begrenzungen von Freizeit und Studium (Bettinger et al. 2013) noch verstärkt. Lehramtsstudierende stehen der Anforderung gegenüber, in ihrer späteren Berufspraxis selbst digitale Medien didaktisch sinnvoll im Unterricht einzusetzen und die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern zu fördern (KMK 2017). Die (pandemiebedingten) Erfahrungen und Einstellungen von Studierenden im Zusammenhang mit digitalen Medien und entgrenztem Lernen rücken somit besonders in den Blickpunkt. So wird davon ausgegangen, dass digitalisierungsbezogene Bestandteile in der Ausbildung, in Lehr-Lernerfahrungen mit digitalen Medien und die Einschätzung der Potenziale digitaler Medien in Lehr-Lernkontexten Einflussfaktoren in Bezug auf den Einsatz digitaler Medien in der (späteren) Berufspraxis darstellen (Drossel et al. 2019).



 
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