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Sitzungsübersicht
Sitzung
Orte und Landschaften des kollaborativen Lernens. Pädagogisch-anthropologische Explorationen zu Grenzerfahrungen und -praktiken im Anthropozän
Zeit:
Montag, 14.03.2022:
14:00 - 16:30

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 05

922 6850 5746, 480192
Sitzungsthemen:
2. Allgemeine Erziehungswissenschaft, Sektion 2, Kommission Pädagogische Anthropologie, qualitativ, theoretisch, historisch, Deutsch

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Präsentationen

Orte und Landschaften des kollaborativen Lernens. Pädagogisch-anthropologische Explorationen zu Grenzerfahrungen und -praktiken im Anthropozän

Chair(s): Dr. Oktay Bilgi (Universität zu Köln, Deutschland), Prof. Dr. Ursula Stenger (Universität zu Köln)

Folgt man aktuellen Zeitdiagnosen, dann leben wir in einer geochronologischen Epoche des Anthropozän. Der Begriff des Anthropozän reflektiert dabei nicht nur die geopolitischen Auswirkungen der technologischen Evolution. Er bietet ebenfalls ein sozialwissenschaftliches Konzept, um tradierte Geschichten des Menschen und seiner Bildung neu zu diskutieren (vgl. Wulf 2020). Das Symposion fragt nach erfinderischen Weisen des gemeinsamen Lernens und Lebens an Orten und in Landschaften des Anthropozän. Die Metapher der »Ent|grenz|ungen« nimmt das Symposion dabei zum Anlass für eine interdisziplinäre Perspektivierung von Phänomenen der Ent- und Begrenzung, die auf der Verschränkung unterschiedlicher Forschungsansätze (Human Animal Studies, Landscape Studies, Phänomenologie, Neuer Materialismus, Kunst- und Theaterforschung) beruht und am Beispiel pädagogischer Felder (Frühe Kindheit, Grundschule, Theaterpädagogik, Kulturelle Bildung) Orte und Praxen des kollaborativen Lernens untersucht.

 

Beiträge des Panels

 

Konstitution und ethische Implikationen von Kitas als Orte des gemeinsamen Lernens und Lebens im Anthropozän

Dr. Oktay Bilgi1, Prof. Dr. Ursula Stenger2
1Universität zu Köln, 2Universiät zu Köln

Der Vortrag fragt nach Konstitutionsprozessen und ethischen Implikationen von Orten des gemeinsamen Lernens in der frühen Kindheit, die über anthropozentrische Partikularinteressen hinaus neue Wege des Handelns und Denkens im Umgang mit nicht-menschlichen Anderen (Pflanzen, Tieren, Materialien, Landschaften) erfordern. Kollaborative Orte des Lernens konstituieren sich als relationale Assemblage von vielfältigen Beziehungsformen und Arten der Grenzbearbeitung. Wie werden Orte zu jenen pädagogischen Orten des kollaborativen Lernens, in denen andere Arten von pädagogischen Beziehungen möglich werden können? Wie müssen diese Orte pädagogisch und didaktisch gestaltet sein? Der Vortrag greift Ergebnisse aus dem BMBF Projekt RaumQualitäten zum lebendigen Raum zurück, in dem Kinder, Fachkräfte und nicht-menschliche Lebewesen Orte bilden, die durch vielfältige Praktiken und Erfahrungen der Grenze zwischen dem Vertrauten und dem Neuen (vom Kindergarten in den Wald), zwischen dem, was war und dem, was an neuen Lebenslinien entsteht, gekennzeichnet sind. Am Beispiel von Naturerfahrungen in der frühen Kindheit kann so gezeigt werden, wie durch das Zusammenspiel von Körpern, Beziehungen, Geschichten und Grenzbearbeitungen Orte geteilter Erfahrungen entstehen, die (Mit-)Gefühl für und Verantwortung gegenüber einer mehr als menschlichen Welten fördern können.

 

‚Kindheit und Natur‘ als Topos der Grundschulpädagogik. Eine Re-Analyse situierter Praktiken und pädagogischer Legitimationsfiguren aus Sicht posthumaner Entgrenzungsdiskussionen

Prof. Dr. Heike Deckert-Peaceman
PH-Ludwigsburg

Im Anschluss an internationale Diskurse, die Kindheit in einer posthumanen Landschaft neu verorten (https://commonworlds.net/), soll die Parallelisierung von Kindheit und Natur als pädagogische Legitimationsfigur, wie sie sich in der Moderne herausbildet und bis in die Gegenwart hinein wirkmächtig bleibt, hinterfragt werden. In den Blick genommen wird die Kind-Tier-Relation in Bezug auf situierte Praktiken in der Grundschule als performative Orte des Lernens. Konkret werden Protokolle einer teilnehmenden Beobachtung zur pädagogisch inszenierten Naturbegegnung in den 1980er Jahren (re-)analysiert. Dabei wurden Raupen auf Naturerkundungsgängen gefunden und Schmetterlinge im Klassenzimmer „geboren“. Die Reanalyse situierter Praktiken erfolgt demnach auch aus historischer Perspektive. Mit der historischen Einordnung werden unterschiedliche Modi der Ent- und Begrenzung in der Diskussion des Kind-Tier-Verhältnisses seit den 1980er rekonstruierbar. Gefragt wird, wie Kinder und Tiere historisch wie aktuell voneinander abgegrenzt werden, wie Pädagogik darüber legitimiert und Kindheit hervorgebracht wird. Geprüft wird, inwiefern die posthumane Entgrenzungsdiskussion zu anderen pädagogischen Praktiken und normativen Begründungsfiguren beitragen kann.

 

Landschaft als Mitspielerin? Ortsbezogene Performance in ländlichen Räumen

Micha Kranixfeld, Prof. Dr. Kristin Westphal
Universität Koblenz Landau

Die Zentrierung auf den Anthropos als einzigen Akteur von Geschichte wie Theater ist mit dem Zeitalter des Anthropozän in Frage gestellt. Unsere Vorstellungen einer Grenzziehung von Natur und Kultur sind überholt. Kunst und Bildung sind herausgefordert, das Verhältnis von Kunst und Natur zu befragen und neu zu denken. Zu beobachten sind verstärkt Praktiken in den Performancekünsten, die sich einer anthropogenen Zukunft widmen. Das umfasst urbane, rurale, industrielle Landschaften mit Performance zusammenzudenken. Landschaften wie das Gestein, Meer, der Wald sind nicht nur als Hintergrund für Performances zu sehen, sondern als Kräfte anderer Formen des Lebens, von denen das Menschliche selbst existenziell abhängig ist. Es rührt in ethischer Hinsicht an die Verantwortung für die Kommenden. Im Rahmen unserer fortlaufenden Beobachtung von Kollaborationen zwischen Künstler*innen und Bewohner*innen ländlicher Räume setzen wir uns mit dem Landschaftsbegriff auseinander und fragen, welche Rolle Landschaft dabei als Mitspielerin einnimmt. In den ortsspezifischen Projekten, die wir im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts Der Dritte Ort? Künstlerische Residenzen in ländlichen Räumen begleiten, wird Landschaft zum Verhandlungsraum zwischen Generationen, in dem menschliche Erfahrung eingeschrieben ist und an dem sich neue Erfahrungen der Entgrenzung am Schnittpunkt von Kunst, Natur und Bildung herausbilden können.

 

Affective Landscapes

Prof. Dr. Birgit Althans1, Prof. Dr. Gabrielle Ivinson2
1Kunstakademie Düsseldorf, 2Manchester Metropolitan University

Landschaften sind nicht-menschliche Akteure des Anthroprozäns und haben pädagogisches Potenzial: Landschaften prägen auf zutiefst körperliche Weise Rhythmen menschlicher Aktivität, wie Bewegung, Arbeit, Spiel, Entspannung und Schlaf. Landschaften lösen so Gefühle von Zugehörigkeit, Entfremdung und Ausgrenzung aus, sie können als eine kulturelle Ressource (Jullien 2017) aufgefasst werden. Erfahrungen junger Migrant*innen und marginaler ethnischer Gruppen können mit Bezug auf geteilte, sensorische, körperlich-affektive Erfahrung der Materialitäten und Atmosphären von Landschaften als Verlust- oder Zugehörigkeitserfahrungen verstehbar werden und zu einem neuen (post)migrantischen Imaginären beitragen. Dies verlangt jedoch einen relational gedachten Landschaftsbegriff. In der europäisch-kolonialen Tradition zeigen sich Landschaften stets in einem Subjekt-Objekt-Dualismus. Landschaft soll hier als performative Bezogenheit nicht-menschlicher und menschlicher Akteure als Teil von ineinander verschränkten, inzwischen global beschädigten NaturKulturen aufgefasst werden. Der Beitrag, der auf einem Forschungsprojektantrag der Vortragenden basiert, die kolonial und imperial geprägte Landschaften in Bezug auf (Post-)Migrationserfahrungen im Vergleich zwischen UK und BRD aus Perspektive von New Materialism und Landscape Studies untersuchen möchten, versteht sich als Zeitdiagnose von politisch gerahmten Auffassungen von Landschaft mit ihren pädagogischen Potenzialen.



 
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