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Sitzungsübersicht
Sitzung
Entgrenzungen antidemokratischer Bewegungen, Begrenzungen gesellschaftlicher Teilhabe – Soziale Arbeit und die neuen Rechten
Zeit:
Mittwoch, 16.03.2022:
14:00 - 16:00

Virtueller Veranstaltungsort: Zoom Seminarraum 45

951 7181 7239, 190857
Sitzungsthemen:
8. Sozialpädagogik und Pädagogik der frühen Kindheit, Sektion 8, Kommission Sozialpädagogik, qualitativ, theoretisch, Englisch und Deutsch in einer Veranstaltung

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Präsentationen

Entgrenzungen antidemokratischer Bewegungen, Begrenzungen gesellschaftlicher Teilhabe – Soziale Arbeit und die neuen Rechten

Chair(s): Prof. Dr. Vicki Täubig (Universität Rostock, Deutschland), Prof. Dr. Anselm Böhmer (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg), Prof. Dr. Zoe Clark (Universität Siegen), Dr. Mischa Engelbracht (Universität Erfurt), Prof. Dr. Davina Höblich (Hochschule Rhein Main)

Globalisierung und Digitalisierung als gesellschaftliche Entwicklungen spielen der grenzübergreifenden Landnahme neurechter Bewegungen zu. Das Symposium unternimmt eine Auseinandersetzung mit den Versuchen rechter Landnahmen in der Sozialen Arbeit aber auch mit in der Sozialen Arbeit etablierten subtileren Formen von Rassismus und Sexismus.

Die Entgrenzungen antidemokratischer Bewegungen und damit einhergehende Begrenzungen gesellschaftlicher Teilhabe werden ins Verhältnis gesetzt zu bisherigen theoretischen Perspektiven einer Sozialen Arbeit als Grenzbearbeiterin und Grenzakteurin. Empirische Beiträge zur Mobilisierung durch neurechte Bewegungen in der Jugendarbeit und im Kontext der Einschränkung reproduktiver und sexueller Rechte befassen sich ebenso wie die Perspektiven der Rassismuskritik mit Grenzverschiebungen, -überschreitungen und -bearbeitungen im Kontext demokratiefeindlicher Tendenzen in der Gesellschaft sowie Wissenschaft und Praxis Sozialer Arbeit.

 

Beiträge des Panels

 

Soziale Arbeit als ‚Zollbeamt*in‘. Oder: Um welche Grenzen geht es hier und wie könn(t)en sie ‚bearbeitet’ werden?

Prof. Dr. Susanne Maurer
Universität Marburg

Die Funktionen Sozialer Arbeit in den jeweils aktuellen Wohlfahrtsregimen lassen sich weder ahistorisch noch eindeutig bestimmen. Gleichwohl sind die Akteur*innen Sozialer Arbeit im Kontext demokratischer Gemeinwesen auf deren Grundsätze verpflichtet. In der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation kommen sie nicht umhin, sich mit den deutlich wahrnehmbaren demokratiegefährdenden Tendenzen auseinanderzusetzen. Ein wesentlicher Bezugspunkt in diesem Zusammenhang ist ihre – auch rechtlich kodifizierte – Verpflichtung zur Unterstützung gesellschaftlicher Teilhabe.

Die seit etlichen Jahren diskutierte Perspektive, Soziale Arbeit auch als ‚Grenzbearbeitung‘ aufzufassen, wird in diesem Beitrag auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen angesichts des Erstarkens demokratiefeindlicher rechtsautoritärer Strömungen bezogen. Mit der Metapher der ‚Zollbeamt*in‘ wird dabei insbesondere die (wohlfahrts-)staatlich verfasste Seite Sozialer Arbeit – in ihren Problematiken, Dilemmata aber auch Chancen – beleuchtet. Auf diese Weise gerät Soziale Arbeit nicht zuletzt als ‚Grenz-Wächterin‘ in den Blick: Inwieweit geht es hier auch um die Achtung, Beachtung – und das Wachen über die Grenzbereiche – des Demokratischen?

 

(R)Echte Jugendarbeit?

Eva Grigori
Fachhochschule St. Pölten

„Nicht nur Ideen und tolle Räume machen eine Jugendarbeit aus, sie muss auch zukunftsorientiert und mit Inhalten gefüllt werden“ – ein Satz, der so in jedem Jahresbericht einer beliebigen Jugend(hilfe)einrichtung im deutschsprachigen Raum stehen könnte. Mit diesem verhält es sich jedoch anders. Die Aussage stammt von der national-sozialistisch orientierten Kleinpartei „Der III. Weg“. Mit Überlegungen und Ideen, wie man junge Menschen ansprechen, fördern und im eigenen Sinne erziehen kann, sind diese nicht alleine – die extreme Rechte macht sich zusehends öffentliche Gedanken um organisierte und mitunter professionalisierte Formen der Jugendarbeit. Der Vortrag skizziert aktuelle Praxisbeispiele und ordnet diese wissenschaftlich ein. Der Umgang mit dem Phänomen rechter Jugendarbeit ist in der deutschen wie österreichischen Jugendhilfe gekennzeichnet von Unwissen, Abwehr und Bagatellisierung. Ideen und Ansatzpunkte für einen professionellen Umgang auf den Ebenen Fall, Sozialraum und professionellem Selbstverständnis werden vor- und zur Diskussion gestellt.

 

Restoring Order the Natural. The religious extremists’ vision to mobilize European societies against human rights on sexuality and reproduction

Neil Datta
European Parliamentary Forum on Population and Development (EPF)

Created in 2013, a pan-European Christian extremist network going under the innocuous name of “Agenda Europe” convenes an annual secretive “Summit” in different European capitals gathering between 100 and 150 individuals and organisations from the main anti-choice (for them “pro-life”) and homophobic (for them “pro-family”) movements across 30 countries of the continent. In addition to an annual members-only “Summit” where Chatham House rules apply, Agenda Europe shares a blog where members comment on developments from an ultra-Conservative perspective as well as a common manifesto entitled “Restoring the Natural Order”. It reveals a radically reactionary worldview which, if successfully implemented, would remove human rights in matters of sexual and reproduction of every single European and specifically for certain categories of persons, such as women, young people and the LGBTQI community. The challenges to democracy often first target women’s rights and sexual minorities and judging by recent developments in Russia, Poland and Spain as well as the campaigns against the Istanbul Convention, it looks like Agenda Europe’s next target are laws on gender based violence.

 

Rassismen in der Sozialen Arbeit – Rassismuskritik als Querschnittsaufgabe

Prof. Dr. Christine Hunner-Kreisel1, Yasmina Gandouz-Touati2
1Universität Vechta, 2Fachhochschule Bielefeld

Während von den weißen Professionellen der Sozialen Arbeit eine sogenannte ‚Interkulturelle Kompetenz‘ zu erwerben gewünscht und gefordert wird, wird von den Professionellen of Color essentialistisch eine sogenannte ‚interkulturelle Kompetenz‘ erwartet und unterstellt, die zudem nur in den dominant für sie vorgesehenen Feldern eingesetzt werden muss: eine Praxis, die Professionelle und Adressat*innen auf einen Status als „Geanderte“ (Mecheril 2010) reduziert und verobjektiviert (Attia 2013). Hier zeigt sich, dass Rassismus nicht nur ein Problem kleinerer rechter Gruppierungen ist, sondern in impliziten Formen auftritt und häufig nicht als strukturelles Phänomen und als Ungleichheitsverhältnis anerkannt wird. Die beschriebenen Forderungen auf ein kollektiv rassistisches Gedächtnis, das fortlaufend zwischen einem »Wir« sowie den »natio-ethno-kulturellen Anderen« unterscheidet (Mecheril 2010). Dieses ›Wissen‹, welches dem sekundären Rassismus (Melter 2018) zugrunde liegt und über welches implizit verhandelt wird, wer als unhinterfragt zugehörig konstruiert wird und wer nicht, zeigt sich als wahrnehmungs- und handlungsleitend auch in der Sozialen Arbeit. In unserem Vortrag befassen wir uns mit Rassismen in der Sozialen Arbeit und Rassismuskritik als Querschnittsaufgabe. Dabei beziehen wir uns auf institutionelle Beispiele rassismuskritischer Arbeit in Wissenschaft und Praxis.



 
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